Servus,
die jungen Kuhhirten aus dem Atlas, die als Saisonniers in der CH auf den dortigen Alpen arbeiteten, solange der Arbeitsmarkt in der CH noch ziemlich strikt reglementiert war, benutzten in aller Selbstverständlichkeit Funktelefone, lange bevor das Wort „Handy“ erfunden wurde.
Für Hermes-Fahrer mit sparsameren Kenntnissen des lateinischen Alphabets (und was anderes als solche Bimbo-Jobs gibt es für Ali Durchschnitts-Zuwanderer sowieso nicht) ist es übrigens ein wahrer Segen, wenn sie die Adresse des nächsten Empfängers unmittelbar in das Navigationssystem ihres Autos einlesen können (wird sowas überhaupt schon gemacht, eigentlich?).
Und wenn Siri ihnen sagt, welchen Checkpunkt sie als nächstes ansteuern sollen und wie sie dort hinkommen, können auch solche deutschen Langzeitarbeitslosen als Nachtwächter eingesetzt werden, die bisher Schwierigkeiten hatten, solchen abstrakten Beschreibungen wie „Block C, Tor 3, zweite Ebene“ zu folgen.
So banale Sachen kommen dabei heraus, wenn man die Wortblase von der ‚Digitalisierung‘ (die beiläufig nichts besonders Neues ist - in der Textilindustrie werden z.B. digitale Steuerungen von Webstühlen seit 1805 eingesetzt, und vollautomatisch im Rechenzentrum erstellte und ausgedruckte Telefonrechnungen hast Du auch schon als Dreikäsehoch gesehen) auf ihren konkreten Inhalt eindampft.
Ach ja, und übrigens: Die Sonntagsredner von der „Digitalisierung“ vergessen gerne, dass Siri keinen Dekubitus sauberzupfen und auch keinen Katheterbeutel wechseln kann.
Schöne Grüße
MM