Alkohol am Steuer

Ich weiß, ein lang und ewig diskutiertes Thema.
Aber was hält davon ab die Promillegrenze auf 0,0 zu setzen? Ich bin erst 21 Jahre alt und fahre erst 4 Jahre Auto, aber ob man ein, zwei Bier trinkt oder keins, wo ist da das Problem?Geht es um Grundrechte?

Gruß
Jendrik

Hi,

Absolute 0 Promille wäre gut. Denn Alkohol hat großen Einfluss auf das Fahrverhalten von Autofahrern. Es geht immerhin nur um Menschenleben, nicht nur des Autofahrers selbst.

0,0 Promille für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

mfg,

Hanzo

Hallo,
absolut 0,0 Promille sind schwer einzuhalten und zu kontrollieren. Wer ist schon 100% sicher, wenn er am späten Abend noch ein letztes Bierchen getrunken hat, ob es am morgen auf dem Weg zur Arbeit schon völlig abgebaut ist? Außerdem gibt es da noch das Problem mit Fruchtsäften (s. weiter unten).
Wenn man es schafft das zu berücksichtigen, wäre ich trotzdem dafür und halte mich selbst zu 99,9% (mal ein Schluck Sekt oder eine alkoholhaltige Praline kommt schon vor) auch daran.
Das ist eher Gewohnheitsrecht, als Grundrecht.

Cu Rene

„Tut mir Leid, ich kann auf deinen Geburtstag nicht anstossen, ich muss
morgen um 11 Uhr autofahren“

Dies ist mein Argument gegen 0.0 Promille.
Ich habe bestimmt nie gegen die 0.5-Promillegrenze verstossen, auch
wohl eher nicht gegen die 0.3-Promillegrenze, aber ob ich nicht mal
0.1 Promille hatte kann ich nicht sagen.

Gruss

„Tut mir Leid, ich kann auf deinen Geburtstag nicht anstossen,
ich muss
morgen um 11 Uhr autofahren“

Dies ist mein Argument gegen 0.0 Promille.

Also ich war auch schon Fahrer auf Geburtstagen und konnte super mit alkoholfreiem Bier anstoßen, ist für mich kein Argument.

(mal ein Schluck Sekt

oder eine alkoholhaltige Praline kommt schon vor) auch daran.
Das ist eher Gewohnheitsrecht, als Grundrecht.

Cu Rene

Aber ich glaube bei Pralinen ist kaum noch Alkohol enthalten, also nicht mal 1% oder?
Ein Schluck Sekt ist ja auch nicht das Ding, aber ich glaube davon wird so ein Gerät wohl kaum 0,1 Promille anzeigen oder?

Also ich war auch schon Fahrer auf Geburtstagen und konnte
super mit alkoholfreiem Bier anstoßen, ist für mich kein
Argument.

Was oft genug auch Alkohol drin hat (bis 0,5%) und schon bist Du über der Nachweisbarkeitsgrenze und was dann?

Wie ich andernorts schon schrieb: solange ich keine vernuenftige Statistik darueber sehe, ob die Unfallhaeufigkeit bei 0,29 Promille signifikant abweicht von der bei 0 Promille, ist es vor Allem eine ideologische und keine logische Entscheidung.

Es wuerde IMHO schon reichen, wenn die bestehenden Grenzwerte haeufiger kontrolliert worden waeren (da wuerden dann wieder einige was von „Polizeistaat“ rufen, siehe das Gezanke ueber richterlich anzuordnende Blutabnahmen). Meine Bilanz: seit 13 Jahren Autofahrer, 250tkm, keine einzige Kontrolle.

Gruss
Paul

0,0 ist leichter zu kontrollieren. Entweder keinen Alk trinken oder Fahren. Beides gleichzeitig geht nicht. In der DDR hat es ja auch gut geklappt.

Hi,

Also ich war auch schon Fahrer auf Geburtstagen und konnte
super mit alkoholfreiem Bier anstoßen, ist für mich kein
Argument.

Was oft genug auch Alkohol drin hat (bis 0,5%) und schon bist
Du über der Nachweisbarkeitsgrenze und was dann?

Dann trinkt man eben garkein Alkohol.

Wie ich andernorts schon schrieb: solange ich keine
vernuenftige Statistik darueber sehe, ob die Unfallhaeufigkeit
bei 0,29 Promille signifikant abweicht von der bei 0 Promille,
ist es vor Allem eine ideologische und keine logische
Entscheidung.

