Hallo,
hätte ich unter Physik posten sollen…? Irgendwie habe ich eine Denkhemmung…
Hier meine Frage: Gíbt es einen speziellen Ausdruck für das Summen von Elektrizität, z.B. hört man es unter Hochspannungsleitungen?
Gruß,
Eva
Klar: Sssssummmm owT mG + albern
Hallo Eva,
hätte ich unter Physik posten sollen…?
ist egal, das passt unter beides.
Hier meine Frage: Gíbt es einen speziellen Ausdruck für das
Summen von Elektrizität, z.B. hört man es unter
Hochspannungsleitungen?
Die Ursache für diese Geräusche, die sich auch knisternd anhören können, sind die Koronaentladungen. Diese bilden sich überall dort, wo sehr hohe Spannungen an der Freien Luft liegen, also an freiliegenden Hochspannungsleitungen oder bei Gewitter. Sehr starke Koronaentladungen führen sogar zu sichtbaren bläulichen Leuchterscheinungen. Das nennt man dann Elmsfeuer oder engl. St. Elmo´s Fire.
Jörg
Hi Eva,
ich kenn das als Netzbrummen.
oder auch 50Hz-Brummen
Gandalf
Die Ursache für diese Geräusche, die sich auch knisternd
anhören können, sind die Koronaentladungen.
Danke vielmalen, das nützt!
-) Eva
ich kenn das als Netzbrummen.
oder auch 50Hz-Brummen
Dunkel taucht eine Erinnerung auf… Aber leider für meinen momentanen Zweck zu modern.
Dennoch Dank!
Gruß,
Eva
100-Hz-Brummen durch Wassertropfen
Hi Gandalf und Eva,
Es gibt noch das 100-Hz-Brummen wenn die Hochspannungsleitung feucht ist. Dabei werden Wassertröpfchen auf der Leitung durch das elektrische Wechselfeld zu Schwingungen angeregt. Das kann ziemlich laut werden:
"Personen, die neben einer Hochspannungsleitung wohnen, fühlen sich oft durch ein Brummen der Leitungen gestört. Dieses tritt auf, wenn die Leitungen durch Nebel oder Regen nass werden. Besonders wenn in der Nacht praktisch alle anderen Lärmquellen verstummen, wird das 100-Hz-Leitungsbrummen zu einer der Hauptlärmquellen. Laut Hans-Jürg Weber vom Hochspannungslabor der ETH können dabei die zulässigen Grenzwerte überschritten werden. "
http://www.ethlife.ethz.ch/articles/Hochspannung.html
Ciao Rossi
Hallo Eva,
das Summen oder Brummen, das man z.B. bei Transformatoren hören kann, hängt mit der Netzfrequenz von 50 Hz zusammen. Das bedeutet die Spannung, somit der Strom und das Magnetfeld in Transformatoren durchlaufen 50 mal pro sec. einen Minimal- und Maximalwert (s. Sinuskurve). Da die Weicheisenkerne von Transformatoren „geblättert“ sind (d.h. viele dünne Eisenplatten isoliert nebeneinander liegend, um Wirbelströme zu vermeiden) entsteht ein Brummen, was daran liegt, dass diese durch die ständige wechselnde Intensität des Magnetfeldes zusammengezogen und wieder losgelassen werden (entsprechend der Netzfrequenz von 50 Hz).
Gruß
Stefan
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hallo Stefan,
das stimmt nicht ganz.
das Summen oder Brummen, das man z.B. bei Transformatoren
hören kann, hängt mit der Netzfrequenz von 50 Hz zusammen. Das
bedeutet die Spannung, somit der Strom und das Magnetfeld in
Transformatoren durchlaufen 50 mal pro sec. einen Minimal- und
Maximalwert (s. Sinuskurve).
