Hallo Christian,
Du bist die einzige, die das immer wieder in den Raum stellt.
hier in diesem Forum vielleicht
das sollte doch für den Moment mal als Maßstab herhalten.
es mag Dich vielleicht erschüttern, dies zu lesen, aber wer-weiss-was ist nicht die Welt.
Du verlinkst drei mal auf einen Kommentar, der in der Zeit
veröffentlicht wurde.
Oh, ich habe zwar auch noch auf anderes verlinkt, aber ich will mich trotzdem vielmals dafür entschuldigen, dass ich meinen Rechner mitsamt den aktuellen Lesezeichen nicht eingepackt habe und an eines anderen Leuts Gerät nicht zu viel Zeit auf die Suche verwenden wollte.
Warum?
Weil Du kundgetan hast, dass ich die Einzige sei, die diesen Eindruck hat und äußert. Dem ist aber nicht so - und da genügt eigentlich auch schon ein einziger entsprechender Kommentar in einer renommierten Zeitung.
Aber weil Du es bist, reiche ich gerne noch etwas nach:
Das ist einmal mehr Stimmungsmache gegen ALG-II-Empfänger, wie wir sie schon seit Jahresbeginn beobachten. (http://www.otz.de/startseite/detail/-/specific/Sozia…)
Der eigentliche Skandal der Neuberechnung der Hartz-IV-Sätze ist, dass die Regierung sich zur Rechtfertigung ihrer Sparpläne ganz ungeniert einer üblen Sozialschmarotzer-Polemik bedient. (http://www.stern.de/politik/deutschland/geaenderte-s…)
Eine Minderheit in der Bevölkerung wird in Zukunft unter den Primat einer willkürlich definierten moralischen Lebensführung gestellt, die für die Mehrheit nicht gelten soll. Schließlich ist der Alkohol- und Nikotinkonsum nicht verboten. Die Herausnahme des Nikotin- und Alkoholkonsums aus dem ALG 2 Warenkorb ist somit keine Kleinigkeit. Es macht aus der Sozialpolitik eine moralische Besserungsanstalt. (http://www.weissgarnix.de/2010/09/27/hartz-iv-als-mo…)
Ich kenne T. Bruns nicht, aber das ist - wie gesagt - ein Kommentar. Weder schreibt er über Tatsachen noch spricht er für die Redaktion Zeit.
Auch Du gibst hier nur Deine Meinung wieder.
Es geht nicht um unten oder oben, sondern darum, daß die
Allgemeinheit einer nicht kleinen Personengruppe das Leben
finanziert. Wer bezahlt sucht die Musik aus
Es geht darum, dass die Besitzstandswahrer - welche im Zweifelsfall schon bei der leisesten Kritik an manchen, anderen durchaus überzogen erscheinenden Zahlungen in anderen Bereichen (z.b. Rettungsschirm, Boni) lautstark ‚Neiddebatte, Neiddebatte!‘ rufen - offenkundig die Grundprinzipien des Sozialstaates und die christlichen Werte (auf die sich in diesen unseren Tagen in anderen Debatten doch so gerne berufen wird) über Bord geworfen haben und den Ärmsten der Armen in unserem Land fast schon nicht mehr die Butter auf dem Brot gönnen. Man könnte es fast als eine besonders ekelerregende Art von Neid ansehen …
und ich kann mir vorstellen, daß breiter gesellschaftlicher Konsens darüber herrscht, daß Nikotin und Alkohol eben nicht zum Existenzminimum gehören.
Nun, zumindest ist die Gesundheitsbeauftragte der Bundesregierung der Ansicht, dass Genussmittel in geringem Umfang durchaus zum Existenzminimum gehören: http://www.tagesspiegel.de/politik/drogenbeauftragte…
Ganz unabängig davon, wie groß der
Anteil der kettenrauchenden Alkoholiker (Deine Worte) in der
betreffenden Personengruppe tatsächlich ist. Ist er klein, wie
Du behauptest, ist die Diskussion um so absurder, denn dann
wäre der Bedarf für den Alkohol- und Tabakanteil gar nicht
gegeben.
Der Haken liegt, wie gesagt, in der Berechnung: Die unteren Einkommensgruppen haben so wenig Geld zur Verfügung, dass keines angespart werden kann, sondern das gesamte Einkommen auch ausgegeben wird (wie man auch der EVS entnehmen kann). Will man nun unbedingt einen Posten herausnehmen, so wäre es notwendig, eine Vergleichsgruppe zu wählen, die keine Ausgaben für diesen Posten hat und zu ermitteln, welche anderen Ausgaben sie stattdessen tätigt. Geschieht dies - wie in diesem Fall - nicht, so wird willkürlich auch denen der Bedarfssatz um diesen Betrag gekürzt, die diese Ausgabe gar nicht hätten.
Ach ja, und noch am Rande: etwa zwei Drittel der Alg2-Bezieher gehen einer - wenn auch nicht unbedingt sozialversicherungspflichtigen - Tätigkeit nach: http://www.welt.de/politik/deutschland/article988785… (siehe Grafik)
Wie schon erwähnt: Deine Argumentation mit der anscheinend
zwingenden Verbindung zwischen Fußball und nachbarschaftlichen
Treffen und Alkohol hilft Dir in Deinem Anliegen nicht
wirklich weiter.
Ich habe dieses Beispiel gewählt, weil derlei Freizeitaktivitäten - ein Bier beim Fußballschauen oder beim Grillen mit dem Nachbarn - durch alle Gesellschafzsschichten hindurch üblich und verbreitet ist (ja, auch bei Akademikern!).
Hätte ich das Glas Wein, das die alleinerziehende Mutter bei den regelmäßigen Treffen des Elternbeirates trinkt, genannt, hättest Du dieses Beispiel vermutlich als dem HartzIV-Leben völlig fremd bezeichnet.
Gruß
=^…^=