Vögel füttern

Ich hätte eine frage: Wie lange soll man Vögel füttern, auch im Sommer oder nur im Winrter oder gar nicht?

Hallo! Da gibt es sicher unterschiedliche Standpunkte…
Meiner: in einem naturnahen Garten und ohne extreme Not (starker Frost und sehr viel Schnee) ist das Füttern nicht nötig, aber ein Futterhäuschen ist z.B. für Kinder (und einen selbst) eine gute Möglichkeit, die Tiere zu beobachten…
Auch kommt es auf’s Futter an: Amseln, Kernbeisser und Rotkehlchen haben unterschiedliche Ansprüche… = weites Thema…
Es gibt auch Warnungen, in der Brutzeit mit „Winterfutter“ zu füttern, da die Jungen tierische Nahrung (Raupen) brauchen… [und NEIN ich denke nicht, dass die Meisen das schon kapieren und daher lieber mühsam Raupen sammeln für die Nestlinge, statt den Knödel zu plündern… :smile:]

Im Grundsatz gilt: die Tierarten „der Heimat“ kamen und kommen auch ohne den Menschen aus - Mutter Natur hat sich schon was bei gedacht, wenn Schwalben als Fliegenfänger in den Süden ziehen und Gimpel als Knospenfresser hier bleiben… - zu füttern weil ja die Natur „Hilfe braucht“ ist IMHO(!) der falsche Weg, wichtiger ist es - wenn man schon ein anthropozentrisches Weltbild bemühen will - der Natur den Freiraum zu lassen, mit Hecken, Laubhaufen, Steinhaufen usw. im Garten z.B., dass alle Vögelchen UND deren Nahrung („Unkraut“, „Schädlinge“) auch ihr Auskommen haben…

wie gesagt: MEIN Standpunkt…

Fazit: Füttern im Winter ist nett, im Sommer nicht nötig bis schädlich; Vogeltränke kann man überlegen… (ich hab z.B. keine…)

cu kai

Hi,

eine beliebte Frage, die ich immer mit meiner Mutter diskutiere. Sie hat wohl einen langen Fernsehbericht gesehen, in dem ein „Vogelpapst“ gezeigt wurde, der eine ganzjährige Fütterung befürwortete.

Der Grund: Die Tiere würden bis zu doppelt so alt wie ohne Fütterung. Da sie sich aber nicht ausschließlich vom Vogelfutter ernähren sondern zusätzlich auch noch Futter aus der Natur aufnehmen, sei es auch eine gesunde Ernährung.

Ich glaube, das war er: http://www.welt.de/wissenschaft/tierwelt/article5910…

bye
Rolf

Hallo

Meiner: in einem naturnahen Garten und ohne extreme Not (starker Frost und sehr viel Schnee) ist das Füttern nicht nötig …

Das habe ich mal gemacht, nur bei starkem Frost und viel Schnee gefüttert. Die Vögel haben mein Futter gar nicht gefunden.

Wer will, dass die Vögel das Futter in der Not wirklich finden, sollte ganzjährig (im Sommer vielleicht sehr wenig) füttern. Wenn es sehr kalt ist und man starken Hunger hat, geht man ja nicht auf kräftezehrende Entdeckungsreisen, wohl auch dann nicht, wenn man ein Vogel ist.

Im Sommer ist es unter Umständen wichtiger, eine Vogeltränke hinzustellen.

Viele Grüße

3 Like

Hallo!

das mit dem „Futterstelle bekannt machen“ macht m.E. KEINEN Sinn, weil im Winter ganz andere Vögel da sind, wie im Sommer!!

es gibt keine „meine Vögel im Garten“, deren Aktionsradius ist WEIT WEIT größer!!

(Sommer: auch Zugvögel wie Grasmücken, Rotschwänzchen etc., die nur im Sommer da sind, und „nur“ die Meisen etc., die auch in der Gegend brüten - dagegen im Winter: viele „zusammengerottete“ Schwärme/Gruppen von Meisen, Sperlingen, Finken, die im Sommer NIE alle zusammen sind, teils sogar Arten, die von WEIT her kommen, wie Bergfinken aus Russland etc…)

das mit der Tränke: mein Reden :smile:

cu kai

Hallo!

das mit dem „Futterstelle bekannt machen“ macht m.E. KEINEN Sinn, weil im Winter ganz andere Vögel da sind, wie im Sommer!!

Zum großen Teil, aber manche bleiben da, und kennen die Stellen dann doch, und andere, neu zugezogene Vögel sehen, wo die ihr Futter holen.

Wenn man genau wüsste, wann welche Vögel wo sind und bis wann sie Futterstellen suchen und wann genau Frost einsetzen wird, könnte man ja eventuell darauf reagieren. Aber das weiß man doch nicht.

Viele Grüße

Hallo!

klar, da geb ich Dir recht…

ich denke aber, es ist mehr eine Frage, ob man JEDEN Vogel sattmachen will/kann, oder ob man natürliche Abläufe akzeptieren kann (Einzeltiere sterben im Winter, die Art überlebt in der Natur) und ggf. DAFÜR die Voraussetzungen verbessert (Vogelgehölze, Deckung, Brachflächen usw…)

WENN man für die Vogelarten (und zwar nicht nur die Allerweltsarten) was machen will, ist es m.E. besser „draussen“ Brachflächen/Gehölze/Futterstellen anzulegen/zu halten, als nur im eigenen Garten (da kommen wirklich nur die hin, die sich halt in Gärten etc. rumtreiben…).

