Woher kommt diese Gleichheit?

Hallo

natürlich sind wir alle im Hype des Individualismus.

Ich frage mich dennoch immer mehr in letzter Zeit woher diese Gleichheit kommt.
In meinem privaten Umfeld habe ich schon eh und je gemerkt das man sich angleicht. Man nutzt die selben Redewendungen sprüche.
Es geht sogar soweit dass jemand der zu Beginn eine absolut andere Meinung hatte nun der selben Meinung ist wie ich.
Auch erlebte ich mal in meinem Bekanntenkreis wie ein Rassist zum fast nicht Rassisten wurde.

Früher war ich enorm anders als andere. Meine Interessen waren derart verschieden. Es war sogar so dass man nicht glaubte dass ich aus der Gegend komme da meine Sprache absolut Hochdeutsch war.

Ich verlor dies alles da ich mich mehr mit anderen beschäftigte.

Aber!! Ich merke in letzter Zeit wie meine Aggressionen zu nehmen. Ich merke wie ich über andere Dinge Urteile (ich reflektiere sehr viel und entdecke dann dass dies doch garnicht meine Meinung sein kann weils falsch ist)

Die Frage ist handelt es sich dabei um eine Steuerung von außen? Und vorallem woher kommt dies? Was passiert wenn ich den „Datenstrom“ unterbreche? Wie kann ich diese aus meiner Sicht unterbewußte Informations und Meinungsbildung erkennen und unterbinden mich vielleicht Immun machen?

Ich will nicht die Gedanken und Meinungen, ja sogar Ängste annehmen von etwas von dem ich keine Ahnung habe und mich im Grunde garnicht betrifft? Aber ich merke immer mehr wie ich offenbar in einem Strudel bin der mich steuert.

Achja, für alle Illuminaten und 23er Fans. Auch wenn sich das außerirdisch anhört :smile: es ist aus meiner sicht eine vorhandene manipulation die vielleicht nicht gewollt ist, dennoch will ich mich ihr entziehen ohne einsiedler zu werden.

Meine TV Programme wähle ich sehr sorgfältig aus. Lesen tue ich nun auch wesentlich mehr und breit gefächert. Dennoch kommt es von irgendwo her, wie erkenne ich es

Daniel

Hallo

natürlich sind wir alle im Hype des Individualismus.

Individualismus bedeutet für Dich was?
Jeder mache was er will? Jeder lebe so wie er will? Jeder sei so wie er will?
Oder ist es das: Der Individualismus ist ein Gedanken- und Wertesystem, in dem das Individuum im Mittelpunkt der Betrachtung und der Werte steht.
Wie Du siehst fängt es schon bei der Definition an: woher kommt diese? Wer hat sie verfasst? Auf welchen Grundlagen?

Ich frage mich dennoch immer mehr in letzter Zeit woher diese
Gleichheit kommt.
In meinem privaten Umfeld habe ich schon eh und je gemerkt das
man sich angleicht. Man nutzt die selben Redewendungen
sprüche.
Es geht sogar soweit dass jemand der zu Beginn eine absolut
andere Meinung hatte nun der selben Meinung ist wie ich.
Auch erlebte ich mal in meinem Bekanntenkreis wie ein Rassist
zum fast nicht Rassisten wurde.

Anpassung ist notwendig um eine Gruppenzugehörigkeit zu erfahren - ein Wunsch den die meisten Menschen haben, da dies - scheinbar stark macht, Gefühle von „Harmonie“ und „Verstanden werden“ bringt und einen aus der Isolation reißt - falls man die Interessen der anderen nicht teilt…
Notwendig um in unserer Gesellschaft, die eng ist und Zusammenarbeit fordert, zu überleben. Egal ob Job, Sport, Leben miteinander - eine gewisse Toleranz und Kompromissbereitschaft ist notwendig um Beziehungen leben zu können.

Früher war ich enorm anders als andere. Meine Interessen waren
derart verschieden. Es war sogar so dass man nicht glaubte
dass ich aus der Gegend komme da meine Sprache absolut
Hochdeutsch war.

Bewußt oder unbewußt - wolltest Du Dich abgrenzen? Haben Deine Erziehung und Deine Prägung durch ´Dein soziales Umfeld Dich abgegrenzt?

