Heute vor 40 Jahren

Hi Branden

Ja, merkwürdigerweise ist mir der rote Konrad noch ganz vage
in Erinnerung, obwohl ich nie ein einziges Wort mit ihm
gewechselt habe, soweit ich mich erinnere.

Der ist einfach nicht zu vergessen, der war ja auf jeder Veranstaltung und jeder Demo zugange, als Maskottchen sozusagen. War einer der Ueberlebenden der Vorkriegs-KPD .

Ich war 1968 noch
nicht so viel auf Demos und so unterwegs, hab eher in Kneipen
Musik gemacht… Wir sind ja derselbe Jahrgang…Ich weiß
nicht, wie es Dir da ging.
Aber die Szene…ja, vage Erinnerungen…

Re Erinnerungen. Guck Dir das mal an. Hab auf den Bildern einige Leute erkannt, mit denen ich auch
gespielt hab (Dixieland und Skiffle).
http://www.eierschale-berlin.de/
gruss
wolf

Hallo, Rainer

tut mir den Gefallen und diskutiert, streitet nicht. Nein,
nicht bisher!

das machen wir doch.

Im Prinzip habt Ihr doch Beide Recht und müsst Euch nur mal
unvoreingenommen in die Situation derer versetzen, für die ihr
wenig bis kein Verständnis habt.

Das ist nicht möglich.

Wie soll man sich als Mensch z.B. in die Situation von jemandem hineinversetzen, der im Luxus lebt, während auf der anderen Seite eines Trennungszaunes jemand in absoluter Armut und Hunger lebt.

Das geht nicht, ausser man reisst den Zaun nieder und ermöglicht ein vorurteilsfreies Kennenlernen.

Aber will ein Mensch, der im Luxus lebt, überhaupt einen armen Menschen kennenlernen?
Und möchte ein armer Mensch, der bis jetzt in Armut und Hunger lebt, überhaupt einen Menschen kennenlernen, der im Luxus lebt?

Von hier aus ist es schwer sich vorzustellen, wie man denken
würde, wenn man eine solche Geschichte hätte, unter solchen
Umständen aufgewachsen wäre. Unsere Europäischen Maßstäbe,
unser Erfahrungshorizont machen das schwer. Auf mich ist noch
nie geschossen worden, ich bin 54 und habe noch nie einen
Toten gesehen.

Auf mich ist auch noch nie geschossen worden - zum guten Glück - einige Tote habe ich aber schon gesehen.

Wenn ich in mich hineinhöre, mich betrachte, ich breche keine
Gesetze (OK, ich bin schon mal zu schnell gefahren, aber ich
habe noch nie falsch geparkt … :smile:) lüge nie (Doch, stimmt!
Auch wenn es Niemand glauben wird, es ist aber auch einfach,
weil es keinen Grund dafür gibt.) Aber ich weiß, daß ich auch
ganz anders könnte. Unter den Umständen, in denen ich lebe,
ist es so am bequemsten, sichersten. Das sind aber die
Umstände! Verhungern würde ich unter anderen Umständen
vermutlich nicht, eher würde ich alle Gesetze vergessen. ich
denke, das ist auch normal, der Selbsterhaltungstrieb ist eben
der Stärkste.

Und hier befinden wir uns wieder am Anfang.
Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden, dass Menschen zu bestimmten Handlungsweisen fähig oder nicht mehr fähig wären usw…

Gruß
karin

Hallo Karin,

das machen wir doch.

ja, klar. :smile: Es gibt aber unterschiedliche Ansichten und ich hätte es gern, wenn es so bliebt. Ich bin halt harmoniesüchtig. :smile:

Im Prinzip habt Ihr doch Beide Recht und müsst Euch nur mal
unvoreingenommen in die Situation derer versetzen, für die ihr
wenig bis kein Verständnis habt.

Das ist nicht möglich.

Wie soll man sich als Mensch z.B. in die Situation von
jemandem hineinversetzen, der im Luxus lebt, während auf der
anderen Seite eines Trennungszaunes jemand in absoluter Armut
und Hunger lebt.

hmmm, ich denke, ich kann mich in Beide hineindenken.

Das geht nicht, ausser man reisst den Zaun nieder und
ermöglicht ein vorurteilsfreies Kennenlernen.

Aber will ein Mensch, der im Luxus lebt, überhaupt einen armen
Menschen kennenlernen?
Und möchte ein armer Mensch, der bis jetzt in Armut und Hunger
lebt, überhaupt einen Menschen kennenlernen, der im Luxus
lebt?

ich habe nicht verlangt, daß sich die Israelis in die Lage der Palästinenser versetzen und umgekehrt, sondern nur darum gebeten, daß Du und Petra das versuchen. :smile: Ich bin ja nicht größenwahnsinnig.

