Hallo,
was ja auch der Grund ist, warum Euro, Dollar, Pfund und Yen nicht maßlos abgeschmiert sind. Es gibt schlichtweg keine Anlagealternative, in der man die Billionen unterbringen könnte, die angelegt werden wollen.
Ich geb´s zu, ich verstehe es nicht. Weil die nicht in diesen Währungen investieren konnten, sind diese Währungen nicht maßlos abgeschmiert?
nein, weil es keine bzw. kaum relevante Alternativen gibt und diese großen Wirtschaftsräume bzw. deren Notenbanken mehr oder weniger in die gleiche Richtung marschiert sind. Man stand also vor der Wahl zwischen Pest und Cholera.
Man kann nicht hunderte von Milliarden in Anlageformen investieren, die in marokkanischen Dirham oder norwegischen Kronen bezahlt werden, weil allein die Bewegung in diesen Währungsraum erhebliche Ausschläge bei den Wechselkursen verursachen würde.
Ich glaube, wir reden aneinander vorbei. Ich hatte eigentlich nur ausdrücken wollen, dass die Chinesen, womit ich die ca. 1,3 Mrd. Einwohner meinte und nicht den Staat, u.a. deswegen wie bekloppt in chinesische Immobilien investieren, weil ihnen ausländische Investments gar nicht offen stehen, schlicht weil sie nicht einfach ihre Volkswährung in andere Währungen tauschen dürfen.
Ich hatte Dich dann so verstanden, dass dies der Grund dafür gewesen sei, dass die anderen genannten Währungen nicht maßlos abgeschmiert seien. Aufgrund des fehlenden Zusammenhangs erschien mir das unverständlich. Wenn diese Leute jetzt massiv in diesen Währungen investiert hätten, wäre da auch ein Zusammenhang.
Die ganzen Dollars kauft der chinesische Staat, damit die Exportwirtschaft läuft. Die akzeptieren praktisch Anleihen als Bezahlung für ihre Exporte. Ob das in diesem Umfang und auf Dauer wirklich so megaclever ist, wird sich erst zeigen müssen.
Das Problem ist uns doch gut bekannt.
Ja, dass es ein Problem ist, war mir auch bekannt. Deswegen
frug ich mich auch, ob es clever ist, wenn es ein Problem ist.
Die Frage ist, was welche Alternative es gibt. Sofern meine Exporte größer als die Importe sind (und das gilt ja als erstrebenswert), tausche ich quasi zwangsläufig Ware gegen Forderung.
Klar. Ich hatte daher auch die These in Frage gestellt, dass es clever wäre.
Unsere Forderungen gegenüber Griechenland, Spanien & Konsorten resultieren schließlich auch aus den Exporten.
Und die BRD bzw. die Bundesbank hat diese Forderungen? Und die Bundesbürger konnten ihr Geld nicht anlegen, wo und wie sie wollten?
„Unsere“ bezog sich auf die Wirtschaftssubjekte in Deutschland. Die Forderungen entstehen natürlich zunächst bei den Unternehmen, die exportieren. Nehmen die griechischen Abnehmer Kredite bei deutschen Kreditinstituten auf, haben diese die Forderungen ggü. griechischen Gläubigern. Hat die EZB griechische Anleihen im Bestand, hat sie (und damit die Bundesbank ihrem Anteil am EZB-Kapital entsprechend 27% davon) Forderungen ggü. dem griechischen Staat.
Alles klar. Ich meine, dass es eben in China noch ein wenig anders ist, und dort vorwiegend der Staat diese Forderungen ans Ausland hält, während das bei „uns“ etwas breiter auf alle Subjekte verteilt ist.
Inwiefern sich dann diese Forderungen als Waffe eignen, wenn sie so wertlos sind, wie mein ursprünglicher Vorredner meinte, kann ich eben nicht nachvollziehen. Wenn die Anleihen wertlos sind, bekomme ich auf dem Markt nichts dafür.
Wenn ich damit den ausgebenden Staat oder dessen Währung unter Druck setzen will, riskiere ich den Wegfall des wichtigsten Absatzmarktes. Ob dass dann geeignet ist die innerchinesischen Spannungen weiter unter Kontrolle zu halten, weiß ich nicht. Die mögliche Entladung dieser Spannungen ist jedenfalls die größte Angst der derzeitigen Führung.
Davon abgesehen, weiß ich auch nicht, ob dieses „als Waffe einsetzen wollen“ nicht zu sehr unserer Kultur von Wettbewerb und Gewinnen/Besiegen wollen entspringt und eine Übertragung auf China unzulässig wäre.
Grüße