Hallo,
wann wieso und warum wurde die Art der deutschen Sprache, wie man sie rund um Hannover spricht als „hochdeutsch“ festgelegt.
Berlinerisch wäre doch als Sprache rund um den Regierungssitz als hochdeutsch erklärbarer gewesen, und das was wir heute als hochdeutsch betiteln wäre hannoveraner Dialekt!
Wer weiß es?
Gruß Torsten
Hallo Torsten,
zu diesem Thema gibt es im Brett „Dialekte und Mundarten“ die sehr interessante FAQ:189. Darin dürften alle offenen Fragen beantwortet werden.
Gruß
Christopher
Hallo Torsten
Ich habe zwar den gleichen Vornamen wie Du und…
Berlinerisch wäre doch als Sprache rund um den Regierungssitz
als hochdeutsch erklärbarer gewesen, und das was wir heute als
hochdeutsch betiteln wäre hannoveraner Dialekt!
…bin in Berlin geboren, aber ich halte trotzdem den Berliner Dialekt für mehr als ungeeignet, um ihn zur Hochsprache und über Berlin hinaus gesellschaftsfähig zu machen. Das wäre ja fast so schlimm, als wenn man Sächsisch oder Schwäbisch zur Hochsprache machen wollen würde! Auch wenn iuch ihn seit mehr als einem halben Jahrhundert höre - schön finde ich den Berliner Dialekt nun doch nicht.
Gruß, Branden
Der Herr Duden wars also der den Klang seine Heimatsprache bevorzugte!Ein Zufall also! Hätte jeder andere sicher auch so gemacht! Zu Goethes Zeit war sächsich Hochdeutsch (das was um Meissen gesprochen wurde) jetzt ist auch klar, warum es einen Sachsen die Fußnägel hochrollt wenn er hannoveranisch sprechen muß! Er unterwirft sich dem Dudischen Diktat. Na ja, zu verdanken haben wir ihm in dem Fall, daß man sich innerhalb des deutschen Sprachgebietes heute annähernd verständigen kann, Ausnahmen bestätigen die Regel.
Auf jeden Falls besten Dank für die schnelle fundierte Rückinfo!
Gruß Torsten
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Moin, moin Torsten,
die ZEIT hat in ihrer Rubrik „Stimmts?“ unter folgender Adresse
http://www.zeit.de/stimmts/2000/200024_stimmts_hann
mal was dazu geschrieben. (kann sein, daß die Adresse nicht vollständig ist; das Fenster war zu kurz).
Schönen Abend - Rolf
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nur so nebenbei
Hallo Thorsten
«Rückinfo» – ist das nicht ähnlich sinnlos
aufgemotzt wie «Rückantwort»?
Nicht um dich blosszustellen – nur aus
Interesse an der Sprache!
Rolf
Hallo Rolf,
mag durchaus sein, aber erfunden habe ich das Wort nicht, ich wende es an, da es mittlerweile fester schriftlicher Kommunikationsbestandteil geworden ist!
Wahrscheinlich ist es eine abgeschwächte Form der „Antwort“. Die selbst birgt in sich wohl eine Verbindlichkeit, die der zwanglosen Rückinfo fremd bleibt. Reine Mutmaßung meinerseits!
Gruß Torsten
(Bitte um Antwort=muß z.B. behördliche Schreiben; bitte um Rückinfo=kann z.B. Teilnahme an einer Informationsveranstaltung (?))
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Hallo Branden
Auch wenn
iuch ihn seit mehr als einem halben Jahrhundert höre - schön
finde ich den Berliner Dialekt nun doch nicht.
Gruß, Branden
die Anwender jedwelchen Dialektes sprechen ihn ja deshalb, um von ihrer Umgebung optimal wahrgenommen zu werden.
Sprichst Du in CH Schriftdeutsch ist das sehr wohl eine Mauer die sich damit zwischen Einheimischen und Dir aufbaut. Sprichst Du dagegen schwyzerdütsch, gehörst Du dazu. Somit ist Dialekt auch eine Form (s. städtische Jargons gewisser sozialer Schichten) des sich abgrenzens vom Rest und eine Art bildhafter Kreisbildung mit seinem vertrauten Gesprächspartner. Ob das nun schön ist oder nicht, ist eh anerzogene Urteilsfindung. Wären wir Bushmänner im südlichen Afrika die sich mit Schnalz und Klicksprache verständigen, oder auch Durchschnittschinesen würden wir das sauberste hochdeutsch als abnormal und unschön empfinden!
Wer sprach denn in einer Mundartregion hochdeutsch? Doch am ehesten derjenige, der sich von der Masse, vom ungebildeten einfachen Volk abheben wollte. Das einfache Volk sah darin sicherlich auch eine Art Arroganz und differenzierte sicher auch aus Trotz die eigene Sprache zu der ihnen durch die Intelligenzschicht übergestülpte.