Das passiert 100 mal pro sekunde. Zwar wiederholt sich das nur 50 mal pro sekunde mit gleicher Polarität, aber das ist unerheblich. Die Effekte, die den Trafo brummen lassen haben eine quadratische Kennlinie (elektromagnetische Kräfte) oder sind zumindest polaritätsunabhängig (magnetostriktiver Effekt). Die Brummfrequenz liegt also bei min. 100 Hz.
Da die Weicheisenkerne von
Transformatoren „geblättert“ sind (d.h. viele dünne
Eisenplatten isoliert nebeneinander liegend, um Wirbelströme
zu vermeiden) entsteht ein Brummen, was daran liegt, dass
diese durch die ständige wechselnde Intensität des
Magnetfeldes zusammengezogen und wieder losgelassen werden
(entsprechend der Netzfrequenz von 50 Hz).
Nein, die parallel liegenden Bleche werden untereinander immer abgestossen (100 mal pro sekunde), was ja auch klar ist, weil sie in gleicher Richtung magnetisiert sind. Anziehende Kräfte können nur in Feldlinienrichtung wirken. Wenn z.B. der Kern einen Luftspalt besitzt, versucht dieser sich durch eine anziehende Kraft zu verkürzen. Um Geräuschentwicklung zu vermeiden, werden die Bleche daher fest zusammengepresst.
Weiterhin ändern sich Geometrie und Volumen des Eisens durch den magnetostriktiven Effekt, was ebenfalls zu einem 100-Hz-Brummen führen kann.
Übrigens würde man weder ein 50-Hz- noch ein 100-Hz-Brummen störend wahrnehmen, wenn es nicht allzu laut ist. In diesem Frequenzbereich ist erstens das Gehör noch relativ unempfindlich und zweitens ist die Abstrahlung minimal. Die charakteristischen gut hörbaren Brumm/Summgeräusche des Trafos kommen erst durch Oberwellen infolge nichtlinearer Verzerrungen zustande.
Jörg
Hallo an alle,
in diesem Zusammenhang wollte ich noch darauf hinweisen, dass das Transformatorbrummen nicht vom gesamten mag. Fluss erzeugt wird, sondern nur vom Streufluss, also dem Teil der zwar in einer Spule entseht, aber nicht die andere Spule erreicht, sondern herausgestreut wird.
Das wird deutlich, wenn man den Trafo im Leerlauf betreibt, dann ist das Feld im Inneren sehr groß, das Streufeld ist vernachlässigbar und das Brummen nimmt ab.
Genauso im Kurzschluss: hier ist das Feld im Inneren durch die maximale Gegeninduktion der Sekundärspule sehr klein, das Streufled ist dann dominant und bewirkt ein Scheppern der Bleche.
Gruß
Oliver
Hallo Oliver,
wie so oft ist auch hier die Sache nicht ganz so einfach.
in diesem Zusammenhang wollte ich noch darauf hinweisen, dass
das Transformatorbrummen nicht vom gesamten mag. Fluss erzeugt
wird, sondern nur vom Streufluss, also dem Teil der zwar in
einer Spule entseht, aber nicht die andere Spule erreicht,
sondern herausgestreut wird.
Vorsicht, hier verwechselst Du leicht den Streufluss mit dem nach außen dringenden Störfeld. Hier mußt Du Dich streng an die Definition halten: Das Streufeld ist die Differenz der magn. Flüsse von Primär- und Sekundärspule. Das Streufeld muss nicht zwangsläufig nach außen „herausgestreut“ werden. Ebenso muß der nach außen herausgestreute Fluß nicht unbedingt zum Streufluss gehören. Bei einem idealen Rinkerntrafo befindet sich der Streufluss innerhalb des Trafos und ist nach außen hin nicht meßbar. Bei einem Trafo ohne Eisenkern oder mit einem einfachen Stabkern gehört dagegen der größte Anteil des nach außen dringenden Flusses nicht zum Streufluss. Ein normaler Trafo liegt irgendwo dazwischen. Soviel zum Begriff Streufluss.
