Ausschließlich. Und für das Folgende: Rassismus bedeutet für mich einerseits die Ideologie (im Verbund) und andererseits die Innere Haltung (als Ursache und Quelle für Rassismus).
Ich denke, dass die USA kein spezielles Rassismusproblem haben. Auch in Europa wächst derzeit wieder dieses Verhalten als Folge der Flüchtlingswellen. Als Ideologie ist R. überall verbreitet, latent, und meist dann offener zur Schau getragen und umso ausgeprägter, je kürzer die Distanz zu den Subjekten wird, die rassistisches Verhalten auslösen.
Es mag merkwürdig klingen: „Subjekte, die rassistisches Verhalten auslösen“. Aber es sind nun mal nicht soziale Probleme wie Armut oder Kriminalität bzw. eine Ideologie (Lehre) an sich oder Ungerechtigkeit die Auslöser, sondern schlicht und einfach:
Emotionen. Scheu, Abscheu, Ekel, Angst, Fremdartigkeit und daraus resultierend Unsicherheiten.
Nichts ist einfacher, als Emotionen anderer (gleichartig denkend und fühlend) für ideologische Zwecke zu nutzen. Gemeinsam die Unsicherheiten gegen etwas oder jemand richten. Etwas im Sinne Religion als Beispiel, jemand im Sinne andere Hautfarbe. Nur ein einziges Mal wird dies im Link beschrieben:
„Inzwischen hat sich eine recht gut etablierte schwarze Mittelklasse gebildet, die auch eine akademischen Hintergrund – die aber trotzdem immer noch benachteiligt wird.“ Hochgeschwender erzählt dafür die plakative Geschichte eines schwarzen Mannes, der im Aufzug mit einer Gruppe weißer Frauen fährt und noch immer spürt, dass diese Angst vor ihm haben.“
Meines Erachtens verwechselt man hinsichtlich R. die Ursachen (der einzelne Mensch in seiner Unvollkommenheit) und die Folgen (Ideologie, Systeme, Organisation).
Daher bleiben im Link die dargestellten Lösungsansätze „Bildung“ und „soziale Reformen“ mehr oder weniger schon im Ansatz auf der Strecke.
„Bildung“
„Es gibt sehr umfangreiche Studien über Sklaverei und die Wurzeln des Rassismus’. Im Schulunterricht fehlt das jedoch oft. Gerade wenn es um Geschichte geht, ist der Unterricht noch sehr patriotisch und dient vor allem dazu, eine positive nationale Identität zu fördern“, sagt Hochgeschwender. Die Vergangenheitsbewältigung in den Schulen zu fördern, sei deshalb ein wichtiger Ansatz.
wird drastisch reduziert auf Wissen 1.Ordnung. Das sog. (ich nenne es mal so) Wissen 2.Ordnung (soziale Intelligenz und Kompetenz, Transfervermögen, „Weisheit“ usw.) wird in den Bildungsstätten quasi nicht vermittelt. Es stehen Quantität an ZDF im Vordergrund, beschleunigt durch Leistungsdruck und Verkürzung von (Aus-)Bildungszeiten.
Bildung als Gesamtkonzept aus Wissen, Verstehen, Anwendung und letztlich Selbstbildung (die Bildung der inneren Haltung) wären Voraussetzung für Vermeidung oder Reduzierung rassistischen Verhaltens. Diese Bildung findet jedoch fast keinen Raum mehr in den modernen Gesellschaften.
[Konrad Paul Liessman „Theorie der Unbildung“ beispielsweise kann ich empfehlen zu diesem Thema].
„Soziale Reformen“:
Armut betrifft Weiße, Schwarze, Mittelblonde, Kleine und anderlei Getier. Unruhen ob der Armut entstehen hie und da, aber doch nicht aus „rassistischen“ Gründen! Armut und Rassismus in einen Zusammenhang und gegen-wechsel-seitige Abhängigkeiten zu bringen, ist Nonsens. Wenn, dann ist Armut einer bestimmten Gruppe möglicherweise FOLGE rassistischer Einstellung und Handlungen Dritter, aber nicht umgekehrt.
Soiziale Reformen werden Armut, aber nichts an der inneren rassistischen Haltung Einzelner etwas ändern. Materieller Reichtum schützt ebenso wenig vor Rassismus.
Ein gegenfragender Ansatz noch: Hierzulande gibt es ausreichend soziale Unterstützung, aber auch rechtliche Rahmenbedingungen (Verfassung, Gesetze, Verordnungen…), die Rassismus eigentlich gar nicht entstehen lassen dürften. Weshalb dann dennoch?
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