amerikanischen Kreationisten Dr. William Lane Craig und dem
Geschäftsführer der GBS, Dr. Michael Schmidt-Salomon, statt.
[…] Besonders bemerkenswert war dabei vielleicht der Beitrag
eines evangelikalen Zuhörers, der fragte, ob es nicht schon
eine „Sünde“ sei, wenn man es einem „Ungläubigen“ wie
Schmidt-Salomon gestatte, seine Thesen öffentlich zu vert
reten. Craig […] wollte auf diese Frage zwar nicht mit
einem klaren „Ja“ antworten, wies aber darauf hin, dass die
„Verweigerung der Gnade Gottes“ aus christlicher Sicht direkt
in die „ewige Verdammnis“ („Hölle“) führe […]
Du wirst immer irgendwelche extreme Menschen finden. Sorry, aber über sowas kann ich nur den Kopf schütteln. Wie gesagt, Gott hat dieses Umfeld geschaffen und sich nicht klar offenbart. Er kann also natürlich nicht erwarten, dass wir alles ohne Zweifel sofort erkennen und akzeptieren, zumal es nicht selten unsere Vorstellungskraft übersteigt. Aber selbst dieses o.g. Zitat widerlegt nicht meine Aussage: Die meisten Christen weltweit beschäftigen sich früher oder später mit den wesentlichen Deiner Fragen. Viele geben es nicht zu und leider stellen sich Theologen viel zu wenig dieser Diskussion. Hier im Brett ist ja auch nicht gerade viel zu Deinen wichtigen Fragen an Erkenntnissen zu entdecken.
Jeder, der sich mit dem christlichen Glauben ernsthaft
befasst, stellt(e) sich früher oder später diese Fragen.
Das bezweifle ich. Aber wir werden hier sicher zu keinem
Konsens finden, und eigentlich ist das ja auch eine
Nebensächlichkeit.
Ich finde es wichtig (s.o.).
Meine und Deine Aussage stimmen. Es ist natürlich Unsinn das
wörtlich zu nehmen. Es ist schlicht widerlegt.
Das würde Carlos Wurster wohl anders sehen. Ich persönlich,
der ich auch sehr stark an Carlos Wursters Ansichten zweifle,
tue mich schwer damit zu sagen, seine Aussagen und Ansichten
seien widerlegt. Es kommt dann wohl auf die Frage an, wann man
etwas als bewiesen und wann als widerlegt ansieht. In der
Juristerei ist etwas bewiesen, wenn „Zweifeln Schweigen
geboten“ ist. Man braucht einen alltagstauglichen Maßstab. Für
weltanschauliche und erkenntnistheoretische Fragen finde ich
den Begriff des Beweises aber überaus zweifelhaft.
Ich bin wirklich überrascht,dass Du daran noch zweifelst. Das (Evolution, Entwicklung seit dem Urknall und die Zeiträume dazu) ist längst bewiesener Stand der Wissenschaft. Es kann ja immer irgendwelche Exoten geben, aber wenn man immer auf irgendwelche Ignoranten hört, ist man hoffnungslos orintierungslos. Auch die herrschende Meinung der katholischen Kirche bezweifelt das längst nicht mehr. Hake das ab. Damit kannst Du zumindest das Kapitel die Bibel wörtlich zu nehmen wirklich ein für allemal schließen. Genforschung und Physik sind nun auch schon lange genug von Gutachtern bei Gericht anerkannt. Auch aus „juristischer“ Sicht ist das Thema wirklich wasserdicht. Was nicht heißt, dass es noch
viel dazu zu erforschen gibt.
Ich allerdings finde die Frage, ob die Bibel Gottes Wort ist,
und, wenn ja, inwiefern und inwieweit, absolut relevant. Das
Problem ist doch gerade, dass die Behauptung der Göttlichkeit
der Bibel immer von Menschen aufgestellt wird. Wer an der
göttlichen Inspiration der Autoren zweifelt, zweifelt
jedenfalls damit nicht an Gott, sondern an der Aussage von
Menschen, die für sich in Anspruch nehmen, Gottes Werk getan
zu haben.