Natürlich trägt auch der Streufluss zum Brummen bei. Wieviel, hängt aber stark vom Aufbau ab. Der Hauptfluss und die Kräfte in den stromdurchflossenen Kupferdrähten können ebenfalls viel Lärm machen.
Das wird deutlich, wenn man den Trafo im Leerlauf betreibt,
dann ist das Feld im Inneren sehr groß, das Streufeld ist
vernachlässigbar und das Brummen nimmt ab.
Nicht unbedingt. Manche Trafos sind auch im Leerlauf nicht wesentlich ruhiger. Da der Streufluss dann sehr gering ist, kann das Brummen nur vom Hauptfluss kommen. Das Brummen durch den Magnetostriktiven Effekt oder die elektromagnetischen Kräfte in einem schlecht zusammengebauten Eisenkern kommt fast ausschließlich vom Hauptfluss.
Genauso im Kurzschluss: hier ist das Feld im Inneren durch die
maximale Gegeninduktion der Sekundärspule sehr klein, das
Streufled ist dann dominant und bewirkt ein Scheppern der
Bleche.
… oder der Laststrom bewirkt eine Vibration der Spulendrähte.
Jörg
Hallo Jörg
wie so oft ist auch hier die Sache nicht ganz so einfach.
eben!
Das Streufeld ist die Differenz der
magn. Flüsse von Primär- und Sekundärspule.
nein, das streufeld auf der primärseite ist die differenz des flusses durch Primärspule zum gesamten Fluss durch beide Spule; das gleiche gilt für die sekundärseite.
Das Streufeld muss
nicht zwangsläufig nach außen „herausgestreut“ werden.
natürlich muss er das! da mag. Feldlinien ja nicht irgendwo enden können. (div B =0)
Der Hauptfluss und die Kräfte
in den stromdurchflossenen Kupferdrähten können ebenfalls viel
Lärm machen.
nein, der hauptfluss bewirkt kein brummen, da beim erhöhen des hauptflusses das brummen nicht im gleichenmaße lauter wird.
Das Brummen durch
den Magnetostriktiven Effekt oder die elektromagnetischen
Kräfte in einem schlecht zusammengebauten Eisenkern kommt fast
ausschließlich vom Hauptfluss.
wie gesagt, das kann nicht sein.
Im Gerthswen wurde dieses Phänomen mal diskutiert: das ergebnis war, dass ausschließlich der streufluss für das brummen verantwortlich ist.
Gruß
Oliver
Definition des Streufeldes
nein, das streufeld auf der primärseite ist die differenz des
flusses durch Primärspule zum gesamten Fluss durch beide
Spule; das gleiche gilt für die sekundärseite.
genauer: sei
s1: Fluss durch Primärspule
s2: Fluss durch Sekundärspule
s12:Fluss durch beide Spulen
Dann ist der Streufluss s_streu_1 von Primäarspule und s_streu_2 von Sekundärspule:
s_streu_1 = s1 - s12
s_streu_2 = s2 - s12
und der gesamte Streufluss s_streu:
s_streu = s1 + s2 - 2*s12
Gruß
Oliver
Hallo Oliver,
wie so oft ist auch hier die Sache nicht ganz so einfach.
eben!
schön, dass wir uns wenigstens in diesem Punkt einig sind
Das Streufeld ist die Differenz der
magn. Flüsse von Primär- und Sekundärspule.nein, das streufeld auf der primärseite ist die differenz des
flusses durch Primärspule zum gesamten Fluss durch beide
Spule; das gleiche gilt für die sekundärseite.
