Reisekönigstum

Hallo Geschichtskundige,

die Deutschen Könige und Kaiser hatten keine feste Residenzen sondern zogen von Pfalz zu Pfalz (wenn sie nicht gerade in Italien händelten). Bis auf die späten Habsburger hat es keiner mit einem festen Wohnsitz probiert, im Gegensatz zu den Franzosen und Engländern; das Reiseleben mußte sich also insgesamt bewährt haben. Warum eigentlich? Welche Vorteile/ Nachteile hatte dieses Reisekönigstum im Vergleich zu einer festen Residenz? Woher wußten die jeweiligen Amtsträger, wo sich ihr „Chef“ gerade aufhielt?

Danke für Eure Antworten.

Wolfgang D.

Hallo,

ib die englischen und französischen Könige wirklich immer in ihren Hauptstädten saßen, das möchte ich noch bezweifeln.

Das Problem war nämlich Folgendes:
Unter den bedingungen der damiligen Zeit war ein größeres Gebiet extrem schlecht regierbar. Die Herzöge in ihren Herzogtümern hatten die fatale Eigenschaft, sich immer mal zu verselbstständigen und dann mußte der König einfach los, um durch persönliche Präsenz die Zentralgewalt zu garantieren. Zudem gab es auch immer irgendwelche Rechtsstreitigkeiten zu entscheiden und unter den damaligen Umständen und Verkehrsverhältnissen waren die einfach nur vor Ort zu lösen.
Und nicht zuletzt: Der Königshof umfaßte ein paar Hundert Leute mit allem Drum und Dran. Und die wollten erst mal durchgefüttert sein in einer Zeit, in der an einen Ferntransport von Lebensmitteln nicht zu denken war. So viele Nichtstuer konnte kein Gebiet auf Dauer durchfüttern. Das ging eventuell in Italien, wo 2 oder auch 3 Ernten pro Jahr möglich waren - aber nicht in Deutschland und sicher auch nicht in England oder Nordfrankreich.
Also zog die ganze Truppe von Pfalz zu Pfalz. Dort wurde dann Hof gehalten, alles entschieden, was in dem betreffendem Gebiet zur Entscheidung anlag und wenn die Wälder leergejagd waren und die Scheunen leergefressen waren, ging es weiter.

Zudem darf man 2 Dinge nicht vergessen: Es war damals nicht unbedingt eine friedliche Zeit. Und bei den häufigen Kämpfen mußte der König sowieso mit - egal, in welchem Land. Zudem war der deutsche König ja nicht einfach nur König. Er war vom Papst gekrönter römischer Kaiser und somit nominell der weltliche herr der ganzen Christenheit (zeitweise erkannten andere Könige das auch an und riefen den Kaiser z.B. an bei REchtsstreitigkeiten zwischen den Reichen).
DAmit mußte er also zur Kaiserkrönung eh nach Rom. Und nun ist es ja so: „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen.“ Meist mußte er in Italien erst mal ordnung schaffen, ehe er sich die Krone überhaupt aufsetzen konnte, gelegendlich sogar erst noch den Papst auswechseln, wenn der amtierende ihn nicht krönen wollte. Das dauerte. Und wenn er nach Jahren nach Deutschland zurückkam, ging es da auch wieder drunter und drüber und er mußte erst mal rund durchs Land ziehen und wieder Ordnung schaffen. Scheißjob…
NUn reichte das aber nicht, weil der welrliche Herr der Christenheit ja auch noch die Aufgabe hatte, sich ums Heilige Grab in Jerusalem zu kümmern. Also führten einige Könige auch noch Kreuzzüge (drt olle Batbatossa ist ja dabei auch umgekommen irgendwo gaz hinten in der heutigen Türkei). Sein NAchfolger starb in Italien und dessen Nachfolger, Friedrich II., mußte erst mal einen Gegenkönig bekämpfenundlag dann ewig mit dem Papst im Clinch, der war kaum mal in Deutschland. Und nach den Staufern gab es erst mal ne Weile gar keinen König.
Danach war aber auch die Zentralgewalt im Eimer - alles, was dann kam, waren recht rechtlose Gestalten, die sich nur auf ihre eigene Hausmacht stützen konnten. DAmit war die eigentliche Hochzeit des starken deutschen Reisekönigtums von der Sache her schon vorbei.

Gernot Geyer

Hallo

und danke für Deinen Beitrag, der mir aber in manchen Punkten nicht einleuchtet.

ib die englischen und französischen Könige wirklich immer in
ihren Hauptstädten saßen, das möchte ich noch bezweifeln.

