Kompass

Hallo liebe Experten

Ich war söben in Südafrika. Da ich viel in der Wildnis rumgefahren bin, hatte ich die Idee, mir einen Kompass zu kaufen. Im entsprechenden Outdoor-Fachgeschäft erzählte mir eine Verkäuferin, dass ich mit dem dort angebotenen Minikompass (Ich will wirklich nur an bedeckten Tagen die Himmelsrichtung bestimmen) auf der Nordhalbkugel unseres Planeten nix anfangen könnte.

Ich verstehe nicht warum, denn der Norden ist doch wohl überall gleich, oder?

Danke im voraus für Eure Hilfe.

Gruss
CrNiMo

Hallo !

Wenn auf der Südhalbkugel der kleine Kompaß nach Norden zeigt, dann zeigt er auf der Nordhalbkugel auf jeden Fall zum magnet. Nordpol. Er ist dort doch viel näher am Nordpol und die Anziehung ist dort stärker.

Wenn sie speziell diesen kleinen Kompaß damit meint, müßte dieser also von einem Magnetpunkt angezogen werden, der im Norden der Südhalbkugel liegt und das wäre wohl etwas ganz Neues.
Die Schiffe, die von Europa bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts, Richtung Süden fuhren, hatten oft noch einen Magnetkompaß und dieser zeigte immer in den richtigen Norden.
Moderne Schiffe haben als Notkompaß noch einen Magnetkompaß auf dem Brückenhaus und dieser wird über Spiegel im Steuerhaus angezeigt. Beide Kompasse liegen fast immer auf gleicher Position.
Das ist wohl so ein Gerücht, wie das Einlaufen des Wasser im Waschbecken.

Grüße max

Hallo Edelstahl

Ich versuchs mal leicht vereinfacht.

Der Verkäufer hat Recht.
Das hängt mit der Inklination zusammen. Der Kompass zeigt immer nach Norden, wird aber auch vom Magnetfeld nicht nur Horizontal, sondern auch vertikal verstellt, da die Feldlinien nicht nur nach Norden zeigen, sondern auch in die Erde Hineintauchen.
Eine magnetnadel hat nun die Tendenz, sich immer paralell zu den Feldlinien einzuordnen.
Aus diesem Grund sind die Magnetnadeln auf der Nordhalbkugel am Südende ein bissle schwerer als am Nordende der Nadel.

Aus der Südhalbkugel ist das alles umgekehrt. Sprich, eine Südnadel verkippt auf der Nordhalbkugel im Lager und kann klemmen (Ist kein Witz, selber erlebt)

Teure Kompanten besitzen ein kleines Reitgewicht auf der Nadel, das man entsprechend versetzen kann, damit die Nadel immer schön horizontal liegt.

Gruß
Mike

Besser hier als die Doofen im Chat!
Hallo Mike

Vorgestern haben im Chat habe ich die Frage auch schon mal gestellt, da wurde ich ausgelacht. Ich habe dann gesagt, ich werde mal den Experten Mike Steinbeisser fragen. Was stelle ich fest? Es war ein weiser Entschluss.

Besten Dank.

Gruss
CrNiMo

Dz Dz Dz… what Language
Hi
Aber deswegen sind die im Chat doch nicht doof…

…Ich habe dann gesagt, ich
werde mal den Experten Mike Steinbeisser fragen. Was stelle
ich fest? Es war ein weiser Entschluss.

hüstel… danke für die Blumen

Besten Dank.

No Problem

Gruß
Mike

Die Behauptung war , dass Du mit dem Kompass auf der Nordhalbkugel nichts anfangen kannst und das ist nicht richtig.

Dieser kleine Kompaß funktioniert auf beiden Halbkugeln mehr oder weniger gut. Im Norden auf keinen Fall schlechter als im Süden! Eher besser.
Dass so ein Taschenkompaß nur für den Notfall gut ist, ist dem jüngsten Pfadfinder schon klar!

Gruß max

Hallo Edelstahl

Ich versuchs mal leicht vereinfacht.

