Klar, das ist jetzt ein batzen an Fragen Über gleiche Anzahl von vielen Netten und Hilfreichen Antworten wurde ich mich sehr freuen
Vielleicht ist ja einer von euch Beamter oder Notarzt. Was geht da im Kopf vor. ,Schiebt man Filme , .
Danke
Klar, das ist jetzt ein batzen an Fragen Über gleiche Anzahl von vielen Netten und Hilfreichen Antworten wurde ich mich sehr freuen
Vielleicht ist ja einer von euch Beamter oder Notarzt. Was geht da im Kopf vor. ,Schiebt man Filme , .
Danke
Hallo!
Die grundlegende Frage wäre ja erstmal, woraus Panik entsteht: Aus Ängsten vor meist unbekannten Situationen oder Dingen.
Polizisten wissen normalerweise, was da auf sie zukommt.
Sie werden sicher den Beruf nicht gewählt haben, weil sie davon ausgehen, niemals einen Toten, einen Schwerverletzten oder eine grausame Gewalttat zu sehen.
Natürlich ist es für einen jungen Polizisten beim ersten Mal auch nicht einfach. Aber er ist innerlich darauf vorbereitet, dass er etwas Furchtbares zu sehen bekommt. Warum sollte er dann mit Panik reagieren?
Mit Notärzten, Rettungssanitätern und Feuerwehrmännern (und -frauen) ist es ähnlich: Die ersten Schwerverletzten und Toten, die sie sehen werden, sind sicher ein Schock oder zumindest Schrecken, aber in dem Bewusstsein, dass ihr Beruf genau darauf ausgerichtet ist und sie ja auch etwas Sinnvolles mit ihrer Arbeit tun, können sie das, was sie da sehen, verarbeiten.
Tipps von erfahrenen Kollegen helfen sicherlich auch.
Zudem wird jeder für sich selbst einen Weg finden, wie er mit solchen Dingen umgeht.
Dabei ist es wichtig, dass man sich bewusst macht, was da in einem selbst passiert, vielleicht auch warum man auf eine bestimmte Art und Weise reagiert.
Mich würde interessieren, warum es für dich so schwer vorstellbar ist, dass jemand souverän bleibt und ruhig weiterarbeitet. Warum würdest du in Panik verfallen?
Gruß, Diva
Noch etwas:
Bei dem schrecklichen Zugunglück von Eschede mit 100 Toten habe ich hinterher einmal eine Reportage über die Nothelfer vor Ort gesehen. Einige erzählten, dass während des Einsammelns der Leichen und Leichenteile Witze gemacht wurden, wenn wieder ein Arm oder Fuß gefunden wurde.
Das klingt erst einmal makaber, aber es ist eine Art und Weise, mit dem Schrecklichen, was man dort erlebt umzugehen: Selbst für die Rettungskräfte waren es außergewöhnlich schlimme Dinge, die sie dort sahen und niemand ist auf alles vorbereitet; also hat man dann auch kein Verhaltensrepertoire, aus dem man schöpfen kann. Das führt zu derlei paradoxen Verhaltensweisen - die man den Nothelfern vor Ort nicht negativ anlasten kann, denn sie müssen ja irgendwie damit umgehen, und auch dieses paradoxe Rumwitzeln um abgerissene Körperteile ist eine Art von Kompensation, wie man mit dem Schrecklichen umgehen kann.
Hallo,
Wie schon geschrieben wurde, wählt schon nicht jeder so etwas als Beruf und manche werden auch erst gar nicht genommen.
Während der Ausbildung wird versucht, die Leute darauf vorzubereiten, da springen auch nochmals ein paar ab.
Und Andere dann nach dem ersten Einsatz.
Das Training ist eine wichtige Angelegenheit. Wie auch richtig geschrieben wurde, entsteht Panik vor allem, wenn man nicht weiss was man nun tun soll, bzw. sich nicht zwischen Möglichkeiten entscheiden kann. In vielen Fällen funktionieren die Leute einfach und arbeiten das gelernte dann durch, da ist dann gar keine Zeit um Panik zu bekommen und über anderes nachzudenken.
Los geht es erst dann, wenn Zeit dafür ist nachzudenken!
Das kennt man dann als Posttraumatisches Stresssymptom, wenn es schief geht.
Der erste Ansatz zur Bewältigung sind meistens Gespräche mit den anderen Beteiligten.
Zum anderen stehen heute den Teams meistens auch dauernd Psychologen zur Verfügung, an welche man sich wenden kann. Bei aktuellen Katastrophen werden heute Care-Teams nicht nur für Angehörige zusammengestellt, sondern auch für die Rettungskräfte.
Man muss nicht cool sein, sondern nur während des Einsatzes cool wirken.
Wenn die Notfallkräfte auch panisch rumhüpfen, steckt dies den Rest an.
MfG Peter(TOO)
Servus,
die Frage scheint sich auf eigene Lebensgefahr zu beziehen. Es kommt mir vor, als bedeute die Formulierung „bei Einsätzen mit möglichem Tod“ nicht „bei Einsätzen, in dem man möglicherweise mit Sterbenden und Toten zu tun hat“, sondern „bei Einsätzen, bei denen man selbst in Lebensgefahr kommen kann“.
Dass man in beiden Fällen scheinbar emotional unberührt tut, was zu tun ist, ist allerdings in beiden Fällen die Wirkung eines Adrenalinschubs, der auch noch beim siebenhundertsten Einsatz funktioniert und dafür sorgt, dass Angst, Grauen, Ekel, Entsetzen usw. (vorübergehend!) abgeschaltet werden.
Vorstellen kann man sich das ‚von außen‘ nicht unbedingt.
