Allgemeine Fragen zum Bergbau:

Habe ich die möglichkeit als NORMALO nach Absprache
in irgend einer noch in Betrieb stehender Zeche deutschlands unter Tage zu fahren, da man ja oft Fernsehberichte sieht in denen die Journalisten auch mit unter Tage fahren dürfen, wenn sie einen Bericht dafür schreiben, oder gar dort drehen wollen.

Eine zusatzfrage noch:1. Kann der Förderkorb abstürzen, oder gibt es absicherungen, wie zb spezielle Bremsen, sollte das Seil vielleicht mal reissen.

2.Mit welcher Geschwindigkeit fährt man als Kumpel unter Tage und ist dies dann auch eine Art freier Fall?

Sind ein paar viele Fagen, aber ich hoffe, Ihr könnt sie mir alle beantworten!

Liebe Grüße!

hallo,

Also,wie die Regelungen in Deutschland sind,weiss ich leider nicht genau.allerdings ist es generell eher schwierig ohne fachbezug in ein aktives bergwerk zu kommen.am besten ist es in einem solchen fall den betriebsleiter zu kontaktieren und direkt zu fragen,ob es aufgrund journalistischer tätigkeit möglich ist.

Nun zu deinen zusatzfragen.im allgemeinen ist es heutzutage eher unüblich,dass die arbeiter mit einem förderkorb in die grube gelangen.im normalfall gelangt man über normale tunnel mit dem auto in die grube,gelegentlich auch mit einer art kleinem zug.sollte es dennoch einen förderkorb geben ist dieser definitiv mehrfach abgesichert,damit er nicht abstürzen kann.sicherheit hat im sektor bergbau nämlich die höchste priorität.
Mit welcher genauen geschwindigkeit sich ein solcher korb bewegt weiss ich leider nicht.allerdings ist es nicht einmal ansatzweise ein freier fall,da dieser prozess ja gestuert wird und die kabiene an seilen hängt,im grunde ein ganz normaler aufzug wie in gebäuden nur eben im bergwerk.

Ich hoffe deine fragen sind damit beantwortet,ich bitte mir jegliche tippfehler zu verzeihen,da ich diese nachricht von meinem mobiltelefon im ausland verfasst habe :wink:

Hallo musicfreak007,
ja sie können in ein Bergwerk einfahren, wenn Sie das 60.Lebensjahr noch nicht erreicht haben.für eine Befahrung kommen Steinkohle- und Salzbergwerke in Frage. Selbstverständlich gibt es spezielle Sicherungen, damit kein Förderkorb in die Tiefe stürzen kann. Interessant ist die Beschleunigung auf 10m/s Geschwindigkeit beim Ein-oder Ausfahren und durch die Teufe/Tiefe der auszugleichende Druckunterschied durch regelmäßiges Schlucken wie im Flugzeug.
Ich hoffe, dass ich Ihnen helfen konnte.
Glückauf

Ich denke dass einige Bergwerke Personenführungen in Gruppen anbieten. Allein, oder einfach nur mal so, kommt man da nicht rein. Einfach mal rumhören oder anfragen.

Der Förderkorb in Schächten funktioniert so ähnlich wie ein Fahrstuhl. Letzterer kann auch nie abstürzen (ausser in Horrorfilmen :wink:) Natürlich ist ein Personenförderkorb nicht so komfortabel wie ein Fahrstuhl und oft auch schneller und lauter. Ein ‚freier Fall‘ kann es niemals sein, weil er ja an der Seilwinde hängt, die die Geschwindigkeit bestimmt und den Korb auf den Zentimeter genau selbst in großer Tiefe anhalten kann. So eine Fahrt ist zwar auf den ersten Blick abenteuerlich, macht aber Spaß.

Als Besucher in einem produzierenden Bergwerk einzufahren ist in der Regel - schon aus versicherungs- und sicherheitstechnischen Gründen - nicht möglich.
Es gibt aber sog. Besucherzechen mit Museumscharakter, die die Atmosphäre eines Bergwerkes vermitteln sollen und für einen Bergfremden durchaus beeindruckend sind. Die „Wirklichkeit“ können solche Einrichtungen natürlich nicht vermitteln.

Deine Frage bezieht sich auf die Schachtförderung, also den seigeren (senkrechten) Transport des Fördergutes von unten nach oben.
Die Transportgeschwindigkeit für Fördergut liegt bei 20 m/s (Meter pro Sekunde).
Die Beförderung der Bergleute erfolgt aus sicherheitstechnischen Gründen mit einer verminderter Geschwindigkeit von 8 m/s bis 12 m/s. Lastzuladungen sind dabei nicht erlaubt.

