Katzen: Kastration = Verhaltensänderung?

Hallo liebe Leute!
Dies ist mein erster Eintrag hier :wink:

Also meine Frage ist folgende: Kann man davon ausgehen, dass sich das Verhalten von Katzen bzw. Katern nach einer Kastration ändert?
Der Kater meines Freundes ist ca. 9 Jahre alt. Er hat vor ca. einem Jahr (merkwürdigerweise ab ungefähr der Zeit zu der wir zusammengekommen sind :wink: angefangen ständig alles zu markieren und was noch schlimmer ist, überall hin zu pinkeln. Man kann ihn nicht mehr alleine lassen. Er pinkelt aufs Bett, auf Sofakissen, Koffer, wir haben ihn sogar mal erwischt als er fast auf einem Labtop Wasser gelassen hätte! Jetzt will mein Freund bald umziehen (wohnte bisher mit seiner Schwester zusammen) aber er will natürlich keinen Kater mitnehmen, den man nicht alleine lassen kann und der seine ganze Wohnung vollstinkt. Das ist einfach so schade, weil der Kater ihn wirklich liebt und ich weiß mein Freund würde sein Haustier auch sehr vermissen. Also hatten wir darüber nachgedacht, ob eine Kastration nicht helfen könnte? Würde man sozusagen mit der Männlichkeit auch dieses Extremverhalten loswerden können? Ich schätze ja mal, dass es etwas mit Reviermarkieren zu tun hat. Oder es ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit, weil mein Freund wegen mir und wegen seinem Job mittlerweile einfach nicht mehr so viel Zeit für den Kleinen hat.

Ich danke schonmal für eure Antworten!
Viele Grüße!
LadyLu

Hallo LadyLu

Wenn du mit Kater Kastration googelst, findest du sehr viele Antworten und Erfahrungsberichte, auch von Tierärzten.

Es scheint, dass auch eine späte Kastration noch das Verhalten ändert, was aber sicher ein paar Monate dauern könnte.
Risiko ist natürlich immer die Narkose.

Ist dein Kater ein reiner Wohnungskater?
Dann hat er mit großer Wahrscheinlichkeit Verhaltensstörungen, da Katzen auch den Kontakt zu Artgenossen brauchen. Allerdings denke ich nicht, dass es ratsam wäre, einen 9 Jahre alten Kater noch zum Freigänger zu machen, ihm fehlt ja jede Erfahrung, wie man sich da verhalten muss.

Ich vermute, ihr solltet euch noch einen weiteren (kastrierten) Kater zulegen.

Viele Grüße

Hallo LadyLu,

ich vermute ja daß es sich um Protestpinkeln handelt,da es ziemlich Zeitgleich mit dem Beginn Eurer Beziehung angefangen hat.Da der Kater sicherlich eine enge Bindung an deinen Freund hat fühlt er sich zurückgesetzt oder ausgegrenzt.Hat Dein Freund genausoviel Zeit wie vorher für ihn? Die Kastration wird da meiner Meinung nach nichts ändern.Vielleicht braucht er einfach mehr Aufmerksamkeit,nicht nur von Deinem Freund sondern auch von Dir.Er muß Dich erst mal richtig akzeptieren,jetzt empfindet er Dich sicher als Störfaktor(in Bezug aus SEINEM Verhältnis zu SEINEM Herrchen).Katzen sind da sehr sensibel.
Wenn Du das ändern kannst wird das Markieren sicher aufhören.

Hoffentlich konnte ich einen Denkanstoß geben.Angelkönig.

Hallo Angelkönig

ich vermute ja daß es sich um Protestpinkeln handelt,…

Wenn es so ist wie du schreibst, dann wäre es ja extrem gemein gegenüber dem Kater, ihn dann zurückzulassen :frowning:

Viele Grüße

Im Allgemeinen macht die Kastration träger.
In meiner Nachbarschaft gibt es aber einen alten kastrierten Kater, der sich unkastriert benimmt und sich auch mit anderen Katern fetzt. Also ist die Antwort: vielleicht hilfts in gewisser Hinsicht, vielleicht nicht.

