Warum sind es so oft drei männliche Personen, wenn es um Jugendgewalt geht? Vielleicht gilt das ja auch für Mädchen. Also, warum so oft drei?
Keine Ahnung, ob das das Kinder und Familie oder Politik oder Kultur & Gesellschaft betrifft.
Ratlos, Sylvia
Servus,
kannst du mal ein konkretes Beispiel nennen?
Lg,
Penegrin
Hallo Sylvia,
du willst vielleicht auf Gruppen- oder Gangkriminalität hinaus. Eine Gruppe geht bei drei Personen los. Dass es eine signifikante Häufung von Jugendgewalt ausgerechnet bei Gruppen mit genau drei Personen geben wird, wage ich zu bezweifeln. 4er und 5er Gruppen werden genauso stark vertreten sein.
Zu dem Problem „Gangkriminalität“ allgemein gab es eine Untersuchung der Uni Tübingen:
http://www.uni-tuebingen.de/aktuelles/veroeffentlichungen/pressedienst-forschung-aktuell/pressedienst-archiv/archivfullview-pressedienst-forschung-aktuell/article/kriminologie-wenn-jugendliche-in-der-gruppe-kriminell-werden.html
Sie sind in einer dauerhaften Gruppe, die sich zur Straße orientiert, also an Bushaltestellen, in Kaufhäusern, an öffentlichen Plätzen oder auf Kinderspielplätzen versammelt. Die Gruppe ist in illegale Aktivitäten involviert, und das gehört auch zur Gruppenidentität. Das häufigste Delikt ist Gewalt gegen Personen.
Seit Ende der 1980er-Jahre ist die Gewalt-Jugendkriminalität angestiegen. In der polizeilichen Statistik geht die Zahl der Tatverdächtigen hoch, nicht in diesem Ausmaß aber die Zahl der Delikte. Das heißt, an einem Delikt sind im Schnitt mehrere Jugendliche beteiligt…
Doch was sind es für Jugendliche, die sich delinquenten Gruppen überhaupt anschließen? Mehr als 70 Prozent sind Jungen. Aus unserer Befragung wissen wir, dass es bei Gangmitgliedern generell weniger elterliche Kontrolle gibt als bei anderen Jugendlichen. Die Eltern wissen oft nicht, wo ihre Sprösslinge sind und mit wem sie unterwegs sind, sagt Klaus Bott. Sowohl Angehörige von Gangs als auch andere Jugendliche finden gute Noten nach eigenem Bekunden wichtig. Doch die Gangmitglieder hatten deutlich häufiger angegeben, dass Hausaufgaben Zeitverschwendung und die Freunde viel wichtiger seien. Der Anspruch, gute Leistungen zu bringen, ist auch bei Gangmitgliedern zu finden, aber konkret ist die Schule dann doch nicht so wichtig, fasst Klaus Bott zusammen. Jugendliche mit einem Migrationshintergrund hätten prinzipiell ein höheres Risiko, in delinquenten Gruppen zu landen.
Gruß
rakete
Weil es mehr Sinn macht. Wenn sich mir eine Person in den Weg stellt und mein Geld will kann ich der eine auf die Glocke geben und es ist Ruhe. Bei 2 Personen wäre die 2. Person im besten Fall schon mal eingeschüchtert wenn Person 1 auf dem Boden liegt. Bei 3 Personen könnten mich aber 2 Personen angreifen wenn ich einen von denen angreife.
In der Regel gibt es eine Art „Anführer“, der sich meist durch die größte Klappe als „Sprecher“ der Gruppe präsentiert. Außer dem von dir geschilderten Einschüchterungszweck, haben die Gangmitglieder weitere Aufgaben. Sie checken die Umgebung ringsrum ab, ob alle möglichen Zeugen genügend Unaufmerksamkeit heucheln bzw. eingeschüchtert sind. Manche unterstützen die Attacke des Anführers ggf. oder bereiten sie vor (z.B. einer huckt sich direkt hinterm Opfer hin, so das es der Sprecher leicht umschubsen kann).
Gruß
rakete
Hi,
drei sind stärker als zwei. Vier sind ungünstig, weil es bei einer geraden Anzahl von Mitgliedern gerne mal zu Pattsituationen kommt wenn es um Entscheidungen geht. Fünf sind zuviel, da geht die Beute in zu viele Teile und es dauert ewig, bis bei einer Essenspause alle ihren Döner bekommen haben. Außerdem gilt: je größer die Truppe, desto auffälliger.
Gruß, C