Wünschelruten

Hallo,

NEIN! Ich habe mich nicht in der Rubrik geirrt :wink:

Bis vor einigen Jahren hatte ich die Wünschelruten in der Parawissenschaftlichen Ecke abgelegt, also uninteressant. … Bis mir jemand begegnet ist, der welche hatte. Statt zu reden, hat er mir die Dinger in die Hand gedrückt, kurz erklärt, wie ich sie halten soll und dann gesagt: Nun lauf eifach los und wir reden danach. Danach gab es nichts mehr zu reden, es funktionierte einfach. Heute habe ich zufällig mal wieder darüber gesprochen und deshalb beschäftigt mich das Thema wieder.

Nun die Frage: Gibt es eine VERNÜNFTIGE Erklärung dafür? Und auch eine klare Interpretation, ohne sich dabei von der Naturwissenschaft zu entfernen?
Noch mal ganz klar: Ich suche nicht nach Erklärungen, wie ‚Erdstrahlen‘, die nicht mit Messgeräten nachweisbar sind, sondern nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zu dem Thema. Gibt es da welche? Oder gibt es Erkenntnisse, die belegen, daß der ‚Ausschlag‘ der Ruten mit dem Ort gar nichts zu tun hat? Hab ich mir das nur eingebildet?

Fest steht, daß sich die Ruten bewegt haben, ohne daß ich das bewußt gesteuert habe. Der Vorgang war auch reproduzierbar. Interpretationsversuche würden mich auch interessieren.
Bisher hatte ich noch nie Lust, mir eine entsprechende Stelle zu suchen und dann ein Loch zu buddeln, um die Ursache zu finden. :wink:

Bevor jetzt jemand anfängt von Unfug zu reden, bitte ich, es doch einfach mal zu versuchen. :wink: Es geht mit jedem beliebigen Draht, den man rechtwinklig abbiegt. (Gesamtlänge ca 0,5 m) Kein Grund, Geld auszugeben.
Einach den Draht mit dem kürzeren Ende lose in die Hand legen, so daß das lange Ende nach vorn zeigt. Die Spitze so weit anheben, daß sie nach oben zeigt. Den Draht dabei nicht fest halten, sondern nur in die leicht geöffnete Hand ‚einhängen‘. Dann los laufen. Irgend wann fällt einem der Draht fast aus der Hand, ohne daß man es beeinflußt hätte. Warum?

cu Rainer

Hi,

Danach gab es nichts mehr zu reden, es
funktionierte einfach.

Kleine Rückfrage - WAS funktionierte denn genau? Was hast du damit gefunden, oder worauf hat die Wünschelrute gezeigt?

Nun die Frage: Gibt es eine VERNÜNFTIGE Erklärung dafür? Und
auch eine klare Interpretation, ohne sich dabei von der
Naturwissenschaft zu entfernen?

Es gibt eine mögliche Gegenerklärung: halte die Wünschelrute nicht in der Hand, sondern klemme sie in gleicher Weise locker auf einem fahrbaren Untersatz. Mach dann den Test nochmal: bewegt sie sich?

Dann fällt einem die Erklärung leichter: der Mensch ist es, der die Wünschelrute bewegt. Warum und über welche Mechanismen, da kann man sicher lang diskutieren, denn du sagst, daß du bewußt keinen Einfluß darauf genommen hast.

Oder gibt es Erkenntnisse, die belegen, daß
der ‚Ausschlag‘ der Ruten mit dem Ort gar nichts zu tun hat?

Wahrscheinlich stimmt das nicht: es kann durchaus sein, daß der Ort auf den Menschen einen bestimmten Einfluß ausübt, sei es eine plötzliche Stille, Kälte, Wärme, was auch immer. Und dieser bewirkt bei dem Menschen den Ausschlag.

Gruß

J.

Hallo,

Bisher hatte ich noch nie Lust, mir eine entsprechende Stelle
zu suchen und dann ein Loch zu buddeln, um die Ursache zu
finden. :wink:

Woher weißt du dann, daß etwas funktioniert hat?
Zur menschlichen Komponente siehe das vorige Posting.