Von hier aus ist es schwer sich vorzustellen, wie man denken
würde, wenn man eine solche Geschichte hätte, unter solchen
Umständen aufgewachsen wäre. Unsere Europäischen Maßstäbe,
unser Erfahrungshorizont machen das schwer. Auf mich ist noch
nie geschossen worden, ich bin 54 und habe noch nie einen
Toten gesehen.

Auf mich ist auch noch nie geschossen worden - zum guten Glück

  • einige Tote habe ich aber schon gesehen.

Wenn ich in mich hineinhöre, mich betrachte, ich breche keine
Gesetze (OK, ich bin schon mal zu schnell gefahren, aber ich
habe noch nie falsch geparkt … :smile:) lüge nie (Doch, stimmt!
Auch wenn es Niemand glauben wird, es ist aber auch einfach,
weil es keinen Grund dafür gibt.) Aber ich weiß, daß ich auch
ganz anders könnte. Unter den Umständen, in denen ich lebe,
ist es so am bequemsten, sichersten. Das sind aber die
Umstände! Verhungern würde ich unter anderen Umständen
vermutlich nicht, eher würde ich alle Gesetze vergessen. ich
denke, das ist auch normal, der Selbsterhaltungstrieb ist eben
der Stärkste.

Und hier befinden wir uns wieder am Anfang.

Ja. :smile:

Welche Voraussetzungen müssten geschaffen werden, dass
Menschen zu bestimmten Handlungsweisen fähig oder nicht mehr
fähig wären usw…

Ich halte die Maslowsche Bedürfnispyramide immer noch für richtig, auch wenn sie umstritten ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bed%C3%BCrfnispyramide

Wenn die Bedürfnisse nach körperlicher Unversehrtheit, (Nahrung, Wohnung, Gesundheit) und Sicherheit (auch wirtschaftlicher) gedeckt sind, besteht nach meiner Meinung kaum noch Bereitschaft, die wieder auf’s Spiel zu setzen.

Das Problem im nahen Osten ist doch aber wohl, daß beide Seiten sich ganau da von der jeweils anderen Seite bedroht sehen. Ich rede hier von der ‚normalen‘ Bevölkerung, dem Wahlvolk.

äähhmmmmm Du hast mich ausgetrickst! So weit wollte ich gar nicht in das Thema einsteigen! :frowning:

Gruß, Rainer
PS. Nachricht an die Trolle:
Der Co-MOD ist im Urlaub. Wenn ich angegriffen werde, schließe ich den Thread und wir warten, bis mein Partner das Problem löst und den Thread wieder öffnet.

weiter per e-mail…
:wink:

Guten Morgen,

natürlich bin ich wieder nicht verstanden worden. Man könnte auch sagen: Ich bin von dir wieder nicht verstanden worden. Aber daran bin ich ja mittlerweile gewöhnt.

wenn Israel nicht so viel vom Grundwasser verbrauchen würde
und zulassen würde, dass Palästinenser ihren gerechten Anteil
am Wasser bekommen würden …

Siehst du? Das ist schon wieder dieser Gedanke, wer denn wohl schuld daran ist, dass die Dinge so sind, wie sie nun einmal (momentan) sind.

Der bringt einen nicht weiter. Dieser Gedanke begegnet einem leider oft. Gut, hierzulande geht es nicht um Wasser, sondern meistens um Geld. „Wenn die Politiker nicht alle einen Mercedes fahren würden, dann müssten wir nicht so viele Steuern zahlen.“ „Wenn nicht so viele von Sozialhilfe leben würden, obwohl sie das gar nicht nötig hätten, dann müssten wir weniger Sozialabgaben zahlen.“

Der Gedanke an sich ist mir also gut vertraut, wenn es auch um andere Dinge geht. Und nun frage ich dich: Ist schon jemals jemand reich geworden, nur dadurch, dass er sich über die Gewohnheiten der Politiker beklagt hat? Ich habe so etwas noch nie gehört. Und ich glaube auch nicht, dass es möglich ist. Ok, vielleicht wenn er ein Buch darüber schreibt, aber das ist dann wieder eine andere Sache. Dann hat er sein Geld nicht durch Jammern verdient, sondern dadurch, dass er sich wirklich an den PC gesetzt hat und seine Klagen aufgeschrieben hat.