Ich fragte mich nur, wie das in Bezug zu Hannover steht, und Dudens Herkunft hats beantwortet!
Daß man sich wegen der Unterscheidungsunmöglichkeit im sächsischen zwischen P und B oder G und K im 18-19Jhdt. gegen das Meissnerische Sächsisch entscheiden mußte ist nebenbei gesagt eine unsinnige Erklärung in der „Zeit“. Wenn es keine Unterschiede zwischen P und B fortan gegeben hätte, wären die Buchstaben T, P und K irgendwann ersatzlos gestrichen worden und hätten die Schrift-Sprache drastisch vereinfacht. Sächsisch ist demzufolge in der Endkonsequenz wesentlich einfacher zu schreiben als hochdeutsch!
Es kommt also immer auf den Sichtwinkel der Kommentators an.
Und wie im Artikel stehend sprechen wir ja auch kein Schriftdeutsch. Honig heisst nicht Honig sondern Honich, oder Pflug nicht Pflug sondern Fluch, auch in Hannover!
Gruß Torsten
hallo torsten,
es ist einfach schlechtes deutsch, ohne dich hier bewerten zu wollen. korrekt wäre sicherlich die bitte um eine information oder kurz info.
strubbel
L:open_mouth:)
Ich fragte mich nur, wie das in Bezug zu Hannover steht, und
Dudens Herkunft hats beantwortet!
Da hast Du nicht ganz korrekt gelesen. Duden mag bei König, Honig etc. Einfluß gehabt haben, aber hauptsächlich kommt das Hochdeutsch aus der überdeutlichen Bühnensprache (so ohne Mikrofon in großen Häusern sollte man ja auch auf dem hintersten Stuhl in der Ecke verstanden werden).
Daß man sich wegen der Unterscheidungsunmöglichkeit im
sächsischen zwischen P und B oder G und K im 18-19Jhdt. gegen
das Meissnerische Sächsisch entscheiden mußte ist nebenbei
gesagt eine unsinnige Erklärung in der „Zeit“. Wenn es keine
Unterschiede zwischen P und B fortan gegeben hätte, wären die
Buchstaben T, P und K irgendwann ersatzlos gestrichen worden
und hätten die Schrift-Sprache drastisch vereinfacht.
Sächsisch ist demzufolge in der Endkonsequenz wesentlich
einfacher zu schreiben als hochdeutsch!
Und wie unterscheidet man dann Bulle und Pulle, Tag und Dach? In den zwei Fällen mag der Zusammenhang die Bedeutung ergeben, aber es gibt sicher hundert Beispiele, wo das schwieriger wird. Daß man erst mal nachdenken muß, was nun gemeint ist, macht es wieder schwieriger.
Und wie im Artikel stehend sprechen wir ja auch kein
Schriftdeutsch. Honig heisst nicht Honig sondern Honich, oder
Pflug nicht Pflug sondern Fluch, auch in Hannover!
Nenn mir einen Nachrichtensprecher der Tagesschau, der zum Pflug Fluch, zum Tag Tach und zur Burg Burch sagt! In diesen Fällen ist das Hannoveranische (ist die Form jetzt korrekt?) nämlich nicht Standardsprache. ;o)
Bis denne
Schnoof
Sächsisch ist die Hochsprache/Schriftsprache !
Allerdings handelt es sich nicht um jenes Sächsisch, wie es heute etwa um Leipzig, Chemnitz oder Dresden gesprochen wird - diese Munart ist ein Abkömmling des Thürinigischen.
Luther wählte die sächs. Kanzleisprache als Grundlage für die Niederschriften seiner Bibelübersetzung.
Tatsächlich ist das o.e. z.B. Leipzigerisch dem Hochdeutschen sehr nahe, wenn die deutliche Einfärbung und die Neigung, Silben wegzuverschlucken nicht wäre. Grammatikalisch ist das Hochdeutsch und Stefan Heym meinte, wenn der Obersachse beim Sprechen den Unterkiefer zurüxckziehen würde, milderte es die Einfärbung. Es stimmt, ich hab´s probiert. In Niedersachsen hören nur geübte Ohren meine wahre Herkunft ( wenn ich mir etwas Mühe gebe )
HM
Nachtrag:
Das eigentliche Sächsisch ist das erwähnte Hannoverische. Diese Menschen sind die wahren Sachsen.
HM
super, danke!!
Hallo Torsten,
genial, ich habe diese „stimmts“ Seite verzweifelt gesucht und wusste nicht mehr wo ich sie gesehen hatte. Tut zwar nichts zur Sache aber freut mich trotzdem!!
Gruesse
Matti