Das war vielleicht etwas formlos dahingeschrieben, ist aber im Prinzip richtig. Ich betrachte immer nur den gesamten Streufluss. Bei realen 50-Hz-Trafos ist der Magnetisierungsstrom vernachlässigbar gering gegenüber dem Laststrom, insbesondere bei größeren Leistungen (> 200 VA). Daher macht es auch keinen Sinn, primären und sekundären Streufluss zu unterscheiden, da sie durch den Aufbau des Trafos fest verkoppelt sind. Letztlich bleibt als Streufluss immer das übrig, was die Primärspule erzeugt, jedoch nicht die Sekundärspule durchläuft.
Das Streufeld muss
nicht zwangsläufig nach außen „herausgestreut“ werden.natürlich muss er das! da mag. Feldlinien ja nicht irgendwo
enden können. (div B =0)
nein, muss er nicht. Natürlich sind die magnetischen Feldlinien immer geschlossen, auch wenn sich der Streufluss innerhalb des Trafos befindet. Beim Ringkerntrafo verläuft der Streufluss parallel zum Hauptfluss des Kernes ebenfalls ringförmig zwischen den Drähten von Primär- und Sekundärspule hindurch und tritt nicht aus dem Trafo heraus.
Der Hauptfluss und die Kräfte
in den stromdurchflossenen Kupferdrähten können ebenfalls viel
Lärm machen.nein, der hauptfluss bewirkt kein brummen,
Doch, tut er oder was meinst Du denn, warum viele Trafos auch im Leerlauf brummen ? Im Leerlauf ist der Streufluss doch sehr gering im Vergleich zur Volllast. Diese Trafos müssten dann bei Volllast einen Höllenlärm produzieren; tun sie aber nicht. Die Lautstärke erhöht sich nur geringfügig bis mäßig, je nach Trafoeigenschaften.
da beim erhöhen des
hauptflusses das brummen nicht im gleichenmaße lauter wird.
Natürlich wird auch das Brummen bei Erhöhung des Hauptflusses lauter, sofern es von diesem verursacht wird. Das läßt sich leicht überprüfen, indem man die Primärspannung langsam erhöht.
Das Brummen durch
den Magnetostriktiven Effekt oder die elektromagnetischen
Kräfte in einem schlecht zusammengebauten Eisenkern kommt fast
ausschließlich vom Hauptfluss.wie gesagt, das kann nicht sein.
weil nicht sein kann was nicht sein darf ?
Stell Dir doch einfach mal vor, Du würdest den Eisenkern durch einen kleinen Luftspalt in der Mitte trennen. Die untere Kernhälfte würdest Du fest im Erdboden verankern und die obere mit einer federnden Membran, die den Luftspalt immer etwas auseinanderzieht. Durch den Hauptfluss des Trafos würden nun die Kernhälften 100 mal pro sekunde mit erheblicher Kraft zusammengezogen. Meinst Du nicht, dass diese Anordnung ganz schön laut brummen würde ?
Übrigens funktionieren mechanische Autohupen genau so und die sind nicht gerade leise. Der Wechselstrom wird hier nur mit einem Unterbrecherkontakt erzeugt und die Frequenz ist natürlich auch etwas höher. Im Prinzip ist das aber nicht anderes als ein brummender Trafo ohne Sekundärspule und daher ohne Streufluss.
Im Gerthswen wurde dieses Phänomen mal diskutiert: das
ergebnis war, dass ausschließlich der streufluss für das
brummen verantwortlich ist.
Du meinst das Physikbuch von Gerthsen ?
Das ist doch sonst eigentlich eine seriöse Quelle. Das würde mich jetzt wundern, wenn das genau so da drin steht. In meinem habe ich jedenfalls nichts dergleichen gefunden.
Jörg
Hohes Gericht…
Hallo Jörg,
schön, dass wir uns wenigstens in diesem Punkt einig sind
zumindest ein Anfang
Das war vielleicht etwas formlos dahingeschrieben, ist aber im
Prinzip richtig. Ich betrachte immer nur den gesamten
Streufluss.
Ich eigentlich auch; deshalb hatte ich ja nochmal mit einem Zusatzposting diese Stelle nochmal genauer beschrieben.