Der Förderkorb wird mit sog. Spurlatten geführt. Sollte das Seil reißen, greifen Krallen in diese Spurlatten ein und sollen so den Korb zum Stillstand bringen. Zusätzlich sind die Spurlatten unterhalb der tiefsten Sohle verdickt, so dass der Korb nicht auf den Boden fällt, sondern vorher stecken bleibt. Mir ist kein Vorfall eines Seilrisses bekannt. Die Kontrolle dieser Seile ist streng reglementiert, sie werden elektronisch überwacht und ständig manuell geprüft; der Zeitpunkt einer Erneuerung ist vorgeschrieben. Man ist auch vom einzelnen Seil abgekommen, der Korb hängt an mehreren parallel geführten Seilen.
Mir ist ein Unfall bekannt, der sich nach dem 2. Weltkrieg in Seegraben (Österreich/Steiermark) zugetragen hat. Dort ist ein mit Bergleuten besetzter Korb auf Grund menschlichem Versagens über hundert Meter abgestürzt und in der Spurlattenverdickung stecken geblieben. Der einzige schwerst verletzte Überlebende machte später wieder Dienst an der Pforte und hat mir von diesem Unfall erzählt.

Hallo!
Im Tagebau z.B.„MIBRAG“ in Mitteldeutschland gibt es die Möglichkeit für Besichtigungen "www.mibrag.com".Untertage glaube ich nicht, da gesundheitliche Eignung vorgeschrieben ist und du vorher zur Tauglichkeitsuntersuchung müßtest.
2.Frage:Ein Förderkorb kann nicht abstürzen da wie bei einem Fahrstuhl Sicherungen dies verhindern.Die Geschwindigkeit beim Einfahren beträgt 8-12 m/s bei Persohnen und 20 m/s bei Material, also kein freier Fall.
Informationen zum Braunkohlentagebau kann ich gerne geben,(facebook Bernd Riesner)
ich hoffe ein wenig geholfen zu haben sonst bis bald und viele Grüße Bernd.

Das ist nicht so einfach. Aber es gibt ja genug Besucherbergwerke. Den freien Fall sollte es in keinem Bergwerk geben. Seilfahrt für Personen gabs zu meiner Zeit nur mit 6m/s. Fangvorichtung gibts bei alten Schächten mit Holzspurlatten (Reiche Zeche Freiberg) ansonsten muß durch strenge Kontrolle bzw rechtzeitiges Auswechseln der Förderseile ein Seilriss ausgeschlossen werden.

Glück Auf :smile:

Also mach dir mal kein Kopf . Das ein Förderseil reißt ist unwarscheinlich . Und selbst wenn gibt es ein Bremssystem .
Personenbeförderung 8 - 12 m/s
Matreialförderung 20 m/s

also kein freier Fall .

Ich denke nicht, dass es möglich ist, als Normalsterblicher in den noch wenigen Zechen Deutschlands untertage fahren zu können; da stehen die Sicherheitsbestimmungen dagegen und die Wirtschaftlichkeit; denn Aktionen mit Besuchern bedeuten vorübergehend Betriebsstillstand und somit wirtschaftliche Verluste. Da müsste schon ein sehr wichtiger Grund vorliegen. Aber es gibt ja inzwischen einige aufgelassenen Zechen, die in Besucherbergwerke umgebaut wurden. Da ist es möglich, unter Tage zu fahren und alles zu inspizieren. Oder auch das täuschend ähnliche Bergwerk im Deutschen Museum in München.

Nein, Förderkörbe können bei den in Deutschland geltenden und flächendeckenden Sicherheitsstandards nicht mehr abstürzen. Die allermeisten Unfälle werden durch Präventionsmaßnahmen und permanente Wartung verhindert.

Fahrgeschwindigkeit: es sind sicher einige Meter pro Sekunde, aber das variiert von Betrieb zu Betrieb. Eine Geschwindigkeit wie beim freien Fall ist das aber noch lange nicht; wegen der Sicherheitsbestimmungen.

Tut mir leid, dass ich so lange nicht geantwortet habe; aber ich hatte soviel anderes zu erledigen und da habe ich dies vorübergehend vergessen. Nochmals Entschuldigung.

Viele Grüße!

Hubert Engelbrecht

Hallo musicfreak007,

ein Förderkorb kann nicht abstürzen, da dieser mehrfach gesichert ist; die Geschwindigkeit ist je nach Gestein und Teufe unterschiedlich.

In aktive Bergwerke einzufahren ist nur unter ganz besonderen Umständen und zumeist nur Fachpersonal vorbehalten - es gibt jedoch auch zahlreiche Besucherbergwerke, die ebenfalls einen guten Einblick in den unterirdischen Bergbau liefern!

Glück auf
Horst

Zu empfehlen ist das Besucherbergwerk Merkers(Thüringen)
Seilfahrtgeschwindigkeit bis 9m/sek