„as absolute Alkoholverbot für Fahranfänger zeigt Wirkung. Nach einer jetzt veröffentlichten Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist die Zahl der trunkenheitsbedingten Verkehrsunfälle von jungen Fahrern in den ersten zwölf Monaten nach Einführung des Gesetzes um 15 Prozent gesunken.“

Quelle: http://www.n-tv.de/auto/Null-Promille-Regel-wirkt-ar…

Es wuerde IMHO schon reichen, wenn die bestehenden Grenzwerte
haeufiger kontrolliert worden waeren (da wuerden dann wieder
einige was von „Polizeistaat“ rufen, siehe das Gezanke ueber
richterlich anzuordnende Blutabnahmen). Meine Bilanz: seit 13
Jahren Autofahrer, 250tkm, keine einzige Kontrolle.

Nicht jeden erwischt es immer, aber wenn es soweit ist, würde ich lieber nüchtern sein.

mfg,

Hanzo

Hallo,

gilt die jetzige Grenze eigentlich auch für Radfahrer und Fußgänger?

Die Frage ist zwar ein wenig offtopic, passt aber trotzdem ganz gut hier hin.

Vielen Dank für Antwort

Jörg

Tach,

Also ich war auch schon Fahrer auf Geburtstagen und konnte
super mit alkoholfreiem Bier anstoßen, ist für mich kein
Argument.

Was oft genug auch Alkohol drin hat (bis 0,5%) und schon bist
Du über der Nachweisbarkeitsgrenze und was dann?

Dann trinkt man eben garkein Alkohol.

Du hast aber schon gelesen worauf ich geantwortet habe? Oder etwa doch nicht?

Wie ich andernorts schon schrieb: solange ich keine
vernuenftige Statistik darueber sehe, ob die Unfallhaeufigkeit
bei 0,29 Promille signifikant abweicht von der bei 0 Promille,
ist es vor Allem eine ideologische und keine logische
Entscheidung.

„as absolute Alkoholverbot für Fahranfänger zeigt Wirkung.
Nach einer jetzt veröffentlichten Untersuchung der
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) ist die Zahl der
trunkenheitsbedingten Verkehrsunfälle von jungen Fahrern in
den ersten zwölf Monaten nach Einführung des Gesetzes um 15
Prozent gesunken.“

Quelle:
http://www.n-tv.de/auto/Null-Promille-Regel-wirkt-ar…

Sagt erstmal nicht allzuviel aus so wie es da steht. Die einzige vernuenftige Zahl sind die 17% weniger Alkoholverstoesse, was damit zusammenhaengen kann, dass Leute, die frueher sich an die 0,5 Promille rangetrunken haben und mit 0,55 erwischt worden sind, es jetzt nicht mehr versuchen (und das ist gut so). Die 15% kann man sich aber auch so erklaeren, dass Unfaelle, die frueher zwischen 0,3 und 0,5 Promille stattfanden jetzt auch stattfinden wuerden, nur dass der Fahrer diesmal 0 Promille hat und somit keinen trunkenheitsbedingten Unfall mehr baut, aber dennoch einen Unfall.

Es wuerde IMHO schon reichen, wenn die bestehenden Grenzwerte
haeufiger kontrolliert worden waeren (da wuerden dann wieder
einige was von „Polizeistaat“ rufen, siehe das Gezanke ueber
richterlich anzuordnende Blutabnahmen). Meine Bilanz: seit 13
Jahren Autofahrer, 250tkm, keine einzige Kontrolle.

Nicht jeden erwischt es immer, aber wenn es soweit ist, würde
ich lieber nüchtern sein.

Richtig. Dennoch wuenschte ich zuerst mehr Ueberwachung, und das flaechendeckend. Als ich vor Jahren mein Studium durch Pizzafahrerei finanzierte, lag unser Laden direkt an der Kreuzung, an der man fast zwangsweise vorbeifahren muss, wenn man aus der Innenstadt kommend nach Sueden will. Und dann war Freimarkt, und dann stand die Polizei da, und was sie da fuer Leute aus ihren Kisten rausgezerrt haben, die konnten ohne tatkraeftige Unterstuetzung der Ordnungshueter nicht mehr stehen, die Kerls und Maedels. Alles ordentlich beschlipste Herrschaften in dicken Limos. Glaub’ ja nicht dass die nicht wussten, dass sie jenseits jeglicher Grenze sind und glaub’ ja nicht, dass die sich um 0,0 mehr kuemmern wuerden als um 0,5.