Der Verkäufer hat Recht.
Das hängt mit der Inklination zusammen. Der Kompass zeigt
immer nach Norden, wird aber auch vom Magnetfeld nicht nur
Horizontal, sondern auch vertikal verstellt, da die Feldlinien
nicht nur nach Norden zeigen, sondern auch in die Erde
Hineintauchen.
Eine magnetnadel hat nun die Tendenz, sich immer paralell zu
den Feldlinien einzuordnen.
Aus diesem Grund sind die Magnetnadeln auf der Nordhalbkugel
am Südende ein bissle schwerer als am Nordende der Nadel.

irgendwie erklärt das nicht wirklich warum man einen südhalbkugel-kompaß GARNICHT auf der nordhalbkugel benutzen können sollte.

angenommen ich nehm den kompaß aus der tasche, dann zeigt die nadel irgendwohin … wenn sich jetzt auf grund eines gewichts die nadel nicht wirklich frei drehen könnte, dann hätte JEDER kompaß mit so einem gewicht das problem sich korrekt auszurichten.

bei den kompanten, die ich bisher gesehen und in der hand hatte, ist die nadel in der mitte um 2 achsen schwenkbar … auf einem nadellager z.b.
damit kann sich die magnetnadel nach N-S ausrichten und von mir aus auf einer seite etwas richtung boden zeigen oder auch nicht - für das ablesen der N-S richtung ist das ja egal weil die feldlinien im großen und ganzen parallel zur oberfläche sind.

noch besser sind nat. öl-gelagerte nadeln weil sich die nadel dann „frei“ bewegen kann.

ich hab noch nie einen kompaß gesehen, bei den die nadel auf dem untergrund aufliegt wie die zeiger einer analogen uhr!

Gruß
Mike

STK

Hi Stefan

Eine magnetnadel hat nun die Tendenz, sich immer paralell zu
den Feldlinien einzuordnen.
Aus diesem Grund sind die Magnetnadeln auf der Nordhalbkugel
am Südende ein bissle schwerer als am Nordende der Nadel.

irgendwie erklärt das nicht wirklich warum man einen
südhalbkugel-kompaß GARNICHT auf der nordhalbkugel benutzen
können sollte.

Gar nicht ist natürlich übertrieben. Einen Südhalbkugel-Kompass kann man ausgezeichnet auf der nordhalbkugel verwenden, wenn man auf der nach Nord weisenden Nadel ein kleinen Gewicht befestigt.

angenommen ich nehm den kompaß aus der tasche, dann zeigt die
nadel irgendwohin … wenn sich jetzt auf grund eines gewichts
die nadel nicht wirklich frei drehen könnte, dann hätte JEDER
kompaß mit so einem gewicht das problem sich korrekt
auszurichten.

Also wir reden jetzt mal nicht über den Kompass zum selberbasteln aus dem Yps-Heft :smile:))

Zum einen fallen die magnetischen Feldlinien hier bei uns mit ca 60 ° neigung zur Erdoberfläche ein. es wirkt also eine erhebliche neigende Kraft auf die Nadel ein.

jede Magnetnadel im Kompass liegt auf einem nadellager oder ähnlichem (Öllager etc), dadurch werden die regionalen Unterschiede in der Inklination auch ausgeglichen.

bei den kompanten, die ich bisher gesehen und in der hand
hatte, ist die nadel in der mitte um 2 achsen schwenkbar …
auf einem nadellager z.b.
damit kann sich die magnetnadel nach N-S ausrichten und von
mir aus auf einer seite etwas richtung boden zeigen oder auch
nicht - für das ablesen der N-S richtung ist das ja egal weil
die feldlinien im großen und ganzen parallel zur oberfläche
sind.