Dort wurde auch ein Test vorgeschlagen, den ich aber nicht überzeugend finde, weil ja zB der Kontakt der Rute zur Hand usw. u.U. von Bedeutung sein könnten.
Mein apparativ keider sehr aufwändiger Vorschlag wäre:

Du kennst ja eine Stelle, wo die Rute ausschlägt.
Schienen drüber verlegen, wo ein Sitz (mit Rollen) drüberrollen kann. Auf dem Sitz sitzend hältst du die Rute in der Hand, wobei die Handgelenke am Sitz fixiert sind (die Rute soll ja schwingen und nicht die Hände, denke ich). Augen verbinden und nach Möglichkeit noch Stopfen in die Ohren und dann von einem Kumpel in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über die Schienen schieben lassen. Ein dritter Beobachter notiert, wo und wie stark die Route wackelt. Das Ganze möglichst oft wiederholen, vielleicht auch an unterschiedlichen Orten (und idealerweise weißt du nicht, an welchen). Dann, und erst dann kann man sagen, ob überhaupt etwas dran ist. Warum hat das noch keiner von den Wünschelrutengängern gemacht - wo man doch damit die Herren Skeptiker so einfach überzeugen könnte, die Sache ernster zu nehmen?

Und dann erinnere ich mich noch an einen Beitrag im öffentlich rechtlichen TV (schon einige Jahre her, leider weiß ich die Sendung nicht mehr), wo ein Wünschelrutentest gemacht wurde:

In einem Feld wurden Wasserleitungen vergraben (nicht tief, so 50cm). Einige waren leer, ander voll Wasser und in wieder anderen floß das Wasser. Darüber wurde ein Weg markiert, über den die Wünschelrutengänger gehen mußten und zu vermerken hatten, wo ihre Route ausschlug. Die Teilnehmer wußten natürlich nicht, wo die Rohre lagen. Außerdem wurde nach jedem Durchgang neu und zufällig festgelegt, welche Rohre leer und welche voll sind. Anschließend wurde die Sache ausgewertet und raus kam: Die Trefferquote lag bei allen Teilnehmern in der Nähe der sich durch zufälliger Treffer ergebenden Quote. Vernichtend.

Die Wünschelrutengänger waren sauer und haben argumentiert, daß die Versuchsbedingungen schlecht waren, sie den weg selbst hätten bestimmen können müssen und die Ablenkung zu groß war und überhaupt und sowieso. Dummerweise waren sie vor der Auflösung aber sehr sicher, die Wasseradern gefunden zu haben…

Gruß
Jochen

Dem kann ich mich nur anschließen …
Es kann ja sein, dass die Rute gezuckt hat, ohne dass Du dies bewusst verursacht hast. Die Frage ist nur, WARUM sie gezuckt hat. Hast du etwa nachgegraben und eine Wasserader gefunden ? Wenn Dein „Lehrer“ Dir die Rute kommentarlos in die Hand drückt, dann kann man hinterher in das Ergebnis alles mögliche reininterpretieren …

Net ernst

Wahrscheinlich stimmt das nicht: es kann durchaus sein, daß
der Ort auf den Menschen einen bestimmten Einfluß
ausübt, sei es eine plötzliche Stille, Kälte, Wärme, was auch
immer. Und dieser bewirkt bei dem Menschen den
Ausschlag.

Gruß

J.

IIIIIIIIIIhhh,

man bekommt davon Ausschlag??

Dann liegts aber bestimmt an der Holzsorte. Also besser keine Eibe oder Giftefeu nehmen.

***GACKER****

JD…sorry, ich konnts mir einfach nicht verkneifen. :smile:

Uiuiui,

Leute ich kann nicht mehr… ich brech ab.

Waaaaaaa

JD

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Hallo,

Kleine Rückfrage - WAS funktionierte denn genau? Was hast du
damit gefunden, oder worauf hat die Wünschelrute gezeigt?

gefunden habe ich damit nichts, ich habe ja keine Interpretation, für das was da passiert ist. Die Rute hat auch nicht auf ‚etwas‘ gezeigt, sie hat sich einfach nur bewegt. Die Bewegung beschreibe ich mal auch noch:
Ursprünglich habe ich die Ruten (jede Hand eine) nach vorn gehalten. Die Spitzen haben sich dann aufeinander zu bewegt, bis ich die beiden Drähte gekreuzt am Körper anliegen hatte.