Letztlich bleibt als Streufluss
immer das übrig, was die Primärspule erzeugt, jedoch nicht die
Sekundärspule durchläuft.
… und das ganze mal 2 ! Denn du vergisst das was die Sekundärspule erzeugt, jedoch nicht die Primäarspule durchläuft. Das ist aber in Näherung das selbe wie im ersten Fall, also muss man das Streufeld der ersten Spule (das was du beschrieben hast) verdoppeln.
nein, muss er nicht. Natürlich sind die magnetischen
Feldlinien immer geschlossen, auch wenn sich der Streufluss
innerhalb des Trafos befindet. Beim Ringkerntrafo verläuft der
Streufluss parallel zum Hauptfluss des Kernes ebenfalls
ringförmig zwischen den Drähten von Primär- und Sekundärspule
hindurch und tritt nicht aus dem Trafo heraus.
Bei diesen Abschnitt versteh ich absolut nicht wie du dir die Sache vorstellst! Ich fasse mal zusammen: Erst sagst du, dass das Streufeld nicht die Sekundärspule erreicht und oben schreibst du, dass der Streufluss ebenfalls durch die Sekundärspule fließt… Was denn jetzt??
Nein, es ist natürlich so, dass das Streufeld aus dem Eisenkern herausgestreut werden muss (daher auch der Name Streufluss), damit er nicht die andere Spule erreicht, eine andere Möglichkeit gibt es nicht.
Es könnte höchstens sein, dass wir aneinander vorbeireden, deshalb nochmal in aller Deutlichkeit: ich meine mit Streufeld das selbe wie auf dieser Seite:
www.ims.zhwin.ch/internas/ausbildung/transformator/t…
Zum eigentlichen Thema:
Die Frage war, was das Brummen verursacht. Ich muss wirklich zugeben, dass ich eigentlich so mit Transformatoren nichts zu tun habe. Ich stütze mich ausschließlich auf die Ausführungen im Gerthsen, die da sehr überzeugend war. Leider hab ich ihn momentan nicht zur Hand, sonst würde ich den kurzen Text schnell abtippen. Das Argument war aber, dass der Hauptfluss nicht für das Brummen verantwortlich sein kann, weil er im Leerlauf viel leiser brummt, obwohl da der Hauptfluss am größten ist (weil der Hauptfluss dann nicht durch eine sekundärseitige Gegeninduktion geschwächt wird). Folglich kann nur der Streufluss das Brummen verursachen, der die Drähte auf den Spulenwicklungen gegeneinander scheppern lässt.
Wenn du selbst den Gerthsen hast kannst du ja mal nachschlagen, mich würde auch nochmal der genauer Wortlaut interessieren. Das stand als Aufgabe „Transformatorbrummen“ beim E-Technikkapitel, sollte aber auch direkt im Stichwortverzeichnis unter „Transformatorbrummen“ stehen.
Vielen Dank, Herr Gerthsen Sie dürfen den Zeugenstand verlassen.
Als weiteren Zeugen möchte ich nun den Hersteller eines Sound-Steuer-Systems in den Zeugenstand rufen.
www.soundperformancelab.com/smc/2380_BA_D.pdf
Dort heißt es in der Bedienungsanleitung bei der Beschreibung der technischen Daten:
„Das Netzteil ist um einen Ringkerntransformator auf gebaut, dessen minimales Streufeld kein elektronisches Brummen oder mechanisches Geräusch verursacht.“
Und ich meine doch, dass die Hersteller von Equalizern doch am besten wissen sollten, wo Brummgeräusche herkommen.
Ok, von meiner Seite wars das.
