Frage zur Alkohol-/Zuckergehaltbestimmung

Hallo!

Im Brett Mathematik und Physik habe ich eine Frage zu einem Verfahren der Alkoholbestimmung gestellt. Oder genauer gesagt: zur Zuckerbestimmung in einem fertigen Wein um daraus den Alkohol errechnen zu können! Vielleicht kann mir jemand von hier die Frage beantworten?
Hier der Link:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Ciao, Holger

Hallo!

Im Brett Mathematik und Physik habe ich eine Frage zu einem
Verfahren der Alkoholbestimmung gestellt. Oder genauer gesagt:
zur Zuckerbestimmung in einem fertigen Wein um daraus den
Alkohol errechnen zu können! Vielleicht kann mir jemand von
hier die Frage beantworten?

Hallo Holger,

Im Schritt 2 liegt das Problem: Wasser und Alkohol bilden ein azeotropes Gemisch. D.h. das Gemisch siedet bei einem einzigen Siedepunkt. Dieser liegt bei Ethanol/Wasser bei 78.2° und das Gemisch (das Du dann abdestillierst) hat dann 95.6% Ethanol und 4.4% Wasser.
Du musst also warten, bis der Siedepunkt Deiner Destillation weiter steigt. Erst dann hast Du das gesamte Ethanol ausgetrieben. (*g* soweit die Theorie)
Jetzt könntest Du natürlich Deine Ethanolausbeute wiegen, berechnen, dass Du darin 4.4% Wasser hast und das in Beziehung zu Deinem Ausgangsgewicht setzen. Ist aber vermutlich sehr ungenau.
Als weiteren Wert könntest Du den Zuckergehalt im Destillationsrest bestimmen und wie geplant mit dem Ursprungsgehalt vergleichen.
Achja, Du musst, wenn Du Volumina abmisst auf das Exzessvolumen bei der Mischung von Ethanol/Wasser achten!

Vampy

Hallo Vampy,
das was Du vorschlägst klappt, wenn Du eine recht effektive Kolonne benutzt und sehr wenig Destillat abnimmst, aber das weißt Du sicher selber.
Praktikabel ist es unter realen Bedingungen (keine Kolonne, viel bzw. komplette Destillatabnahme) aber kaum.

Gandalf

Sorry
Hallo,

Ich hab das auch recht schmunzelnd kurz vor Feierabend geschrieben, mit dem festen Vorhaben, zuhause nachzusehen, wie die lebensmittelchemischen Untersuchungsämter das machen. Dummerweise steht das im LeMi-Römpp auch nicht drin. Leider kann ich nicht einfach meine Ex anrufen und sie fragen… Hätte mal besser bei ihrem Examen aufpassen sollen. :frowning:

Vampy

Nachtrag
Hallo,

Die Ämter machen das nach §35 LMBG auch durch Destillation und Pyknometrie. Leider bin ich nicht an die Methodenbeschreibung herangekommen. Werden glaube ich vom Verlag Beuth herausgegeben?

Aber die Richtlinien und Methoden herausgegeben von der Europäischen Kommission gibts:
http://europa.eu.int/eur-lex/pri/en/oj/dat/2000/l_33…

Viel Erfolg!

Vampy

Danke! Frage noch zum Refraktometer
Hallo!

Vielen Dank für eure Antworten. Sehr interessanter Link auf die EU-Verordnung wie man den Alkohol „normiert misst“. Wegen der Praxistauglichkeit: mir reicht definitiv mein Vinometer mit der 1%-Punkt-Toleranz.
Aber noch eine andere Frage die mir erst später einfiel: wie ist das bei einem Refraktometer, kann das nur den Zuckergehalt in einem Wasser-Zucker-Gemisch bestimmen oder auch in einem Wasser-Zucker-Alkohol-Gemisch?

Ciao, Holger

PS: Bald ist wieder eine wunderbare Zeit für die Rechen-Unbegabten wenn bei den Wahlen fast alle Moderatoren Prozente und Prozentpunkte zusammenwerfen :smile:

Hallo Holger,

wie
ist das bei einem Refraktometer, kann das nur den Zuckergehalt
in einem Wasser-Zucker-Gemisch bestimmen oder auch in einem
Wasser-Zucker-Alkohol-Gemisch?

ein Refraktometer mißt den Brechungsindex und es ist völlig egal, ob Du ein Wasser-Zucker-Gemisch oder ein Wasser-Zucker-Alkohol-Gemisch hast. Man kann mit völlig verschiedenen Medien Flüssigkeiten zusammenmischen, die einen identischen Brechungsindex haben.

Gandalf

Hallo Gandalf,

ist das bei einem Refraktometer, kann das nur den Zuckergehalt
in einem Wasser-Zucker-Gemisch bestimmen oder auch in einem
Wasser-Zucker-Alkohol-Gemisch?

ein Refraktometer mißt den Brechungsindex und es ist völlig
egal, ob Du ein Wasser-Zucker-Gemisch oder ein
Wasser-Zucker-Alkohol-Gemisch hast. Man kann mit völlig
verschiedenen Medien Flüssigkeiten zusammenmischen, die einen
identischen Brechungsindex haben.

okay, ich habe die Frage falsch formuliert: wie ist das Verhalten des Brechungsindexes wenn ich zur Wasser-Zucker-Lösung noch Alkohol beigebe? Ist der Wert den ich am Refraktometer ablese (->Skala misst in Oechsle-Grade) auch richtig, oder muß auch beim Brechungsindex eine Korrektur nun dazu kommen?

(In diesem Fall beisst sich an dieser Stelle die Katze in den Schwanz: für die Alkoholbestimmung nach der vorgeschlagenen Methode im Buch brauche ich den Zuckergehalt, um den Zuckergehalt aus dem Brechungsindex korrekt zu bekommen brauche ich den Alkoholgehalt…)

Ciao, Holger

PS: falls sich natürlich die Dichte als Funktion Dichte(Alkoholgehalt,Zuckergehalt) schreiben lässt und der Brechungsindex als Funktion Brech(Alk.,Zuckerg.) und nicht z.B. beide eine lineare Abhängigkeit darstellen kann ich ja eventuell aus *beiden* Messwerten gleichzeitig sogar Alkoholgehalt UND Zuckergehalt bestimmen. Das Problem wird irgendwie immer interessanter, kennt jemand ein Lehrbuch in dem ich so etwas finden könnte? (Sprache bitte nur deutsch oder englisch)