Mein Vater hat z.B. früher Futterstellen (Silohäuser) im Wald beschickt, da mag auch ein weniger mutiger Wald-Piepmatz hingefunden haben, die Stellen wurden auch über Jahre beibehalten und waren den Vögeln somit bekannt…

Viele Vorgelarten - und wohl v.a. die selteneren - können mit „Normalfutter“ nicht immer was anfangen; die Bandbreite der Ansprüche und auch der Hilfsmöglichkeiten ist sehr gross…
(z.B. Mäusefutterstellen/Wannen für Eulen, Ameisenschutz für Spechte usw. usf…)

cu kai

Hallo,

ich denke aber, es ist mehr eine Frage, ob man JEDEN Vogel sattmachen will/kann, oder ob man natürliche Abläufe akzeptieren kann (Einzeltiere sterben im Winter, die Art überlebt in der Natur) und ggf. DAFÜR die Voraussetzungen verbessert (Vogelgehölze, Deckung, :Brachflächen usw…)

das Hauptproblem ist doch, dass man als einzelner Bürger gar keinen Einfluss darauf hat, ob „Vogelgehölze, Deckung, Brachflächen“ usw. erhalten werden!

In meiner Umgebung z.B. wurden sehr viele Neubaugebiete geschaffen. Dafür wurden Streuobstwiesen, Maisfelder, Naturwiesen usw. geopfert.
In den Neubaugebieten wird der Rasen regelmässig auf Golfplatzhöhe abgemäht, da fällt kein Körnchen mehr für die Wildvögel ab.
Die sonstige Bepflanzung dort fällt eher durch Pflegeleichtigkeit auf, als durch ökologische Sinnhaftigkeit. Wenn sich eine Raupe zeigt wird gleich Insektenvernichtungsmittel dagegen versprüht.

WENN man für die Vogelarten (und zwar nicht nur die
Allerweltsarten) was machen will, ist es m.E. besser
„draussen“ Brachflächen/Gehölze/Futterstellen anzulegen/zu
halten, als nur im eigenen Garten (da kommen wirklich nur die
hin, die sich halt in Gärten etc. rumtreiben…).

Das „Draussen“ entzieht sich oftmals der Einflussnahme des einzelnen Bürgers.
Naturbelassene Ackerrandflächen z.B. gibt es kaum noch, aufgrund der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung.
Wer möchte es den Landwirten auch verübeln wenn sie das Optimale aus ihrem Boden herausholen möchten?

Mein Vater hat z.B. früher Futterstellen (Silohäuser) im Wald
beschickt, da mag auch ein weniger mutiger Wald-Piepmatz
hingefunden haben, die Stellen wurden auch über Jahre
beibehalten und waren den Vögeln somit bekannt…

Dein Vater hat damit aber doch auch die natürlichen Abläufe nicht akzeptiert. Ansonsten hätte er gar nicht zusätzlich füttern dürfen.

Gruß
Spatzi

Hallo Spatzi!

Klar kann nicht JEDER das so machen, wo ich wohne haben viele aber noch irgendwo ein Stück oder eben ne Obstwiese oder einen Schrebergarten etc. pp

Wenn man das nicht direkt machen kann oder mag (klar mitten in der Grossstadt tut man sich da schwerer) kann sich immerhin aber überlegen, ob es für die Natur als ganzes mehr bringt 27,55 EUR zum Supermarkt zu bringen und ein paar Kohlmeisen und Elstern zu mästen oder das in eine Topf zu spenden (Naturschutzverbände, einen Fonds zum Ankauf von Flächen usw…) - Du erlaubst mir diese zugespizte Pointierung - nur um ein Beispiel zu nennen…

(apropos Elstern: die Fregger haben mir diesen Winter wirklich die Meisenknödel komplett gemopst, wenn se nicht fest angebunden waren… :smile:)

Und selbst im Stadtbereich gibt es immer wieder Ecken, die nicht so durchgestylt sind und die kann man auch erhalten helfen (auch wenn sie einem nicht gehören, alleine schon sie zu akzeptieren, ggf. auch in Diskussionen die Vorteile einbringen usw. - warum soll im hinteren Eck vom Kindergarten-Garten oder so nicht auch mal ein Gebüsch oder Laubhaufen bleiben dürfen beim nächsten „Elterneinsatz“ z.B.)

Mein Garten ist sicherlich nicht der gepflegteste *hüstel* aber ich nehme es einfach mal als Kompliment, wenn man mir erzählt, manchen würde bei sich gefundene Igel in meinem Garten aussetzen *grinz*

Natürlich will ich niemandem die Vogelfütterung verbieten, ich persönlich halte sie aber nun mal im Sommer für unnötig…

Das mit dem Ablauf akzeptieren ist ja auch ein dehnbarer Begriff; im Prinzip hat mein Vater das schon akzeptiert, er wollte ja auch nicht JEDEN Piepmatz mit Sommerfütterung und „anbinden“ durchmästen, sondern die Nahrungsbedingungen im Winter(!) und insgesamt verbessern (nicht jeder einzelne Vogel wird erreicht, aber die Population als ganze hat bessere Bedingungen)

aber ich denke sooo weit sind wir doch garnicht auseinander, oder? :smile:)

cu kai