Berechnung Planetengetriebe

Hallo!

Folgesndes Problem stellt sich mir in den Weg:

Ich soll ein Planetengetriebe konstruieren, jedoch hatten wir das eigentlich noch garnicht in der Schule…

So, ich habe folgende Daten:

P= 11,8 kw
n= 1900 U/min
i~ 4,5

Antireb: Sonnenrad
Abtrieb: Planetenträger

Nun, wie fange ich an die einzelenen Zähnezahlen, Modul, Achsabstände, usw zu berechnen? Den Kutzbachplan, der angeblich dafür zu gebrauchen sei, finde ich nirgens (außer in einem Buch für 150€).

Gibt es sonst eine art „Ablaufplan“, den ich runterarbeiten kann?

Für Hilfestelleungen wäre ich sehr dankbar…!

Weiß denn hier keiner von euch, wie man anfängt?

Hallo,

Ich soll ein Planetengetriebe konstruieren, jedoch hatten wir
das eigentlich noch garnicht in der Schule…

Schau mal hier http://de.wikipedia.org/wiki/Planetengetriebe
und im Anhang davon für den Kutzbachplan
http://www.tokoloschi.de/vck/vgt/gt_www/gbk_3planete… .
Tante Gugel http://www.google.de/#hl=de&source=hp&q=Kutzbachplan… bietet dir ebenso reichlich Einstiegspunkte.
Damit hast du erstmal, wie die Kinematik / Übersetzung abläuft.
Üblicherweise sind drei Planetenräder drin (auch wenns prinzipiell ebenso mit einem funktionieren würde).
Über jedes der drei Planetenräder verzweigt sich ein Drittel der Leistung (bzw Zahnkräfte), die du für die Dimensionierung des Zahnräder benötigst.
Gruß
Karl

Üblicherweise sind drei Planetenräder drin (auch wenns
prinzipiell ebenso mit einem funktionieren würde).

Hallo Karl,

hätte man mit einem nicht viel höhere Lagerkräfte?

Gruss Reinhard

Üblicherweise sind drei Planetenräder drin (auch wenns
prinzipiell ebenso mit einem funktionieren würde).

Hallo Reinhard,

hätte man mit einem nicht viel höhere Lagerkräfte?

Klar. Deswegen baut man solch ein Getriebe nicht mit nur einem Planetenrad.
Ein Vorteil von Planetengetrieben ist deren kompakte Bauweise.
Wegen der Leistungsverzweigung (auf drei Zweige) sind die Zahnkräfte entsprechend geringer. Und damit kann man Zähne und Zahnräder kleiner dimensionieren.

Da ich im Laufe meiner beruflichen Laufbahn nie ein Planetengetriebe konstruiert habe (ausser im Studium) ist für mich hierzu immer noch die Frage offen.
Über den Drehzahl-Geschwindigkeitsplan die Übersetzung auszurechnen, das ist wahrlich keine Hexerei.
Dann wählt man unter Berücksichtigung der Belastung die Größe der Räder und den Modul der Verzahnung.
Aber wie passen die auf 120° verteilten Planetenräder nun zu Sonnen- und Hohlrad deren gewählten Zähnezahlen rein geometrisch/positionsmäßig zusammen ? Nach meinem Gefühl (obschon das eigentlich nicht zählen sollte) müssten die Zähnezahlen hierfür noch eine zusätztliche geometrische Bedingung erfüllen, damit das mit der Verteilung auf 120° hinkommt. Oder ?
Nur welche Bedingung ? Bin zu faul, das selber herauszuknobeln. Vielleicht weiss das einer hier.

Gruß
Karl

Hallo black_eight,

Nicht gleich verzweifeln :smile: , denn ein Planetengetriebe zu konstruieren ist nicht ganz so einfach, vor allem wenn man das noch nicht mal in der Schule gehabt hat. Ich versuche Dir mal zu Helfen.

Deine drei Angaben P=11,8 kW, n=1900 U/min i~4,5 sind natürlich ein bischen wenig um ein Getriebe konstruieren zu können aber als Konstrukteur hat man nicht viel in der Hand und man versucht aus dem wenigen etwas zu machen, und das tun wir jetzt.

Also zunächst gehe ich davon aus, das n 1900U/min die Antriebsdrehzahl ist, die Leistung P 11,8 kw (ganz schön kräftig) die Abtriebsleistung, denn sonst müsstets Du falls das Teil elektrisch betrieben werden soll einen Elektromotor mit Anlasser in Sterndreieck Schaltung einsetzen,denn bei allem was über 3 kW liegt verlangt das E-Werk das. i= 4,5 die Getriebeübersetzung ist.

