Ist das eine Behauptung oder ein wissenschaftlicher (welcher Art?) Beweis? Die Schreibweise „Ein-Bildung“ ist aufschluss-reich deshalb, weil sich im Gehirn oder im Geist (spekulierend als „Philosophie des Geistes“, was auch immer das sein soll) etwas erst durch einen (evolutionären) Prozess „bildet“, nach Darwin bekanntlich die Arten und mit ihnen das Gehirn. „Ein-Bildung“ müsste dann neurologisch erforschbar sein. Aber wie ist das empirisch (bisher) überhaupt möglich, WIE???
Das Problem ist ja nicht so einfach, wie die Frage: Wieviel ist zwei mal drei?`zu beantworten, sondern versucht das Problem zu verdeutlichen, vor dem die augenblickliche Gegenwartsphilosophie in Bezug empirischer Forschung steht - eine gerade stattfindende heftige Kontroverse und ein Dauer-Diskurs für die Zukunft, weil es ewig neue Probleme gibt, wie zum Beispiel, das Ur-Problem von Körper-Geist. Nur auf rein physikalische Forschung reduziert wäre dann (bisher) nur Reiz-Reaktion (Behaviorismus) nachweisbar weisbar, nicht aber die „Ein-Bildung“ selbst, die trotz neuer bildgebender Verfahren, mit denen man heute (lange Zeit nach den ersten Versuchen mit Hunden durch Pawlow, um die mit dem Nobelpreis verdienten Forschungen zu Zwecken der militärischen Pädagogik, nach einem Befehl erfolgt eine Reaktion des Gehorsams) zwar dem Menschen in sein Hirn sehen kann, aber wie sich zum Beispiel in diesem Hirn beispielsweise so eine Abstraktion wie die Formel „H2O“ versteckt, weiß man höchstens durch chemische Hirn-Veränderungen.
Man findet aber noch immer nicht die Verbindung dieser „Ein-Bildung“. Wenn z. B. dann Metzinger als Philosoph den Schluss zieht, es gäbe „nur“ Ein-Bildung und es gäbe gar kein realistisches „Selbst“ (das sei nur Illusion), dann wird von ihm leider wie die ganze Geschichte der Philosophie zeigt, ja wieder nur eine BEHAUPTUNG (!!!) formuliert „als ob“. Als der Herr Professor für theoretische Philosophie an der Uni Mainz seine BEHAUPTUNG (!!!) in ähnlicher Weise, wie er es schon zuvor in seinen Publikationen gemacht hatte, bei einem Interview wiederholte, fragte ein cleverer Journalist dagegen: „Wollen Sie behaupten, dass Sie selbst gar nicht jetzt im Moment vor mir sitzen?“ Das verblüffte Metzinger daraufhin so, dass er keine wirkliche Antwort mehr darauf hatte als nur „Konstruktion“.
Okay, soweit scheint es heute klarer zu sein: die Welt und uns selbst, wie wir das seit dem evolutionären Vermögen von Sprache und Kultur glauben, ist tatsächlich eine ILLUSION, wie es der Bonner Philosoph Prof. Gabriel so formuliert: „die“ Welt ist „Ein-Bildung“, diese Realität ist hausgemacht bzw. von unserer eigenen Vorstellungswelt sozusagen hirn-gemacht.
Wo aber ist denn jetzt im Gehirn die Formel zum Beispiel „H2O“ zu finden - ebenso wie das fehlende „Ich“ konnten bislang überhaupt noch keine konkreten „Ideas“ oder Worte und Sätze, geschweigende ganze Welt-Anschauungen als hausgemachte Konstrukte im Hirn gefunden werden.
Eine scheinbare Zwischenlösung wären Emotionen, die im Gehirn lokalisiert werden können. Möglicherweise gibt es KEINE Sprache und keine Bilder OHNE die Verbindung zu einem Fühlen des Leibes, wobei man, wie der Philosoph Prof. Schmitz als Vertreter der Neuen Phänomenologie richtig unterscheiden sollte zwischen Fühlen und Gefühlen.
Die Letzteren sind biologische Entwicklungen von zum Teil unabänderlichen realen Phänomenen, wie zum Beispiel Hunger, Durst, Müdigkeit etc. Wir können diese Gefühle aber mit dem Verstand sehr beeinflussen, nivellieren können wir sie nicht, das biologisch System ist determiniert.
Aber trotz all dieser Einsichten, die wir heute von der Hirnforschung lernen, bleibt uns darüber hinaus immer noch er freie Wille als Illusion, wie ihn Sartre besonders konsequent vertreten hat mit seinem Postulat „Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt“. Was sonst, Gevatter??? „Gott ist tot. Gott bleibt tot.“ (Nietzsche) Zumindest in der Wissenschaft und in der modernen Philosophie, das ist evident, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen.
Das Thema Selbstbewusstsein ist das Thema, das den Menschen am meisten von allen Themen am meisten interessieren sollte, nicht wahr?! Damit hat die moderne bzw. postmoderne Philosophie mindestens für das 3. Jahrtausend reichlich Stoff zum ewig neuen Anlauf, dieses Thema als SELBSTBEWUSSTSEIN UND SELBSTERKENNTNIS realistisch statt nur idealistisch (wie in der ganzen Menschheitsgeschichte bisher) zu diskutieren.
existo