Antriebslosigkeit: Wie heißt dieses Syndrom?

Hallo liebe Leute,

ich leider zur Zeit unter einer extremen Antriebs- und Motivationslosigkeit. Ich war deswegen auch schon bei meinem Hausarzt. Blutwerte sind alle OK. Jetzt hat er mich an einen Psychologen verwiesen. Da habe ich aber nur Angst das er mich mit irgendwelchen Psychopharmaka abspeißen wird. Termin ist in 2 Wochen.

Ich habe jetzt im Internet nach möglichen Ursachen und Lösungen für meine Motivationslosigkeit gesucht und ich bin hier bei wer-weiss-was fündig geworden! Leider ist der Beitrag von 2001 und die Person die sich damit auszukennen scheint, scheint hier nicht mehr aktiv zu sein. Leider hört das Thema dann abruppt auf obwohl ich unbedingt mehr wissen möchte.

Hier sind 2 Beiträge von dem User Namens „Metapher“ die meine derzeitige Situation PERFEKT beschreiben!! Ich habe eine Gänsehaut bekommen als ich das gelesen habe, weil ich mich einfach zu 100% darin wiedergefunden habe. Metapher behauptet hier er befasst sich mit genau diesen Problemen in seiner Praxis. Würde nur zu gerne wissen wo ich diese Praxis finden kann. Er schreibt auch das es noch keinen Namen für dieses Syndrom gibt. Das war aber vor 11 Jahren, ich hoffe mittlerweile gibt es einen Namen dafür und ich hoffe wirklich ihr könnt mir hier weiterhelfen. Ich fühle mich absolut mißerable und es würde mir echt weiterhelfen. Ich fühle mich als würde mein Leben den Bach runter gehen.

Hier sind die 2 Beiträge von dem User Metapher. Wäre Toll wenn ihr ein wenig Zeit hättet sie euch mal durchzulesen weil wie gesagt beschreibt das meine derzeitige Sitation absolut perfekt, hätte es selber nie so Analysieren können.

Erster Beitrag:
/t/motivations-und-antriebslosigkeit/632330/2

Zweiter Beitrag:
/t/motivations-und-antriebslosigkeit/632330/11

Ich danke euch tausendmal für eure Hilfe!

Hallo.

Ich würde eher die zwei Wochen abwarten und dann Mut fassen und zum Psychologen gehen, als das Internet durchsuchen. Du weisst noch nicht wie dich der Psychologe behandeln wird, und abgespiesen wirst du sicher nicht. Übrigens verschreiben meines Wissens auch bei euch die Psychologen keine Medikamente, dass tun nur die Ärzte.

Beste Grüsse,
TR

Oblomow-Syndrom

Metapher weilt noch unter uns
Hallo,

wenn er Deinen Beitrag liest, wird er Dir ganz bestimmt antworten.
Du kannst aber auch in einem seiner Beiträge auf seinen Namen klicken; dann erscheint seine Visitenkarte mit einem kleinen roten Briefumschlag.
Wenn Du den anklickst, kannst Du ihm eine persönliche Mail zukommen lassen.
Das Briefumschlag-Symbol findest Du auch in seinem letzten Beitrag hier im Psychologie-Brett
Narzisstische Konflikte (Metapher, 1.11.2012 01:26)

Grüße
Pit

Hallo Metapher, ich denke, Du hast nichts dagegen, dass ich auf Deinen letzten Beitrag verwiesen habe.

Dir auch Grüße
Pit

Hallo Pit,

das ist ja unglaublich!! Vielen Dank für den Hinweis!! Ich habe ihm gerade eine Mail geschrieben :smile:

Viele Grüße
Simon

Motivationsprobleme
Hallo Simon,

da du auf anderem Wege bereits detaillierter dargestellt hast, worum es dir geht, hier nur kurz:

Daß du dich medizinisch hast durchchecken lassen, mit negativem Befund, ist sicher beruhigend. Daß das beschriebene Phänomen aber keine somatischen Ursprünge hat, war vorauszusehen.

Ich habe eine Gänsehaut bekommen als ich das gelesen habe, weil ich mich einfach zu 100% darin wiedergefunden habe.