Ich gebe Dir vollkommen recht. Die Bibel ist eben so nicht
zeitlos. Und man kann eben NICHT erwarten, dass jedem Mneschen
in der Welt SEIN Theologe zur Interpretation zur Verfügung
steht. Das belegt ja gerade meine These: Nicht an veralteten
Texten aufhalten und an Nebensächlichkeiten.
Na ja, ich bin halt der Auffassung, dass, wenn die Bibel
Gottes Wort ist, kein Zeitgeist etwas daran ändern kann. Es
käme dann insbesondere auch nicht darauf an, ob die Bibel uns
noch zeitgemäß erschiene; sie wäre ja gerade zeitlos. Damit
stünde ich wiederum vor großen Problemen, weil vieles, was ich
verwerflich finde, Gottes Wille sein könnte.
Es ist einfach Tatsache, dass die Bibel nicht komplett wörtlich genommen werden kann (das ist auch herrschende Meinung im weit überweigenden Teil des Christentums und wie beschrieben wissenschaftlich bewiesen). Es ist ebenso Tatsache, dass sie NICHT komplett zeitlos zu sehen ist (auch von ebendieser Meinung längst anerkannt und m.E genau so richtig). Bleibt, wie Du zurecht sagst, die Frage, wie man das zeitlose vom veralteten unterscheidet, das veraltete interpretiert, das wörtlich zu nehmende vom symbolischen/mythischen unterscheidet. Einiges davon ergibt sich durch den Stand der Wissenschaft, anderes bedarf der Interpretation. Dabei gehe ich wie bei allen anderen Texten (auch Juristen wohl vertraut) so vor, dass ich lese und versuche nach meinem Wissensstand wichtiges von unwichtigem zu unterscheiden. Klar kann ich auch Experten befragen, aber ich versuche mich dabei von den für mich wirklich wichtigen Themen lenken zu lassen. Das alles sagt natürlich nicht, ob das nun alles auf göttliche Inspiration und Tatsachen beruht oder nicht. Darauf wird es so schnell keine Antwort geben. Also werde ich die für mich wichtigen Leitsätze nehmen und auch nach meinem Gefühl und nach meiner Erfahrung und meinem Verstand werten. So gehe ich vor. Zweifel bleiben, aber damit kann ich leben und glaube trotzdem an Gott.
Ein Beispiel: Die wunderbare Brot- und Fischvermehrung. Wie schon erwähnt, habe ich mir abgewöhnt, meinen Glauben auf Wunder (ob nun von der Bibel oder außerhalb) zu stützen. Schön, wenn es stimmen würde, aber es ist nicht entscheident für mich. Trotzdem gibt mir diese Geschichte etwas. Man hat versucht, mit wenigen Miteln anderen zu helfen. Ob das nun ein Gleichnis war oder so geschehen oder „nur“ von Jesus versucht wurde, um möglichst vielen etwas zu Essen zu geben, ist für mich nicht mehr relevant. Die gute Absicht ist das Wesentliche.
Diesen Widerspruch sehe ich allerdings nicht. Ein allmächtiger
Gott muss nicht zwingend Leid verhindern. Ob ein Gott, der
das, obwohl er es kann, grenzenlos barmherzig ist, ist eine
andere Frage. Mir ist aber auch keine Bibelstelle bekannt, in
der eine solche Grenzenlosigkeit behauptet wird. Abgesehen
davon könnte es ja auch einen Gott geben, der mit der Bibel
nichts zu tun hat, und dann würde erst recht gelten, dass man
über ihn nichts sagen kann, erst recht nicht, dass er eine
Neigung dazu verspüren müsste, das Leid der Welt zu
verhindern.
Ich sehe den Widerspruch auch nicht wirklich, habe ihn aber aufgeführt, weil ich weiß, dass viele Menschen Probleme damit haben. Ich glaube, dass Gott grundsätzlich nicht in das Leben der Menschen eingreift. Dahr gibt es auch schreckliches Leid.
