Mahlzeit,
Wenn es Deinem Seelenfrieden
dient zu glauben, die „Esoterik“ widerlegt zu haben, weil ein
Junge gut Blockflöte spielen kann, gönne ich Dir das durchaus
Danke sehr. Die Jury zum Jugendmusikpreis schien meine Meinung zu teilen.
Einstein hat aber nie irgendwelche Phantasien als Fakt
dargestellt. Selbst seine konstruiertesten Theorien hat er so
lang mit Fakten untermauert, bis sie als bewiesen galten.
Zu seiner Zeit wurde er von den meisten Leuten ja auch nicht
ernst genommen. Erst später wurden seine „Phantastereien“
„bewiesen“. Warten wir also ein bißchen ab, wie es den
verschiedenen esoterischen Ansätzen ergehen wird.
Neinnein, genau diesen Fehler sollst Du nicht begehen: Einstein stellte keine Behauptungen in den Raum und überließ es anderen, ihn zu widerlegen oder zu bestätigen, sondern er präsentierte eine noch nie dagewesene Sichtweise, die sich aber mit den Mitteln der wissenschaftlichen Methodik und mit dem damaligen Wissen überprüfen ließen. Er bewies mathematisch seine Behauptungen. Der empirische Beweis folgte später.
Du wartest also gerne auf Beweise und lehnst in der
Zwischenzeit alles andere ab.
Nein, ich lehne es ab, abstruse Theorien als Erklärung zu formulieren.
Im
Übrigen entscheide ich für mich gerne selbst, was ich unter
„nachvollziebar“ verstehe und überlasse das nicht anderen.
Wenn Du das für Dich tust, ist das natürlich legitim. Wenn Du andere davon überzeugen willst, mußt Du schon mit überzeugenden Argumenten kommen.
Solange keine endgültige Lösung für irgendwelche Phänomene
gefunden (oder konstruiert) wird, wird jeder aktuelle
Wissensstand (auch der wissenschaftliche) ein Platzhalter für
die absolute Wahrheit sein.
Das ist eine Binsenwahrheit. Sie erlaubt trotzdem nicht den Schluß, es gäbe Waldfeen und Kobolde.
Ich sehe keins - wieder nur leere Worte 
Hoppla, vergessen - jetzt hast Du eins!
Wenn man keine Arbeitshypothesen zuläßt, kann man auch keine
neuen Erkenntnisse gewinnen.
Auch eine Arbeitshypothese muß sich aus dem Fundus des Plausiblen bedienen.
Für mich ist das „Ausmalen“ möglicher Erklärungen ein
erster Schritt zur Vervollständigung meines persönlichen
Weltbildes,
das ist auch legitim. Der nächste Schritt ist aber, darauf zu schauen und die Spreu vom Weizen zu trennen: hier ist ein denkenswerter Ansatz, da ein lustiger, der aber leider nicht mit der realen Welt im Einklang zu bringen ist. Ich habe den Eindruck, viele Esoteriker unterlassen diesen Schritt aus Begeisterung über diese Lustigkeit.
wobei
ich immer die wahrscheinlichste Hypothese annehme - unabhängig
davon, ob sie aus der Esoterik oder der Wissenschaft kommt.
Das ist der Lacher überhaupt! Wie kannst Du die Wahrscheinlichkeit von Paranormalem überhaupt beziffern? Ja, ich kenne die Arbeiten von J.B. Rhine.
In
der Religion habe ich übrigens bislang noch keine mögliche
Erklärung gefunden, im Gegensatz zu vielen Esoterikern. Das
zwingt mich aber nicht, im Religionsbrett herumzutrollen 
Das ist eine interessante Parallele. Der Unterschied ist aber auch offensichtlich: die Religiösen glauben an ihre Religion, akzeptieren aber, daß es keine Beweise gibt und werden nur selten den Versuch unternehmen, göttliche Erklärungen für weltliche Phänomäne zu liefern.
Das ist schön für Dich. Hier im Forum kommst Du aber durchaus
anders rüber!
Das mag daran liegen, daß Du vielleicht jede von Dir
abweichende Meinung als persönlichen Angriff betrachtest?
Ich? Wie kommst Du darauf? Nein, nein: ich diskutiere nicht um Meinungen, sondern lasse mich von Argumenten überzeugen - was Deine bisher noch nicht vermochten.
Gruß
Sancho