Ist das Leben von Handwerkern weniger wert?

Hallo,
bei VW (sowie bei einigen anderen Herstellern) gibt es Fahrzeuge die sowohl in Transporterversionen als auch in Versionen für Privatnutzer gekauft werden können. Z. B. der VW-Bus.

Es ist verständlich, dass Sicherheitsausstattung Geld kostet und es dem Käufer überlassen wird, ob er diese mitbestellt oder ihm seine Sicherheit weniger wichtig ist.

Problematisch finde ich aber, dass man bei VW, Mercedes… usw. in der Transporterversion häufig wichtige Sicherheitstechniken wie Seitenairbags gar nicht mitbestellen konnte sondern nur in den viel teureren Versionen für Privatnutzer.

Die Relevanz von Seitenairbags wird bei diesem Crashtest deutlich, denn der Kopf schlägt nach einem Frontalaufprall auf die B-Säule auf, was ein Seitenairbag verhindern könnte:

https://www.youtube.com/watch?v=gUyQvt8eKQo

Ist das Leben von Transporterfahrern wie Handwerkern, Lieferanten usw. für die Automobilkonzerne weniger wert?

Gruß
Desperado

Gegen Aufpreis kann man die haben, genauso wie die anderen sicherheitsrelevanten Assistenzsysteme - die sind nur in der Standardausstattung nicht enthalten. Deswegen sind die Geräte dann aber auch günstiger.

Es ist also eher eine Frage des Willens beim Käufer, nicht der Bewertung des Käufers durch den Verkäufer …

2 Like

Genau das ist das Problem, man kann es in der Transporterversion eben nicht einfach als Extra bestellen sondern muss gleich eine viel teurere Ausstattungslinie nehmen.

Ich muss es jetzt mal ganz deutlich sagen:

Heul leise!

Generationen von Handwerkern haben ihre Arbeitswege in DKW, Hanomag, Barkas B1000, Fiat, NSU- und ähnlichen Transportern zurückgelegt und waren dabei den gleichen Risiken ausgesetzt wie alle anderen Verkehrsteilnehmern auch.

1 Like

Ergänzung: NSU hat keine Transporter gebaut bzw. es sind unter diesem Namen keine vertrieben worden.

Nehmen wir stattdessen den Ford Transit. Auch hübsch.

1 Like

Auch der IVECO, wenn er dreckig hinterlassen wurde, dass man mit den Finger MASS- und - CK dahinterschreibt…
(Putz mich, für die Langsameren)

2 Like

hi,

ich wunder mich nicht wirklich, diene Recherchetätigkeiten sind bekannt dafür, dass du meist versehentlich übersiehst, dass man es bestellen kann.

Bei mir geht’s.

wenn ich die Sitze der „Privatversion“ will ist es nur logisch, dass man sie bestellen und auch bezahlen muss. wo siehst du einen ungerechtfertigten Mehrpreis dabei?
Das sind ebenso Stoffsitze, ohne Heizung. passt doch?!

Es ist ja gerade die Tatsache billig, dass die Kastenwägen nach der Sitzreihe weitgehend leer sind. Das führt natürlich auch irgendwie dazu, dass Sonderausstattung verhältnismäßig teuer erscheint.

Wenn du magst, setz die Kosten für die Airbags doch mal ins Verhältnis einer schnöden Laderaumverkleidung aus Holz (wird bei VW noch nicht mal angeboten) und einer Bodenplatte für den Laderaum.

Spoiler: allein der Boden liegt schon bei 714€

und gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist das ein Punkt, der nicht unangeprangert bleiben darf!!!11einself

grüße
lipi

4 Like

Es geht um die Transportermodelle die derzeit massenweise auf den Straßen unterwegs sind und bei denen es in der PKW-Version schon lange Seitenairbags gab - aber in der Transporterversion eben nicht einmal gegen Aufpreis.

Wir hatten das Thema zwar schon ein paarmal, aber ich erwähne es dennoch gerne: nur, weil Du ein Produkt gut oder schlecht findest, heißt das nicht, dass das a) objektiv bzw. von der Mehrheit der relevanten Personen so gesehen wird und b) der Hersteller genauso sehen muss. Unternehmen verkaufen das, was der Markt will oder sie scheiden langfristig aus dem Markt aus.

Wenn es zum fraglichen Zeitpunkt (wann auch immer genau der gewesen sein mag) keine Transporter mit Airbags an bestimmten Stellen gab, dann lag das daran, dass es dafür keine bzw. keine eine solche Ausstattung rechtfertigende Nachfrage gab.

1 Like

Hallo Desperado,

das musst du die Fuhrparkmanager der großen Flottenbetreiber fragen, denn nach deren Vorgaben werden die Fahrzeuge ausgestattet. Der Preiskampf ist extrem hart und über die gesetzlichen Vorschriften hinaus wird wenig an teurer Zusatzausstattung bestellt.

So ein T6 Transporter darf im Flottengeschäft 20.000 Euro kosten. Sehe Dir mal die Listenpreise im Web an, dann weißt du, was da los ist.