Schöne Grüße
MM
Ja, Verständigung funktioniert eben nur, wenn beide Seiten sich derselben Sprache bedienen.
Ein Maximum an Ausbildung.
Für den Beamten erkennbare Anerkennung seines Tuns.
Je mehr man (z.B. kampftechnisch) kann, desto weniger muss man davon anwenden.
Dann stimmt auch die Körpersprache. Der beste Kampf ist der, den man nicht führt.
Das merken manche potentielle Straftäter vor der Tat.
Gute Planung - z.B. gezielter Einsatz von Sondereinsatzkräften (und Verarbeitung großer Datenmengen) - hilft auch.
Aber eines ist auch klar: Polizei-Corpsgeist hilft hier weniger als die Polizisten mitunter
selber glauben.
BigData
Und daran hakt es ja zunehmend sowohl in der Politik als auch in der Gesellschaft. Macht die Polizei zu wenig heisst es „Die Polizei reagiert nicht“. Greift sie hart durch heisst es „Polizeigewalt“. Tauchen dann noch Videoschnipsel des Einsatzes auf wird nur noch über diese x Sekunden diskutiert, aber kaum über das was davor passiert ist. Das frustriert auf Seiten der Polizei.
Interessante Doku: http://www.spiegel.tv/filme/streifenpolizisten-1/
Erfahrung, Übung, Schulung, charakterliche Eignung, Selbstbeherrschung
Es gibt Menschen, die bleiben in solchen Situationen ruhig, andere agieren kopflos. Das kann man in vielen Stresssituationen beobachten. Wichtig ist, dass man sich selbst gut einzuschätzen lernt und sich auch traut, in solchen Situationen Verantwortung zu übernehmen, wenn man merkt, dass man das besser kann als andere.
Ich mache regelmäßig 1.Hilfe Kurse, ich weiß, dass ich in Krisensituationen sehr kopfgesteuert funktioniere und in der Lage bin, mein Wissen auch anzuwenden. Ist nicht mein „Verdienst“. Ist einfach so.
Bufo
Ein Polizist agiert meist in der Öffentlichkeit und muss sein Handeln auch immer wieder beurteilen lassen. Wenn er sich nicht an Gesetze hält, ist das gesellschaftlich relevant. Und genau das trägt zum Respekt und Vertrauen bei, das die Polizei genießt, alles andere wäre Willkür und Vertuschung.
Mangelnder Respekt zeigt sich auf anderen Gebieten: wenn Leute von „Bullen“ reden statt von Polizisten, wenn sie Beamte beleidigen, anspudken etc.
Natürlich. Dazu sagt ein Polizist in o.g. Doku sinngemäss: „Klar sieht das brutal aus wenn der Bürger um die Ecke kommt und wir mit 4 Beamten jemanden zu Boden ringen. Dass derjenige sich aber zuvor massiv gegen polizeiliche Massnahmen gewehrt hat, uns beleidigt und angespuckt hat, hat der Bürger ja nicht gesehen“.
Und wenn der Bürger dann sein Telefon zückt und anfängt zu filmen heisst es eben schnell „Muss die Polizei so brutal gegen Bürger vorgehen“.
Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Aber auch der Bürger muss sich an Spielregeln halten und ggf. sofort die Konsequenzen spüren wenn er das nicht tut. Siehe auch die Doku oben wo eine Beamtin sagt „Fo***, Schlampe, Ich fi** deine Mutter…sowas kommt ganz oft vor“ und danach ein Beamter „Das interessiert gar nicht ob die Uniform da ist oder nicht“.
Hi,
Stimmt. Ging mir vor ein paar Jahren auch so, als ich einen Lebensmüden überfahren mußte. Man funktioniert, wie man es gelernt hat: Bremshebel durchziehen, Achtungssignal geben, Nothaltauftrag absetzen. Das Zittern kommt erst danach, wenn der Adrenalinflash nachläßt.
Gruß T
Wahre Geschichte? Wie ging es dir danach? Ich habe mal eine Doku gesehen in der der Tf nach so einem Vorfall monatelang seinen Job nicht mehr machen konnte und nur mit viel Unterstützung wieder in ihn fand weil er sich Vorwürfe machte warum er den Tod nicht verhindern konnte. Auch sein Familienleben hat heftig drunter gelitten.
Mich würde interessieren: Wie beantwortet man sich danach selbst den Satz „Die Person wollte es so, aus welchen Gründen auch immer. Ich konnte nichts dran machen. Hätte es mich nicht getroffen, hätte es den Kollegen vor/nach mir getroffen. Es ist nicht meine Schuld!“?
Der eine braucht länger, der andere weniger lange. Bin nach eineinhalb Wochen wieder gefahren, weil ich mir auch meinen Job durch so einen Selbstmordattentäter nicht vermiesen lassen will. Habe auch nicht schlecht geschlafen oder Träume gehabt. Es gibt Kollegen, die danach aufhören, aber das ist sehr selten. Die Doku hab ich auch gesehen, aber das ist nach meiner Erfahrung nicht der Normalfall. Ich kenne tatsächlich nur einen Kollegen, der danach aufhörte – für ein paar Monate. Heute fährt er wieder.
Das ist ja schon die Antwort auf alle Fragen. Ich hatte tatsächlich keine Chance, den Unfall zu verhindern, damit war die Sache für mich erledigt. Etwas anderes wäre es möglicherweise, wenn z. B. ein Schüler im Gedränge am Bahnsteig vor den Zug fiele. Seitdem mache ich in so einer Situation im Zweifel auf mich aufmerksam (sprich: Zp1 = Achtungssignal), sobald sie die weiße Linie überschreiten. Und so eine Zugpfeife ist SEHR laut ;-).
Gruß T