Verdienstvoll!
Danke Bernhard,
ich schlage vor, diese Zuammenfassung in unsere FAQ zu übernehmen. So Langsam entsteht ja hier vielleicht das Standardwerk für Dialektforscher *g*
Grüße
Eckard
Danke Eckard, für die Blumen.
Bernhard
Hallo, Bernhard und Eckard!
Wie soll dann diese FAQ aussehen?
Nur die Liste? Oder die erläuternden Worte Bernhards mit dazu?
Dann müssten die vielleicht nochmal überarbeitet werden, oder?
Ansonsten habe ich nichts gegen diese FAQ, die passt zu manchen anderen.
Gruß Fritz FAQir
FAQ?
Hallo Fritz und Eckard!
So FA ist diese Q doch eigentlich nicht.
Im übrigen sind Verstärkungen durch „ratze-“ und „blitz-“ nur angesprochen, etliche andere Intensivierungspräfixe gar nicht erwähnt (lassen sich aber im Duden nachschlagen).
Also - wenn FAQ, dann entweder sehr erweitert oder gekürzt, wobei mir letztere Variante lieber ist: reduziert auf Wortliste, „Regel“ zur Bildung, evtl. Vergleich auf türkische Parallelbildung.
So, jetzt seid ihr wieder dran - ich schaue mir gleich das Rixdorfer Radrennen direkt vor unserem Balkon an.
Bernhard
Schon sehr alt
Hallo Bernhard,
„blitzeblau“ (plattdeutsch allerdinge nur im Sinne von „stark
betrunken“)
ich kann mich an eine Schul-Lektüre in den Sechzigern erinnern, als wir „Der
fahrende Schüler ins Paradeis“ lasen. Darin kam eine Stelle vor, die beschrieb,
was eine bestimmte Person trug (ich weiß nicht mehr, ob es der fahrende Schüler
war oder jemand, den er traf), nämlich „einen blitschblaben Hut“, also einen
blitzblauen Hut.
Gruß
Bolo2L
*derdamalsgerademalaufgepassthat*
Hallo Rudolf,
das wäre ja wirklich sehr alt, denn der „Schüler“ geht aus Hans Sachs zurück, den Nürnberger „Schuhmacher und Poeten“, der 1494 geboren wurde.
Aber da würde ich noch mal in einer Sachs-Ausgabe überprüfen, kann ja sein, dass eine Schulbuchversion modernisiert wurde.
Bernhard
Hallo Bernhard,
das wäre ja wirklich sehr alt, denn der „Schüler“ geht aus
Hans Sachs zurück, den Nürnberger „Schuhmacher und Poeten“,
der 1494 geboren wurde.
Na ja, deshalb sagte ich ja auch „schon sehr alt“.
Aber da würde ich noch mal in einer Sachs-Ausgabe überprüfen,
kann ja sein, dass eine Schulbuchversion modernisiert wurde.
Das war in einem Schulbuch für Gymnasien in Baden-Württemberg. ich glaube nicht,
dass das modernisiert war, weil es nicht in heutige Sprache übersetzt war. und
ich erinnere mich noch genau, dass unser Lehrer fragte, ob jemand denn wisse, was
mit einem „blitschblaben Hut“ gemeint sei. Aber wenn Du in einer Originalausgabe
nachsehen kannst, wäre das sicher interessant. Google spinnt zur Zeit bei mir,
daher kann ich nicht suchen.
Bis dann
Bolo2L
gefunden!
Hallo Bernhard,
google tut wieder, ich habe jetzt unter der Fundstelle
http://www.fh-augsburg.de/~harsch/germanica/Chronolo…
das gefunden:
Er hat auff seinen hut blietschplob (Zeile 50)
Gruß
Bolo2L
Gruß Fritz FAQir
FritzeFraq?
Er hat auff seinen hut blietschplob (Zeile 50)
Gratulation zu dem Fund, lieber Bolo!
Das ist nun aber ein Indiz dafür, dass nicht eine lallende Reduplikation, sondern eine sinnreiche Wortbedutung hinter dieser Bildung steht.
Im mhd. hat „blizen“ die auch die Bedeutung: leuchten! „blietschblau“ ist also „leuchtend blau“!