Sicherlich waren auch die häufig abwesend auf Dienstreisen, Kriegszügen und Strafexpeditionen. Aber der Regierungsitz bzw. die Landesverwaltung waren eben ständig in der Haupstadt und konnten dort eine höhere Effektivität entwickeln, als wenn sie ständig aus dem Koffer leben mußten. Wir haben gesehen, wie schwierig der Umzug unserer Regierung von Bonn nach Berlin war - gut, die heutige Verwaltung ist viel komplexer und unfangreicher als zur damaligen Zeit - aber während der Zeit des Umzugs war die Regierung regelmässig lahmgelegt und bis sich wieder Normalität einstellte kann jeder nachfühlen, der mit seinem Haushalt schon mal umgezogen ist.

Das Problem war nämlich Folgendes:
Unter den bedingungen der damiligen Zeit war ein größeres
Gebiet extrem schlecht regierbar. Die Herzöge in ihren
Herzogtümern hatten die fatale Eigenschaft, sich immer mal zu
verselbstständigen und dann mußte der König einfach los, um
durch persönliche Präsenz die Zentralgewalt zu garantieren.
Zudem gab es auch immer irgendwelche Rechtsstreitigkeiten zu
entscheiden und unter den damaligen Umständen und
Verkehrsverhältnissen waren die einfach nur vor Ort zu lösen.

Diese Probleme hatten auch die Chinesen, Osmanen und die Römer, wobei letzteren erst 200 Jahre vor der Auflösung die Idee kam, das Reich von 2 Hauptstädten aus zu regieren, auf ein Wandercäsarentum wären die nie gekommen, was natürlich häufige Reisen des Kaisers innerhalb seines Reichsgebiets nicht ausschloss.

Und nicht zuletzt: Der Königshof umfaßte ein paar Hundert
Leute mit allem Drum und Dran. Und die wollten erst mal
durchgefüttert sein in einer Zeit, in der an einen
Ferntransport von Lebensmitteln nicht zu denken war. So viele
Nichtstuer konnte kein Gebiet auf Dauer durchfüttern. Das ging
eventuell in Italien, wo 2 oder auch 3 Ernten pro Jahr möglich
waren - aber nicht in Deutschland und sicher auch nicht in
England oder Nordfrankreich.

Das leuchtet ein, aber auch das Versorgungsproblem haben die Chinesen, Türken, Engländer und Franzosen gelöst, indem sie die Infrastruktur und Verkehrswege ihrer Städte ausbauen mussten. Dieses schaffte zugleich Arbeitsplätze und löste das Problem, die wachsende Bevölkerung irgendwie ausserhalb der nicht mehr aufnahmefähigen Landwirtschaft zu beschäftigen. Langfristig war das wohl das erfolgreichere Konzept, wenn man die Entwicklung kultureller Leistungen betrachtet bzw. die Bedeutung und Stärke dieser Reiche über einen langen Zeitraum. Gut, die Römer und Osmanen gingen schließlich einmal unter, was wohl neben der moralischen Aushöhlung infolge einer überzivilisierten Lebensweise auch an der zunehmenden Anzahl Feinde an den enormen Staatsgrenzen lag.

Also zog die ganze Truppe von Pfalz zu Pfalz. Dort wurde dann
Hof gehalten, alles entschieden, was in dem betreffendem
Gebiet zur Entscheidung anlag und wenn die Wälder leergejagd
waren und die Scheunen leergefressen waren, ging es weiter.

