Horoskop für Michi
Hallo Michi,
ich hab’ mir dein Horoskop mal ein bißchen angesehen.
Du bist nach meinen Berechnungen im Zeichen Zwillinge geboren und hast einen Wassermann-Aszendent mit Uranus im 9. Haus, der MC steht im Zeichen Schütze, die Sonne in Haus 4, der Mond in Haus 8.
Es ist gruppenschicksalsmäßig bei dir so, dass bei einem neutralen, vorurteilslosen Vermittlungstrieb und Umweltverständnis ein Mangel an fest abgegrenztem Standort bzw. Standpunkt auftritt. Daher ergibt sich eine Tendenz zu Beängstigung aus schwieriger Eindrucksverarbeitung.
Du bist deiner Anlage nach ein sehr freigeistiger, offener, neugieriger Mensch; du hast weder Vorurteile noch irgendwelche festgefahrenen Standpunkte, die du vertrittst. Nun ist es aber so, dass du normalerweise eine sehr moralische bzw. geregelte Erziehung in der Kindheit hattest, die sehr stark vom Vater dominiert wurde. Dein Vater war doch ein sehr geregelter Mensch, oder? Der war doch sicherlich nicht irgendwie gefühlschaotisch oder hing seinen Empfindungen nach. Hatte wahrscheinlich immer die Krawatte richtig gebunden, es musste bei ihm immer alles perfekt und sauber sein. Und dieser Erziehungsstil ist für dich natürlich nicht gerade vorteilhaft gewesen, da er dich in deiner Wesensentwicklung total einschränkte. Du selbst hast nun diese geregelte Haltung vom Vater übernommen, dürftest ihm zumindest im Verhalten ähnlich sein. Jedenfalls ist bei dir der normale Lebenstrieb in der Kindheit durch sachliche Kühle verhindert worden. Dann hast du noch eine Konstellation, die dafür spricht, dass zum Zeitpunkt deiner Geburt die Familie sich in einem „unsicheren Revier“ befand, d. h. sie war wahrscheinlich nicht fest verwurzelt, in ganz krassen Fällen auf der Flucht oder in schwebenden, unentschiedenen Zuständen lebte. Diese Erfahrung der Revierunsicherheit ist in dir gespeichert als Aggressions- und Energielähmung, da das Kind sich schützen muss, um sich nicht zu gefährden. Andererseits ergibt sich auch so ein „Austreibungsdrang“. D. h. du riechst das „Böse“ schon von weitem, ich will damit sagen, dass du einen geschärften Sinn für das Falsche hast. Sobald irgendetwas nicht stimmt, rührt sich dein Empfinden und schlägt Alarm. Wenn also irgendetwas gegen das Prinzip des Lebens oder das Prinzip der Natur ist, dann spürst du das ganz extrem und willst es „austreiben“. Das macht sich schon als Kind in einem Kindergarten bemerkbar. Du spürst, dass du da nicht reingehörst, dass so ein Kindergarten „nicht stimmt“, nur, als Kind kannst du das noch nicht artikulieren und es steigt dir deshalb die Schamröte ins Gesicht, wenn du es empfindest. Ich weiß nicht, ob du gern in einen Kindergarten gegangen bist oder ob du überhaupt in einem warst, aber das ist ja in der Grundschule das gleiche. Das Böse holt sich immer „soziale Kleider“ und versteckt sich darin. Das ist eine blöde Sache. Aber du bist von der Natur so ausgestattet worden mit dieser Konstellation. Wenn du viel rauchst, ist das besonders für dich überhaupt nicht gut. Also, lass es lieber sein! Evtl. hast du auch Kreislaufbeschwerden mit dieser Konstellation. Auf etwas wollte ich noch zu sprechen kommen, nämlich die „Ungeborenheitskonstellation“. Du bist sehr mutterbelastet. Das kann z. B. daher kommen, dass deine Mutter als Fremdling und Minderheit in der Familien-Herde empfunden wurde und sich deshalb nicht traute, Frau und Mutter zu sein. Es scheint, als würde sich die Ungeborgenheit der Mutter im Kind imprägnieren, als würde sich die unbewusste Abwehr der Mutter gegen das Gebären auf das Kind übertragen. Das Kind, also du, bleibt „ungeboren“, d. h. das Empfinden wird nicht abgenabelt, du warst als Kind also übermäßig einfühlend, rücksichtsvoll, zärtlich, anschmiegsam, hast also schon als Kind eine deutliche Verzichthaltung gezeigt. Später dann wird es immer schwieriger, von Muttern loszukommen, man hat dann Verlassenheitsgefühle, fühlt sich wie in der Fruchtblase, eben ungeboren, Ablöseprozesse werden sehr schwierig. Es kommt noch hinzu, dass dich deine Mutter in ihrer Vorstellungswelt sozusagen gefangen hält. Evtl. hattest du mit 13 Jahren genau diese tränenreiche Zeit, diese Verlassenheitsgefühle. Mit ca. 16 Jahren hattest du auch eine sehr belastende, depressive Phase. Da hilft aber leider kein Psychiater, sondern dass muss man schon alleine lösen. Seit dem 24. Lebensjahr hast du sehr gute Einflüsse für die Liebe, evtl. sogar Heirat möglich. Das Hauptproblem bei dir ist halt die Integration in die Gemeinschaft. Du bist zwar sehr beliebt in der Gesellschaft, genießt gewisse Anerkennung und erhälst dafür später auch viele privilegierte Rechte, aber deiner Anlage gemäß müßtest du aus dir heraus leben, müßtest eigenständig sein und dich nirgendwo integrieren, da du sonst deine innere Natur verdrängst.
Ich hoffe, du konntest damit sozusagen als Grob-Überblick etwas anfangen. Wenn du noch was genaueres wissen willst, schreib mir einfach!
Tschüss,
Herbert