Was auch darauf deutet, dass der Bauer kein reicher Mann war, denn die Blaufärbung war damals sehr teuer. Und dass nur der Hut blau war, er sonst aber nur ein Leintuch um sich hatte, zeigt den Bauren als nicht allzu reichen Mann.
Erst als man neuere Färbtechniken - also so frühes 19. Jh. - entwickelt hatte, wurden die Kittel der Baurenschwaben oder Schwabenbauren blau. Dazu gab es hier im Forum mal einen Faden.
Gruß Fritz
FritzeFraq?
und Bollerbolo, der Bollerbold!
ebenfalls
Gruß Fritz FAQir
FritzeFraq?
nein; wenn ich das itz(e)n richtig verstanden habe, dann bitte FitzFaq oder FaqFitz
Und wie gefällt euch das?
FICKFACK [Lfg. 3,7], m. ictus virgae, was das einfache fick. die verdopplung ist merkwürdig und an fahan faifah erinnernd, wie faifalter, fifalter an falþan faifald, obschon echte reduplication nur den anlaut, nicht den auslaut der wurzel vorausschickt; nach dem der alte trieb in der conjugation längst erlosch, bricht er [3,1619] noch hin und wieder auf andern wegen im nomen hervor. ähnlich sind klingklang, mickmack, mischmasch, schnickschnack, ticktack, kitzkatz, ripsraps, wirrwarr u. a. m., in denen die sprache gern mit dem laut spielt. wir sahen in ficke bezug auf fach, dürfen also auch fickfack und fickfacken mit facken oder fecken verbinden. meister fickfack heiszt der häscher und henker, welcher mit der ruthe streicht, und die steupe, der ruthenschlag selbst wird fickfack genannt:
dick dack,
fick fack,
band und eisen,
landverweisen,
stadtrecht hegen,
auf die stirn den galgen pregen. lied von 1664 bei HILDEBRAND s. 402;
der kleine wird dir mit der ruthe einen guten fickfack geben. pol. feuermäuerk. cap. 1; sie muste also diesen tapfern fickfack einnehmen. MELISSUS Salinde 232. gleichviel ist fitzfatz. wollautende, kräftige wörter, die auch in der abstraction heute mehr gemieden als gebraucht werden. [Abschnitt reduzieren]
FICKFACKEN [Lfg. 3,7], virgis caedere, steupen, ficken: steckte ihr das schnupftuch ins maul und hielt sie so lang, bis dasz Halso, nach vorhergegangner aufhebung des rocks, das kalte fleisch tapfer abgefickfacket. Salinde 232. da auch ein gaukler mit der ruthe aufschlägt, nimmt fickfacken den sinn von fallere, decipere, teuschen an. s. fickelfackel. das nnl. fikfakken bedeutet aber eitle, nichtige dinge treiben.
FICKFACKER [Lfg. 3,7], m. deceptor, fallaciarum auctor, teuscher, betrieger, mnl. vikvacker. hor. belg. 7, 36b:
drauf machte Jacob sich ans thor:
‚marsch, packe dich zum teufel!‘
‚was‘ schrie frau Schnips ihm laut ins ohr,
‚fickfacker! ich zum teufel?‘ BÜRGER 48b.
FICKFACKEREI [Lfg. 3,7], f. fraus, fallacia, nugae. man sagt auch schwedisch fickfack nicht im sinn von ruthenschlag, sondern von betrug, nnl. fikfakkerij, unnütze geschäftigkeit.
FICKFACKERIN [Lfg. 3,7], f. ränkemacherin: ich habe aber einige zeit nach meinem hinwegreisen vernommen, dasz die frau fickfackerin, nach ihrer eingebildeten weisheit, ihren christlichen mann endlich beredet, aus gewissen staatsursachen solches verlöbnis zu widerrufen und die tochter an einen andern, eben nicht so gar angenehmen mann zu verheiraten. Felsenb. 2, 60; wirth: frau gevatterin, sie ist ganz auszer oden (athem)! was gibts? Liese: die verwünschte französische fickfackerin. … wirth: nun? Liese: sie hat dem haushofmeister einen proces an den hals geworfen. GOTTER die dorfgala 83.