Für Ebbe und Flut gibt es zwei verschiedene Modelle.
Beiden gemeinsam ist : Erde und Mond bilden ein System, dessen Drehpunkt ca. 4.700 km vom Erdmittelpunkt zum Mond hin liegt (also noch innerhalb des Erdradius von 6.378 km).
In beiden Modellen spielt die Rotation der Erde um sich selbst (1/24h) keine Rolle … da sich die Fliehkräfte ausgleichen.
In dem Modell mit normaler Rotation aber kreist die Erde auch um den
Drehpunkt den das System Mond-Erde bildet, mit der Wirkung, daß die hierbei entstehenden Fliehkräfte eine nicht unerhebliche Rolle in der Berchnung der Gezeitenkräfte spielen.
Die Fliehkraft des Hebelarms von ca 1.700 km (6.400-4700) bei einer Winkelgeschwindigkeit von 27 Tagen und 7 Std. käme mondzugewandt zur Gravikraft des Mondes dazu.
In dem Modell ‚Revolution ohne Rotation‘ (wie es bei Wiki angenommen wird) kommen keine Fliehkräfte dazu, da die Erde bei diesem Model sich nicht um den Drehpunkt dreht, sondern der Drehpunkt sich in der Erde verlagert, so dass auf alle Punkte der Erde die gleiche Fliehkraft ausgeübt wird. Bei diesem Modell wirkt nur die Gravikraft des Mondes als Gezeitenkraft.
Welches der Modell ist nun anzunehmen bzw. richtig? Die Kraftunterschiede sind gewaltig. Rechnung ergibt, dass die Gravikraft des Mondes als alleinige Gezeitenkraft auf 100 to. Wasser mit ca. 0,1 kilopond wirkt.
Im Modell 1 betragen die Gezeitenkräfte (da die Fliehkräfte dazukommen) 4,3 kilopond auf 100 to Wasser … also das 40 fache.