25 qm

Hallo,

Eine Zeitlang hat das Arbeitsamt eine Unzahl von angelernten
Bürokräften ohne spezielle Kenntnisse produziert, die
natürlich keine Stelle bekommen. Ich hoffe, das haben sie
mittlerweile aufgegeben.

Das ist der falsche Weg. „Das Arbeitsamt hat produziert.“ Waren es willenlose Roboter? Wenn man merkt, dass das Arbeitsamt einen Fehler begeht, dann ist man schlecht beraten, sich hinzusetzen und zu warten, bis dieser Fehler korrigiert wird.

Guten morgen,

Große Vermögen entstehen immer durch Profite aus
Finanzkonstruktionen oder Zinsgewinne

das ist ja Blödsinn, aber selbst WENN es so wäre…

Vielfach profitieren Leute auch durch ein Erbe. Aber auch dann
haben sie sich den Wohlstand nicht persönlich erarbeitet.

nur, damit ich es richtig verstehe: Du findest es also vernünftiger, wenn jemand sein Leben lang arbeiten geht und dafür ein durchschnittliches Einkommen erhält als daß jemand Arbeitsplätze schafft und dadurch zu erheblichem Einkommen und Vermögen kommt?

inwieweit werden Zinsgewinne „aus der Gesellschaft gesaugt“
?!?

Große Vermögen bei einigen Wenigen und prekäre Verhältnisse
bei Vielen sind eine Umverteilung der Geldmenge von unten nach
oben. Dieser Trend ist seit Jahren weltweit aber auch in
Deutschland festzustellen. Das vorhandene Kapital ist immer
weniger flächendeckend verteilt, sondern konzentriert sich an
einigen wenigen Stellen und blutet die Fläche aus.

Sofern Deine oben geäußerte Einstellung/Wertung flächendeckend zu finden ist, dann ist das durchaus nachvollziehbar.

Zinsgewinne bekomme ich dadurch, dass ich jemand anderem mein
Geld leihe, der davon überzeugt ist, dass er mit diesem Geld
mehr erwirtschaften kann, als er mir dafür bezahlt.

In der Realität leihen sich diejenigen Geld, die ihre
Verbindlichkeiten oder notwendige Projekte ohne Kredit gar
nicht realisieren könnten. Es dürfte inzwischen eher selten
sein, dass jemand Geld leiht um es zur Gewinnmaximierung zu
verwenden.

Das ist bei praktisch allen Unternehmensfinanzierungen der Fall. Im übrigen ist auch ein Konsumentenkredite und eine Immobilienfinanzierung Auswuchs der Strategie der Nutzenmaximierung, nämlich durch das Vorziehen einer gewünschten Ausgabe bzw. Anschaffung.

Das ist doch wirklich ein Horror-Bild, das niemand ernsthaft
vertreten kann, der jemals in seinem Leben auch nur einen Tag
östlich von Frankfurt/Oder verbracht hat. Wir leben hier alle
miteinander im Paradies. Wir hatten 2009 die schlimmste
Finanzkrise seit den 30er Jahren - und die Arbeitslosenquote
ist praktisch kaum gestiegen.

Paradies ist für mich aber etwas ganz anderes als die
Aggressivität, Hektik, Bürokratie und flächendeckend miese
Laune in diesem Land.

Die flächendeckend schlechte Laune kommt daher, daß in den 70ern und 80ern ein Anspruchsdenken entstanden ist, das in der Geschichte der Menschheit seinesgleichen sucht. Unsere lieben Mitbürger aus dem Osten ließen sich gleich noch davon anstecken (bzw. waren schon vorher infiziert, sofern Westkontakte bestanden) und das kollidierte dann mit dem wirtschaftlichen Verfall im Osten. Das Ergebnis ist eine große gesellschaftliche Gruppe, die viel verlangt, knapp durchschnittliches bekommt und nichts dafür tut, daran etwas zu ändern - außer eben zu meckern und zu verlangen.

Paradies ist für mich nicht, wenn weite Teile der Bevölkerung
mit ihrer Hände Arbeit nicht mehr verdienen können als der
Staat als Grundsicherung bezahlt - Arbeit lohnt sich so
gesehen kaum noch, jedenfalls nicht in den unteren
Einkommensschichten.

Eine sehr drastische Aussage, die aber bei genauerem Hinsehen reichlich Schlupflöcher und unpräzise Aussagen enthält. Was sind denn „weite Teile“ der Bevölkerung? Was ist denn „kaum“ und was sind die „unteren Einkommenschichten“?

