Angriffe auf Politiker - woher kommt dieser Hass

frei erfunden? oder ungeprüft nachgeplappert?

Ich glaube ich melde mich hier wieder ab. Dieser Thread erinnert mich daran, warum ich mich früher schon einmal von diesem Laberforum abgemeldet hatte.

Die Zahlen reichen von 113 Opfern (1990-2020) bis 315 Opfern (1970-2020).

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Das ist natürlich schlimm. Betrachtet wird aber nur die Anhängerschaft der Parteien. Die religiös motivierte (muslimische) Gewalt fällt da irgendwie durch den Rost. Antisemitisch motivierten Gewalt sehe ich auch als politisch an.

Sieben Prozent akzeptieren Gewalt gegen Juden (Bevölkerungsdurchschnitt: zwei Prozent).

Konfrontiert wurden die Befragten nach Angaben der Studie mit bewusst harten Aussagen, um den „extremistischen Kern“ der Bevölkerung zu messen. Gefragt wurde etwa nach der Zustimmung zu der Aussage „Juden müssen sich nicht wundern, wenn sie einen draufbekommen“. Zustimmung wurde dabei als Akzeptanz antisemitischer Gewalt gewertet.

Es geht hier um Angriffe auf Politiker und ihre Ursachen…

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Das wären aber reichlich viele Politiker.:thinking:

Stell dich bitte nicht dümmer als unbedingt notwendig. Da ging es um einen Halbsatz in einem längeren Posting. Dein Posting hat als Ganzes nicht das geringste mit dem Thema zu tun.

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Du kleiner Schwindler :smile:

„Die Männer traten weiter auf ihn ein“

Mit anderen SPD-Bezirkspolitikern habe sie am Samstagmittag ihren Wahlkampfstand am S-Bahnhof Lichterfeld Ost abgebaut und mit dem Bus vom nach Hause fahren wollen. „Irgendjemand zog plötzlich erst dem Parteigenossen und dann mir die Mütze vom Kopf“, sagte Macmillan weiter. Ihr Kollege habe sich für sie eingesetzt und laut geschrien.

„Daraufhin ist er dann von mindestens drei Personen aus dem Menschenpulk herausgezogen worden. Er wurde zur Seite gedrängt und geschubst, es wurde auf ihn eingeprügelt. Dann lag er am Boden und die Männer traten und schlugen mit den Fäusten weiter auf ihn ein. Es waren vier Männer, die prügelten“, sagte die Kommunalpolitikerin.

Dank an die Polizei

Auch sie sei getreten oder geschubst worden und auf den Boden gefallen. „Für mich ging das eine Ewigkeit und keiner hat eingegriffen. Ich habe nur gedacht, um Himmels willen, warum unterbricht nicht jemand dieses Szenario? Ich wollte nicht, dass er stirbt“, beschrieb Macmillan die Ereignisse.

Unfassbar, was da in Berlin abgeht. Ich kann mich nicht erinnern, wann zuletzt Politiker so offen und so brutal angegriffen wurden. Auch die einschreitenden Polizisten wurden verletzt:

„Die Neonazis ließen dann von ihm ab, wohl weil sie irritiert waren, dass plötzlich Polizei da war. Doch dann wandten sich die Männer gegen die Polizisten“, sagte sie. Es tut ihr wahnsinnig leid, dass auch die Polizisten etwas abbekamen. „Und ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie sich für uns eingesetzt haben.“

Zumindest wurden die mutmaßlichen Angreifer festgenommen:

Die Polizei nahm nach dem Angriff vier junge Neonazis fest, drei von ihnen sitzen in Untersuchungshaft. Der vierte Verdächtige im Alter von 19 Jahren wurde von der U-Haft verschont.
Die Staatsanwaltschaft teilte mit, die Männer sollen aus mutmaßlich rechtsextremen Motiven gehandelt haben.

Bin ja gespannt, ob dieser rechtsextreme Angriff ebenfalls mit ‚Bengeln‘ die etwas ‚nachspielen wollen‘ verharmlost wird.

also bitte.
mütze vom kopf ziehen“ ist nun nichts, worauf man mit (laut artikel) „geschrei“ antworten muß.
es ist nachvollziehbar, daß sich harmlose passanten durch solch gebrüll provoziert fühlen - da kann einem auch schonmal versehentlich der stiefel ausrutschen.

da in diesem fall keine messer benutzt wurden & niemand „allah akbar“ in den bart murmelte, war dieser vorfall auch nur eine pubertäre entgleisung.
wir waren doch alle mal jung & ich hab auchmal wem die mütze geklaut. so what?

e.c.