Gruss
Paul

Oder mit alkoholfreiem Sekt, lecker …
Ich sehe schon auch positives an einer 0.0-Promille-Regel,
so wird sich z.b. niemand mehr auf obskure Promillerechner und
verlassen, aber wie heißt es so schön, mit 0 Aufwandseinheiten
erreichst du 0%, mit 1 Aufwandseinheit 50 % , mit 5 Aufwandsheinheiten
75% usw.

Dazu kommt dann aber noch, dass es wohl egal ist ob nun 0.5 oder
0.0 Promille erlaubt sind wenn sich einer mit 2 Promille um den
Baum wickelt.
Klar, bei 0.5 Promille bleibt ein Restrisiko, aber im Gegensatz zur
Kernkraft kennen wir dieses ganz gut.
Ich bin für Tempo 80 auf der Landstrasse, würde etwas bringen …

Gruss

Naja, eher am Vorabend keinen Alkohol trinken oder fahren …

D

Ich weiß, ein lang und ewig diskutiertes Thema.
Aber was hält davon ab die Promillegrenze auf 0,0 zu setzen?

Warum? Statistisch gesehen verursachen doch betrunkene Autofahrer weit weniger Verkehrsunfälle.

Oder mit alkoholfreiem Sekt, lecker …

Alkoholfreier Schnaps ist da angesagt.

Hallo,

Was oft genug auch Alkohol drin hat (bis 0,5%) und schon bist
Du über der Nachweisbarkeitsgrenze und was dann?

Dann trinkt man eben garkein Alkohol.

Und statt dessen Apfelsaft? /t/alcoloc/6415907/23

richterlich anzuordnende Blutabnahmen). Meine Bilanz: seit 13
Jahren Autofahrer, 250tkm, keine einzige Kontrolle.

Nicht jeden erwischt es immer,

Nach über 20 Jahren als Autofahrer, km zähle ich nicht, auch 0 Kontrollen ebensoviele bei meinem Vater in über 50 Jahren…
Andererseits kenne ich jemanden, der einen Sprachfehler hat und in der Nähe einer Disco wohnt. Der darf bei jeder Kontrolle auf dem Heimweg von der Nachtschicht auch gleich blasen. Langsam sollten sie ihn kennen…

Cu Rene

Hi Jendrik,

Aber was hält davon ab die Promillegrenze auf 0,0 zu setzen?

Ich kann Dir die Frage auch nicht abschließend beantworten. Aber ich möchte kurz darlegen, warum ich die 0,0-Promille-Grenze als sinnvoll erachte.

Bei Menschen mit Alkoholproblemen ist eines der Hauptmerkmale der sog. „Kontrollverlust“. D.h. wenn sie erst einmal angefangen haben zu trinken, können sie nicht mehr aufhören. Dass sieht dann so aus, das sich ein Betroffener vornimmt, nur ein Bier zu trinken, weil er noch fahren muss. Dann hat er das getrunken und denkt, naja, noch ein kleines macht ja nix. Und danach ist schon die Schwelle überschritten. Dann wird es plötzlich „egal“. Darin besteht die Gefahr!

Es würde sicher einige mehr davon abhalten überhaupt zu trinken, wenn man noch fahren will, sodass der beschriebene Effekt nicht eintritt.

Gruß,
Anja

Hallo,

ein Radfahrer ist auch Teilnehmer am öffentlichen Straßenverkehr, dem man im Falle ausreichender Promille die Eignung dazu absprechen kann.

Cassius

Hallo auch…

Im Moment haben wir nicht nur eine Promillegrenze, sondern 5:

0,0 ‰ seit 1. August 2007:
Absolutes Alkoholverbot für Fahranfänger in der Probezeit oder vor Vollendung des 21. Lebensjahres.
(…)
Für Fahrer, die gewerblich ein Fahrzeug führen, für das ein Personenbeförderungsschein (Bus, Taxi) notwendig ist, gilt ein absolutes Alkoholverbot, ebenso für Beifahrer und Busschaffner.

