Hallo Elke,
Die Initiatoren dieser Idee haben aber betont, dass sie selbst
fast alle Erben sind.
und gerade das kotzt mich dabei zusätzlich an. Jeder kann für sich tun, was er für richtig hält. Meinswegen sollen die Herrschaften ihr ganzes Vermögen dem Fiskus, dem Tierschutzverein oder Scientology überschreiben. Nur sollen sie bitte aufhören, aus ihrer persönlichen Situation zu schlußfolgern, daß allen anderen ihr Geld auch in den Schoß gefallen ist und es deswegen nicht schmerzt, davon etwas der Allgemeinheit zu überlassen.
Wobei „etwas“ die falsche Formulierung ist: Du hattest ja neulich einen Nachweis dafür bekommen, daß die oberen Einkommen einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Finanzierung unseres Staates leisten. Zur Erinnerung: 120.000 oder knapp 0,5% der Steuerpflichtigen zahlen 13,7% der Einkommensteuer. Ich bin der Ansicht, daß das vollkommen ausreichend ist.
Was wir jetzt gerade nicht brauchen, ist eine erneute Diskussion darüber, wie man die Unternehmer noch schröpfen kann. In der derzeitigen wirtschaftlichen Situation ist es nur den Mittelständlern zu verdanken, daß die Arbeitslosenzahlen noch nicht durch die Decke geschossen sind.
Während viele kapitalmarktorientierten Unternehmen sich (nach einer Phase der Kurzarbeit) von Mitarbeitern trennen (jeweils auf Kosten des Steuerzahlers), die aufgrund der Kündigungsfristen im Zweifel erst weg sind, wenn sich die wirtschaftliche Situation stabilisiert hat, versuchen mittelständische Unternehmer vielfach auf eigene Kosten und eigenes Risiko die Mitarbeiter zu halten, bevor sie sich nächstes Jahr wieder neue suchen müssen.
Diesen Leuten vorzuwerfen, sie würden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht, ist ein Hohn. Erst recht, wenn man sich einerseits die bisherige Steuerbelastung zu Gemüte führt und andererseits berücksichtigt, daß viele Unternehmen dem Eigentümer nicht nennenswert mehr einbringen als die Anlage des Eigenkapitals auf einem beliebigen Tagesgeldkonto.
Grüße
Christian