Ich verlor dies alles da ich mich mehr mit anderen
beschäftigte.

Anpassung um zu „Anderen“ zu gehören - normale Entwicklung im Sinne einer Ablösung vom Elternhaus und Hinwendung zu Gleichaltrigen

Aber!! Ich merke in letzter Zeit wie meine Aggressionen zu
nehmen. Ich merke wie ich über andere Dinge Urteile (ich
reflektiere sehr viel und entdecke dann dass dies doch
garnicht meine Meinung sein kann weils falsch ist)

Hinterfragen der Glaubenssätze anderer - sprich: Aussortieren der Meinungen nach dem Basisfaktor: Meins? Deins? Literatur? Schule? - ergründe woher es kommt, ob Du es willst und ob es Dir und Deinem Individualismus entspricht… Der natürliche nächste Schritt nach Ablösung und Anpassung :smile:

Die Frage ist handelt es sich dabei um eine Steuerung von
außen? Und vorallem woher kommt dies? Was passiert wenn ich
den „Datenstrom“ unterbreche? Wie kann ich diese aus meiner
Sicht unterbewußte Informations und Meinungsbildung erkennen
und unterbinden mich vielleicht Immun machen?

Immunität gibt´s nicht! Du kannst nicht verleugnen, woher Dein Input gekommen ist - Mutter, Vater, etc. - Du kannst nur versuchen bewußt zu leben und zu sortieren, welcher Glaubenssatz kommt woher…
Beispiel: Monogamie ist oberstes Gebot - Vater und Mutter? Gesellschaft? Oder gar noch von den Großeltern? Nächster Schritt: Was will ich? Monogamie? Oder??? Prüfen - sortieren und neu gestalten - das und die Verantwortungsübernahme für Deine Taten und Meinungen heißt Erwachsen sein - sprich; Du stehst alleine da mit dem Gemisch aus dem was Du bist; sprich Du bist ein Individuum!

Ich will nicht die Gedanken und Meinungen, ja sogar Ängste
annehmen von etwas von dem ich keine Ahnung habe und mich im
Grunde garnicht betrifft? Aber ich merke immer mehr wie ich
offenbar in einem Strudel bin der mich steuert.

Anhalten und genau hinschauen - s. oben!

Achja, für alle Illuminaten und 23er Fans. Auch wenn sich das
außerirdisch anhört :smile: es ist aus meiner sicht eine
vorhandene manipulation die vielleicht nicht gewollt ist,
dennoch will ich mich ihr entziehen ohne einsiedler zu werden.

Meine TV Programme wähle ich sehr sorgfältig aus. Lesen tue
ich nun auch wesentlich mehr und breit gefächert. Dennoch
kommt es von irgendwo her, wie erkenne ich es

Vernünftige Entscheidung - versuche herauszufinden, auf welchem Hintergrund die Informationen die Du konsumierst entstanden sind: Parteigeprägt? Religionsgeprägt? - Dann zieh das raus was Du wissen willst und prüfe anhand anderer Quellen.
Stell Dir vor:
Freund erzählt Dir von einem anderen Freund, er habe vor sein Auto zu tunen.
Glaube oder prüfe.
Hintergrund des Erzählenden?
Frage den Freund der der „Täter“ sein soll…
Schaue Dir sein Auto an - seine Garage - sein Zimmer zwecks Literatur dazu, etc.
Oder nimm es hin - „weil nicht wirklich wichtig“ - was man Dir erzählt und warte ab was geschieht…
Sieh es mal so - wolltest Du alle Infos überprüfen die Dir zugetragen werden - TV, Radio, Freunde etc. dann könntest Du nicht mehr leben - im Sinne von Individualismus - sondern müsstest ständig prüfen…
Beschränke den Input auf das was Du wissen willst - prüfe dort nach was woher kommt und wie von wem dargstellt wird - dann nehme was Du brauchst und lass zurück was nicht nötig ist.