Sehr viele der zuletzt inm Arbeit gekommenen Menschen haben
befristete oder Zeitarbeitsverträge zu schlechten Bedingungen.

Was sind denn „sehr viele“ und was sind „schlechte Bedingungen“?

Das sind keine Verhältnisse, mit denen Menschen sich
zukunftssicher einrichten können.
Währenddessen kackt unser Bildungssystem ab - und das in einem
rohstoffarmen Land, dessen Kapital immer seine klugen Köpfe
waren.

Interessanterweise machen die klugen Köpfe weiterhin ihr Ding, während sich ein großer Teil der Bevölkerung darüber beschwert, daß ihm die anderen das Leben nicht schöner und bequemer machen.

Ja, das kann passieren. Aber aus anderen Gründen, als Du
meinst. Wenn wir nämlich nicht endlich verstehen, dass der
Staat nicht mehr Geld ausgeben kann, als er einnimmt. Und dass
Erhöhungen von Rente und Hartz IV selbst bei wohlwollendster
Interpretation nicht als „Investition in die Zukunft“ verbucht
werden können.

Stellt sich die Frage warum der Staat so viel ausgibt und so
wenig einnimmt.
Und da ist meine Meinung: weil von den Eliten in Politik,
Wirtschaft und Finanzen Verhältnisse geschaffen werden, in
denen die Schere zwischen arm und reich immer weiter
aiseinander geht, der gesellschaftliche Mittelstand
ausgemendelt wird, weite Teile der Bevölkerung nicht mehr den
Eindruck haben zukunftssicher und auskömmlich zu leben - und
vor allem „Anstrengung“ oft nicht dazu führt, dass man sich
verbessern kann.

Die Theorie bleibt unterhaltsam. Du übersiehst, daß ein Unternehmer viel mehr an seinen Mitarbeitern verdient, wenn sie ihren Kopf und nicht nur ihre Arme einsetzen.

Das bekämpft man nicht mit weiterem Druck auf diejenigen, die
eh nichts zu verlieren haben. Eher muss man die
gesellschaftlichen Verhältnisse wieder dahin bringen, dass es
sich lohnt zu arbeiten weil Arbeit soziale Anerkennung,
Zufriedenheit und nebenher finanzielle Zukunft und Sicherheit
schafft: Wenn ich bei 40 Stunden Schufterei nicht mehr
verdiene als eine überlebensnotwendige Grundsicherung, die mir
auch ohne Arbeit zusteht, wäre ich blöd mich derartig
anzustrengen.

Ein gutes Argument für die Absenkung der Grundsicherung.

Wenn ich damit aber eine Perspektive erarbeiten
kann, mehr Geld zur Verfügung habe als durch Nichtstun und mir
somit etwas leisten kann, dann arbeite ich weil es sich für
mich lohnt.

Und diese Überlegungen sind in 25 Quadratmeter pro Person nicht möglich? Gut, daß ich seinerzeit 26 Quadratmeter hatte. Andererseits waren darin 3 qm unbenutzbarer Balkon enthalten. Hm, schwierig…

offen für studentische Sparsamkeit weil’s in dieser Zeit

Sorry, aber ich erwarte von jemandem, der von anderer Leuts
Geld lebt eben auch „studentische Sparsamkeit“.

Diese Gleichschaltung funktioniert aber nicht. Menschen in
anderen Lebenssituationen haben nicht denselben Blickwinkel
wie Studenten…

Das stimmt. Bei den allermeisten Studenten kommt das Geld von den Eltern, vom eigenen Konto oder vom Arbeitgeber.

Gruß
C.

Wir reden hier aber nicht von Studenten, die in kultigen WG
oder Appartements leben, sondern von Menschen, die teilweise
ein jahrzehntelanges Arbeitsleben hinter sich gebracht haben,
und nun vor dem Nichts stehen.

Wenn man Studenten 15-20 qm zumuten kann, warum sollte man dann
alleinstehenden Hartz-IV-Empfängern 25 qm nicht zumuten
können?

Studenten sind hinsichtlich ihrer Lebenssituation ganz
sicherlich kein, aber gar kein Maßstab für die Bemessung von
Sozialleistungen für ehemalige Erwerbstätige, oder
Erwerbstätige, die auf ergänzende Sozialleistungen vom Staat
angewisen sind. Ich glaube, jetzt geht es los.

Hallo Tim.