0,3 ‰:
Bei Verwicklung in einen Unfall oder auffälliger Fahrweise erfolgt in der Regel der Entzug der Fahrerlaubnis.

0,5 ‰ im Blut oder 0,25 mg/l in der Atemluft ohne Auffälligkeiten im Fahrverhalten:
Fahrverbot, im Wiederholungsfall Überprüfung der Fahreignung im Rahmen einer MPU.

1,1 ‰:
Absolute Fahruntüchtigkeit (Fahreignung ist auch ohne Auffälligkeiten im Fahrverhalten nicht mehr gegeben): Straftat, Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens 9 Monate, 7 Punkte.

1,6 ‰ oder zweimaliges Fahren unter Alkoholeinfluss:
Medizinisch-Psychologische Untersuchung vor Neuerteilung der Fahrerlaubnis.

Ich wäre dafür, das Strafmaß jeweils eine Stufe anzuheben - sprich:

  • Unfall oder auffällige Fahrweise und Alkohol im Blut: Fahrverbot (Meinetwegen auch ne anständige Geldbuße)
  • 0,3 ‰: Fahrverbot, im Wiederholungsfall MPU
  • 0,8 ‰: Absolute Fahruntüchtigkeit Straftat, Entzug der Fahrerlaubnis für mindestens 9 Monate, 7 Punkte.
  • 1,1 ‰: MPU

Und Fahrverbote werden nicht in den Sommerurlaub geschoben, sondern sind nach spätestens einer Woche anzutreten.

Ergebnis:
Das eine Bier am Abend oder der Geburtstags-Sekt kümmert nicht, solange ich keinen Unfall baue. Muss ich halt entscheiden, obs mir dann im Zweifelsfall die ?? Euros wert ist…
In meinen Augen besser, als nach 5 Bieren, 2 Schnäpsen und Onkel Rüdigers berüchtigtem Schwedischen Kaffee am nächsten Morgen hoffen zu müssen, dass man schon wieder unter 0,5 ‰ ist…

Gummiknüppel und Erbsenzählmaschinen gibts am Eingang.
Viel Spaß damit

KB

Hallo,

In meinen Augen besser, als nach 5 Bieren, 2 Schnäpsen und
Onkel Rüdigers berüchtigtem Schwedischen Kaffee am nächsten
Morgen hoffen zu müssen, dass man schon wieder unter 0,5 ‰
ist…

ist man doch. Mal nachrechnen:
http://www.promillerechner.de/

Im übrigen: solange die körperliche und charakterliche Tauglichkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges nicht regelmäßig nachzuweisen ist, halte ich von der Hetzjagd auf einige wenige nicht allzu viel.

Natürlich sind hohe Geschwindigkeit und Drogen- bzw. Alkoholkonsum die häufigsten Unfallursachen lt. Statistik. Ob dann aber vor dem Unfall einer mit 80 ohne zu blinken und Schulterblick auf die linke Spur gezogen ist, weiß man nicht. Ein nüchterner Fahrer mit nur 180 km/h hätte den Unfall vielleicht noch mit Müh und Not vermeiden können. Der mit 185 oder 0,5 Promille Alkohol im Blut konnte es dann leider nicht mehr. Keine Frage, wer schuld ist und in der Statistik auftaucht.

Das gleiche Spiel mit den Mobiltelephonen auf der einen Seite und den Leuten mit angeregten Unterhaltungen oder plärrenden Kindern auf der anderen Seite. Das eine kann man verbieten und ahnden, das andere nur schwer.

Wohlgemerkt: ich halte weder etwas von Alkohol am Steuer, dem Telephonieren beim Autofahren oder vom Heizen ohne Rücksicht auf Verluste. Aber man sollte sich auch mal die andere Seite der Medaille anschauen. Nur weil besoffen Autofahren in der Gesellschaft weniger gut gelitten ist als Tiefschlaf am Steuer, Genicksteife und Blinkmuffelei, ist erstgenanntes nicht das einzige gefährliche Problem im Straßenverkehr.

Wie ich an anderer Stelle neulich schrieb: ein Großteil der Unfälle passiert nicht deshalb nicht, weil die potentiellen Verursacher so toll Auto fahren, sondern weil der Rest für die Idioten, Schlafmützen und Zeitungleser mitdenkt und -fährt.

Gruß
C.