Fondgebundene Rentenversicherung - Wer zahlt mehr?

Hallo liebe Wissenden,

in meiner Jugend habe ich leider aufs falsche Pferd gesetzt. Ich hätte besser in einen Bausparvertrag investiert. Nun gut, aus Fehlern lernt man. Da ich nun in Betongold investieren möchte, brauch ich noch etwas Startkapital.
Ich habe im Jahr 2004 bei der AXA eine Fondgebundene Rentenversicherung abgeschlossen. Akt. Rückkaufswert 4500€.

Wie ich im Internet gelesen habe, gibt es Ankäufer für Fondgebundene Rentenversicherungen. Welche mehr zahlen als der Rückkaufswert her gibt. Ist diese Aussage soweit richtig? Kennt sich da jemand aus und kann mir ein paar Tipps geben?

Der Unwissende dankt schon jetzt für die Mühe im Voraus. :smile:

Hallo,
Grundsätzlich erst mal Finger weg von den Aufkäufern und bei diesen kleinen Summen sowieso.
Da der vertrag in 2004 abgeschlossen wurde (vor dem 31.12 ?) fällt er noch unter die Altregelung, heißt also bei laufender Beitragszahlung (meint mindestens 5 Jahre) und 12 jähriger Laufzeit ist der vertrag steuerfrei !!! Wird Dir jetzt nicht viel nützen, aber man sollte drüber nachdenken.
Welcher Fonnds ist hinterlegt, prüfen, wie der sich entwickslet hat und ob evtl Potential nach oben vorhanden ist. (abhängig vom Fonds) Evtl drüber nachdenken, beitragsfreistellen und nach 12 Jahren steuerfrei rausholen. Dabei den Markt im Auge behalten.
Bei Investition in Betongold, wenn Neubau ist der Betrag kein großes Element. Und ein Bausparvertrag ist überhaupt keine Lösung für intelligente Finanzplanung. Eher etwas für Dumme, sorry, aber ich bin 33 Jahre im Geschäft.
MfG
Ulrich

Hallo Herr Schmitt,

die Investition in (gute) Fonds halte ich für äußerst sinnvoll. Ob das nun unbedingt mit einer Versicherung gekoppelt sein sollte, wird auch hier im Forum sehr kontrovers diskutiert. Meine Meinung: In der Regel nicht!

Bedenken Sie bitte, dass die Jahre zwischen 2000 und 2010 die mit großem Abstand schlechteste Decade seit über 80 Jahren war. Trotz Weltkrieg und zahlreicher Krisen hat es noch nie eine derart miese Börsenentwicklung gegeben. Soll heißen, das Pferd war jetzt nicht so über, aber die Rennstrecke enorm schlecht geeignet.

Wie dem auch sei, sollten Sie ernsthaft überlegen, ob Sie nicht zum zweiten Mal auf das falsche Pferd setzen. Die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren massiv in die Höhe geschossen und für mich stellt sich da schon die Frage, ob da nicht in absehbarer Zeit eine Korrektur fällig wird. Die Stimmung ist für mich schon fast zu gut. Jeder will in Betongold investieren und das passt nicht zu meinem Ansatz des antizyklischen Investierens.

Letztlich ist es natürlich Ihre Entscheidung, aber bei den Rahmenbedingungen sollte man schon mal ein wenig intensiver über die nächsten Schritte nachdenken. Und vor allem: Nicht alles auf EIN Pferd setzen!!

Doch nun zu Ihrer eigentlichen Frage: Wer das meiste zahlt, ist nach meiner Erfahrung nicht pauschal zu beantworten, da die Annahmekriterien der einzelnen Anbieter unterschiedlich sind. Es ist also immer eine individuelle Sache. Ich empfehle Ihnen daher, jedem Anbieter die Rahmendaten zu übermitteln und sich dann die Angebote anzuschauen.

Vielleicht gibt es in Ihrer Fondspolice aber auch den einen oder anderen guten Fonds, in den es sich zu investieren lohnt. Das wäre ja auch noch eine Überlegung, denn ihr Altvertrag ist immerhin steuerfrei und das sollte man ebenfalls in die Überlegung einfließen lassen.

Das war jetzt alles ganz schön viel und vor allem viel drumherum, aber ich hoffe, ich konnte trotzdem ein wenig weiterhelfen.

Alles Gute und viel Erfolg
S. Heddinga

Hallo Herr Schmitt,

ja, es gibt solche Aufkäufer, jedoch ist hier äußerste Vorsicht geboten, da hier sehr viel getrickst wird.
Auch der GDV, Gesamtverband der Deutschen Versicherer, warnt vor diesen Aufkäufern. In einem „Warnhinweis zum Verkauf von Lebensversicherungsverträgen“ vom April 2011 wird ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen. Vielleicht finden Sie es unter www.gdv.de oder senden mir eine Mail an [email protected] und ich sende Ihnen das Schreiben zu.

Gruß Lars