Herr Rehrmann, ihr Zeuge…
Gruß
Oliver
Hallo Oliver,
Letztlich bleibt als Streufluss
immer das übrig, was die Primärspule erzeugt, jedoch nicht die
Sekundärspule durchläuft.… und das ganze mal 2 ! Denn du vergisst das was die
Sekundärspule erzeugt, jedoch nicht die Primäarspule
durchläuft.
nein, habe ich nicht vergessen. Du mußt bedenken, dass der Laststrom in der Sekundärspule dem Hauptfluß entgegenwirkt (Lenzsche Regel). Der effektiv wirksame Fluss in der Sekundärspule wird also um den Betrag des sekundären Streuflusses reduziert. Der primäre Streufluss addiert sich dagegen zum Hauptfluss in der Primärspule. Primärer und sekundärer Streufluss addieren sich zum gesamten Streufluss. Der gesamte Streufluss muss also zwangsläufig genau die Differenz der Flüsse in Primär- und Sekundärspule sein. Der Faktor 2 ist durch die Abschwächung des Flusses in der Sekundärspule bereits berücksichtigt.
Einfaches Beispiel: Kurzschlussbetrieb bei einem verlustlosen Trafo
Die sekundärseitig induzierte Spannung ist 0 V, also muss auch der effektiv wirksame Fluss in der Sekundärspule null sein. Übrig bleiben nur der sekundäre und primäre Streufluss. Da der Fluss in der Sekundärspule null ist, ist auch hier der gesamte Streufluss genau die Differenz der Flüsse in Primär- und Sekundärspule. Würde ich hier nochmal mit 2 multiplizieren, würde sich der gesamte Streufluss auf wundersame Weise verdoppelt.
nein, muss er nicht. Natürlich sind die magnetischen
Feldlinien immer geschlossen, auch wenn sich der Streufluss
innerhalb des Trafos befindet. Beim Ringkerntrafo verläuft der
Streufluss parallel zum Hauptfluss des Kernes ebenfalls
ringförmig zwischen den Drähten von Primär- und Sekundärspule
hindurch und tritt nicht aus dem Trafo heraus.Bei diesen Abschnitt versteh ich absolut nicht wie du dir die
Sache vorstellst! Ich fasse mal zusammen: Erst sagst du, dass
das Streufeld nicht die Sekundärspule erreicht und oben
schreibst du, dass der Streufluss ebenfalls durch die
Sekundärspule fließt… Was denn jetzt??
Das war schon genauso gemeint wie geschrieben. Wenn das primäre Streufeld die Sekundärspule nicht erreicht, meine ich damit, dass es dort keine Spannung induziert. Das ist aber nur eine idealisierte Vorstellung. In der Praxis ist das etwas komplizierter. Dort gibt es keine saubere Grenze zwischen Haupt- und Streufluss. Nur der Flussanteil, der sich vollständig im Eisenkern befindet läßt sich eindeutig dem Hauptfluss zuordnen. Der Flussanteil, der direkt durch die Drähte verläuft, wird von den äußeren Windungen umschlossen, von den Inneren aber nicht. Dieser Fluss ist also partiell Streufluss für die innenliegenden Drähte und Hauptfluss für die äußeren Drähte der gleichen Spule.
Aber da waren wir uns ja einig, dass die Sache nicht so einfach ist.
Nein, es ist natürlich so, dass das Streufeld aus dem
Eisenkern herausgestreut werden muss (daher auch der Name
Streufluss), damit er nicht die andere Spule erreicht, eine
andere Möglichkeit gibt es nicht.
Doch gibt es. Der Streufluss muss nicht zwangsläufig aus dem Eisenkern herausgestreut werden; er kann auch vollständig außerhalb des Eisenkernes verlaufen, was bei einem idealen Rinkerntrafo immer der Fall ist.
Es könnte höchstens sein, dass wir aneinander vorbeireden,
deshalb nochmal in aller Deutlichkeit: ich meine mit Streufeld
das selbe wie auf dieser Seite:
Das meine ich auch.
