Wer versteht Kalkulation BU-Rente?

Hallo,

ein Kunde hat im Jahre x eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen mit 600 € garantierter monatlicher Rente und zahlt dafür 191,35 €/Jahr x 37 Jahre = 7080 € Beitrag.

Nun macht er 4 Jahre später von der Erhöhungsoption Gebrauch und versichert 300 € garantierte monatliche Rente nach für 185,66 €/Jahr x 14 Jahre = 2599 € Beitrag. Die 14 Jahre kommen dadurch zustande, dass der Jahresbeitrag mindestens 180 € betragen muss, deshalb war eine verteilte Zahlung über die restlichen 33 Jahre nicht möglich.

Wer kann erklären, wieso er für 50 % (300/600) der Rente nur 36,7 % des Beitrages bezahlen muss? Natürlich ist die Laufzeit geringer (33 statt 37 Jahre), aber das dürfte keine Rolle spielen, da in dem Alter sowieso kaum Berufsunfähigkeiten eintreten. Alle genannten Beiträge sind übrigens Zahlbeiträge, die jeweils 70 % des Tarifbeitrages entsprechen (Sofortverrrechnung).

Nun beantragt der Kunde 3 weitere Jahre später erneut eine Erhöhung um 300 €, diese Erhöhung wird ihm für 117,97 €/Jahr x 30 Jahre = 3539 € angeboten (die Regelung mit den mindestens 180 €/Jahr ist inzwischen entfallen), also ziemlich exakt die Hälfte vom Ursprungsbeitrag aber 36 % teurer als die letzte Erhöhung? Wer kann das erklären?

Hallo.

Zunächst: Diese Frage kann Dir natürlich exakt vom Aktuar der Versicherungsgesellschaft, bei welcher Du versichert bist, beantwortet werden.

Bei der zweiten Erhöhung war wohl zum einen eine neue Berufsklasse geschaffen worden, nach der man den Beitrag eingestuft hat (viele BU-Versicherer haben Ihre Kataloge ausgedehnt, um noch individueller ein Risiko einschätzen zu können). Ein kleiner Impuls könnte noch durch die verkürzte Beitragszahlung und die damit verbundene Abzinsung entstanden sein.

Bei der letzten Erhöhung spielen dann höheres Eintrittsalter und unisex eine Rolle.

Gewissheit bekommst Du aber nur bei der Gesellschaft direkt.

Claude Burgard
http://www.burgard-versicherungen.de

Hallo,

Bei der zweiten Erhöhung war wohl zum einen eine neue
Berufsklasse geschaffen worden, nach der man den Beitrag
eingestuft hat (viele BU-Versicherer haben Ihre Kataloge
ausgedehnt, um noch individueller ein Risiko einschätzen zu
können).

Bei allen drei Verträgen kommt die selbe (beste) Berufsgruppe (1+) zur Anwendung.

Ein kleiner Impuls könnte noch durch die verkürzte
Beitragszahlung und die damit verbundene Abzinsung entstanden
sein.

Aber wirlich nur ein kleiner. Dieser große Unterschied ist durch Zinseffekte nicht erklärbar.

Bei der letzten Erhöhung spielen dann höheres Eintrittsalter
und unisex eine Rolle.

Wieso wirkt sich ein erhöhtes Eintrittsalter auf den Gesamtbeitrag aus? Wenn sich ein 40-jähriger bis 65 BU-versichern möchte ist das doch nicht teurer als wenn ein 30-jähriger dies tut. Der 30-jährige zahlt zwar einen geringeren jährlichen Beitrag, dafür zahlt er auch 35 statt 25 Jahre lang. Ich habe aber immer nur die Gesamtbeiträge über die gesamte Laufzeit betrachtet.

Hallo,

zunächst mal kann man natürlich nicht einfach die Beträge addieren, sondern muss sie entweder ab- oder aufzinsen, um sie zu vergleichen. Damit könnte sich der niedrige Beitrag bei der ersten Erhöhung erklären. Die gezahlte Beitragssumme 19 Jahre mit 2,25% verzinst, ergibt mehr als 50% Zuwachs.

Die wesentlichen Kalkulationsmerkmale sind a.) die Laufzeit, in dem das Eintreten der BU versichert ist und b.) die Laufzeit der BU-Rente. In der Regel, aber nicht zwingend, sind diese Laufzeiten gleich.

Die Versicherung eines 40- jährigen im letzten Beispiel ist deshalb im Einzelbeitrag teurer, weil die risikoarme Zeit 30 - 40 fehlt. In der Beitragssumme muss man daher bei 30 - 65 nur wenig mehr zahlen.

Gruss

Barmer