Gruß Petra

PS: Versuchs mal mit einem Begriff den Du für Dich definieren willst:
Individualismus

  1. Definiere selbst - schriftlich
  2. Suche Definitionen in Büchern/Internet - aufschreiben
  3. Frage andere - aufschreiben
  4. Definiere selbst - schriftlich, ohne vorher die alte Definiton zu lesen
  5. Vergleiche alt und neu und schau ob Du dazugelernt hast und überlge wovon Du gelernt hast…
    Aufwand - macht aber vielleicht klar wie man sich Wissen aneignet und überprüft woher es kommt.

Hallo Daniel,

Du beschreibst etwas, was auch ich in den letzten Jahren in der mich umgebenden Gesellschaft und bei mir selbst feststelle.

Auch ich habe mir schon einige Male Gedanken darüber gemacht, woher es kommt, dass an verschiedenen Orten-hunderte Kilometer auseinander -Menschen dieselben Sprüche drauf haben, als kämen sie alle aus einem Nest.

Ich selbst bemerke auch an mir selbst, dass ich Eigenschaften der Menschen der Gesellschaft, in der ich lebe, übernehme und weiß genau, dass ich dabei anders bin als ich früher war.

Ich bin keine Fachfrau, kann darauf also nicht fachmännisch eingehen.
Aber das jedenfalls scheint Folgendes eine wesentliche Rolle zu spielen :

  1. Wenn man alleine ist und auch ein gewisses Maß an Zuneigung benötigt, dann paast man sich den anderen Menschen eher an.
  2. Das geschieht intensiver, wenn es im Unterbewußten immer schon etwas gab, was eigentlich früher verleugnet wurde, weil es in die frühere Umgebung nicht gut passte.

Das ganze Leben lang ist man mit zahlreichen Manipulationen konfron-tiert. Inwieweit Manipulationen zu bestimmten Meinungen und Verhal-tensweisen führen, hat mit dem zu tun, was im eigenen Unterbewusst-sein „arbeitet“.

Ein krasses Beispiel aus meiner Umgebung :
Hat man z.B. irgendwann mal in seinem Leben negative Erfahrungen mit schwarzhaarigen Menschen (z.B. Türken) gehabt, war aber niemals ein Ausländerhasser, ist man dann jahrelang in einer Gesellschaft, in der Menschen (Alt-Nazis) schwarzhaarige Menschen hassen, ist man plötzlich auf der Seite der Nazis und lässt - um Jahre verspätet - seine Wut heraus.

Wie schützt man sich davor, nicht zu einem aus der Masse zu werden :

Also, ich habe vor einigen Jahren Bücher zum Thema Manipulation gele-sen. Wenn man die Mechanismen und auch Methoden kennt, dann kann man besser erkennen, wann genau Manipulationen stattfinden und wann Manipulationen erfolgreich sind.

Bei mir ist es so, dass ich auch über die anderen Meinungen nach-denke, die früher nicht meine Meinungen waren. Oft kann ich „anders“ denkende Menschen verstehen. Zu deren „Themen“ mache ich mich schlau (wenn ich Zeit und Ruhe dafür habe) und entscheide dann für mich, welche Position ich selbst einnehme.
Oft denke ich auch bei mir : „Zu dem Thema kann ich mir eigentlich gar kein Urteil bilden.“ Ich habe für mich entschieden, dass ich das dann auch nicht tue. Versucht jemand, mir etwas einzureden (was oft vorkommt in einer Gesellschaft voll von Wichtigtuern und Narzissten), was ich als „unbedacht“, „falsch“, „Schablonendenken“ oder Vorurteil ansehe, dann sage (oder schreibe) ich deutlich bis krass, was ich denke.

Das Wichtigste ist zu erkennen, was hinter den Meinungen der anderen Menschen steckt. Erst wenn man sich schlau gemacht hat, darüber nach-gedacht hat, sollte man entscheiden, ob man deren Meinung übernimmt oder nicht.
Das kann bedeuten, dass man zeitweise ziemlich einsam ist … weil man in einer bestimmten Gesellschaft nicht mitmacht, so wie die Ge-sellschaft es gerne hätte. Das kann sogar Abneigung, Ausgrenzung und Hass gegen Dich (den, der anders ist) bedeuten.
Gut ist/wäre, wenn man dann die Abneigung, die Ausgrenzung und den Hass aushält oder sich andere Menschen sucht.

Gruß
Angelika Knaup