Das ging damals noch einigen anderen so :wink: Aber dafür ist halt auch so ein Forum wie dieses von Vorteil. Nein, einen besonderen Namen hat diese Art von Motivationsproblem nicht, und mit dem hier zuständigen allgemeinen Terminus „Vermeidungsverhalten“ ist selten gedient. Denn in der Regel ist es unmittelbar an die ganz spezielle Tätigkeit (zumindest den Typus solcher Tätigkeit) gebunden, zu der die Aktivität sich selbst ein Bein stellt. Und daher wird ein Lösungsweg auch nur auf der Basis dieses Spezifikums gefunden.

Nebenbei: Mit dem erwähnten, nach dem berühmten gleichnamigen Roman von Iwan Gontscharow (1859) populär so benannten, „Oblomow“-Syndrom hat das nichts zu tun.

Schönen Gruß
Metapher

‚Prokrastination‘ = Aufschiebeverhalten
Guten Tag,
was der Mann 2001 so differenziert geschildert hat, klingt mir sehr nach Aufschiebeverhalten, das an einigen psychologischen Fakultäten mittlerweile erforscht und erfolgreich behandelt werden kann. Die Psychotherapie-Ambulanz der Uni Münster (lässt sich bestimmt googeln) hat z.B. ein Projekt dazu. Nach einem oder mehreren Gesprächen kannst Du Computer-gestützt Dein Problem bearbeiten. Vielleicht gibt es das ja auch an Deinem Studienort!
Nebenbei kann dabei ggfs. auch eine Depression draus erwachsen, z.B. wegen der ständigen Mißerfolge/Anspannung usw.
Ich bin selbst Psychotherapeutin, würde Dir empfehlen mit diesem Problem einen Verhaltenstherapeuten aufzusuchen. Zur Beruhigung: auch im Falle einer Depression ist nicht unbedingt antidepressive Medikation die Behandlung der Wahl- in der Regel wird das erst bei einer mittelgradigen Depression, die „resistent“ ist gegen alle Anstrengungen dagegen anzugehen, eingesetzt, also wenn die Antriebslosigkeit etc. trotz Therapie nicht zu überwinden ist.
Geh ruhig hin zu dem Erstgespräch, Du hast bis zu fünf Sitzungen (Probatorik), bzw. bis der Therapeut den Antrag bei der Kasse stellt, Zeit, um Dich zu entscheiden, ob die Behandlungsform/der Therapeut Dir geeignet scheint, um Dir zu helfen!
In jedem Fall, alles Gute,
Wiki2009

Gibt es Hilfe?
Hallo Metapher!

Auch ich bin ein Gänsehaut-Kandidat.
Der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie hat mir allerdings (vor 25 Jahren) im Rahmen einer Gesprächstherapie nicht helfen können.

Jetzt, wo dieses Phänomen bekannter sein dürfte, gibt es schon Therapieansätze?

Sunny

Gänsehaut
Hallo Sunny,

Auch ich bin ein Gänsehaut-Kandidat.

Das wundert nicht. Denn die „Symptome“ (besser: die Handlungs- und Erlebensformen) haben eine bestimmte Charakteristik. Und dennoch hat jede Selbstbeschreibung eine individuelle Färbung, die auf einen ebenso individuellen Problem-Kontext verweist. Und aus diesem allein kann man ggf. Bewältigungsstrategien entwickeln, die zumindest helfen, Schaden im sozialen Umfeld zu vermeiden.

Der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie …

… ist ja also solcher auch kein Psychotherapeut.

Jetzt, wo dieses Phänomen bekannter sein dürfte, gibt es schon Therapieansätze?

In den regulären Psychotherapien (PsA, VT) wird das unter „ADS“ subsumiert oder als → Abwehrmechanismus (spezieller: „Prokrastination“ oder „Vermeidungsverhalten“) interpretiert. Das Letztere ist zwar nicht falsch, kommt aber nicht an den Kern genau dieser speziellen Symptomatik heran. Und die in den Artikeln damals erwähnte „Hunter“-Charakteristik, auf die Thom Hartmann verweist, z.B. in
ISBN 3795007356 Buch anschauen
ist in der deutschen Psychotherapielandschaft nicht auf fruchtbaren Boden gefallen - diplomatisch gesagt.

Schönen Gruß
Metapher

1 Like