Das klingt jetzt vielleicht sehr philosophisch - aber achte
einmal darauf, wer im Leben Erfolg hat. Sind es diejenigen,
die ständig irgend jemandem die Schuld geben? Oder sind es die
anderen?

Warum sollte jemand, der auf Kosten von anderen erfolgreich
lebt, sich über sein Schicksal beklagen?

Aha, das ist ja interessant. Hier gehst du davon aus, dass dieser Erfolg selbstverständlich nur auf Kosten anderer möglich ist. Wie kommt’s?

Stell dir vor, jemand gründet eine Firma und hat damit großen Erfolg. So jemand wie Bill Gates zum Beispiel. Ist das wirklich ein Erfolg auf Kosten anderer? Gut, er ist selber reich geworden - aber er hat auch Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen.

Ich denke nicht, dass Erfolg immer auf Kosten anderer gehen muss.

Sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen,
verlangt einiges an Planung und Energie.

Von Wem?

Na von ihm selber. Er muss sich erst einer entsprechenden Gruppierung anschließen, denn Sprengstoff wächst (zum Glück) nicht auf Bäumen. Dann muss er sich heimlich über die Grenze schleichen und das Ding irgendwo zünden. Das muss man alles planen. Wer so etwas kann, der sollte auch etwas vernünftiges mit seinem Leben anfangen können.

Wer das kann, der
sollte sich auch eine Existenz aufbauen können.

Du meinst allen Ernstes, ein Mensch der suizidale Gedanken
hegt, müsste ein guter Unternehmer sein?

Ich denke nicht, dass ein Selbstmordattentäter „suizidale Gedanken“ hat. Ich denke, das ist jemand, der sich von seinem Hass innterlich auffressen lässt. Ein denkbares Gegenmittel wäre, den Hass in sich nicht immer wieder zu nähren.

als illegaler Einwanderer irgendwo sein Glück versuchen. Das
halte ich für wesentlich konstruktiver.

Du meinst, für Israel wäre es am Bequemsten, wenn sich
möglichst viele Palästinenser an den Grenzen der
Autonomiegebiete erschiessen lassen würden?

Diese Argumentation verstehe ich nicht. Wer mit Sprengstoff unbeschadet über die Grenze kommt, sollte das auch ohne schaffen. Und ich habe ja nicht gesagt, „in Israel“. Ich habe gesagt „irgendwo“. Wer so weit ist, dass er sich lieber in die Luft sprengt, als die Situation so, wie sie ist, noch länger zu ertragen - der kann auch alles andere versuchen. Warum sollte er sich nicht als blinder Passagier auf ein Schiff schmuggeln und irgendwo anders schwarz arbeiten?

Ich schätze mal, die freie Wüste, würde Derjenige heutzutage,
wegen den strengen Grenzbestimmungen nicht mehr erreichen
können.

Na, ist doch gut so. Eine Bombe weniger.

Schöne Grüße

Petra

Neiiiiiin…
Bitte nicht :frowning:
Es liest sich so schön, wenn Menschen Erinnerungen austauschen.
Ihr habt mich sogar etwas neidisch gemacht :smile:)

Liebe Grüsse
Krümel

Mööönsch, Krümel, tut mir ja leid, aber die MODs finden so ne off-topic oftmals weniger lustig.
MKJommt natürlich sehr auf die MODs an :wink:

Hallo, Petra

natürlich bin ich wieder nicht verstanden worden. Man könnte
auch sagen: Ich bin von dir wieder nicht verstanden worden.
Aber daran bin ich ja mittlerweile gewöhnt.

Sender Empfänger.

wenn Israel nicht so viel vom Grundwasser verbrauchen würde
und zulassen würde, dass Palästinenser ihren gerechten Anteil
am Wasser bekommen würden …

Siehst du? Das ist schon wieder dieser Gedanke, wer denn wohl
schuld daran ist, dass die Dinge so sind, wie sie nun einmal
(momentan) sind.

„Die Dinge“ = „ungerechte Verteilung von Wasser“.

Der bringt einen nicht weiter.

„Der Gedanke“ über eine „gerechte Verteilung von Wasser“.

Dieser Gedanke begegnet einem
leider oft.

Logisch, wenn die Wasserverteilung, die für’s Überleben ungemein wichtig ist, ungerecht geregelt ist.

