Hallo,
die Schüler der Siegerland-Schule erlernen Techniken zum gewaltfreien Umgang miteinander. Wenn man dann doch mal den Lehrer holen muss, ist das kein „echtes“ Petzen.
Der Trainer zeigt den Kindern beispielsweise, auf welche Körperhaltung es ankommt: „Reißverschluss nach oben“ nennt er die aufrechte Position mit erhobenem Kopf, die stark wirkt und Respekt verschafft; „Bohrerblick“ die Art, einen Beleidiger oder Angreifer zu fixieren.
Dann folgt die eindringliche Bitte, mit den Sticheleien oder Gehässigkeiten aufzuhören. Notfalls mehrmals. Führt das zu nichts, kündigt das betroffene Kind an, einen Erwachsenen zu holen. Bleibt alles wirkungslos, macht es genau das – berichtet dem Lehrer oder Erzieher aber unbedingt vom eigenen Versuch, den Streithahn zur Räson zu bringen.
Mich beschleicht allerdings so eine Ahnung, dass diese Technik nur in ein paar Randlagen Berlins sowie in Waldorf- und Montessorieinrichtungen zum gewünschten Ergebnis führen wird, weil Störenfriede von robusterer Natur sind und „andere“ Ansprache brauchen.
Wird nicht mit Kinderjudo doch vielleicht etwas mehr Selbstvertrauen vermittelt?
Wie sehr Ihr das ?
Gruß
rakete
ich finde das schon schlau das bereits in der GRUNDSchule anzufangen - denn dort wird auch die Basis für die älteren Störenfriede gelegt… sprich wenn schon die Kids in er Grundschule lernen adäquat mit Konflikten und Störenfrieden umzugehen … gibt es schon nicht mehr so viele Störenfriede weil ihnen ihre Basis (die Mitmacher, denn nur in der Gruppe ist man stark) entzogen wird.
Gewalt mit Gewalt zu begegnen hat noch nie so wirklich funktioniert … und noch ist der Geist stärker als der Körper - körperlich aggressiv werden Menschen ja immer erst, wenn die Argumente ausgehen … wer schlägt verliert bzw. hat schon verloren
Der Michael Kuhr zeigte uns doch vor vielen vielen Jahren schon mal wie man das macht: https://www.youtube.com/watch?v=x2tkWBOBIj8
Aber dann gibt’s eben auch viele die nur die etwas robustere Ansprache verstehen: https://www.youtube.com/watch?v=FGxFvBHbB_Y
So sehe ich das auch. Meine Oma pflegte immer zu sagen: "Wenn jemand etwas von dir (im negativen Sinne) will, schau einfach weg und gehe weiter.
Ähnlich beschreibt es dieser „Trainer“ mit seinem Reißverschluß und Bohrer.
Zugegeben: Vor 40 Jahren mögen das die Mittel zur Vermeidung von Konflikten gewesen sein, heute, so meine Meinung, ist das sogar eher kontraproduktiv.
Wobei ich das jetzt nicht nur auf den Schulhof beziehe.
Hallo,
sieht man sich mal an, was der durchschnittliche Armutsseggregierte im Ruhrgebiet mit „Kinderjudo“ hinterher so anfängt, ist es keine gute Idee, Menschen mit miserablem Selbstbewusstsein sowie sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Defiziten noch an Kampfsport heranzuführen! Dadurch sinkt die Hemmschwelle zur Anwendung körperlicher Gewalt noch mehr. Und das genau bei den falschen.
Ich halte es für deutlich gebotener, die Auslöser der Beleidigung und Aggression zu „behandeln“ als die Opfer mit vermeintichen Abwehrmechanismen auszustatten.
Gruß vom
Schnabel
Der Trainer empfiehlt das genaue Gegenteil von wegschauen/weitergehen (was uns schon einmal eine rechtsextreme Politik eingebrachr hat) nämlich aufrichten- hinschauen- ansprechen - Hilfe holen !
Die Erfahrungen scheinen durchaus unterschiedlich zu sein. Sogar Boxen wird Kindern in schwierigen Stadtteilen vermittelt:In einer Schule in Wilhelmsburg – noch so ein Problemstadtteil – startet um halb fünf der nächste Kurs. Er sei dort Vorbild. Disziplin und Pünktlichkeit zählen besonders.
Kampfsport kann auch Respekt vor anderen Personen lehren.
Du meinst, der Aggressor soll rausgezogen und bestraft bzw. irgendwie psychologisch in die Mangel genommen werden? Aber zumindest nicht so wie in dem Artikel, oder?
Gruß
rakete
Nur ist nicht immer Hilfe zur Stelle. Zumindest im späteren Leben. Es gibt immer Idioten, die sich jede Frechheit rausnehmen würden, wenn man nicht gegen hält. Das muss nicht mit Gewalt sein. Selbstbewusstsein strahlt aber nur jemand aus, der sich ein bisschen wehren kann bzw. dies gelernt hat.
Gruß
rakete
Leider ist nicht jeder „Michael Kuhr“. Der kann sich seine Klappe nur leisten, weil er etwas von Kampfsport versteht.
Es wäre schon schön, wenn sich z.B. im U-Bahn-Abteil die Leute schneller solidarisieren, um provozierendes Verhalten der üblichen Idioten gleich im Keim zu ersticken. Leider ist das leichter gesagt als getan. Mit „Reißverschluss hoch“ kommt man jedenfalls in solchen Situationen nicht weiter.
Gruß
rakete
falsch : Selbstvertrauen strahlt der aus, der die „Körpersprache“ dazu erlernt hat und beherrscht und sich eben nicht durch wegschauen/klein machen als potentielles Opfer outet
Eigentlich ist es ganz einfach: 3 pöbeln rum, 10 stehen auf. Dann ist schnell Ruhe. Klappt aber in der Praxis noch nicht so, stimmt. Wird aber, bin ich von überzeugt.
Kannst du ein Beispiel dazu nennen? Szenario: Ein Typ (vielleicht mit einem Begleiter) macht direkt ein Paar an(will z.B. an das Mädchen ran). Welche Körpersprache muss vor oder während der Konfrontation gewählt werden?. Ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht. Ist Flucht eine Option: Abhauen!. Wenn keiner in der Nähe ist, wird man sich wehren müssen!
Gruß
rakete
Übrigens hat der auch die Fahndungsprämie für den U-Bahn- Treppensturz ausgelobt. Ist sicher schon bekannt:
Gruß
rakete