Zudem darf man 2 Dinge nicht vergessen: Es war damals nicht
unbedingt eine friedliche Zeit. Und bei den häufigen Kämpfen
mußte der König sowieso mit - egal, in welchem Land. Zudem
war der deutsche König ja nicht einfach nur König. Er war vom
Papst gekrönter römischer Kaiser und somit nominell der
weltliche herr der ganzen Christenheit (zeitweise erkannten
andere Könige das auch an und riefen den Kaiser z.B. an bei
REchtsstreitigkeiten zwischen den Reichen).
DAmit mußte er also zur Kaiserkrönung eh nach Rom. Und nun ist
es ja so: „Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf
den Tischen.“ Meist mußte er in Italien erst mal ordnung
schaffen, ehe er sich die Krone überhaupt aufsetzen konnte,
gelegendlich sogar erst noch den Papst auswechseln, wenn der
amtierende ihn nicht krönen wollte. Das dauerte. Und wenn er
nach Jahren nach Deutschland zurückkam, ging es da auch wieder
drunter und drüber und er mußte erst mal rund durchs Land
ziehen und wieder Ordnung schaffen. Scheißjob…
NUn reichte das aber nicht, weil der welrliche Herr der
Christenheit ja auch noch die Aufgabe hatte, sich ums Heilige
Grab in Jerusalem zu kümmern. Also führten einige Könige auch
noch Kreuzzüge (drt olle Batbatossa ist ja dabei auch
umgekommen irgendwo gaz hinten in der heutigen Türkei). Sein
NAchfolger starb in Italien und dessen Nachfolger, Friedrich
II., mußte erst mal einen Gegenkönig bekämpfenundlag dann ewig
mit dem Papst im Clinch, der war kaum mal in Deutschland. Und
nach den Staufern gab es erst mal ne Weile gar keinen König.
Danach war aber auch die Zentralgewalt im Eimer - alles, was
dann kam, waren recht rechtlose Gestalten, die sich nur auf
ihre eigene Hausmacht stützen konnten. DAmit war die
eigentliche Hochzeit des starken deutschen Reisekönigtums von
der Sache her schon vorbei.

Dennoch wundert es mich, dass keiner der Deutschen Könige und Kaiser versucht hat, eine seiner Bedeutung gemäße Residenz aufzubauen, um damit notwendigerweise sesshaft zu werden. Die untergeordneten Fürsten dagegen überboten sich ab dem ausgehenden MA, prächtige Residenzen und Haupstädte zu errichten, was wohl als Statussymbol erster Güte galt und die Bedeutung des Landesherrn erst so richtig unterstrich.

Wolfgang D.

Hallo Wolfgang,

falls Du erfolgreich googeln willst, solltest Du die Schreibweise ohne -s- benutzen-

Grüße
Pit

HAllo,

sie haben es doch versucht. Karl der Große zum beispiel mit Achen, aber auch andere Kaiser hatten durchaus ihre bevorzugten Pfalzen.
Aber es ging einfach nicht als Dauerlösung.

Man kann das auch schlecht mit anderen Staaten vergleichen. Das frühe Mittelalter war ja im Vergleich zur Antike ein Riesensprung zurück.
Die alten Römer… ja die hatten Provinzverwaltungen, die Rom unterstellt waren, die hatten Masen von Beamten, ein riesiges stehendes herr und ein gut ausgebautes Verkehrswesen. Die Chinesen im Übrigen auch.
Aber was war denn Germanien? Ein recht dünn besiedeltes Land. Straßen- und Brückenbau gab es bis ins Hochmittelalter gar nicht - man nutzte die Reste der Römerstraßen, der Rest ging querbeet. Es gab auch kein Beamtentum als Solches - das hätte die niedrige Produktivität nicht zugelassen. Das ganze schöne Steuer- und Abgabenwesen der Römer war ja mit den Bach runtergegangen.
Unter diesen Bedingungen konnte keiner zentral regieren.

England - was weiß man denn wirklich vom England der fraglichen Zeit? Herzlich wenig. Eine wirklich nachweisbare englische Geschichtsschreibung gibt es doch erst recht sapät, als sich auch in Deutschland zumindest eine territorale straffe Verwaltung in den einzelnen herzigtümern durchzusetzen begann. Und welches Gebiet umfaßte denn daas englische Königreich? Nicht mal die ganze Insel - Schottland zum Beispiel war draußen. ISt also nicht wirklich überzeugend.
In Frankreich war zum teil die alte Struktur der Römerzeit intakt geblieben. Das vereinfachte Vieles. Wobei man aber auch da sagen muß, daß das damalige Königreich wesentlich kleiner war als heute. Elaß und Lothringen zum Beispiel gehörten zum deutschen Reich, in Südfrankreich gab es ne Menge Gebiete, die praktisch noch völlig eigenständig waren, an der Grenze zu Spanien gab es das Königreich NAvarra auf zum großen Teil heute französischem Gebiet. Der König von Frankreich saß zwar in Paris - war aber praktisch auch nicht viel mer als Herr von Paris und Umgebung und ansonsten auf das Wohlwollen der kleinen Herren im Lande angewiesen - so wie der englische König auch über große Teile nur nominelle Gewalt hatte.
Das war der Unterschied zu Deutschland. Wenn da der Herzog von Bayern zuckte, dann nahm Otto seine Reiterei und zog los und setzte den Kerl ab. Wenn in Frankreich oder England irgendein Herzog nicht spurte - dann zuckte der König mit den Schultern und lies den machen, weil er gar keine Möglichkeit hatte, dem ernsthaft was zu tun.
Auf Grund seiner zentralmacht bekam der seutsche König auch regelmäßig ein Heer zustande, um sich in Rom die Kaiserkrone zu holen.
Und die Türken… welche Türken denn? Die saßen doch noch brav in Kleinasien zu dieser Zeit. Am Bospurus regierte immer noch der Kaiser von Byzanz. Und in Palästina schlugen sich die Ritter zwar mit moslemischen Emiren rum - aber die waren keine Türken sondern eigene Herren, genau wie in Spanien eigene Emirate bestanden. Die Welle der Verbeitung des Islam vor dem 12. Jahrhundert wurde zwar von Arabern getragen - aber nicht von Türken, die gab es noch gar nicht.
Wobei man allerdings auch sagen muß, daß die Araber auch wissenschaftlich und organisatorisch mehr drauf hatten. Da konnten mehr Leute lesen und schreiben als anderswo, da gab es einen regen Handel, die erfamdem ja auch die Null. Dagegen waren die deutschen Ritter auf ihren Burgen unwissende Drecksäcke.

