Wechsel von Bisex- in Unisex-Tarif notwendig?

Liebe/-r Experte/-in,

wie sehen Sie das: Werden die neuen PKV-Unisex-Tarife wohl in einem gesonderten Abrechnungsverbund geführt, was dazu führt, dass, weil in die bisherigen Bisex-Tarife kein neuer Versicherter aufgenommen wird, diese daher nach und nach „vergreisen“? Wenn dies sich so verhält, müssten wir dann nicht alle in die Bisex-Tarife wechseln, um der Vergreisung und damit dem überproportionalen Anstieg der Beiträge auszuweichen?

Für eine gelegentliche Antwort wäre ich dankbar, es eilt aber nicht so.

Vielen Dank im voraus und ein schönes Wochenende

wünscht

H.C. Sanders

Hallo, Hartmut Christian Sanders,

das ist eine gute Frage. Die Versicherer haben sich dazu bisher wahrscheinlich noch nicht so viel Gedanken gedacht. Bisher weiß ich nur von einem PKV-Versicherer, der vorhat, möglichst viele Bestandskunden auch in den Unisex-Tarif bringen will.

Ich sehe das schon so, daß dieneuen Tarife eigenständig kalkuliert werden müssen, auch für künftige Anpassungen. Dabei stützt man sich anfangs auf die Erfahrungen mit den bisherigen Tarifen.

Die Versicherer haben allerdings teilweise ganz neue Tarife kreiert, und sehr häufig enthalten die Unisex-Tarife die Verbesserungen, die der PKV-Verband empfohlen hat.

Das sind der offene Hilfsmittelkatalog, Erstattungsanspruch für mindestens 50 Sitzungen ambulante Psychotherapie, und Erstattung auch für Entwöhnungsmaßnahmen (ambulante).
Einige bisherigen Tarife werden kein Pedant im Rahmen der Unisex-Welt haben, wenn der Versicherer nicht bereit ist, sie fortzuführen.

Dies erlaubt also nicht ohne Weiteres eine „Gleichsetzung“, von der geschlechtsunabhängigen
Kalkulation ganz abgesehen.

Für Frauen würde ich den Wechsel eher empfehlen, als für Männer. Für sie wird es, zusammen mit den Gutschriften aus den bisherigen Tarifen, nicht viel teurer, oder teilweise etwas günstiger.
Je nach Versicherer und Tarif. Männer sind jedoch so deutlich teurer, daß diese sich für eine Umstellung in Unisex-Tarife kaum interessieren werden. Die Spanne kann ohne Weiteres 50,- bis 100,- Euro monatlich ausmachen, wenn man von Neuabschlüssen spricht. Durch die Gutschriften aus den bisherigen Tarifen wird es dann wieder etwas günstiger. Jedoch steht das neue Eintrittsalter im Weg, und unter Umständen schlechtere gesundheitliche Umstände. Aufgrund der Verbesserungen ist eine neue Risikoprüfung durch die PKV zulässig.

Ich würde Ihren Ansatzpunkt auch für Männer als richtig sehen. Ob es sich aber rechnen wird, oder wann, ist schwer zu sagen. Ich denke, da muß man den Markt beobachten, und es sich auch mal vorrechnen lassen, was die Umstellung in Unisex-Tarife kosten würde.

Liebe Grüße
Michael Rischer

Liebe/-r Experte/-in,

wie sehen Sie das: Werden die neuen PKV-Unisex-Tarife wohl in einem gesonderten Abrechnungsverbund geführt, was dazu führt, dass, weil in die bisherigen Bisex-Tarife kein neuer Versicherter aufgenommen wird, diese daher nach und nach „vergreisen“? Wenn dies sich so verhält, müssten wir dann nicht alle in die Bisex-Tarife wechseln, um der Vergreisung und damit dem überproportionalen Anstieg der Beiträge auszuweichen?

H.C. Sanders

Hallo Herr Sanders,

wie sehen Sie das: Werden die neuen PKV-Unisex-Tarife wohl in
einem gesonderten Abrechnungsverbund geführt, was dazu führt,
dass, weil in die bisherigen Bisex-Tarife kein neuer
Versicherter aufgenommen wird, diese daher nach und nach
„vergreisen“?

Nein das sehe ich nicht so,

Wenn dies sich so verhält, müssten wir dann
nicht alle in die Bisex-Tarife wechseln, um der Vergreisung
und damit dem überproportionalen Anstieg der Beiträge
auszuweichen?

Nein erst recht nicht wenn Sie vor dem 1.1.2009 versichert sind.

Gruß
R.Maaß
DKV-Service-Center Rüdiger Maaß
04860 Torgau * Wittenberger Str.16
Telefon: +49 / 03421 / 713505
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Hallo, Michael Rischer!

Vielen Dank für die - wie man es von Ihnen gewohnt ist - umfassende Antwort. Ich werde bald mal meine Versicherung anschreiben und ein Angebot für einen Tarifwechsel erbitten. Dabei würde ich akzeptieren, wenn die Verbesserungen, die die neuen Tarife bringen, für mich nicht gelten, so vermeide ich vielleicht eine Gesundheitsprüfung, die für 55jährige ja nicht ohne Weiteres glatt vonstatten gehen muss. Mir würde schon reichen, wenn ich micht nicht verschlechtere. Viele Versicherer kalkulieren die Unisex-Tarife mit nur noch 2,75 % statt mit 3,5 %. Allein durch diese Tatsache werden die Bisex-Tarife wohl größere Preissprünge machen, als wir heute ahnen.

Nochmals vielen Dank!

Hartmut Christian Sanders

Hallo, Herr Maaß!

Ich hoffe, Sie haben recht. Dass ich vor 2009 in die PKV eingetreten bin - damit meinen Sie vielleicht, dass ich mit 65 in den Standard-Tarif wechseln könnte? Das will ich eigentlich nicht, denn ich bin doch nicht 28 Jahre privat versichert gewesen, um mit 65 schlechter versichert zu sein (derzeit bin ich jedoch erst 55 und seit 18 Jahren in der PKV).

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

H.C. Sanders

Sehr geehrter Herr Sanders,

in den Standard-Tarif wechseln könnte? Das will ich eigentlich
nicht, denn ich bin doch nicht 28 Jahre privat versichert
gewesen, um mit 65 schlechter versichert zu sein

ok das ist die richtige Einstellung

Der Standardtarif ist nur eine Option, welche durch einen Wechsel in Unisex entfällt, da ich nicht weiß
in welcher Gesellschaft Sie versichert sind spreche ich jetzt von der DKV: hier gibt es bei Unisex im Prinzip nur einen Tarif wenn ich in diesen wechsele kann ich nicht wieder zurück in die alte Tarifwelt wechseln.

Wenn in Ihrem Fall Unisex eine Allternative ist und Sie entsprechende Vorsorge betreiben um diesen Tarif ein Leben lang zu behalten. spricht nichts gegen Ihre Absicht.
MfG
R.Maaß

Hallo, Herr Maaß!

Vielen Dank für die Erläuterung. Bei meiner HUK wird es wohl genauso sein.

Mit freundlichen Grüßen

H.C. Sanders