Gut, hierzulande geht es nicht um Wasser, sondern
meistens um Geld. „Wenn die Politiker nicht alle einen
Mercedes fahren würden, dann müssten wir nicht so viele
Steuern zahlen.“ „Wenn nicht so viele von Sozialhilfe leben
würden, obwohl sie das gar nicht nötig hätten, dann müssten
wir weniger Sozialabgaben zahlen.“
Der Gedanke an sich ist mir also gut vertraut, wenn es auch um
andere Dinge geht. Und nun frage ich dich: Ist schon jemals
jemand reich geworden, nur dadurch, dass er sich über die
Gewohnheiten der Politiker beklagt hat? Ich habe so etwas noch
nie gehört. Und ich glaube auch nicht, dass es möglich ist.
Ok, vielleicht wenn er ein Buch darüber schreibt, aber das ist
dann wieder eine andere Sache. Dann hat er sein Geld nicht
durch Jammern verdient, sondern dadurch, dass er sich wirklich
an den PC gesetzt hat und seine Klagen aufgeschrieben hat.

Das klingt jetzt vielleicht sehr philosophisch - aber achte
einmal darauf, wer im Leben Erfolg hat. Sind es diejenigen,
die ständig irgend jemandem die Schuld geben? Oder sind es die
anderen?

Warum sollte jemand, der auf Kosten von anderen erfolgreich
lebt, sich über sein Schicksal beklagen?

Aha, das ist ja interessant. Hier gehst du davon aus, dass
dieser Erfolg selbstverständlich nur auf Kosten anderer
möglich ist. Wie kommt’s?
Stell dir vor, jemand gründet eine Firma und hat damit großen
Erfolg. So jemand wie Bill Gates zum Beispiel. Ist das
wirklich ein Erfolg auf Kosten anderer? Gut, er ist selber
reich geworden - aber er hat auch Tausende von Arbeitsplätzen
geschaffen.
Ich denke nicht, dass Erfolg immer auf Kosten anderer gehen
muss.

Ich fasse zusammen, der Text besteht aus einer Ablenkung von den Gedanken über eine „gerechte Verteilung von Wasser“ zwischen Palästinensern und Israelis.

Sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen,
verlangt einiges an Planung und Energie.

Von Wem?

Na von ihm selber. Er muss sich erst einer entsprechenden
Gruppierung anschließen, denn Sprengstoff wächst (zum Glück)
nicht auf Bäumen. Dann muss er sich heimlich über die Grenze
schleichen und das Ding irgendwo zünden. Das muss man alles
planen. Wer so etwas kann, der sollte auch etwas vernünftiges
mit seinem Leben anfangen können.

Immer vorausgesetzt, ein Attentäter handelt autonom.
Handelt ein Attentäter in der Regel autonom?

Wer das kann, der
sollte sich auch eine Existenz aufbauen können.

Du meinst allen Ernstes, ein Mensch der suizidale Gedanken
hegt, müsste ein guter Unternehmer sein?

Ich denke nicht, dass ein Selbstmordattentäter „suizidale
Gedanken“ hat. Ich denke, das ist jemand, der sich von seinem
Hass innterlich auffressen lässt. Ein denkbares Gegenmittel
wäre, den Hass in sich nicht immer wieder zu nähren.

Ein denkbares Gegenmittel wäre auch, Hass nicht von aussen zu erzeugen und zu nähren.

als illegaler Einwanderer irgendwo sein Glück versuchen. Das
halte ich für wesentlich konstruktiver.

Du meinst, für Israel wäre es am Bequemsten, wenn sich
möglichst viele Palästinenser an den Grenzen der
Autonomiegebiete erschiessen lassen würden?

Diese Argumentation verstehe ich nicht. Wer mit Sprengstoff
unbeschadet über die Grenze kommt,

Schaffen das Palästinenser?

sollte das auch ohne
schaffen. Und ich habe ja nicht gesagt, „in Israel“. Ich habe
gesagt „irgendwo“. Wer so weit ist, dass er sich lieber in die
Luft sprengt, als die Situation so, wie sie ist, noch länger
zu ertragen - der kann auch alles andere versuchen.
Warum
sollte er sich nicht als blinder Passagier auf ein Schiff
schmuggeln

Ist das Seegebiet vor den palästinensischen Gebieten nicht abgeriegelt?

und irgendwo anders schwarz arbeiten?

An den Küsten Europas stranden viele Leichen von Menschen, die versuchen ihrer Situation in Afrika zu entfliehen.

Ich schätze mal, die freie Wüste, würde Derjenige heutzutage,
wegen den strengen Grenzbestimmungen nicht mehr erreichen
können.

Na, ist doch gut so. Eine Bombe weniger.

Wenn Du meinst.

Gruß
karin