Wenn man Studenten fragt ob sie sich als „arm“ bezeichnen, würden wohl die meisten verneinen. Sie haben eine Perspektive, die aktuelle Situation kein Dauerzustand. Sie nehmen am sozialen und kulturellen Leben teil und haben Aufgaben.

Ich frage mich warum das mit Alg II nicht möglich ist?? Wo Studenten finanziell teilweise schlechter gestellt sind als Leistungsbezieher?

Fassen wir zusammen:

-Man kann mit 25qm auskommen- Andere tun es auch. 45qm sind üppig für eine Einzelperson, meinst Du nicht?

-Ernähren kann man sich, kleiden kann man sich von dem Geld auch, man muss es nur etwas geschickt anstellen. Siehe oben, Studenten tun es auch.

-Es gibt weitere Angebote um Hilfsbedürftige zu unterstützen, Sozialkaufhäuser, Tafel etc.

Also ist die Grundsicherung doch abgedeckt? Darum geht es doch bei AlgII, das Minimum abzudecken?

Dein Einwand, eine Person nach Jahrzehnten im Berufsleben könne nicht leben wie ein Student- Wieso nicht? Es geht doch hier darum das Minimum abzudecken. Dies ist doch gegeben.

Man kann nicht verlangen, jeden Arbeitslosen seinen früheren Lebensstandard auf Staatskosten weiter zu finanzieren.

Studenten sind hinsichtlich ihrer Lebenssituation ganz
sicherlich kein, aber gar kein Maßstab für die Bemessung von
Sozialleistungen für ehemalige Erwerbstätige, oder

Bist Du der Meinung, Sozialleistungen sollten sich nicht aus Werten ermitteln die aus der Gesellschaft kommen (Einkommen von Studenten oder Geringverdienern als Anhaltspunkt zur Berechnung)
sondern nach dem Vorleben/ der vorherigen Einkommenssituation?

Das lese ich oben jedenfalls heraus.

Das ist unbezahlbar. Entweder man hat das Minimum, was auch für alle als solches gilt und nicht nach dem Vorleben berechnet wird oder man berechnet für jeden ein individuelles Minimum.

Alles andere ist doch inkosequent. Wie würdest Du das Minimum für eine Frau Schickedanz ansetzen, sollte sie mal Leistungsempfängerin werden? Ich könnte mir das jetzt gute Argumente vorstellen, sollte es nach Individualfall laufen.

Bei einem etwas mehr, bei dem anderen etwas weniger, xy hat 20J gearbeitet ab nur 10J… Wie soll man das bewerten, der Aufwand wäre viel zu hoch!

Nochmal zu den Wohnkosten. Es wird sicherlich eine Klagflut gegen die Bescheide geben. Die Kosten dafür trägt der Staat.
Ich frage mich ob die Leute nicht mal darüber nachdenken, wo man mal verzichten kann?

Die Energie die man nutzt um zu klagen, zu fordern oder sonst wie zu streiten kann man woanders gut unterbringen. Für soziale und kulturelle Dinge z.B. wie die Studenten :smile:

Weil für ein Dach über dem Kopf, Nahrung und Kleidung wird zur Genüge gesorgt.

Für den Rest können die Menschen auch ein bißchen Eigenverantwortung zeigen.

Viele Grüße

Oder meintest Du etwas anderes?

Hallo

Das ist der falsche Weg. „Das Arbeitsamt hat produziert.“ Waren es willenlose Roboter?

Nicht völlig, aber irgendwas mussten sie ja machen, und das wurde eben empfohlen und angeboten. Und dass die Arbeitslosen einen Überblick über die neueste Statistik, wie viele Leute in solchen Kursen ausgebildet werden, und wie viele solche relativ unqualifierten Bürokräfte gesucht werden, kann man nicht verlangen, das ist nun wirklich Aufgabe des Arbeitsamtes.

Meine Vermutung ist, dass man sämtliche Mütter, die nur halbtags Zeit hatten, in solche Kurse gesteckt hat. Dabei kann man halbtags auch andere Sachen lernen, und man muss ja nicht davon ausgehen, dass diese Mütter bis an ihr Lebensende nur halbtags zur Verfügung stehen.

Wenn man merkt, dass das Arbeitsamt einen Fehler begeht, dann ist man schlecht beraten, sich hinzusetzen und zu warten, bis dieser Fehler korrigiert wird.

Aber was soll man tun, wenn einem nichts anderes angeboten wird?

