Sicher hier schon mal gestellt worden diese Frage, was denn nun schneller abkühlt, bis es Eis wird: heisses oder kaltes Wasser. In Publikationen habe ich bisher immer die Variante gefunden, dass (erstaunlicherweise ?!) das heiße Wasser zuerst erstarrt, mit entsprechenden Begründungen (Verdunstungskälte…, Verdunstungsverluste… gelöste Luft…Konvektion…). Trotsdem meine Frage und Zweifel. Reichen diese Phänomene wirklich aus ? Schreibt evtl. nur einer vom anderen ab, weil es sich so schön anhört.
Daher: Hat es vielleicht jemand in diesem Forum wirklich schon einmal selbst und ich betone SELBST unter einigermaßenen Laborbedingungen ausprobiert ?
Bin gespannt
Klaus
Hi
Es gibt 2 Lösungen
Bei geschlossenem Behälter gefriert logischerweise das kalte Wasser als erstes, denn bei beiden wird die gleiche Menge Wasser gefroren.
bei offenem Behälter (am besten einer flachen Schale) gefriert das heisse wasser als erstes. Denn von dem heissen Wasser verdunstet einiges, bis die beiden behälter die gleiche Temperatur haben. Somit gefriert in der Schale mit heissem Wasser im Endeffekt weniger Wasser als in der Schale mit kaltem Wasser, was naturgemäß schneller geht.
Fazit: die Schale mit heissem Wasser gefriert schneller, produziert aber dabei weniger Eis.
Voila
Probier es aus
Gruß
Mike
Hallo,
selbst nicht probiert, aber es hilft vielleicht das „Stimmt’s Archiv“:
http://www.zeit.de/stimmts/1997/1997_27_stimmts
Gerhard
Hat es vielleicht jemand in diesem Forum wirklich schon
einmal selbst und ich betone SELBST unter einigermaßenen
Laborbedingungen ausprobiert ?
Ich habe es zwar nicht unter Laborbedingungen ausprobiert, aber dafür in meinem Kühlschrank und ich konnte keinen signifikanten Unterschied feststellen.
Hi Klaus,
dies ist ein schönes Beispiel für einen manipulativen Versuchaufbau.
Wenn man ein bestimmtes Ergebniss erhalten will, kann man so lange am Versuchaufbau basteln, bis es klappt. Wie es klappt hat Mike unten schon erläutert, es hat aber nichts mit ‚seriöser‘ Wissenschaft zu tun.
Es ist aber ein schönes Beispiel, wie man, ohne zu lügen, trotzdem bescheißen kann. Bei vielen Gutachten wird ähnliches betrieben, nur ist es dann nicht so offensichtlich.
Gandalf
Hallo Gandalf,
was Du da schreibst ist einfach nur Quatsch.
Hi Klaus,
dies ist ein schönes Beispiel für einen manipulativen
Versuchaufbau.
Es gibt keinen manipulativen Versuchsaufbau. Man kann schlimmstenfalls Versuchsergebnisse fehl- oder überinterpretieren.
Wenn man ein bestimmtes Ergebniss erhalten will, kann man so
lange am Versuchaufbau basteln, bis es klappt. Wie es klappt
hat Mike unten schon erläutert, es hat aber nichts mit
‚seriöser‘ Wissenschaft zu tun.
Genau das kann man eben nicht tun. Man kann den Versuchsaufbau lediglich so gestallten, dass ein bestimmtes Verhalten besonders deutlich wird. Man nennt das Nachweis. Das ist - wenn Du mal genau überlegst - der primäre Zweck eines Versuchs. Und absolut richtig.
Was man nämlich nicht erhalten kann, sind Effekte, die es gar nicht gibt.
Es ist aber ein schönes Beispiel, wie man, ohne zu lügen,
trotzdem bescheißen kann. Bei vielen Gutachten wird ähnliches
betrieben, nur ist es dann nicht so offensichtlich.Gandalf
Die Verdunstungskälte ist übrigens eine allgemein als bewiesen angesehene Tatsache. Die Frage ist hier eher nach der technischen Relevanz, bzw. wie groß der Effekt nun wirklich ist. Das kannst Du sogar ausrechnen, bzw abschätzen. Du musst nur die Boltzmannverteilung nehmen. Wenn Du dann die Annahme triffst, dass die hochenergetischen Teilchen das System verlassen, hast Du eine Abschneidekante. Dann brauchst Du nur noch die verbleibende Restenergie ausrechnen.
Gruß
Peter
Hallo Peter,
dies ist ein schönes Beispiel für einen manipulativen
Versuchaufbau.Es gibt keinen manipulativen Versuchsaufbau. Man kann
schlimmstenfalls Versuchsergebnisse fehl- oder
überinterpretieren.
hm, wenn ich einen Versuch so aufbaue, daß ein Ergebniss erhalte, das erst einmal nicht zu erwarten ist, dann kann man durchaus von einem manipulativen Aufbau sprechen.
Im konkreten Fall wurde ein Effekt (Verdunstungskälte) weit über das normale Maß erhöht und so das Ergebniss in eine Richtung gedrängt.
Genau das kann man eben nicht tun. Man kann den Versuchsaufbau
lediglich so gestallten, dass ein bestimmtes Verhalten
besonders deutlich wird. Man nennt das Nachweis. Das ist -
wenn Du mal genau überlegst - der primäre Zweck eines
Versuchs. Und absolut richtig.
Dann ist aber die Fragestellung nicht korrekt.
Es wurde gefragt, ob kaltes oder warmes Wasser schneller gefriert.
Wenn die Fragestellung gewesen wäre:
Welchen Einfluß hat die Verdampfungsentalpie auf das Abkühl- und Gefrierverhalten von Wasser
Dann wäre der Versuchaufbau instruktiv und völlig korrekt gewesen. Hier ist aber die Fragestellung und der Versuchaufbau nicht konsistent.
Genauso kann man fragen ob ein Auto mit 100 PS oder 350 PS schneller ist und als Ergebniss erhalten, daß das 100 PS-Auto schneller ist, weil selbiges ein Auto von 800 kg Leergewicht ist, das 350-PS-Auto aber ein LKW mit 12 Tonnen.
Dann kann man als Versuchsergebniss erkennen, daß es auf die Leistung pro kg ankommt aber in Bezug auf die Frage ist der aufbau nicht gerade sinnvoll.
Die Verdunstungskälte ist übrigens eine allgemein als bewiesen
angesehene Tatsache.
Das hab ich auch nie widersprochen!
Damit hab ich tagtäglich zu tun.
Aber wie gesagt:
Fragestellung und Versuchaufbau sind nicht konsistent und das hab ich versucht herauszuarbeiten.
Gandalf
Hallo !
Nicht heisses Wasser kühlt schneller ab, sondern abgekochtes.
Die Gase im ungekochten Wasser verzögern das Auskühlen.
Gruß Max