wer ist klug?
wie ist die definition von klug?
kann man klug werden?
sind manche leute einfach klug?
hat klug sein was mit lernen zu tun?
mit wissen?
Eine gute Frage, Helena!
Klugheit ist nicht Weisheit.
Klugheit ist nicht Intelligenz.
Klugheit ist nicht Schläue.
Der Brockhaus sagt, Klugheit sei die „verständige Überlegenheit richtigen Verhaltens in schwierigen Situationen“.
Weisheit hingegen sei „im Unterschied zur Klugheit [eine] menschl. Grundhaltung, die auf einer allg. Lebenserfahrung und einem umfassenden Verstehen und Wissen um Ursprung, Sinn und Ziel der Welt und des Lebens sowie um die letzten Dinge gegründet ist“.
Man kann also klug handeln, ohne weise zu sein. Das ist ja schonmal was.Huch! Das läuft mir gerade - wieder aus dem Brockhaus - über den Weg, daß Intelligenz dasselbe wie Klugheit sei. Mein Bauch sträubt sich aber deutlich gegen diese Gleichsetzung.
Also ist Klugheit vielleicht doch sowas wie Schläue?
Ich finde, Klugheit ist sowas wie der Keim der Weisheit, der durch Schläue gelegt wird und durch Intelligenz gedüngt werden kann. Damit er aufgeht und wächst, braucht es jedoch noch etwas mehr als nur Dünger, auch einen Bauern (oder Lehrer), etwas Regen (oder Leid), Sonne (oder Glück) und Wind (oder Erfahrung) sowie Schutz vor Raben und anderen Feldräubern (oder auch jemanden, der einen liebt).
Das Leben in einem Satz!
GruĂź,
Malte.
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Hallo Helena
Ich verstehe unter Klugheit die Faehigkeit zu wissen, was auf Dauer
am Nuetzlichsten ist.
Was aber in einer konkreten Situation klug ist, haengt von so vielen
Umstaenden ab, dass man es nie pauschal angeben kann. Z.B. ist
Rauchen meistens nicht klug, weil es auf Dauer eher ungluecklich
macht (wegen der bekannten Nachteile) als gluecklich (Zigarette tut
im Moment gut). Aber fuer jemanden, der an unheilbarem Krebs leidet
und bald sterben wird, fuer den waere es klug zu rauchen, wenn die
Zigaretten ihn entspannen und ihm wohltun.
Auch ist es manchmal klug, dem Chef die Meinung zu sagen und manchmal
ist es das nicht. Eben dieses Wissen nenne ich Klugheit.
Was ist nuetzlicher (mit nuetzlich meine ich dem individuellen oder
koellektivem Glueck foerderlich): ruecksichtsloses
Wirtschaftswachstum oder oekologisches Wirtschaften? Das zu wissen
und die richtigen Entscheidungen zu treffen, ist Klugheit.
Gruss, Tychi
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Vielleicht hilft die Etymologie?
Kluge:
_ klug
Adjektiv Standardwortschatz (12. Jh.), mhd. kluoc Stammwort.
Ăśbernommen aus mndd. klOk, mndl. cloec im 12. Jh. (mit inlautendem g, da das Hochdeutsche zu dieser Zeit kein intervokalisches k mehr besaĂź).
Vorauszusetzen ist (g.) *klOka-, das aus *klOkka- vereinfacht sein könnte. Die Geminate legt sich nahe durch den Vergleich mit air. glicc „erfahren, einfallsreich, schlau“, das allerdings nur (ig.) *glkk- oder *glgg- gegenüber *glOgg- für das Germanische voraussetzt.
Semantisch könnte weiter an gr. glOchĂs „Spitze“ (gr. glOches „Ähren“, gr. glOssa „Zunge“, eigentlich „Zungenspitze“, neben gr. glássa) angeknĂĽpft werden, vgl. l. acUtus „schlau, scharfsinnig“, eigentlich „geschärft, gespitzt“; aber die lautlichen Zusammenhänge sind unregelmäßig. Die Frage der Herkunft muĂź deshalb offen bleiben. Abstraktum: Klugheit.
Ebenso nndl. kloek.
Trier, J. ZD 46 (1932), 625-635;
Scheidweiler, F. ZDA 78 (1941), 184-233;
Piirainen, E.: Germ. „*frOd-“ und germ. „*klOk-“ (Helsinki 1971;
anders);
Heidermanns (1993), 336. deutsch_
Auch im Grimm findet sich einiges; der Anfang dort lautet:
KLUG [Lfg. 11,6], scitus, prudens, mhd. kluoc, gen. kluoges, ahd. eigner weise nicht bezeugt, gewiss nur zufällig. nd. mit abweichung im wurzelauslaut (wie klinken für klingen) klôk, flectiert klôker man, z. b. Theophilus 528 (nicht klôch, klôger wie es dem hd. laut entsprechend wäre), so auch nrh. kloik, ein kloike vrauwe FROMM. 2, 441b, nl. kloek, und selbst md. in clûchelich pass. H. 82, 93, cluchlich, kluekeli
Der Link dazu findet sich auf dem Eröffnungsbrett.
Fritz
Sternstunde
Hallo Malte
Danke für die klugen und erbaulichen Erläuterungen!
Erich
danke euch, das werd ich gleich meiner bekannten mal unter die nase halten die meinte, wenn sie mit ihrem fotografischem gedächnis meinethalben ein lexikon „auswendig lernt“, dann sei sie klug.
Hallo Helena,
vorab: untenstehend nur meine Laienmeinung…
wenn sie mit ihrem fotografischem
gedächnis meinethalben ein lexikon „auswendig lernt“, dann sei
sie klug.
dann könnte man evtl. sagen, sie wisse viel oder sei -je nach Auswahl der Texte die sie „photographiert“- gebildet (wobei auch dazu IMHO auch das Verstehen der Inhalte gehört). Klugheit/ Intelligenz verstehe ich als die Fähigkeit, neuartige Problemstellungen effektiv lösen zu können; und zwar abstrahiert von Ausbildung und Erfahrung.
Sicherlich erleichtert allerdings eine hohe Intelligenz die Aneignung von Wissen/Bildung und erschwert geringe Intelligenz eben solches.
Mag also sein, dass sie klug ist, aber ihr gutes Gedächtnis hat damit nichts zu tun.
GruĂź
Ramona
hi ramona!
danke fĂĽr deinen beitrag!!
klug ist die frau leider überhaupt nicht… sie kann nur ihr „fotografiertes“ wissen raushauen. wenn man weiter bohrt, mit z. b. „was-wäre-wenn-fragen“ … nix…
ich kann solche leute nicht leiden, die mit solchem „wissen“ prahlen.