Zum eigentlichen Thema:
Die Frage war, was das Brummen verursacht. Ich muss wirklich
zugeben, dass ich eigentlich so mit Transformatoren nichts zu
tun habe.
Dann habe ich wohl über 20 Jahre Vorsprung an praktischer Erfahrung mit Trafos aller Art und den damit verbundenen Problemen. Du solltest also die Möglichkeit in Erwägung ziehen, dass ich zumindest weiss wovon ich rede
Ich stütze mich ausschließlich auf die Ausführungen
im Gerthsen, die da sehr überzeugend war. Leider hab ich ihn
momentan nicht zur Hand, sonst würde ich den kurzen Text
schnell abtippen. Das Argument war aber, dass der Hauptfluss
nicht für das Brummen verantwortlich sein kann, weil er im
Leerlauf viel leiser brummt, obwohl da der Hauptfluss am
größten ist (weil der Hauptfluss dann nicht durch eine
sekundärseitige Gegeninduktion geschwächt wird).
Der Hauptfluss ist bei konstanter Primärwechselspannung nahezu unabhängig von der Belastung, da der sekundäre Streufluß zumindest bei größeren Trafos sehr klein gegenüber dem Hauptfluss ist.
Folglich kann
nur der Streufluss das Brummen verursachen, der die Drähte auf
den Spulenwicklungen gegeneinander scheppern lässt.
Im Einzelfall kann das zwar stimmen, nicht jedoch im Allgemeinen. Ich schätze, da haben die Herren Physiker nur an einem oder wenigen Versuchsobjekten experimentiert und daraus unerlaubterweise auf alle Trafos im Universum geschlossen. Ich habe hier sehr viele Gegenbeispiele herumstehen.
Wenn du selbst den Gerthsen hast kannst du ja mal
nachschlagen, mich würde auch nochmal der genauer Wortlaut
interessieren. Das stand als Aufgabe „Transformatorbrummen“
beim E-Technikkapitel, sollte aber auch direkt im
Stichwortverzeichnis unter „Transformatorbrummen“ stehen.
Das ist ein Erbstück älteren Datums, da steht nichts dergleichen drin.
Vielen Dank, Herr Gerthsen Sie dürfen den Zeugenstand
verlassen.
Als weiteren Zeugen möchte ich nun den Hersteller eines
Sound-Steuer-Systems in den Zeugenstand rufen.www.soundperformancelab.com/smc/2380_BA_D.pdf
Dort heißt es in der Bedienungsanleitung bei der Beschreibung
der technischen Daten:„Das Netzteil ist um einen Ringkerntransformator auf gebaut,
dessen minimales Streufeld kein elektronisches Brummen oder
mechanisches Geräusch verursacht.“
Jetzt hast Du genau das getan, wovor ich Dich in meinem 1. Posting zu diesem Thema gewarnt habe. Du hast das Störstreufeld mit dem Koppelstreufeld verwechselt. Leider gibt es da offiziell keine eindeutige Begriffsunterscheidung. In der Beschreibung geht es eindeutig um das Störstreufeld, das mit dem hier diskutierten Streufeld nicht viel zu tun hat. Das Störstreufeld verursacht Induktionsspannungen in Signal- und Masseleitungen, die im Audiobereich sehr störend sind und kann außerdem Stahlblechgehäuse zum schwingen bringen.
Die Verwendung von Ringkerntrafos ist im Audiobereich Standard, weil hier das transformatorische Streufeld nahezu vollständig innerhalb der Spulen verläuft und nicht nach aussen tritt. Auch der durch den Hauptfluss verursachte Anteil des Störstreufeldes ist hier wegen der idealen Kernform praktisch null.
Und ich meine doch, dass die Hersteller von Equalizern doch am
besten wissen sollten, wo Brummgeräusche herkommen.