Trotzdem waren wir 10 Jahre lang mit einem Transit Camper im Alltag super zufrieden.
An ihm ist sogar mal ein damals aktueller BMW 5er zerschellt. Der Transit bekam eine neue Heckklappe und 2 neue Parkpiepser-Sensoren. Der BMW war ein Totalschaden.

Was ich schwierig finde im Flottenmarkt, sind neben den teils fehlenden Airbags auch die miesen Seriensitze und die funzeligen H7-Lampen.

Kein Mensch braucht einen Spurhalteassi, aber vernünftiges Licht hätten die Brüsselaner inzwischen wirklich mal vorschreiben können.

Es geht hier nicht um Fahrzeugmodelle die ausschließlich für kommerzielle Kunden angeboten werden sondern um solche, die es auch mit Seitenairbags gab - eben in der PKW-Ausführung. Es braucht also keine aufwändige Neuentwicklung um die Transporter auch mit Seitenairbags anzubieten, man könnte diese - wie andere Sonderausstattung auch - einfach optional anbieten. Einige Extras für Transporter nicht anzubieten ist also eine bewußte Entscheidung, evtl. weil die Hersteller vermeiden wollen, dass Privatpersonen die günstigeren Transportermodelle kaufen. Dafür nimmt man in Kauf, dass Transporterfahrer ein höhere Verletzungs- und Todesrisiko haben.

In Zeiten von Fachkräftemangel dürfte es sich hoffentlich bald herumsprechen, dass kein Betrieb seinen Handwerkermeister mit einem Transporter mit unzureichender Sicherheitsausstattung und Sitzen locken kann, bei dem die Rückenschmerzen durch die handwerkliche Tätigkeit durch den unbequemen Autositz noch verstärkt werden.

Wie genau verhindert man denn, dass der gleiche Hugo Müller, der für sich als Handwerker einen Transporter kauft, den gleichen Transporter für sich als Privatperson kauft?

Die Hersteller bieten das an, was der Markt nachfragt und nicht das, womit man möglichst viele Handwerker umbringen kann.

Weil meist nicht Hugo Müller den Transporter kauft sondern sein Chef - und dem ist es egal, ob Hugo Müllers Schädel an der B-Säule aufschlägt und auch, ob Hugo Müller bequem sitzt.

Und wahrscheinlich das, was den eigenen PKW-Versionen nicht als Konkurrenz erscheint, denn die besagten Transporter kann man auch mit Fenstern und Sitzplätzen bestellen - nur eben nicht mit Seitenairbags.

War der Satz wieder zu kompliziert? OK, ich versuche es noch einmal. Hugo Müller ist selbstständiger Handwerker und kauft für sich und seine Mitarbeiter gerne den billigsten Ramsch, weil ihm sein Leben und das seiner Mitarbeiter nichts wert ist. Hersteller X freut sich darüber und verkauft ihm gerne zwei Nutzfahrzeuge vom Typ Lebekurz 3.

Deine These: Was Hersteller X nicht möchte, ist, dass Privatpersonen dieses günstige Modell kaufen, weswegen es nur gewerblichen Anbietern angeboten wird.

Wie aber will Hersteller X verhindern, dass Hugo Müller, der für sich und seine Familie ein möglichst billiges und unsicheres Fahrzeug kaufen möchte, einfach einen dritten Lebekurz 3 erwirbt und diesen dann privat nutzt? Unangekündigte Hausbesuche? Datenabgleich mit der KfZ-Versicherung?

Genau das ist es, was ich die ganze Zeit schreibe: Hugo Müller will seine Familie nicht in einem unsicheren Fahrzeug ohne Seitenairbags und mit schlechten Sitzen herumfahren und kauft die viel teurere Variante (z. B. VW T6 Multivan). Wenn er für den T6-Transporter Seitenairbags und bessere Sitze bestellen könnte wäre ihm die Entertainmentausstattung und die Teppiche evtl. nicht den erheblichen Mehrpreis des Multivans wert.

Aha. Und warum schreibst Du dann das:

Noch mal in ganz besonders einfach, weil du große Probleme mit dem sinnstiftendem Lesen hast:
Diese Zusatzausstattung wird angeboten, aber sie wird von den Handwerksbetrieben bzw deren Ausstattern nicht gekauft, weil „zu teuer“ bzw. weil sie als unnötig angesehen wird :woman_shrugging:t3:

Noch einfacher: das liegt nicht am Hersteller, sondern am Käufer und damit an der Nachfrage

2 Like

Genau das ist es eben nicht! Nehmen wir mal den VW-Bus T6. Diesen gibt es als Transporter und PKW-Version (z. B. Multivan). Die Seitenairbags kann man beim Multivan mitbestellen aber beim Transporter nicht. Das Problem dabei ist, dass Menschen dabei (wie im Crashtestvideo zu sehen) Risiken ausgesetzt werden die vermeidbar sind.

Das Problem ist eigentlich, dass Dir als einzige Erklärung dafür einfällt, dass ein Unternehmen, das sein Geld mit dem Erfüllen von Kundenwünschen verdient, diesen speziellen Kundenwunsch nicht anbietet, weil es lieber Menschen sterben sieht als mit Sonderausstattung Geld zu verdienen.

1 Like