Tja, leider falsch…
bei Uns sind das so 60 ° Einfallen…

Nimm nun einen Kompass, der auf diese Inklination eingestellt ist, und bring ihn nun in ein Feld, dass in die Andere richtung einfällt. dadurch verkippt die nadel so extrem, dass sie klemmen kann und man den Kompass Schief halten muß, damit die nadel wieder frei schwingt (selber erlebt, ich musste meinen Kompass für Namibia umbauen… das war ein Gefummele)

Auch flüssigkeitsgelagerte Kompanten können so stark verkippt werden, dass die frei schwimmende Scheibe an dem Rand scheuert und sich verhakt. (das ist saublöde, wen man das Peilfernglas immer schief halten muß)
Für halbwegs exakte Messungen ist ein Kompass, den man verkippt halten muß, natürlich wenig geeignet.

das man so wischiwaschi die nordrichtung feststellen kann, ist auch klar.

noch besser sind nat. öl-gelagerte nadeln weil sich die nadel
dann „frei“ bewegen kann.

ich hab noch nie einen kompaß gesehen, bei den die nadel auf
dem untergrund aufliegt wie die zeiger einer analogen uhr!

Tut er auch nicht.
Das "Reitgewicht liegt auf der frei schwebenden Magnetnadel, Es dient dazu, die Nadel horizontal zu halten. es Bremst die nadel nicht im Geringsten

Gruß
Mike

Gar nicht ist natürlich übertrieben. Einen
Südhalbkugel-Kompass kann man ausgezeichnet auf der
nordhalbkugel verwenden, wenn man auf der nach Nord weisenden
Nadel ein kleinen Gewicht befestigt.

der kompass den ich hier habe, hat kein solches (sichtbares) gewicht.
wenn er eins hätte könnte man den kompass senkrecht halten und dann müßte das gewicht die nadel am „südende“ nach unten ziehen - richtig ?

Zum einen fallen die magnetischen Feldlinien hier bei uns mit
ca 60 ° neigung zur Erdoberfläche ein. es wirkt also eine
erhebliche neigende Kraft auf die Nadel ein.

dazu habe ich z.b. diesen text gefunden (eigentlich mehrere - hier nur als ein beispiel)
>>
Eine besondere Ausführung ist die kardanische Aufhängung der Nadel, wie zum Beispiel der TURBO 20 Nadel eines Recta Kompasses. Die Magnetnadel Deines Kompass richtet sich nach den Magnetfeldlinien der Erde aus. In unseren Regionen liegen die Magnetfeldlinien nahezu waagerecht über dem Boden, das heisst die Nadel bleibt schön waagerecht. Befindet man sich aber in Alaska, dann zeigen die

STK

Hi STK

Gar nicht ist natürlich übertrieben. Einen
Südhalbkugel-Kompass kann man ausgezeichnet auf der
nordhalbkugel verwenden, wenn man auf der nach Nord weisenden
Nadel ein kleinen Gewicht befestigt.

der kompass den ich hier habe, hat kein solches (sichtbares)
gewicht.
wenn er eins hätte könnte man den kompass senkrecht halten und
dann müßte das gewicht die nadel am „südende“ nach unten
ziehen - richtig ?

jein, immer dran denken, dass das Nordende stärker nach unten gezogen wird als das Südende, ausserdem klemmt bei Senkrechtstellen üblicherweise das Lager. Zur Inklinationsmessung braut man einen sehr präzisen, doppelseitig gelagerten Magneten…

Zum einen fallen die magnetischen Feldlinien hier bei uns mit
ca 60 ° neigung zur Erdoberfläche ein. es wirkt also eine
erhebliche neigende Kraft auf die Nadel ein.

dazu habe ich z.b. diesen text gefunden (eigentlich mehrere -
hier nur als ein beispiel)
>>
Eine besondere Ausführung ist die kardanische Aufhängung der
Nadel, wie zum Beispiel der TURBO 20 Nadel eines Recta
Kompasses. Die Magnetnadel Deines Kompass richtet sich nach
den Magnetfeldlinien der Erde aus. In unseren Regionen
liegen die Magnetfeldlinien nahezu waagerecht über dem Boden,
das heisst die Nadel bleibt schön waagerecht
. Befindet man
sich aber in Alaska, dann zeigen die