…und Probleme im Rest der Welt?
Ich höre und lese einerseits die good news in Deutschland: Der Rhein war seit 100 Jahren nicht so sauber, die Fische sind glücklich wie die glücklichen Kühe von milka oder sontwo, die verseuchten Gewässer und Landanteile in der Ex-DDR seien wieder blühende Naturschutzgebiete usw usf.
Auf der anderen Seite höre und sehe ich die schlimmen Bilder der kaputten Erde (neulich erst die von dem berühmten Fotografen da, gabs im TV was drüber), der Film vin Al Gore usw usf.
Ist es tatsächlich so, dass de Umwelschutz in Deutschland in den letzten Jahrzehnten viel besser geworden ist, während er in der restlichen Welt schlechter wurde?
fragt
Branden
Hallo,
das kann man so nicht sagen, weil es vor 30/40 Jahren keinen Umweltschutz gegeben hat und noch nicht einmal den Begriff, erst mit dem Club of Rome wurde zum erstenmal ins Bewusstsein gerufen, dass die Erde endlich ist. Obwohl Umweltschäden so alt sind wie die Menschheit, schon die CroMagnons usw. haben Wälder in grossem Umfang abgeholzt, und in der Antike wurde das ganze Mittelmeer von umliegenden Wäldern befreit.
Bei uns hat sich dann ein zunehmendes Umweltbewusstsein entwickelt, auch durch die Partei der Grünen, allerdings sind wir im Ausland dafür häufig belächelt worden, für Franzosen ist „Waldschaden“ ein absoluter Witzbegriff. Und der US-Kongress hat kürzlich erst auf Betreiben von Bush schlichtweg beschlossen, dass ein Klimawandel nicht existiert. Das ist allerdings ein Extrem, in den meisten Ländern gibt es schon mehr oder weniger Umweltbewusstsein. Es ist auch nicht schlechter geworden, nur durch das globale Wachstum werden die Probleme automatisch immer grösser.
Gruss Reinhard
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Ich höre und lese einerseits die good news in Deutschland: […]
Auf der anderen Seite höre und sehe ich die schlimmen Bilder
der kaputten Erde […]
Es kommt halt immer darauf an, wo man die Kamera hin hält. Wenn man in Deutschland schlimme Bilder sucht, wird man sie finden, genauso wie man außerhalb Deutschlands auch das blühende Leben finden kann.
Ist es tatsächlich so, dass de Umwelschutz in Deutschland in
den letzten Jahrzehnten viel besser geworden ist
Ja.
während er
in der restlichen Welt schlechter wurde?
Nein. Aber in vielen Ländern hinkt man in Sachen Umweltschutz hinter Deutschland her, weil man später angefangen hat, sich darüm zu kümmern oder es noch heute nicht kann oder will. Außerdem nimmt in den Schwellenländern und aufstrebenden Industrienationen die Umweltzerstörung viel dramatischer zu, als bei uns, so daß die Gesamtbilanz dort selbt mit verbessertem Umweltschutz schlechter wird.
Hallo,
Deine Schilderung erinnert mich an die frueheren Nachrichten aus der DDR.
1.Meldung was Tolles aus der DDR
2.Meldung schlimme Sache im Westen
3.Meldung prima Vorgang im oestlichen Bruderland
4.Meldung Probleme bei den Faschisten drueben
Es ist bestimmt auch bei dem Umweltthema etwas psychologische „Kriegsfuehrung“ dabei.
Und wir sind in Deutschland im Umweltschutz wirklich schon gut, nicht umsonst geht manche Schmutzproduktion hier weg, oder mach rueckstaendiges Produkt wird hier nicht mehr zugelassen.
Gruss Helmut
Servus,
Ist es tatsächlich so, dass de Umweltschutz in Deutschland in
den letzten Jahrzehnten viel besser geworden ist, während er
in der restlichen Welt schlechter wurde?
mit der Verlegung der Industrieproduktion in andere Länder sind halt auch deren Immissionen exportiert worden. Insgesamt ein Schaden für die Umwelt, kein Nutzen: Wer 1980 in D wenigstens noch ein Minimum zur Klärung von Abwässern und Abgasen tun musste, muss das heute in Rumänien oder China mit der gleichen Produktion nicht mehr, sondern kann seinen ganzen Seich ablaufen lassen, wie er grad lustig ist. Die Welt, in die der Seich reinläuft, ist ganz unabhängig von Grenzen die gleiche, und wir sitzen drauf.
Die schwungvolle Verlagerung der Produktion in andere Gegenden der Welt macht die relativ guten deutschen Umweltstandards zu zahnlosen Tigern. Zu den zahnlosesten darunter gehört u.a. unser ehrenwerter Umweltminister, der erst kürzlich ein Gesetz zur Regulierung des Handels mit Holz aus Raubbau an tropischen Wäldern gekippt hat. Nichts, worauf man stolz sein kann.
Die verbleibenden Probleme mit dem Wasser kann man allerdings nicht einfach exportieren wie die Industrieproduktion, die Flüsse sind unverändert restlos zugeschissen. Da hülfen bloß ordentliche Kläranlagen.
Zu allem hin ist es heute kaum mehr möglich, einer identifizierten Sau ordentlich auf die Finger zu hauen. Müller in Aretsried (der mit den Zuckermilchprodukten) kontert jedes Ansinnen, er könnte doch einmal eine Kläranlage bauen, mit dem Argument „dann mach ich die Bude zu, seht zu, wie ihr das nachher den Arbeitslosen erklärt“.
Besser geworden? Eigentlich nicht…
Schöne Grüße
MM
Hallo Branden,
Ich muss hier auch in die Kerbe von Martin May schlagen.
Das ganze hat ja schon angefangen, bevor die Betriebe auch wirtschaftlichen Erwägungen verlagert wurden.
Viele Herbizide, Pestiziede, giftige Farbstoffe usw. wurden in Europa wegen Krebsgefahr und anderen Problemen verboten.
Die Industrie hat dann einfach dei Produktion verlagert und die Produkte, meist in Dritteweltländern weiterhin verkauft …
Und heute reimportieren wir die Gifte mit den eingeführten Waren halt einfach.
Dann schimpfen wir auf die Billigproduzenten in den Billiglohnländern und auf die hohen Kosten von Qualitätsware und freuen uns gleichzeitig weil die Aktienkurse unserer heimischen Chemikonzerne wieder gestiegen sind, welche die schädlichen Produkte eigentlich über Tochterfirmen geliefert haben !!!
Umweltschutz ist, wenn der Dreck bei den andern rumliegt *SCNR*
MfG Peter(TOO)