Ich sehe allerdings eine große Barmherzigkeit, wenn man das NT versteht.
aber es beweist schon gar
nicht, dass es Gott nicht gibt.
Ich kenne auch niemanden, der das für erwiesen hält.
Doch es gibt Leider viele, die glauben, dass die Wissenschaft Gott widerlegt hätte. Sicher hat das auch mit den widerlegten Themen des AT zu tun wie Schöpfungsgeschichte.
Das würden viele so sehen wie du, aber auch nicht alle. Carlos
Wurster etwa hat erzählt, er sei durch die intensive
Beschäftigung mit der Bibel zu seinem christlichen Glauben
gekommen. Abgesehen davon finde ich die Bibel für die Frage,
ob die Bibel Gottes Wort ist, nun doch schon sehr bedeutend.
Ja und nein. Ich bin auch durch die Bibel - besser gesagt durch das NT - zum Glauben gekommen. Denke das NT ist für alle Menschen lesenswert. Aus philosophischer, soziologischer Sicht als auch aus religiöser Sicht. Aber das allein genügte nicht. Es musste eine kritische Distanz zur Bibel geschaffen werden, um aus einem veralteten und/oder Kinderglauben einen gereiften Glauben zu machen. Und damit bekommt man ein Gespür, was wichtig ist. Das NT ist voll von schönen Geschichten und Gleichnissen. Eine Hure soll gesteinigt werden und Jesus sagt Wer von Euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Nur ein weiteres Beispiel, wie bedeutend die Bibel auch heute noch ist und auch wie aktuell die Themen sind. In islamistischen Diktaturen fehlt dieser Satz bis heute und in der westlichen Welt muss er keineswegs in eine zeitgemäße Sprache übersetzt werden, um verstanden zu werden und auch hier so viel verändern könnte im leicht zu übertragenden Sinne. Es gibt genug Beipiele, wo sich das „göttliche“ zeigt, ganz gleich, ob das wahr und/oder offensichtlich göttlich inspiriert war.
Ich weiß nicht, wie gläubig du bist, aber ich nehme doch an,
dass ich dich im Glauben nicht übertreffe. Die historische
Existenz Jesu liegt nun wirklich nahe, ist aber für mich nur
notwendige und nicht hinreichende Bedingung für christlichen
Glauben. Hätte es Jesus nicht gegeben, wäre das Christentum
erledigt. Hat Jesus existiert, so ist das Christentum
möglicherweise die „richtige“ Religion.
Ich gehe einen Schritt weiter: Selbst wenn Jesus „nur eine göttliche Inspiration“ für einen genialen Schriftsteller war, ist sein Wirken in dieser Dichtung so sehr für die reale Welt bedeutsam, dass auch das Christentum sein könnte. Gott wollte dieses Gleichnis in die Welt bringen, weil er diese Botschaft für entscheident hält, wäre dann eine Option. Aber wie schon gesagt, vielleicht gab es ihn ja (ich glaube es ja auch).
Wunderbar. Was willst Du mehr. Sünde? Ich weiß nicht. Ich
finde, allein Deine Aussagen und Fragen und Thesen hier zeigen
schon viel Positives. Wie gesagt ich mache mir keine Gedanken
über eine Hölle und glaube auch nicht, dass ein Paradies (wenn
es eines geben sollte) für eine kleine elitäre Gruppe gedacht
ist weder glaube ich, dass Gott von uns erwartet, dass wir
alle wie die Franziskaner leben sollen, aber bewundern sollten
wir ihre Nächstenliebe und sie uns zum Vorbild nehmen und
möglichst viel in unseren Alltag übernehmen.
Ja, das alles magst du so glauben, aber andere glauben
anderes. Ich schließe daraus, dass die Wahrheit nicht dadurch
indiziert ist, dass jemand an sie glaubt.
Mevius
Natürlich nicht! Prüfe, was für Dich logisch ist. Beweise wird Dir keiner liefern, aber das Leben ist zu kurz fürchte ich, um die Theorie jedes Exoten zu prüfen. Durch gesunden Menschenverstand kann man doch vieles ausschließen.
Schönen Gruß
ikarusfly