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Du siehst hier, dass das Ganze Hand und Fuß hat. Polizei nimmt die Neonazis fest, die Staatsanwaltschaft wird tätig. Die Typen werden hoffentlich ordentlich bestraft. Also alles okay.

Nicht so, wie bei dem spintisierten Fall neulich, wo nur das Ordnungsamt in Wien tätig wurde.
Aber das wirst du selbst schon bemerkt haben.

Der Diebstahl von Kopfbedeckungen scheint in rechten Kreisen nicht nur ein Kavaliersdelikt zu sein, sondern sogar zum guten Ton zu gehören. :man_shrugging:

Besonders, wenn man bedenkt, dass auch zwei Polizisten verletzt wurden. Ihre Liebe zur Polizei entdecken die Kameraden halt nur, wenn der Täter passt. Bei Antisemitismus ist’s halt ähnlich.

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Da hört hier auch der Humor der Staatsgewalt auf. Es wird öffentlich nach Zeugen gesucht, es gibt ein Onlineportal für Hinweise zu den Tätern und zum Vorfall.
Der Angriff hat sich fast vor meiner Haustür ereignet, und da hier „das anständige Berlin“ ist, wo man sowas nicht macht (im Gegensatz zu Neukölln/Kreuzberg/Mordor, wo alle Populisten Wild-West-Zustände beschwören), habe ich auch nicht den Eindruck, dass die Angelegenheit als Dumme-Jungen-Streich behandelt wird.

War aber anscheinend purer Zufall:

Den Ermittlungen zufolge waren die Angreifer aus Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt angereist, um an einer rechtsextremen Demonstration in Friedrichshain und Lichtenberg teilzunehmen. Warum sie deshalb am Bahnhof Lichterfelde Ost im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ausstiegen, ist unklar.

Womöglich hatten sie die Berliner Ortsteile Lichterfelde und Lichtenberg verwechselt.(https://taz.de/Angriff-auf-SPD-Mitglieder-in-Berlin/!6057431/)

Diese importierte Gewalt von Leuten, die nicht mal ordentlich Deutsch können, geht gar nicht. Hat sich schon jemand nach den Vornamen der Rabauken erkundigt?

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Wichtig wäre auch, bei der Abschiebung darauf zu achten, dass man die ins richtige Flugzeug setzt. Nicht dass die am Ende in Bordeaux landen und eigentlich nach Porto gehören.

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No ja, wie soll man denn heißen außer Yves und Rouven? Kevin, Leon und Finn kann doch jeder!

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Hallo C Punkt,
woraus genau ließe sich schließen, dass es da keine Organisationsstruktur gibt? Krux meiner Meinung nach ist unter anderem, dass diese rechtsextreme Truppe von den Anderen häufig verharmlost wird, und zwar zu „die Rechten“.
„Rechte“ … was wäre denn das? „Rechte“ lassen sich unter anderem an den Gegensatzpaaren national/international bzw. egalitär/elitär ausmachen. Dazu … Zitat FJS: „Die CSU hat so weit rechts zu sein, dass sie rechts legal (!) nicht zu überholen ist.“ Soll heißen … rechtsaußen. Könnte man auch mit „extrem rechts“ bezeichnen … ABER auf dem Boden der Legalität. Das ist die AfD (Anm. zumindest in Teilbereichen) nicht [mehr]. Also … die Anderen (Anm. also wir alle) sollten die AfD als das bezeichnen, was sie ist … rechtsextrem und gewaltbereit. Das gehörte auch ausgesprochen … immer wieder. UND … die „normalen“ Rechten gehören wieder inkludiert … als da wären … CDU, FDP (Anm. naja, wirtschaftspolitisch gesehen ein Streitfall), SPD (zum Großteil) und Grüne (auch überwiegend). Gewöhnliche Rechte gehören wie gewöhnliche Linke in den politischen Diskurs; Extreme MIT Gewaltbereitschaft (Anm. beider Seiten) nicht.
UND … entweder ist die Demokratie eine Wehrhafte oder es ergeht ihr wie der Weimarer Republik.