Zunächst müssen wir den Drehmoment für das Sonnenrad berechnen, denn das bestimmt die Modulgröße der Zähne in Abhängigkeit vom verwendeten Werkstoff und der gewählten Verzahnung (Geradverzahnung oder Schrägverzahnung, gehärtete Stahlzahnräder oder Kunststoffräder)

Allgemein gilt n ab= n an/i und Mab= Man x i

„Man“ kann man auch so berechnen Man =9550x Pan / n an in Nm

Bei Planetengetrieben kennt man 6 verschiedene Schaltstufen, die dadurch bestimmt sind welches von den drei Rädern Sonnenrad, Hohlrad, Planetenträger oder auch Steg genannt, Antrieb, Abtrieb bzw. Festgesetzt ist.
Dein Getriebe entspricht der Bauform 3, Antrieb-Sonnenrad, Abtrieb-Planetenträger, Hohlrad-Festgesetzt. Bei dieser Bauform ergibt sich eine Übersetzung ins langsame und in der gleichen Drehrichtung wie das Sonnenrad. Eine Sache wäre noch bei dieser Bauform zu erwähnen und zwar die Standardübersetzung U. Das ist eine Hilfsgröße zur Berechnung des tatsächlichen Übersetzungsverhältnisses. Die Formel für U lautet U= 1-i und U= z3/z1

Wenn das Antriebsdrehmoment ermittelt wurde, können wir uns an die Berechnung des Sonnenrades machen. Da die Antriebsleistung so bei Roundabout 2,6 kW liegt würde ich einfach mal ein Stahlzahnrad mit
15 Zähnen in Geradverzahnung und einem Modul von m=2 wählen.

Jetzt muss hier eine Zahnfussfestigkeitsberechnung erfolgen, da ja das Drehmoment und somit die Kraft bekannt ist. Die auf dein Zahnrad einwirkt. Die Zahnfussfestigkeit entspricht in etwa der Elastizitäts-grenze „Re“ eines Werkstoffes man kann da auch noch ein bischen mit der Breite des Zahnrades und der Zähnezahl oder auch dem Modul herumspielen.

Ich würde so vorgehen, bei großer Abweichung der Festigkeit eine Vergrößerung des Moduls dadurch wird der Zahnfuss breiter, bei mittleren Abweichungen Vergrößerung der Zähnezahl, dadurch wird der Teilkreis grösser und somit der Hebelarm des Zahnrades, bei kleinen Abweichungen die Zahnradbreite oder auch einfach ein anderer Werkstoff.

Nachdem wir nun ein Sonnenrad Dimensioniert haben können wir mit der

Formel U= Z3/Z1 die Zähnezahl des Hohlrades berechnen. Da wir uns für einen Modul entschieden haben wissen wir nun auch den Durchmesser des Hohlrades. Da der Teilkreis der Planetenräder zwischen den beiden Teilkreisen von Sonnenrad und Hohlrad läuft, entspricht das der Differenz der beiden Teilkreisradien.

Teilkreisradius - Sonnenradradius = Teilkreisdurchmesser Planetenrad.

Da wir nun den Teilkreisdurchmesser des Planetenrades ermttelt haben, der Modul immer noch der gleiche ist können wir nun mit den üblichen Zahnradformeln die Zähnezahl der Planetenräder berechnen.

Normalerweise sind bei der Konstruktion solcher Getriebe noch weitere Randbedingungen bekannt die uns einschränken wie maximale Baugröße, Gewicht etc.

Also Bewaffnet mit einem Taschenrechner, Papier, Bleistift, Tabellenbuch und dem Technikerhandbuch für Maschinenelemente sollte das Getriebe nun keine Chance mehr gegen dich haben.

Hier noch ein Link der dir bei der Festigkeitsberechnung eventuell noch helfen kann.
http://www.uni-siegen.de/fb11/inko_schwarz/download/…

Ansonsten mal nachgoogeln.

Ich hoffe ich konnte Dir ein Stück weiterhelfen.

Da ich mein letztes Planetengetriebe im letzten Jahrhundert konstruiert habe musste ich mein Wissen erstmal wieder auffrischen.

„Lernen ist ein ständiger Kampf gegen das Vergessen !“ :smile:

Viel Spass noch beim Lernen

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