Viele Grüße

Die Diskussion über das leidige Thema Hartz IV in dieser Gesellschaft kann man ganz einfach beenden : Die Politik schafft schlicht und ergreifend Rahmenbedingungen dafür, daß die, die arbeiten wollen um von ihrem Einkommen zu leben, dies aufgrund vorhandener Arbeitsplätze auch können - zu einem vertretbaren Gehalt .

Darum geht es. Nur darum.

Tim

Die Diskussion über das leidige Thema Hartz IV in dieser
Gesellschaft kann man ganz einfach beenden : Die Politik
schafft schlicht und ergreifend Rahmenbedingungen dafür, daß
die, die arbeiten wollen um von ihrem Einkommen zu leben, dies
aufgrund vorhandener Arbeitsplätze auch können - zu einem
vertretbaren Gehalt .
Darum geht es. Nur darum.

Langfristig meinetwegen. Im Moment geht es darum, welche Leistungen die Gesellschaft denen zur Verfügung stellt, die - freiwillig oder nicht - nicht genug Einkommen haben, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

C.

Hallo,

Wenn man merkt, dass das Arbeitsamt einen Fehler begeht, dann ist man schlecht beraten, sich hinzusetzen und zu warten, bis dieser Fehler korrigiert wird.

Aber was soll man tun, wenn einem nichts anderes angeboten
wird?

Selber aktiv werden. Der Wille, sich zu verändern, ist doch anscheinend vorhanden.

Hallo

Selber aktiv werden. Der Wille, sich zu verändern, ist doch anscheinend vorhanden.

Es geht um eine Ausbildung, falls das nicht mehr klar ist.
Wie soll ein Alg-2- oder früher Sozialhilfeempfänger eine andere Ausbildung machen als die, die ihm von der Arge oder Arbeitsamt angeboten wird? Man kann sich nicht an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen. Außerdem gibt es die Arbeitsagentur ja zu einem bestimmten Zweck, den kann sie doch ruhig mal erfüllen.

Viele Grüße

Hi,

Die Politik
schafft schlicht und ergreifend Rahmenbedingungen dafür, daß
die, die arbeiten wollen um von ihrem Einkommen zu leben, dies
aufgrund vorhandener Arbeitsplätze auch können - zu einem
vertretbaren Gehalt .

Das ist ja ganz im Sinne von Herrn Westerwelle. Nur hat er auch nicht dazu gesagt, wie er die dafür notwendigen Arbeitsplätze schaffen will.

Gruß,

Anja

Die Diskussion über das leidige Thema Hartz IV in dieser
Gesellschaft kann man ganz einfach beenden : Die Politik
schafft schlicht und ergreifend Rahmenbedingungen dafür, daß
die, die arbeiten wollen um von ihrem Einkommen zu leben, dies
aufgrund vorhandener Arbeitsplätze auch können - zu einem
vertretbaren Gehalt .

Darum geht es. Nur darum.

Hallo,

eigentlich ging es in diesem Thread um vertretbare Wohnungsgrößen.

Was Du oben schreibst:

Die Diskussion über das leidige Thema Hartz IV in dieser
Gesellschaft kann man ganz einfach beenden : Die Politik
schafft schlicht und ergreifend Rahmenbedingungen dafür, daß
die, die arbeiten wollen um von ihrem Einkommen zu leben

In Ordnung, bis es soweit ist kann man Einzelpersonen doch auch in 25qm unterbringen?

Solange man auf staatliche Hilfen angewiesen ist, sollte man sich mit weniger zufrieden geben und so schnell wie möglich wieder zu Arbeit kommen.

Was die Menschen aus Eigeninitiative tun können und inwieweit der Staat intervenieren muss, ist ein anderes Thema.

Viele Grüße

Hallo,

eigentlich ging es in diesem Thread um vertretbare
Wohnungsgrößen.

Was Du oben schreibst:

Die Diskussion über das leidige Thema Hartz IV in dieser
Gesellschaft kann man ganz einfach beenden : Die Politik
schafft schlicht und ergreifend Rahmenbedingungen dafür, daß
die, die arbeiten wollen um von ihrem Einkommen zu leben

In Ordnung, bis es soweit ist kann man Einzelpersonen doch
auch in 25qm unterbringen?

wenn es keine Wohnungen von 25 qm gibt, kann man auch keine Personen dort unterbringen.

