Guten Morgen,
natürlich bin ich wieder nicht verstanden worden. Man könnte auch sagen: Ich bin von dir wieder nicht verstanden worden. Aber daran bin ich ja mittlerweile gewöhnt.
wenn Israel nicht so viel vom Grundwasser verbrauchen würde
und zulassen würde, dass Palästinenser ihren gerechten Anteil
am Wasser bekommen würden …
Siehst du? Das ist schon wieder dieser Gedanke, wer denn wohl schuld daran ist, dass die Dinge so sind, wie sie nun einmal (momentan) sind.
Der bringt einen nicht weiter. Dieser Gedanke begegnet einem leider oft. Gut, hierzulande geht es nicht um Wasser, sondern meistens um Geld. „Wenn die Politiker nicht alle einen Mercedes fahren würden, dann müssten wir nicht so viele Steuern zahlen.“ „Wenn nicht so viele von Sozialhilfe leben würden, obwohl sie das gar nicht nötig hätten, dann müssten wir weniger Sozialabgaben zahlen.“
Der Gedanke an sich ist mir also gut vertraut, wenn es auch um andere Dinge geht. Und nun frage ich dich: Ist schon jemals jemand reich geworden, nur dadurch, dass er sich über die Gewohnheiten der Politiker beklagt hat? Ich habe so etwas noch nie gehört. Und ich glaube auch nicht, dass es möglich ist. Ok, vielleicht wenn er ein Buch darüber schreibt, aber das ist dann wieder eine andere Sache. Dann hat er sein Geld nicht durch Jammern verdient, sondern dadurch, dass er sich wirklich an den PC gesetzt hat und seine Klagen aufgeschrieben hat.
Das klingt jetzt vielleicht sehr philosophisch - aber achte
einmal darauf, wer im Leben Erfolg hat. Sind es diejenigen,
die ständig irgend jemandem die Schuld geben? Oder sind es die
anderen?
Warum sollte jemand, der auf Kosten von anderen erfolgreich
lebt, sich über sein Schicksal beklagen?
Aha, das ist ja interessant. Hier gehst du davon aus, dass dieser Erfolg selbstverständlich nur auf Kosten anderer möglich ist. Wie kommt’s?
Stell dir vor, jemand gründet eine Firma und hat damit großen Erfolg. So jemand wie Bill Gates zum Beispiel. Ist das wirklich ein Erfolg auf Kosten anderer? Gut, er ist selber reich geworden - aber er hat auch Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.
Ich denke nicht, dass Erfolg immer auf Kosten anderer gehen muss.
Sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen,
verlangt einiges an Planung und Energie.
Von Wem?
Na von ihm selber. Er muss sich erst einer entsprechenden Gruppierung anschließen, denn Sprengstoff wächst (zum Glück) nicht auf Bäumen. Dann muss er sich heimlich über die Grenze schleichen und das Ding irgendwo zünden. Das muss man alles planen. Wer so etwas kann, der sollte auch etwas vernünftiges mit seinem Leben anfangen können.
Wer das kann, der
sollte sich auch eine Existenz aufbauen können.
Du meinst allen Ernstes, ein Mensch der suizidale Gedanken
hegt, müsste ein guter Unternehmer sein?
Ich denke nicht, dass ein Selbstmordattentäter „suizidale Gedanken“ hat. Ich denke, das ist jemand, der sich von seinem Hass innterlich auffressen lässt. Ein denkbares Gegenmittel wäre, den Hass in sich nicht immer wieder zu nähren.
als illegaler Einwanderer irgendwo sein Glück versuchen. Das
halte ich für wesentlich konstruktiver.
Du meinst, für Israel wäre es am Bequemsten, wenn sich
möglichst viele Palästinenser an den Grenzen der
Autonomiegebiete erschiessen lassen würden?
Diese Argumentation verstehe ich nicht. Wer mit Sprengstoff unbeschadet über die Grenze kommt, sollte das auch ohne schaffen. Und ich habe ja nicht gesagt, „in Israel“. Ich habe gesagt „irgendwo“. Wer so weit ist, dass er sich lieber in die Luft sprengt, als die Situation so, wie sie ist, noch länger zu ertragen - der kann auch alles andere versuchen. Warum sollte er sich nicht als blinder Passagier auf ein Schiff schmuggeln und irgendwo anders schwarz arbeiten?
Ich schätze mal, die freie Wüste, würde Derjenige heutzutage,
wegen den strengen Grenzbestimmungen nicht mehr erreichen
können.
Na, ist doch gut so. Eine Bombe weniger.
Schöne Grüße
Petra