Hallo,

mich wundert es ehrlich gesagt, dass der Kater nicht schon früher angefangen hat zu markieren. Normalerweise hält man es mit unkastrierten Katern in der Wohnung nicht so lange aus :wink:
Wichtig wäre erstmal zu wissen, ob er wirklich markiert (im Stehen) oder pinkelt (im Sitzen). Bei zweiterem würde ich an eine Blasenentzündung oder eben wirklich an ein seelisches Problem denken, eventuell durch zu wenig Aufmerksamkeit. Gerade einzeln gehaltene Wohnungskatzen hängen oft sehr an ihrem Herrchen oder Frauchen und kommen mit Veränderungen oder weniger Aufmerksamkeit nur schwer zurecht. Wenn er so sehr an deinem Freund hängt, wäre es für ihn schrecklich, wenn er ihn nun abgeben würde. Desweiteren wäre es wahrscheinlich nicht so wahnsinnig einfach, einen pinkelnden Kater abzugeben, ohne dass er zum Wanderpokal wird.
Wenn er markiert, dann ist Kastration die einzige Lösung. Das sollte dann aber auch so bald wie möglich passieren. Je länger er markiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dieses Verhalten auch nach der Kastration beibehält. Dann stinkt es zwar nicht mehr so schlimm, aber ist trotzdem nicht so angenehm… Sein restliches Verhalten wird sich dadurch aber nicht ändern. Der Kater ist immer noch derselbe und wird im Zweifel auch noch an mangelnder Aufmerksamkeit leiden und das eventuell auch zum Ausdruck bringen. Ich würds aber probieren, verschlimmern kann es die Sache auf jeden Fall nicht.

LG, Liz

Hallo an alle!

Danke für eure bisherigen Antworten! Sie haben mir auf jeden Fall schon ein Stück weit geholfen und ja, ich werde auch mal googeln um nach Tierarztmeinungen zu suchen.

Aber um die Situation noch etwas genauer zu schildern: Er ist ein Wohnungskater, da mein Freund mitten in der Stadt wohnt und sich nie getraut hat ihn raus zu lassen wegen befahrenen Straßen etc. Blöderweise kam gleichzeitig mit mir auch eine berufliche Veränderung meines Freundes dazu, die dazu beitrug, dass er weniger Zeit hat. Das wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Das Markieren (im stehen) ist schon mit der Zeit weniger geworden und ich glaube er hat sich auch schon fast an mich gewöhnt. Immerhin kommt er mittlerweile von selbst zu mir um gestreichelt zu werden und er schläft auch neben mir (an den Füßen) und sitzt beim Fernsehen auch auf dem Sofa neben mir. Das Pinkeln steht definitiv in Verbindung mit Aufmerkamkeitssucht, weil es sich vermehrt und verringert je nachdem ob wir häufiger bei ihm oder bei mir zu Hause sind, aber es hört nie ganz auf. Da ich selbst sehr tierlieb bin fände ich es auch ganz furchtbar wenn der arme Kater zurückbleiben würde aber ich kann auch meinen Freund verstehen, wenn er diese Marotte nicht in seiner neuen Wohnung haben will. Man kann ja nicht die ganze Wohnung in Plastik hüllen wenn man mal nicht da ist nur damit der Kater nicht alles vollpinkelt.
Einen zweiten kastrierten Kater dazu tun wäre vielleicht eine Idee aber wenn es nicht funktioniert haben wir auchnoch streitende Katzen am Hals. Die Weggabemöglichkeiten wären, dass die Schwester ihn mitnimmt, die natürlich das selbe Problem hätte, vielleicht sogar noch stärker, da mein Freund ja seine primäre Bezugsperson ist. Oder er geht zu der Mutter meines Freundes, die auch noch eine Katze hat (sind sogar verwandt).
Aber eine Kastration wäre wohl in jedem Fall ganz vernünftig.

Also danke für eure Antworten! Für weitere Tipps und Interpretationen bin ich natürlich auch weiterhin offen!

Viele Grüße!