Gruß
Spatzi

Moin,

Das ist ja ganz im Sinne von Herrn Westerwelle. Nur hat er
auch nicht dazu gesagt, wie er die dafür notwendigen
Arbeitsplätze schaffen will.

In Hamburg gibts derzeit über 15.000 offene Stellen und noch ca. 1500 offene Lehrstellen für dieses Jahr, die anscheinend keiner der 80.000 Arbeitslosen in Hamburg antreten möchte. Vielleicht erbarmt sich ja einer der Arbeitslosen von außerhalb.

Gruß
Marion

Hallo,

wenn es keine Wohnungen von 25 qm gibt, kann man auch keine
Personen dort unterbringen.

man könnte ja am Stadtrand tausende Notunterkünfte bauen, wie für die Flüchtlinge damals.

Gruß
T.
wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten

Hallo,

Das ist ja ganz im Sinne von Herrn Westerwelle. Nur hat er
auch nicht dazu gesagt, wie er die dafür notwendigen
Arbeitsplätze schaffen will.

In Hamburg gibts derzeit über 15.000 offene Stellen und noch
ca. 1500 offene Lehrstellen für dieses Jahr, die anscheinend
keiner der 80.000 Arbeitslosen in Hamburg antreten möchte.

weiss man warum das so ist?

Vielleicht erbarmt sich ja einer der Arbeitslosen von
außerhalb.

Gruß
Spatzi

In Hamburg gibts derzeit über 15.000 offene Stellen und noch
ca. 1500 offene Lehrstellen für dieses Jahr, die anscheinend
keiner der 80.000 Arbeitslosen in Hamburg antreten möchte.

weiss man warum das so ist?

Klar, Arbeitslose sind grundsätzlich arbeitsscheue Alkoholiker. Kann man doch auch hier immer wieder lesen.

Hallo!

wenn es keine Wohnungen von 25 qm gibt, kann man auch keine
Personen dort unterbringen.

Gruß
Spatzi

Das war bestimmt ein riesen Aufwand das heraus zu finden! Hast alle Wohnungsannoncen für jede Stadt in Deutschland durchforstet. Spitze.

Ich frag mich nur, wie groß Einraumwohnungen sonst in etwa sind.

Aber gut…

Behaupten vs. Belegen
Hallo,

wenn es keine Wohnungen von 25 qm gibt, kann man auch keine
Personen dort unterbringen.

Das war bestimmt ein riesen Aufwand das heraus zu finden! Hast
alle Wohnungsannoncen für jede Stadt in Deutschland
durchforstet. Spitze.

Ich frag mich nur, wie groß Einraumwohnungen sonst in etwa
sind.

Aber gut…

Nix ist gut. Du hast selbst keine Ahnung, zweifelst aber erst Mal pauschal gemachte Aussagen an.

Laut einer Statistik sind nur 7% aller Wohnungen in Deutschland kleiner als 50qm. Der Anteil dessen, der unter 25qm ist, dürfte verschwindend gering sein. Sollte es tatsächlich eine derartige Beschränkung für ALG-2 Bezieher geben, wird es einen regelrechten Run auf diese seltenen Angebote geben.

In Hamburg z.B. ist die Anzahl so kleiner Wohnungen fast Null. Solche Löcher lassen sich einfach nicht vermieten.

Eine Wohnung muss, um als solche vermietet zu werden, bestimmte Kriterien erfüllen. Rechnet man also den obligatorischen Eingangsbereich, die Küche oder Kochnische und das Badezimmer ab, dürfte der einzelne Wohnraum in etwa eine Größe aufweisen, die für die Haltung einiger Tiere als nicht „artgerecht“ gelten dürfte.

Ich selbst kann mich glücklich schätzen nicht von ALG-2 leben zu müssen. Ich arbeite aber seit nunmehr 30 Jahren und zahle auch monatlich in die Sozialsysteme ein. Sollte ich, aus welchen Gründen auch immer, arbeitslos werden und nach einem Jahr nicht gefunden haben, fände ich es einfach unwürdig, wenn man mich in so ein kleines Loch stecken würde.

Bei einem jungen Menschen, der noch nie in seinem Leben gearbeitet und somit Beiträge in die Sozialkassen entrichtet hat, mag eine 25qm Wohnung, die vom Sozialsystem gezahlt wird, ja zumutbar sein. Bei einem Mitfünfziger, der der üblichen Auslese des Arbeitsmarktes zum Opfer fällt, dürfte das einem Schlag ins Gesicht gleichkommen.

Gruß

S.J.