Meine Erfahrungen sehen da eher anders aus. Ich habe schon etliche Audiogeräte für den Tonstudioeinsatz „entbrummen“ müssen. Neben dem Trafo gibt es allerdings noch andere Brummquellen. Das ist in dieser Branche ein sehr heikles Thema.
Ok, von meiner Seite wars das.
Herr Rehrmann, ihr Zeuge…
Ist wohl nicht mehr nötig, da die bisherigen Aussagen widerlegt sind.
Jörg, dessen selbstgewickelten Trafos auch im Leerlauf laut brummen
… abgelehnt!
Hallo Jörg,
Sorry, dass ich nicht mehr auf dein Posting eingehe. Ich hätte zwar wieder ein paar Einsprüche gehabt, aber ich fürchte die Diskussion führt uns nicht weiter. Anscheinend wirke ich genauso wenig überzeugend auf dich, wie du auf mich. Daher mein Vorschlag: lassen wir es gut sein.
Gruß
Oliver
Hallo Oliver,
Sorry, dass ich nicht mehr auf dein Posting eingehe. Ich hätte
zwar wieder ein paar Einsprüche gehabt, aber ich fürchte die
Diskussion führt uns nicht weiter. Anscheinend wirke ich
genauso wenig überzeugend auf dich, wie du auf mich. Daher
mein Vorschlag: lassen wir es gut sein.
hmmm… wenn praktische Erfahrungen und Beobachtungen nicht überzeugend sind, was dann ? Na gut, wenn Du nicht willst, lassen wir’s, kein Problem. Aber wer einen Rückzieher macht, hat verloren und trägt die Kosten des Verfahrens.
Jörg
Brummen bei Trafos
Hallo,
diese Aussage ist natürlich so nicht plausibel. In der weiteren
Diskusion mit Jörg werden ja schon paar Aspekte genannt.
Prinzipiell sind natürlich alle Kraftwirkungen des magn. und
auch des elektrischen Feldes innerhalb und außerhalb von trafos
Quellen von Schall(Brummen).
Rein pragmatisch würde ich mal folgende Brummquellen
benennen/vermuten:
1. Brummen durch den magn. Hauptfluß im Kern (Kontraktionen des
Kernmaterials, welches prinzipiell immer elsastisch ist).
Hier wird natürlich insbesondere bei Blechkern eine Vibration
verursacht, wenn der Blechlern schlecht gespannt ist.
2. Brummen durch Vibration der Drähte in den Wicklungen
(anhängig vom Strom!!! )
3. Brummen durch Streufelder, die externe Teile (z.B. Gehäusebleche)
anregen (das ist der Effekt, den Du unten als einzigen angibst).
4. Brummen durch Übertragung der Vibrationen im Trafo
(Pkt 1. und 2.) auf äußere Teile /z.B. Gehäuse -\> Resonanzen).
5. Geräusche durch Wechselwirkung des elektrisches Feldes mit
externen Teilen und mit Ionisierter Luft
(sicher nur bei Hochspannung relevant).
Gruß Uwi
> in diesem Zusammenhang wollte ich noch darauf hinweisen, dass
> das Transformatorbrummen nicht vom gesamten mag. Fluss erzeugt
> wird, sondern nur vom Streufluss, also dem Teil der zwar in
> einer Spule entseht, aber nicht die andere Spule erreicht,
> sondern herausgestreut wird.
> Das wird deutlich, wenn man den Trafo im Leerlauf betreibt,
> dann ist das Feld im Inneren sehr groß, das Streufeld ist
> vernachlässigbar und das Brummen nimmt ab.
> Genauso im Kurzschluss: hier ist das Feld im Inneren durch die
> maximale Gegeninduktion der Sekundärspule sehr klein, das
> Streufled ist dann dominant und bewirkt ein Scheppern der
> Bleche.
>
> Gruß
> Oliver
Hallo,
Sag mal, wann brummt denn jetzt ein Trafo lauter? Im Leerlauf oder im Kurzschluss?
Gruß
Oliver