Frage des Morals?

Hallo Leute,

ich habe hier ein heikles Thema was sicherlich nicht allen gefallen wird.
Ist es nicht eine Heuchelei zu sagen, dass man Tiere liebt und zum Mittag verspeist man eins oder sogar mehrere?

Wenn ich meine Eltern liebe, esse ich sie nicht. Wenn ich Tiere liebe, esse ich die trotzdem…
Was ist das für eine „Liebe“?

Also ich liebe keine Tiere…

Andererseits gibt es ja auch das geflügelte Wort „jemanden zum fressen gern haben“ :grin:

Beatrix

Das hieße im Umkehrschluss, daß alle Menschen die behaupten Planzen -oder die Natur generell- zu lieben selbst als Vegetarier kein moralisch unbedenkliches Leben führen könnten :wink:

Ich denke es ist z.B. NICHT heuchlerisch, wenn Biobauern und verantwortungsvolle Fleischproduzenten ihren Tieren eine gewisse Zuneigung oder zumindest Respekt entgegenbringen, wenn sie ihnen ein -verhältnismäsig- schönes Leben bescheren, solange es eben dauert. Zumindest halte ich das für eine vernünftigere Einstellung als die Liebesbezeugungen all dieser naturfremden Deppen, die in Kondolenzbücher von Eisbären reinschreiben.

Zudem muß man den Begriff „Liebe“ differenziert betrachten. Ich liebe meine Eltrn, würde aber nicht mit Ihnen ins Bett steigen :wink: Manch einer lliebt auch sein Auto, Shoppen gehen oder den Geruch von Kaffee.

Ich finde die Frage irgendwie merkwürdig. Damit implizierst Du, das jeder der Fleisch ist, nicht in der Lage wäre seine Tiere zu lieben, sofern er welche hat.

Ich bin kein Vegetarier, ich liebe Tiere trotzdem, deswegen habe ich 2 Katzen und 2 Esel.

Ich esse wenig Fleisch, manchmal über Wochen nicht, dann wieder habe ich richtig Lust auf Fleisch.

Wenn ich Fleisch bzw. Wurst kaufe, dann kaufe ich bei einem Bauern um die Ecke, mit artgerechter Freilandhaltung und ohne Tiertransportwege.

Warum also, soll man Tiere nicht lieben können und trotzdem Fleisch essen dürfen?

Das ganze ist einfach ein Aspekt der Kultur oder kulturellen Gegebenheiten. In China isst man Hunde, in Peru Meerschweinchen, die Papua essen Affen, jagen diese aber mit ihren Hunden, die für sie sehr wichtig sind.
Die Inuit sehen übrigens die Hunde auch nur als Nutztiere. Wenn sie mal sterben, machen sie aus ihnen auch Kleidungsstücke. Eine frühere Kollegin reitet auch gerne, hat aber auch kein Problem mit Pferdefleisch.
Die Frage ist eher, ob man es begünstigt, dadurch, dass man um jeden Preis das billigste Fleisch haben möchte und dadurch die Massentierhaltung noch fördert oder ob man auch wirkliche Qualität (zeichnet sich auch im Fleisch ab) setzt und stressfrrei gehaltene und geschlachtete Tiere aus der Region verzehrt.

Meines Erachtens gibt es bessere Foren, die eigene Überzeugung auf andere zu übertragen.

In der Schweiz auch,

"Das Verbot, Hundefleisch zu gewinnen und anzubieten, ergibt sich

(…) für die Schweiz aus Art. 2 der Verordnung des EDI über Lebensmittel tierischer Herkunft vom 23. November 2005.[22] Das Verbot gilt allerdings nur für den kommerziellen Verkehr; Gewinnung und Verzehr für den Eigengebrauch sind zulässig[23], solange kein Verstoß gegen die Tierschutzgesetzgebung vorliegt.[24]" https://de.wikipedia.org/wiki/Hundefleisch#Rechtliches

Hab ich erst heute morgen mit meiner Frau diskutiert (anlässlich eines Pferdefilms gestern).

Meine Frau hat -anders als ich- ein ziemliches Faible für Pferde, hat -anders als ich- aber keinerlei Problem damit, Kühe zu essen. Wirklich erklären kann sie das nicht, da kommen dann nur Pseudo-Erklärungen à la 'Ist in unserer Kultur halt so" - als ob z.B. der Vegetarismus mittlerweile nicht längst genauso Bestandteil unserer Kultur geworden wäre, oder ob sie in ihrem ganzen Verhalten ständig das machen würde, was „in unserer Kultur halt so ist“.

Bei mir ist das weniger ‚gespalten‘. Ich finde Pferde ganz okay, Kühe aber auch.
Essen möchte ich beide nicht.

Gruß
F.

Ja das stimmt, aber die schlagen sie nicht vorher um das Adrenalin hochzutreiben.
Das wäre auch noch so ein Punkt.

Er mag ja recht putzig sein, aber mir würde er doch zu irden!

Ich versuche hier niemanden zu überzeugen und möchte nur darüber diskutieren und andere Meinungen hören. Ich sehe hier überhaupt kein Problem, dafür gibt es doch Foren, nicht? Man sollte sich nicht durch diese Diskussion angegriffen fühlen…und wenn doch dies der Fall ist, dann spricht da wohl dein Gewissen.

Es ist halt nur so, worüber ich mir Gedanken mache, dass der Geschmack des Fleisches (lecker) uns mehr Wert ist als das Leben des Tieres. Sprich 5 Minuten Genuss kostet jemandem das Leben.

Vielen Dank an alle die ihre Meinung mitteilen! :smile:

Schönen Tag an alle!

Und warum hast Du Deine Frage dann nicht neutral gestellt?

Das Problem ist immer die „Überzeugungsarbeit“. Wer sich gerne vegetarisch oder vegan ernähren möchte, der kann das gerne tun. Ich habe aber etwas dagegen, wenn Überzeugungsarbeit geleistet wird oder der moralische Finger erhoben wird.

Vegetarier ist man aus eigener Überzeugung, weil man es selbst will und nicht weil ein Dritter versucht hat seine Meinung aufzudrängen.

Wie würdest Du es denn finden, wenn jemand versuchen möchte, Dich vom Fleischverzehr zu überzeugen.

Warum nicht, wenn das Tier aus artgerechter Haltung stammt und sich der Fleischverzehr in Grenzen hält? Der Mensch ist seit Urzeiten ein Fleischfresser und sofern es in einem gewissen Rahmen bleibt, ist das auch in Ordnung.

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Ja, aber hier bekommt man auch unverblümt andere Meinungen an den Kopf geworfen!

Passiert mir ständig auf irgendwelche subtilen Arten.
Allein schon die ständigen dümmlichen Fragen, ob mir da ohne Fleisch/Wurst nicht „was fehlen würde“ nervt ausreichend.

Gruß
F.

Geht für beide Richtungen.

Warum eigentlich? Ich esse nicht viel Fleisch, aber manchmal habe ich einen regelrechten Heißhunger auf darauf. Vielleicht braucht mein Körper dann irgendwas, was in Fleisch enthalten ist.

Deshalb kann die Frage durchaus ernst gemeint sein und muß nichts mit Überzeugungsarbeit gemein haben.

Also ich hab noch keine Frau probiert, ich könnte also nicht sagen, ob sie gut ist. Vielleicht mit genug Gewürzen…

In Vietnam auch.