Klar, Arbeitslose sind grundsätzlich arbeitsscheue
Alkoholiker. Kann man doch auch hier immer wieder lesen.

Hallo,

mit Sicherheit ist das nicht so.
Meines Erachtens liegt hier ein Problem der Wahrnehmung - und zwar beiderseits vor. Gab es früher unterschiedlich gestufte Systeme, nämlich Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe so wurde dies mittlerweile weitgehend im Hartz IV zusammengefasst (verkürzt dargestellt).
Daraus resultiert, dass mittlerweile unter dem Begriff „Hartzer“ sowohl der 50-jährige Familienvater, der unverschuldet in Arbeitslosigkeit geriet, als auch der 17-jährige Taugenichts, der nichts anders kann, als seine Ansprüche präzise zu beziffern, in einem "Topf zusammengeworfen werden. Das System ermöglicht hier keine oder nur wenige Schattierungen.

Hiergegen „wehrt“ sich sowohl derjenige, der unter hoher Abgabenlast leidet, weil es wirklich schwer zu vermitteln ist, dass beispielsweise ein 17-jähriger Anspruch auf Wohnung und Erstausstattung etc haben soll, während der Abgabenzahler z.B. Überstunden für eine Waschmaschine abreißen muß.

Es wehrt sich aber eben auch der 50-jährige Arbeistlose, der nichts mehr will, als wieder in Beschäftigung zu kommen, weil es natürlich auch alles andere als schön ist, mit Taugenichtsen verglichen zu werden.

MFG Cleaner

P.S.: Vielleicht könnte eine sinnvolle Auslegung die sein, dass nicht künftig alle Hartz IV Bezieher umzuziehen hätten, sondern die Änderung für künftige Verhältnisse anzusetzen.
Warum sollte denn beispielswiese unser oben genannter Siebzehnjähriger nicht mit 25 qm auskommen können?

Hallo Tim Livni,

ich glaube im Grunde genommen ist diese leidige Diskussion um die Sozialhilfe( Hartz-Gesetz) erstens eine Scheindebatte weil sie zweitens von der eigentlich notwendigen Debatte geschickt ablenkt.Die Strippenzieher halten sich feixend im Hintergrund.

Nicht, dass wir diese Frage nach der Größe einer öffentlich finanzierten Wohnung für einen Arbeitslosen nicht definieren können oder sollen - nur,finde ich, sollten wir zuerst die Ursachen ergründen.Bei der Definition der Größe einer Behausung handelt es sich um ein Symptom,im Zwischenschritt durch eine klamme Sozialkasse ausgelöst, weiter als Ursache…

Wir dürfen nicht den Fehler machen und uns mittels Fokussierung auf die Symptome als Gesellschaft spalten lassen.Die Gefahr ist im Augenblick groß.

Denn klamme Sozialkassen resultieren ja bekanntlich auch aus geringen Sozialbeiträgen der Versicherten oder zu wenigen Versicherten. Dies wiederum heißt entweder niedrige Löhne oder der Kreis der Pflichtversicherten ist zu klein.

Fangen wir doch einmal mit der Frage an, warum wir Löhne haben könnten, die oft weniger als 8€ die Stunde betragen:

a) weil wir Deutsche so schlecht ausgebildet sind;
b) weil man unsere Erzeugnisse nicht verkaufen kann;
c) weil die „Lohnnebenkosten“ so hoch sind;
d) weil die Unternehmenssteuern zu hoch sind;
e) weil wir zuviele europäische Wanderarbeiter beschäftigt haben;
f) weil unsere Unternehmen überwiegend in Ländern mit niedrigem Lohn produzieren lassen oder ließen;
g) weil ein niedriges gesamtbetriebliches Lohnniveau Vorraussetzung für Teillohnzahlungen durch den Staat ist;
h) weil wir unsere Erzeugnisse nicht selbst kaufen;
i) weil die Politik und dessen Souffleusen uns täglich ins Gehirn hämmern: „Leistung muss sich wieder lohnen! Laßt uns definieren was eine erbrachte Leistung wann etwas wert ist.“

Welche Meinung vertrittst du?

Sorry, wenn ich deine Frage so ausweite.Wenn du nicht einverstanden bist, so eröffne ich damit ein neues Diskussionsangebot.

Gruß

Wader Hans

Wäre schön, wenn Du alle Artikel lesen würdest, die ich in diesem Thread geschrieben habe. Dann wüsstest Du was ich sagen will.

Gruß