Hund will nicht Gassi gehen

Hallo liebe Experten!

Meine Freundin und ich haben einen kleinen 3 Monate alten Hund bekommen.

Es klappt alles wunderbar. Nur eine Sache nicht: das Gassigehen.

Die Kleine kommt noch mit bis vor die Haustür. Dann setzt sie sich hin und bockt. Mit Leckerlis kann man sie auch nur bis zu sich an die Füße locken. Dann setzt sie sich wieder stur hin.

Was man in vielen Büchern liest, dem Hund das Leckerli zeigen und dabei laufen klappt nicht. Wenn sie das Leckerli sieht, kommt sie. Wenn sie aber merkt, dass man sich bewegt, setzt sie sich sofort hin.

Das Ganze dauert so etwa die ersten 200m. Dann ist alles super. Dann geht sie wirklich vernünftig an der Leine. Auch wenn wir irgendwo hinfahren, wir steigen aus, leine um und ab gehts - keine Probleme.

Sie will nur nicht von der Haustür weg.

Hat jemand eine Idee?

3 monate alte hunde verlassen die schützende höhle nur vorsichtig!!!die natur klärt es !!!geduld!!!loben und weiterarbeiten°!!alles wird gut.nicht schimpfen! viel erfolg!!

Hallo,

mit Monaten ist der Hund ein Baby - entrissen von seiner Familie, alleine, ängstlich, traurig, hilflos, fremd. Er kennt Sie doch noch gar nicht, woher sollte er das Vertrauen haben, dass Sie ihn nicht ins Verderben führen. Er muss sich doch erst mal an Sie, an seine neue Umgebung, an Ihren Tagesablauf, an die Umgebung gewöhnen. Ein Welpe in dem Alter würde in Freiheit auch nicht einfach mit jemand Fremden losmarschieren. Da erkundet er gerade mal mit Mami und Geschwisterchen vorsichtig den Bereich rund um den Bau. Daher bitte das Baby zum Lösen einfach nur in die Nähe des Hauses bringen, überschwänglich loben, wenn er sich löst, und wenn er möchte, dann selbstständig ein paat Schrittchen machen lassen, bis er mutiger wird. Bei Welpen gilt außerdem die Minutenregel: Pro Lebenswoche eine Minute am Stück gehen, also bei einem Hund in dem Alter allerhächstens 12 Minuten. Das baut man auf, indem man den Welpen etwas vom Haus wegträgt und ihn dann zurückführt, denn der Drang, zum vertrauten Hein zurückzugehen ist stärker, als vom Haus wegzugehen.
Viel Erfolg - Eva Windisch (Hundehaltercoach und Buchautorin) www.mithundensein.de

Hallo,

an erster Stelle würde ich an Eurer Bindung arbeiten.

D.h. der Hund muss das Vertrauen in die Führungsqualität seines Halters aufbauen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, der Hundehalter sollte sich das Vertrauen des Hundes verdienen. Stimmt diese Bindung und das Vertrauensverhältnis, geht der Hund auch in (für ihn) unsicheren Situationen freiwillig mit.

Leider kann ich dazu keine Ratschläge geben, ohne vorher Hund und Halter persönlich kennen gelernt zu haben. Auf meiner Webseite findest Du weitere Informationen zum Thema Führung und Vertrauen: http://cat4dogs.de/hundeausbildung.html

Vielleicht hilft Dir das schon ein wenig weiter. Bei Fragen kannst Du mich gerne anrufen.

Freundliche Grüße

Cathrin Laurenz
CAT4DOGS Hundeerziehung
http://www.cat4dogs.de

Hallo!

Ich habe ein paar Fragen:

  1. Wie alt war der Hund, als sie zu euch kam?
  2. welche Rasse?
  3. Kann es sein, dass sie vor der Haustür eine für sie unschöne Erfahrung gemacht hat?
  4. wie lange geht ihr im Schnitt mit der Kleinen raus?
  5. wie geht ihr die ersten 200 Meter? Tragt ihr sie, oder „zerrt“ ihr sie mit?

Viele Grüße
Melanie Friedemann
www.hundeschule-hamburg24.de

Hallo,

wenn ihr wohin fahrt, wohin fahrt ihr dann? Zum Spaziergang?

Ich denke der Welpe ist eingeschüchtert von seiner Umwelt (=vor der Haustür) und möchte nicht aus seinem geborgenen Umfeld heraus. Das ist nichts Ungewöhliches aber es ist wichtig jetzt daran zu arbeiten, wenn er noch so jung ist.

Wohnt ihr zufällt an einer Straße, die stark befahren ist oder ist es generell laut draußen? Ich würde mit dem Welpen mehrmals am Tag (mindestens 15x) für 30sek vor die Tür gehen und ihm Leckerchen geben, bis er irgendwann rausgehen mit Leckerchen verknüpft dann. Dann würde ich 2 Schritte gehen und füttern und wieder rein. Also nur ganz kleine Trainingsschritte. Wenn ihr soweit seid, dass ihr ein paar Schritte machen könnt, würde ich ihn nicht mehr nur fürs mitgehen belohnen sondern, wenn er Sachen anguckt - also wahrnimmt - und trotzdem keine Angst kriegt oder sich setzt. Da heißt es wirklich Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen.

Wenn der Welpe spielmotiviert ist, kannst du auch ein besonders tolles Spielzeug (z.B. ein Seil zum zergeln) mit raus nehmen und dort 10 Sekunden zergeln. Am besten den Hund schon drinnen „heiß“ auf das Spielzeug machen, aber ihm erst draußen geben. Wenn Hunde spielen, gehen sie aus aich heraus und das können sie nur, wenn sie keine Angst haben. Es ist also ein gutes Zeichen, wenn er vorder Tür spielt. Aber gehtwieder rein, bevor der Welpe den Spaß verliert. Sonst lernt er: wenn ich aufhöre zu spielen gehen wir wieder rein. Oder schlimmer: je mehr ich mich anstelle, desto eher gehts wieder rein. Also macht das Training einfach so kurz, dass er gar nicht die Gelegenheit bekommt Angst zu kriegen und sei es nur Tür auf, Tür zu!

Natürlich muss der Welpe die Gelegenheit bekommen sich zu lösen. Wenn ihr einen Garten habt, nehmt vorerst den oder tragt den Welpen bis zu der Stelle, an der er sonst gut weitergeht. Oder tragt ihn ins Auto und fahrt zu Spazieren. Egal - hauptsache er bekommt nicht die Gelegenheit sich zu fürchten und zu setzen.

Da ihr gesagt habt, er geht später mit, denke ich nicht, dass er sein Geschirr+Leine blöd findet, sondern, wie oben beschrieben, Angst hat.

LG