Schwimmverhalten eines menschlichen Körpers

Hallo,

ich weiß nicht, ob ich hier bei euch mit meiner Frage richtig bin:
ist es möglich, dass ein bewußtloser oder bereits lebloser Mensch auf dem Rücken liegend aus dem flachen Uferbereich heraus bis auf die Mitte eines großen Baggersees (aktive Schwimmzeit bis zur Mitte ca. 5 Minuten), z.B. durch Unterströmungen, hinausgetrieben wird (ohne zu ertrinken, ohne unterzugehen)?

Es wäre mir sehr wichtig, hierauf eine kompetente Antwort zu bekommen, da mein Mann in einem Baggersee ums Leben kam und ich ihn wie beschrieben treibend in der Mitte des Sees fand. Mir läßt diese Frage keine Ruhe, da mein Mann aufgrund einer schweren Lungenerkrankung verbunden mit einem langem Koma im vergangenen Frühjahr körperlich noch gar nicht in der Lage gewesen wäre, eine so weite Strecke aus eigener Kraft rückenschwimmend zurückzulegen. Auch hätte er wohl Vorbehalte gehabt, sich allein bis in die Mitte des Sees zu wagen. Es wurde Herzstillstand diagnostiziert. Aber wann und wo im See? Am Ufer, bereits in der Mitte? Was ist passiert? Dies hat mir bisher niemand beantworten können. Auch hat mir bisher niemand schlicht und fachlich beantworten können, ob es möglich ist, dass ein bewußt- oder lebloser Körper in Rückenlage verbleibend hinausgetrieben werden kann. Wer hier könnte mir helfen oder wer von euch kann mir sagen, an wen ich mich sonst noch wenden könnte?

Allerbesten Dank im voraus!

Heidi

Hallo Heidi,

das hängt von sehr vielen Faktoren ab: Statur/Gewicht der Person, Wetter, Wassertemperatur, Strömungen, … da vieles davon nicht bekannt ist, kann dir diese Frage keiner sicher beantworten.

Ich halte es für unwahrscheinlich, daß Mund/Nase eines bewußtlos auf dem Rücken Treibenden nicht unter Wasser kommen. Dann würde Wasser in die Lunge kommen. Das hätte man bei einer Obduktion feststellen können. Wenn man einen Herzstillstand als Todesursache vom Ertrinken/Ersticken/durch Hypoxie verursachten Tod unterscheiden kann (das weiß ich nicht), ist es wahrscheinlicher, daß er zuerst einen Herzstillstand hatte und dann getrieben ist.

Einen Tipp habe ich. Er ist wahrscheinlich unpraktikabel, aber wer weiß: Suche eine Person, die vom Körperbau deinem Mann ähnlich ist und bitte ihn, sich an einem Tag, an dem das Wetter (inkulsive der 5-10 Tage davor) etwa dem Wetter entspricht, das zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte, in der von dir vermuteten Weise treiben zu lassen. Wiederhole diesen Versuch 5-10 mal und du bekommst einen Anhaltspunkt dafür, wie wahrscheinlich es sein kann, daß dein Mann vom Strand her rausgetrieben wurde.

Grüße
Jochen

Hallo Heidi,

das hängt von sehr vielen Faktoren ab: Statur/Gewicht der
Person, Wetter, Wassertemperatur, Strömungen, … da vieles
davon nicht bekannt ist, kann dir diese Frage keiner sicher
beantworten.

Ich halte es für unwahrscheinlich, daß Mund/Nase eines
bewußtlos auf dem Rücken Treibenden nicht unter Wasser kommen.
Dann würde Wasser in die Lunge kommen. Das hätte man bei einer
Obduktion feststellen können. Wenn man einen Herzstillstand
als Todesursache vom Ertrinken/Ersticken/durch Hypoxie
verursachten Tod unterscheiden kann (das weiß ich nicht), ist
es wahrscheinlicher, daß er zuerst einen Herzstillstand hatte
und dann getrieben ist.

Hallo Heidi, Hallo Jochen,

Einen Tipp habe ich. Er ist wahrscheinlich unpraktikabel, aber
wer weiß: Suche eine Person, die vom Körperbau deinem Mann
ähnlich ist und bitte ihn, sich an einem Tag, an dem das
Wetter (inkulsive der 5-10 Tage davor) etwa dem Wetter
entspricht, das zum Zeitpunkt des Unglücks herrschte, in der
von dir vermuteten Weise treiben zu lassen. Wiederhole diesen
Versuch 5-10 mal und du bekommst einen Anhaltspunkt dafür, wie
wahrscheinlich es sein kann, daß dein Mann vom Strand her
rausgetrieben wurde.

Ich hoffe es klingt nicht zu makaber, aber ein Baumstamm von von etwa 1-2m Länge, 30cm Dick sollte für diesen Versuch ausreichend sein. Evt. liegt sowas in der Nähe herum (sieht ja keiner) und man kann gleich 20 Stück auf die Reise schicken.

Vielleicht (und ich hoffe auch da trete ich Dir nicht zu nahe, Heidi), vielleicht ist es aber auch besser, sich nicht alles auszumalen und die Toten ruhen zu lassen. Zumal es ja vielleicht auch kein Szenario gibt, das wirklich befriedigend wäre. Es tut mir Leid um Deinen Mann, und ich hoffe Du nimmst keinen Schaden auf der Suche nach der Warheit.

achim