Gernot Geyer

Hallo Wolfgang,

Gernot ist zwar wie immer farbig, aber auch wie meistens am Problem vorbei und wenn Du googlest findets Du, egal ob richtig oder falsch geschrieben tausend Ideen, die teilweise Hand und Fuß haben, teilweise eher Gernot ähneln.

Werfen wir erstmal einen Blick nach England, zum Vergleich. Hauptstadt war über weite Zeiträume hinweg London (zaitweise auch Wichestester). Hauptstadt bedeutete aber auch dort nicht, dass der König immer dort residierte. Gerade englische Könige neigten oftmals dazu die Hauptstadt zu meiden, weil diese für sie selten mehr als Ärger bedeutete. Dennoch gab es bei weitem nicht so viel Reisetätigkeit der Könige in England. Abgesehen von Kriegszügen, gelegentlichen Privattrips (unter die man aber auch den 3.Krauzzug buchen müsste), waren die durchaus sesshaft. Nur eben nicht in der Hauptstadt.

Frankreich stellt ein Problem dar. Zunächst einmal, weil wir die Zeit vor Mitte des 13.Jhdts und danach unterscheiden müssen. Denn der Süden kam erst ab den Albigenserkreuzzügen wirklich „fest“ zu Frankreich. Ab diesem Zeitpunkt beginnt sich der König als fester Punkt in Paris endgültig zu etablieren. Die Hauptstadt wurde hier also wirklich Königssitz, auch wenn der König ab und zu mal durchs Land reiste oder auf Kriegszug ging.

Das nur mal so als Vergleich. Wir haben also In England bereits seit dem 7.Jhdt eine Tendenz zu festen Residenzen, in Frankreich als Tendenz seit dem 9.Jhdt (eigentlich seit Karl dem Kahlen), in Deutschland jedoch kam es dazu (während des Mittelalters) eigentlich nie. Das widerlegt natürlich Gernots Theorie über eine Art Heuschreckenschwarmhof. Tatsächlich machte ein Hof von etwa 1000 Leuten (mal Knechte, Soldaten usw. eingerechnet) gegenüber dem Nahrungsmittelbedarf einer Stadt wie London oder Paris auch keinen großen Unterschied aus. Für London kennen wir Bevölkerungszahlen von 40000 im Jahr 1180 und 100000 im Jahr 1300.

Die Gründe lagen also woanders. Was machte Deutschland (und wir können ja diesen Begriff eigentlich erst seit der zweiten fränkischen Reichsteilung so verwenden) anders? Da war zunächst das Kaisertum. Das machte einen der frankischen Könige, der gleichzeitig Kaiser war, zum Reisenden. Denn sein „Gebiet“ erstreckte sich ja von Italien bis zur dänischen Grenze und von Polen bis zum Atlantik. Wobei er jedoch als König lediglich über sein eigenes Gebiet herrscte. Es war also der Kaiser, der reiste. Die Könige selbst zeigten allgemein eine Tendenz zur Errichtung von festen Residenzen. Das Mißverständnis besteht also darin, dass heir zwei Ämter miteinander vermischt werden.