Zweitkater
fHallo

Einen zweiten kastrierten Kater dazu tun wäre vielleicht eine Idee aber wenn es nicht funktioniert haben wir auch noch streitende Katzen am Hals.

Wenn das für euch eine Möglichkeit wäre, dann stellt doch noch mal gezielt die Frage, wie häufig das vorkommt, dass sich zwei kastrierte Kater auf die Dauer nicht verstehen, wenn zumindestens einer der beiden seit Jahren alleine gelebt hat. - Ihr könnt die Frage ja auch in einem Katzenforum stellen, dann kriegt man vielleicht noch ein umfassenderes Bild.

Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, einen Kater z. B. aus dem Tierheim auf Probe zu nehmen, und ihn nur zu behalten, wenn sie sich vertragen.

Dass Einzelkatzen zu Verhaltensstörungen neigen, das habe ich schon ziemlich häufig gehört.

Viele Grüße

Hallo,

Du hast schon viele gute Tipps bekommen, hast Du auch schon in unsere FAQ geschaut?
[FAQ:2196] Unsauberkeit bei Katzen, darin findest Du auch noch weiterführende Links.

Man kann leider keine sichere Prognose abgeben, wie der Kater auf einen Artgenossen reagieren wird.
Er wurde fast 9 Jahre in Einzelhaltung in einer relativ reizarmen Umgebung (Das ist eine Wohnung leider) gehalten, das sind nicht gerade Optimalbedingungen für eine Vergesellschaftung aber auch kein auschliessender Grund.
[FAQ:2133] Einzelhaltung

Bei Vergesellschaftungsversuchen gibt es verschiedene Ergebnisse:

1.Man teilt sich die Wohnung geht sich aber ansonsten meist dem Weg.
2.Man teilt sich gezwungenermaßen die Wohnung sonst aber auch nichts.
3.Man teilt sich die Wohnung und ab und zu Dosenöffner, Spielzeug und Zeit.
4.Man liebt sich.
5.Man teilt sich nichts, weil zwei sind eindeutig einer zu viel.

Die Grenzen 2. und 3. verwischen gerne mal zwischen Toleranz und Akzeptanz, aber so ungefähr dürfte das Gefälle der Interaktionen aussehen.
Katzen die sich innig lieben sind zum Glück noch häufiger als die die sich nicht überhaupt nicht ausstehen können und dies auch mit allen Mittel deutlich machen.
Diese Situation wäre dann gefährlich für Beide.

Natürlich gibts hier und da auch mal Gekloppe und Gefauche, weshalb man gerade in der Anfangszeit darauf achten muss genug Ausweichmöglichkeiten zu haben und Verstecke/Rückzugsmöglichkeiten die nicht zur Falle werden können, also immer Ein- und Ausgang haben.
Manche Katze neigt sonst -als Lauerjäger- dazu, einfach den Fluchtweg zu versperren.
Nippes hat in den offenen Regalen dann erstmal auch nix zu suchen.
Da Katzen erfahrungsgemäß einen langen Atem haben braucht es hier hauptsächlich Zeit und Geduld.

Sollte eine Vergesellschaftung nicht fruchten oder nicht möglich sein, dann bleibt einem nichts anderes übrig, als dem Tier, das auf menschliche Zuwendung angeweisen ist (eine andere kennt es nicht) diese auch in befriedigendem Maße wieder zukommen zu lassen.

Ist das auch nicht möglich, bleibt nur den Kater an einen anderen Dosenöffner zu vermitteln bei dem dies möglich ist, am besten, bevor sich dieses Verhalten etabliert hat. Wenn Unsauberkeit zur Gewohnheit wird, lässt sie sich nur sehr schwer ganz wieder abstellen.

Gruß
Maja

Ich vermute, ihr solltet euch noch einen weiteren
(kastrierten) Kater zulegen.

Warum keine kastrierte Katze zu dem Markier-Kater? Auf alle Fälle aber: Bloß keinen Welpen oder Teenie, von deren Tatendrang dürfte sich der Kater, der ja schon ein gesetzteres Alter hat, genervt fühlen.

Viele Grüße und viel Erfolg!
Nikkifisch