Solaranlage in einer Wohnung in MFH vorbereiten

Hallo,
wir kauften ein MFH mit 7 Einheiten. Auf dem Dach könnten wir (wenn das Budget wieder ausreicht in 2 Jahren) eine PV Anlage installieren.
In der ersten Etwage sanieren wir derzeit umfangreich, evtl. um diese selbst zu nutzen.
Dementsprechend würden wir dann auch die Stromerträge in der ersten Etage verwenden wollen.

Da wir aktuell die komplette Wände offen haben, auch die alten Kamine sind offen, wäre eine Vorbereitung sinnvoll.

Doch was macht da eigentlich Sinn??? Kabel bereits durch den Kamin in die Wohnung ziehen??

Auf dem Dach ist keine große Fläche, lediglich eine kleine PV Anlage findet platz.
Ich weiß, schwer pauschal zu beantworten möglicherweise. Oder?

Hallo,

ich würde die Leute fragen, die die Dinger täglich auf Dächern montieren. Nimm Kontakt zu drei oder vier Solarbauern auf, vereinbare Termine vor Ort und lass Dir von denen ihre Ideen vortragen - gerne dann auch verbunden mit konkreten Angeboten. Die werden begeistert sein, dass sie das Objekt in dieser Phase begutachten können und nicht später - im Zuge der Montage - mühsam nach Leerrohren oder anderen Möglichkeiten der Verlegung suchen müssen.

Gruß
C.

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Berücksichtigt aber dabei, dass ihr vielleicht doch ins Erdgeschoss zieht …

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Sind die Zähler zentral im Keller angeordnet?
Dann kommt die Zuleitung zum Wechselrichter in den Keller - und meist baut man dort auch den Wechselricher selber hin. Der mag es nämlich kühl.

Sollten die Zähler in den Wohnungen sein, so ist das Mist. Dann wäre die PV-Anlage nämlich fest dieser Wohnung zugeordnet, wenn man Leerrohre oder Kabel dorthin zieht.

Ebenso sieht es aus, wenn in jeder Etage mehrere Zählerplätze im Treppenhaus sind.

So macht man es in älteren MFH:
Zählerschrank neu in den Keller. Von dort zu jeder Wohnung eine neue Wohnungszuleitung. Die darf man durchs Treppenhaus führen, wenn sie gemäß der im jeweiligen Bundeland gültigen Leitungsausstattungsrichtlinie verlegt wird. Es wird mindestens ein nichtbrennbarer Kanal gefordert sein, eventuell sogar ein Brandschutzkanal oder eine Abkofferung mit passendem Feuerwiderstand (doppelt beplankter Rigips reicht meistens).

Beachte, dass die Möglichkeit der „gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung“ besteht. Ser interessant, um den überschüssigen Strom an Mieter verkaufen zu können und weit eleganter als der Rohrkrepierer „Mieterstrommodell“.

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Daher ja das evtl.
Leitungen legen schadet ja nicht. Notfalls liegen diese halt ungenutzt in der Wand. Schwieriger wäre es jetzt alles schön zu machen, um dann in zwei Jahren „alles“ öffnen zu müssen.
Genau das möchte ich ggf. ersparen.

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Nee, es sind nicht alle Zähler im Keller. In der ersten Etage der ist in der Wohnung. (Wollte ich auch gern so belassen.)
Den Wechselrichter hätte ich auch unten geplant. Da ist genug Platz und der Kamin ist zugänglich.

Also von oben nach ganz unten geht es „problemlos“.

Einen Zählerschrank mit den Mindestmaßen 1100mm x 550 mm in der Wohnung?

Lass mich raten: Da ist zurzeit eine Zählertafel, kaum 250 mm breit und 800 mm hoch, in einer Nische oder Ecke montiert.
Zählertafeln sind tot, da sind keine Änderungen zulässig.

Für PV benötigte Leitungen:
In der Regel vier Solarleitungen (für angenommene zwei Strings) vom Dach zum Wechselrichter; eine Erdungsleitung vom Dach zur Haupterdungsschiene; eine Leitung für Drehstrom, meist nicht unter 5 x 4mm², und ein Datenkabel vom Zählerschrank zum Wechselrichter; ein Datenkabel vom Router zum Wechselrichter.

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Ok, Zählertafel. Die ist im sehr guten Zustand. Selbst der Elektriker meinte, passt alles.

Danke für die Aufstellung der Leitungen. Damit kann ich arbeiten.

Wie gesagt: Keine Änderungen oder Erweiterungen zulässig.
Es ist absolut unzulässig, die Betriebsart zu ändern (etwa durch Dauerlasten wie PV-Anlage, Wärmepumpe oder Wallbox). Zählertafeln waren zuletzt in den 80ern zulässig.
Es gibt da nur noch den Bestandschutz - so lange nichts geändert wird, darf das Teil bleiben.
Nicht zu den wesentlichen Änderungen gehört der Betrieb eines „Balkonkraftwerks mit Verzicht auf Einspeisevergütung“ oder der Einbau einer modernen Messeinrichtung.

Wenn ein Elektriker nicht auf diese Einschränkungen hinweist, wäre das keine gute Leistung von ihm.

Mit der Verlegung von Kabeln im Jahr 2025 sollte man vorsichtig sein, wenn eine PV Anlage nicht gleich angeschlossen wird. Was im Jahr 2026 oder später an Normen und Technologien vorherrscht, kann niemand vorhersagen.

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