Hallo, Hartmut Christian Sanders,
das ist eine gute Frage. Die Versicherer haben sich dazu bisher wahrscheinlich noch nicht so viel Gedanken gedacht. Bisher weiß ich nur von einem PKV-Versicherer, der vorhat, möglichst viele Bestandskunden auch in den Unisex-Tarif bringen will.
Ich sehe das schon so, daß dieneuen Tarife eigenständig kalkuliert werden müssen, auch für künftige Anpassungen. Dabei stützt man sich anfangs auf die Erfahrungen mit den bisherigen Tarifen.
Die Versicherer haben allerdings teilweise ganz neue Tarife kreiert, und sehr häufig enthalten die Unisex-Tarife die Verbesserungen, die der PKV-Verband empfohlen hat.
Das sind der offene Hilfsmittelkatalog, Erstattungsanspruch für mindestens 50 Sitzungen ambulante Psychotherapie, und Erstattung auch für Entwöhnungsmaßnahmen (ambulante).
Einige bisherigen Tarife werden kein Pedant im Rahmen der Unisex-Welt haben, wenn der Versicherer nicht bereit ist, sie fortzuführen.
Dies erlaubt also nicht ohne Weiteres eine „Gleichsetzung“, von der geschlechtsunabhängigen
Kalkulation ganz abgesehen.
Für Frauen würde ich den Wechsel eher empfehlen, als für Männer. Für sie wird es, zusammen mit den Gutschriften aus den bisherigen Tarifen, nicht viel teurer, oder teilweise etwas günstiger.
Je nach Versicherer und Tarif. Männer sind jedoch so deutlich teurer, daß diese sich für eine Umstellung in Unisex-Tarife kaum interessieren werden. Die Spanne kann ohne Weiteres 50,- bis 100,- Euro monatlich ausmachen, wenn man von Neuabschlüssen spricht. Durch die Gutschriften aus den bisherigen Tarifen wird es dann wieder etwas günstiger. Jedoch steht das neue Eintrittsalter im Weg, und unter Umständen schlechtere gesundheitliche Umstände. Aufgrund der Verbesserungen ist eine neue Risikoprüfung durch die PKV zulässig.
Ich würde Ihren Ansatzpunkt auch für Männer als richtig sehen. Ob es sich aber rechnen wird, oder wann, ist schwer zu sagen. Ich denke, da muß man den Markt beobachten, und es sich auch mal vorrechnen lassen, was die Umstellung in Unisex-Tarife kosten würde.
Liebe Grüße
Michael Rischer
Liebe/-r Experte/-in,
wie sehen Sie das: Werden die neuen PKV-Unisex-Tarife wohl in einem gesonderten Abrechnungsverbund geführt, was dazu führt, dass, weil in die bisherigen Bisex-Tarife kein neuer Versicherter aufgenommen wird, diese daher nach und nach „vergreisen“? Wenn dies sich so verhält, müssten wir dann nicht alle in die Bisex-Tarife wechseln, um der Vergreisung und damit dem überproportionalen Anstieg der Beiträge auszuweichen?
H.C. Sanders