Natürlich hat das mit dem Material nichts zu tun. Ich bin auch davon überzeugt, daß ich die Drähte bewegt habe, aber halt nicht absichtlich.

cu Rainer

Hallo,

Dann liegts aber bestimmt an der Holzsorte. Also besser keine
Eibe oder Giftefeu nehmen.

da kann ich Dich beruhigen, das waren doch einfach nur zwei Stücken Schweißdraht, kein Holz. :wink:

cu Rainer

Hallo,

Es kann ja sein, dass die Rute gezuckt hat, ohne dass Du dies

‚gezuckt‘ trifft es nicht. Ich hatte sie nach vorn gerichtet und sie haben sich aufenander zu bewegt, sich gekreuzt, bis sie am Körper angelegen haben. sie sind als praktisch nach hinten ‚gekippt‘. Schön langsam.
cu Rainer

Hallo,

Und dann erinnere ich mich noch an einen Beitrag im öffentlich
rechtlichen TV (schon einige Jahre her, leider weiß ich die
Sendung nicht mehr), wo ein Wünschelrutentest gemacht wurde…

ja, habe ich auch gesehen. das ist einer der Gründe, warum mich die Ruten so überrascht haben, als ich sie in der Hand hatte. Ich vermute auch nicht, daß ich damit Wasser finden kann, deshalb frage ich ja, ob es gesicherte Erkenntnisse gibt, was mn aus diesem Ausschlag ablesen kann.
Aufwendige Experimente werde ich nicht machen, ich will ja nichts beweisen. Was auch? Ich weiß ja nicht, was genau passiert ist. Das ist ja meine Frage. Eine Antwort habe ich nicht.
Auf der Suche nach Antworten finde ich immer nur Leute, die mir Seminare Ruten und Pendel verkaufen wollen. Deshalb die Frage ja genau hier! Unwissenschaftliche Erklärungen gibt es genug, es hätte ja sein können, daß inzwischen jemand eine wissenschaftliche Erklärung kennt.

Daß ich keine wissenschaftliche Erklärung kenne heißt ja nicht, daß es keine geben kann. :wink:

cu Rainer

Nun die Wünschelrute bewegt sich wegen dem Carpenter-Effekt (Ideomotorischer Effekt)
siehe dazu
http://www.skeptiker.de/themen/texte/erdstrahlen/
Ne andere gute Seite zum Thema Erdstrahlen
http://www.geophys.uni-stuttgart.de/erdstrahlen/erds…

Gruss
Armin

Hallo,

Ich vermute auch nicht, daß ich damit Wasser finden
kann, deshalb frage ich ja, ob es gesicherte Erkenntnisse
gibt, was mn aus diesem Ausschlag ablesen kann.

Die Wünschelrutengänger behaupten, Wasseradern zu finden. Das ist widerlegt. Um zu zeigen, daß man überhaupt irgendwas damit finden kann, müßte man aber einmal ein solches Experiment machen, wie ich es vorgeschlagen habe. Dann kann man untersuchen, WAS man eigentlich findet.

Ich weiß auch nichts von solchen Experimenten. Das ist kein Beweis, daß sie nicht funktionieren (vielleicht hat sie einfach noch keiner gemacht und/oder hinreichend veröffentlicht). Wenn es aber funktionieren würde, wäre es ein leichtes, das zu beweisen - dann gäbe es nicht all diese pseudo-wissenschaftlichen Diskussionen und Angebote und Ansichten zu diesem Thema. Das ist für mich ein hinreichender Beweis, daß da nix dran ist (außer dem selbstverständlich, was Armin geschrieben hat).

Daß ich keine wissenschaftliche Erklärung kenne heißt ja
nicht, daß es keine geben kann. :wink:

Da hast du natürlich recht…

Gruß
Jochen

Hallo Armin,
danke für die Links! So ähnlich hatte ich mir das vorgestellt.
Die Ausschläge haben also tatsächlich nichts mit der Umgebung zu tun, sondern die erneuten Ausschläge an der selben Stelle sind dadurch entstanden, daß ich wußte, daß die Rute sich vorher an dieser stelle zufällig bewegt hat.
Das ist eine Erklärung, die plausibel ist und mit der ich gut leben kann. Weltbild wieder i.O., danke!
cu Rainer

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Hallo Rainer,

Technisch gesehen ist die Rute einfach ein mechanischer Verstärker.
Durch das labile Gleichgewicht beim Balancieren erzeugt schon eine ganz kleine Änderung des Muskeltonus einen Auschlag der Rute.
In diesem Punkt sind sich soweit alle Einig.
Insoweit unterscheidet sich eine Rute auch nicht sehr von einem Lügendetektor.