Nehmen wir mal Beispiele raus:
Heinrich II war seit 1002 König des Ostfränkischen Reiches (also das, was später mehr oder weniger Deutschland wurde), aber erst seit 1014 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Aber bereits als König musste er seine Kämpfe gegen die Großen z.B. in Schwaben durchziehen. Aber bezeichnend ist, dass er immer wieder nach Mainz zurückkehrte (sein Vorgänger Otto regierte wenn möglich von Rom aus). Es war also nicht so, dass die Könige keine Residenzen hatten, sie waren nur selten daheim. Aber wie Otto, so wurde auch Heinrich dann Kaiser. Als solcher gehörte er dem ganzen Kaiserreich und hatte herumzureisen.

Konrad II wurde u.a. deutscher König. Aber nach seinem Amtsantritt 1026 wurde ein Umritt fällig. Er musste also einmal durch das gesamte Reich reisen um den Fürsten, die seiner Wahl nicht zugestimmt hatten (teilweise, weil sie gar nicht dazu angereist waren) nachträglich die Unterstützung mit Privilegien, Überzeugungsarbeit und falls nortrwendig auch Waffengewalt abzuringen. Das ist besonders schön bei Wipo nachzulesen. Der Chronist betont dabei bereits, dass eine solche Reise durch das ganze Reich für einen König ungewöhnlich sei.

Bekannt ist auch Friedrich I „Barbarossa“. Zu dessen Zeit hatte Aachen bereits wieder den Rang als die Stadt inne, in der die Krönungen stattfanden, also quasi den Hauptstadtstatus, den es während Heinrich kurzzeitig mal an Mainz verloren hatte. Auch Barbarossa wurde dort gekrönt. Aber wir können durch bloßes Auszählen der Hoftage (1 in Nürnberg, 3 in Achen, mindestens 17 in Worms, …) sehen, dass sich wiederum Mainz/Worms durchsetzt. Es gab also Hauptstädte und es gab auch hier feste Residenzen, auch wenn Barbarossa natürlich auch noch andere Pflazen hatte.

Um das jetzt wieder zusammenzufassen: Die Reisetätigkeit entstand speziell in Deutschland weniger aus der „tradition“ heraus, als der „Norwendigkeit“. Die Fürsten waren über ein großes Gebiet verteilt, hielten aber deutlich mehr Macht als z.B. ihre englischen Standesgenossen. Wenn da auch noch die Kaiserkrone dazukam, was einem gleichzeitig ja den Papst in den eigenen Hinterhof brachte, dann musste man viel reisen. Das dauerte aber in Deutschland länger als anderswo. Alleine schon die lästigen Alpen mitten im Weg nach Italien (oder wnn man auf der Südseite war, nach Deutschland), machten jede Reise auf dieser Strecke wochenlang. Andere Strecken hatten andere Feinheiten. Z.B. konnte man im Frühjahr nicht entlang der Ostseeküste reisen, nicht mit einem größeren Troß, weil das alles sumpfig war. Und natürlich hatte auch jeder der Fürsten dafür gesorgt, dass es keine durchgehenden befestigten Straßen gab, und sicher schon mal gar nicht durch „sein“ Gebiet. Verkehrstechnisch war Deutschland also ein Desaster. Wenn William I von Wichester nach Edinburg wollte, brauchte er etwa 8 Tage mit Troß. Der deutsche Kaiser brauchte von Worms bis Magdeburg 4 Wochen. Wenn der also 3 Besuche machen musste, war ein Vierteljahr rum ohne, dass er wieder mal daheim vorbeigeschaut hatte.

Ich hoffe, das gibt einen Einblick in die Problematik. Das ganze Thema ist nicht so einfach und sicher hier noch nicht abschließend dargestellt.

Gruß
Peter B.

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Moin Peter,

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Und nun hat mich die Vorschau ermahnt
„Hinweis
Der Artikel enthält kaum eigenen Text. Der zitierte Anteil beträgt 97%. Bitte zitiere nur den Teil, auf den du dich direkt beziehst!“

  • Mach ich ja schon wech, und ab die Post!

Gruß
Pit

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Na ja, ich hatte tausend geschrieben, und zum Teil hängt die Reihenfolge sicher auch von Schreibweise und verwendeter Suchmaschine ab, aber was ist jetzt eigentlich Dein Problem? Vor allem, da durch die Anzahl die Qualität nicht unbedingt besser wird?

Und nun hat mich die Vorschau ermahnt
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Das ist eine Systemfunktion, für die musst Du Dich bei jemand anders beschweren.

Gruß
Peter B.