Rekrutierungmethoden der Waffen-SS

Hi,

ich weiß ein leidiges Thema für das es zig Abweichungen von Zeit und Ort gibt, aber ihr würdet mir trotzdem immens weiterhelfen, wenn mir jemand die naheliegendsten Rekrutierungsmethoden nennen könnte:

und zwar April 1942, in Weiden, zu der Zeit beim RAD

was kommt da am ehesten in Frage? Warum könnte er unterschrieben haben?
Drohungen, Vergüngstigungen (für die Familie) !?!?

denn darüber kann ich leider nichts aus den Briefen/Familie entnehmen, und er wollte es danach auch wieder rückgänig machen, weil seine Eltern dagegen waren (katholische Bayern).

Und warum dauerte es dann über 1 Jahr (bis Juni 1943) bis er dann von der SS eingezogen wurde?? (war dazwischen in Russland bei RAD und Wehrmacht)
War das so üblich zu der Zeit??
Und wann wurde festgelegt in welche Division man kam? Zufällig, wo man gerade die Ausfälle auffüllen musste??

viele Fragen ich weiß, aber wenn, dann kann man hier gute und kompenten Antworten erwarten.
danke!

servus

was kommt da am ehesten in Frage? Warum könnte er
unterschrieben haben?
Drohungen, Vergüngstigungen (für die Familie) !?!?

Zur Waffen SS?

Aus Begeisterung, weil in einer RAD-Abteilung und die Masse ihn mitzog, freiwilliger Zwang.

Und warum dauerte es dann über 1 Jahr (bis Juni 1943) bis er
dann von der SS eingezogen wurde?? (war dazwischen in Russland
bei RAD und Wehrmacht)
War das so üblich zu der Zeit??

So richtig üblich war damals nichts mehr. Gezogene Waffen-SS-Soldaten waren unnormal, aber dann üblich, weil die Waffen-SS große Verluste hatte und immer größer wurde.

Und wann wurde festgelegt in welche Division man kam?

Mehr oder weniger Zufall.

Zufällig, wo man gerade die Ausfälle auffüllen musste??

Mein Vater wurde 1944 mit 40 zur Waffen-SS eingezogen. Er war überhaupt kein soldatischer Typ. Aber Parteimitglied schon ziemlich früh.

Genaue Antworten wirst Du nicht bekommen. Wer damals nicht zur Waffen-SS wollte, wollte dass nur deshalb nicht, weil sie sehr viel höhrere

Verluste hatten. Nicht, weil sie bekannt für irgendwelche kriegsverbrechen war.

mfgConrad

Hallo,

und zwar April 1942, in Weiden, zu der Zeit beim RAD

was kommt da am ehesten in Frage? Warum könnte er
unterschrieben haben?
Drohungen, Vergüngstigungen (für die Familie) !?!?

Und warum dauerte es dann über 1 Jahr (bis Juni 1943) bis er
dann von der SS eingezogen wurde?? (war dazwischen in Russland
bei RAD und Wehrmacht)

Anfang 1942 wurde noch keiner in die Waffen-SS gezwungen, die konnte sich vor Freiwilligen nicht retten und konnte es sich deshalb erlauben Rekruten abzulehnen. Gründe für eine Meldung zur Waffen-SS können zum einen der elitäre Ruf (strenge Aufnahmekriterien, moderne Ausrüstung, Erfolgsmeldungen in Presse), zum anderen die besseren Beförderungschancen gewesen sein. 1942/43 wurde die Waffen-SS vergrößert, gleichzeitig stiegen aber auch die Verluste, so daß man erst die Aufnahmekriterien aufweichte und noch später zu Zwangsrekrutierung überging.

Gruß

Aus Begeisterung, weil in einer RAD-Abteilung und die Masse
ihn mitzog, freiwilliger Zwang.

Zufällig, wo man gerade die Ausfälle auffüllen musste??
Genaue Antworten wirst Du nicht bekommen. Wer damals nicht zur
Waffen-SS wollte, wollte dass nur deshalb nicht, weil sie sehr
viel höhrere Verluste hatten. Nicht, weil sie bekannt für :irgendwelche :kriegsverbrechen war.

mfgConrad

Danke!! (+Sternchen)
war eine Woche weg, deshalb erst so spät das Dankeschön
das hilft mir um einiges weiter, wenn ich jetzt Zwang/vergüngstigung defititiv ausschließen kann.
Geworben muss die Waffen-SS aber schon haben, weil er nicht freiwillig zu einer Rekrutierungsstelle gegangen ist; war dann wohl eine Mischung aus jugendlichem Leichtsinn, Übereifer und wohl auch Stolz, dazu gehören zu dürfen…
nochmal danke!!!

servus

Aus den Erinnerungen meines Vaters.
Im Sommer 1943 kam die Waffen-SS in die Berufsschulen und warb für die freiwillig Meldung. Jeder konnte sich Mustern lassen und danach (bei positivem Ausgang) freiwillig melden. Die Klasse ging geschlossen zur Musterung. Nach der positiven Musterung war jedoch nichts mehr von Freiwilligkeit zu hören. Jeder der Zweifel hatte wurde massiv unter Druck gesetzt. Du deutscher Junge mußt doch… bla,bla,bla. Mein Vater hatte zusammen mit einem Klassenkammerad den Mut zu widersprechen.Er meldete sich zum RAD. Kurze Zeit später bekamen seine Eltern besuch von der Gestapo. da er jedoch schon beim RAD war, konnte man Ihm nichts anhaben. Das Kriegsende verbrachte mein Vater bei einer Volksgrenadiereinheit.Von den Kammerade die sich zur Waffen-SS meldeten, hat mein Vater nach dem Krieg niemanden mehr getroffen. Fast eine ganze Klasse junger Menschen wurden dem Wahn geopfert.
Grüße
Georg