Ein weiteres Experiment, welches du mit deiner Rute machen kannst ist folgendes:
Du stellst dich mit deiner Rute auf und eine Person geht auf die Rute zu. Oder du auf die Person. Das Ganze machst du mit verbundenen Augen.
Die Rute wird immer ausschlagen bevor die Person von der Rute berührt wird.

Das Einzige was damit aber bewiesen werden kann ist, dass du einen „eingebauten Abstandssensor“ besizt. Ob das jezt über die IR-Strahlung, Geräusche (Atmung, Kleider) oder irgendwie „Esotherisch“ funktioniert, kannst du damit nicht beweisen. Das Einzige was bewiesen wird ist, dass du, bzw. dein Körper, auf die Annäherung einer anderen Person reagiert.

MfG Peter(TOO)

Hallo Peter,
ja, das Experiment werde ich mal durchführen. Wenn damit nachweisbar wäre, daß man die Nähe eines anderen ‚fühlen‘ kann wäre das auch schon ein tolles Ergebnis. Daß man die Wärmestrahlung auf kurze Distanz fühlen kann klingt auch nicht unlogisch. Daß das aber unbewußt schon funktioniert, bevor man bewußt die Wärme wahrnimmt wäre eine Erkenntnis. … Ich werd’s probieren.
cu Rainer

haben sich nun die Drähte nach hinten gebogen, das wäre ja immerhin beachtlich, oder haben sich Deine Hände solange gedreht bis die Drähte am Körper anlagen ?

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

haben sich nun die Drähte nach hinten gebogen, das wäre ja
immerhin beachtlich, oder haben sich Deine Hände solange
gedreht bis die Drähte am Körper anlagen ?

Hallo,
hätten sich die Drähte ‚verbogen‘, wäre ich wohl damit im Fernsehen aufgetreten. :wink: Ne nicht so spektakulär.
Ich versuche es mal etwas anders zu beschreiben.
Nimm einen Schweißdraht von einem halben Meter länge. Biege davon etwa 15 cm rechtwinklig ab. Das kurze Ende steckst Du in ein Röhrchen, in dem sich der Draht gut drehen kann. Nun nimmst Du dieses Röhrchen in die Hand und hebst den draht hoch, bis er waagerecht ist. Hebst Du den draht noch um einiges weiter an, wird er irgendwann nach hinten kippen, ist ja drehbar gelagert.
Nun noch mal von vorn. Du hebst den Draht so weit an, daß er gerade nicht nach hinten kippt, die Spitze aber schon nach oben zeigt.
Dann lauf los damit. Irgendwann wird der draht trotzdem nach hinten kippen, ohne daß du weißt, daß Du den Draht entweder noch weiter angehoben hast oder das Röhrchen zur Seite gekippt, oder beides.

… Ist das jetzt besser beschrieben?

cu Rainer

Vor Jahren besuchte ich einmal einen „Wünschelrutengängerkurs“
anwesend waren ca.20 Leute, die hälfte davon Vereinsmitglieder (Pendler ,Rutengänger)

Damals war ich auch sehr misstrauisch, und machte genaue Beobachtungen.
Verwunderlich war , das verschiedene „Pendler“, unabhängig, zeitverschoben an gleichen Orten „Ausschläge“ anzeigten.
Es wurde von Wasseradern gesprochen, für mich nicht ganz verständlich, da das Gelände neben einem See, mit Grundwasserausbreitung, lag.
Nun ev. waren das Wasserbewegungen aus sehr grosser Tiefe, unter einer ca.200 m dicken Sandsteinschicht ?

Man muss ja auch nicht alles genau wissen, Hauptsache ist es „funkt“, und man findet manchmal Wasser in der Wüste. „grins“

meint
Fritz
a.d.Uw.

Hi @ll,
nachdem ich einige Antworten durchforstet habe:
Der eingebaute „Abstandssensor“ (heute besser bekannt als Einparkhilfe) versagt bei zu schnellen Bewegungen, anders kann ich mir die Beule in der Straßenlaterne, verursacht durch meinen Kopf, nicht erklären :smile:
Im Ernst: ähnlich verhält es sich doch mit dem „Blick im Rücken“ wer weiss, wieso man das spürt? Ist das ein eingebauter „Beobachtungssensor“???

aleX