Grüße
Wolkenstein

Offenbar erneut ein rechtsextremer Angriff auf eine Politikerin:

Auch hier wieder unfassbare Brutalität:

Auf Frauen eingetreten
„Wir liefen dann in die Schulstraße rein. Und dann lag auch schon eine Freundin von mir auf dem Boden und wurde von denen zusammengeschlagen“, berichtet Schrenk weiter. Auch jene Freundin sei in der Kommunalpolitik der Linken aktiv. Kurze Zeit später sei auch sie selbst angegriffen worden, so Schrenk weiter. „Als ich auf dem Boden lag, wurde dann auch noch auf mich eingetreten. Man hat gemerkt, dass einfach gar keine Hemmschwelle mehr da ist.“

Und die Tat wurde anscheinend angekündigt:

Schrenk berichtet, eine Gruppe von Neonazis habe ihr bereits im November auf einer Görlitzer Montagsdemo Gewalt angedroht. Man werde sie nicht verschonen, nur weil sie eine Frau sei. Schrenk hatte sich an den Gegenprotesten beteiligt.

Für manche scheint Gewalt die legitime Fortsetzung von Politik zu sein.

Hallo,

ich finde den Abschnitt nicht, auf den Du Dich beziehst, aber wenn ich mich recht entsinne, ging es darum, dass die afd (noch) nicht über eine organisierte Schlägerbande wie die SA verfügt und dass dem so ist, leite ich daraus ab, dass die Gewalttaten, die afd-Anhänger und -Mitglieder verüben eben nicht organisiert erscheinen - weder thematisch noch geographisch noch zeitlich.

Gleichwohl ist die afd natürlich insbesondere auf regionaler bzw. kommunaler Ebene sehr gut organisiert. Wir beobachten zumindest hier, dass die kommunalen Würdenträger zwar aus der Mitte der Partei stammen - also dumm, überheblich und ganz aufgegangen in der Rolle des Opfers und gleichzeitig des Verfolgers der „Altparteien“ -, aber die verfügbaren Instrumente erstaunlich gut nutzen. Das bezieht sich - natürlich - insbesondere auf ihre Rechte im Umgang mit Politik und Verwaltung.

Die Redner bekommen Vokabeln wie Kommunalwahlgesetz, Kommunalwahlordnung und Gemeindeordnung zwar kaum sturzfrei über die Lippen, können aber vom Blatt ablesend ganz wunderbar die einschlägigen Paragraphen und Absätze zitieren. Die Stadträte sind zwar die, die am häufigsten in Sitzungen durch Abwesenheit glänzen, haben aber (deswegen) die meiste Muße, Auskunftsanfragen an die Verwaltung sowie E-Mails an Ausschussvorsitzende zu schreiben und diese so an ihrer eigentlichen Arbeit zu hindern.

Dahinter stecken ganz offensichtlich Leute, in den Kreis- und Landesverbänden, die die Protagonisten vor Ort mit Munition, Quellen und Ideen versorgen.

Also kurz: Organisation ja, aber eben (noch) auf der politischen Ebene, nicht bei den Gewalttaten.

Gruß
C:

Hallo C,
jetzt muss ich kurz ausholen: die SA war weit mehr als nur eine „organisierte“ Schlägerbande. Das war eine strikt und konsequent durchorganisierte paramilitärische Einheit, die (nur anfänglich) rein auf den Saalschutz der NS-Veranstaltungen und die (handgreifliche, zumindest aber lautstarke) Störung anderer politischer Veranstaltungen ausgelegt war. Da steckte von Beginn eine sehr straffe und sehr durchdachte und ausgeklügelte Organisationstruktur dahinter.
Die eigentlichen aktuellen Probleme Deutschlands liegen gleichwohl wo anders. Sie liegen in der immer extremer werdenden sozialen Spannungslage, in einem schlichten Abgehängtwerden ganzer Regionen und der starken und schnell zunehmenden ökonomischen Ungeichheit. Die AfD ist „lediglich“ die Wirkung dieser Ursachen.
Auf einen Zahnarzt herabgebrochen … Deutschland braucht eine Wurzelbehandlung. Lediglich über die Dosierung des Schmerzmittels nachzudenken, wird das Problem nicht lösen.

Nachdenkliche Grüße
Wolkenstein