Corona-Werte steil nach unten- woran liegt es?

Residuum ist bei mir ein Begriff aus dem beruflichen Alltag und heißt da nicht Rückstand oder Rest, sondern eher so etwas wie Sockelwert oder ‚das was immer da ist‘ auch außerhalb der Hauptphasen.

Hallo,
das war am 8.6. - heute warten nur noch Liechtenstein und Malta mit niedrigeren Zahlen als Deutschland auf - https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1180169/umfrage/laender-mit-den-meisten-coronainfektionen-in-der-letzten-woche-in-europa/#professional
Aber, wie es spielt, das Leben - unser Urlaubsdomizil (seit einem Jahr im voraus gebucht), war bis vor einer Woche mit Zahlen unter 30 geradezu ein Paradies - jetzt fahren wir am Samstag in den Hot-Spot Deutschlands, an den Bodensee, nach Wasserburg mit Zahlen von mehr als 70
Deutschlands - wenn sich nichts ändert, sind wie mehr im Testzentrum als im Urlaub :sunglasses: :smiley:
Und wenn es über 100 geht, dann fahren wir vorzeitig nach Hause, während im Rest von Deutschland über die Abschaffung der Maskenpflicht gestritten wird.
Gruss
Czauderna

Servus,

das ist offenbar eine ziemlich punktuelle Geschichte im Kreis Lindau, die sich im wesentlichen in Asylbewerberheimen, einzelnen Schulen und ein paar in großen Haushalten zusammen lebenden Familienverbänden abspielt - in Kressbronn, Langenargen, Apflau, Tannau, Tettnang fällt nichts Besonderes auf.

Schöne Grüße

MM

Hallo,
das ist ja die Ironie - wollten wir in Wasserburg (also aktuell) in ein Restaurant, müssen wir einen Negativtest vorlegen, ebenso beim Vermieter - in Kressbronn (sehr,sehr nah bei Wasserburg bzw. Nonnenhorn bräuchten wir gar nix, nur die Maske.
Aber, was soll`s - es ist eben so - wir werden uns trotzdem unseren Urlaub nicht vermiesen lassen, und wer weiß, vielleicht sinken ja die Zahlen auch im Kreis Lindau in dieser Woche wieder
Gruss
Czauderna

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Ja, es ist halt schade, weil der Obersee grad zwischen Wasserburg und Lindau halt recht hübsch ist.

Aber mit Wirtschaften kann man leicht ausweichen - eigentlich ist es in der Gegend überall, wo Adler, Ochsen oder Löwen draufsteht, einen Besuch wert. Auch wenn die beiden ein Stück weg liegen: Immer schön ein Besuch beim Fidelisbäck in Wangen/A mit seinem legendären Leberkäs, und falls Ihr mal nach Ravensburg (sehr sehenswerte mittelalterlich/frühneuzeitliche Altstadt) kommen solltet, natürlich beim Humpis.

Schöne Grüße

MM

Hallo,#
danke für die Tips - wir fahren jetzt schon seit 1974 ca, alle zwei Jahre an den Bodensee, aber in Wangen waren wir noch nicht, in Ravensburg schon zwei, dreimal.
Also, den Leberkäs werden wir mal in Angriff nehmen, jedenfalls steht er jetzt auf dem Zetterl.
Gruss
Czauderna

Dann habt Ihr am End die Goschamarie in Taldorf noch gekannt? Kein kulinarisches Highlight, aber eine Wirtin, die man erlebt haben musste. No ja, niemand hat das ewige Leben gepachtet…

Hübsch wegen des Namens auch die Wirtschaft „Zur Letze“ in Markdorf (Erinnerung an die gewesene Grenze zwischen Württemberg und Baden), auch die ist seit ein paar Jahren Vergangenheit.

Ja, aber mit dem Essen und Trinken ist die Gegend insgesamt ordentlich bestellt. Erst seit einigen Jahren wieder auch für Nicht-Nächtiger offen das Hofcafé vom Hofgut Schleinsee, wunderschön gelegen - Warme Küche bloß Sonntagmittag, aber vor allem am Donnerstag ab 17 Uhr Dinnete! (Dort wird im Innenraum ein Negativ-Nachweis verlangt).

Schöne Grüße

MM

Impfquote, Disziplin bei den Maßnahmen, Temperatur und wenig Einreise von „weiterher“.
In GB mit starker indischer/pakistanischer Comunity sieht es leider schon wieder schlechter aus.
Gruß
Rakete

Nach diesen überwiegend wetter- saisonal bezogenen Argumenten möchte ich mal ganz dezent auf übliches menschliches Verhalten als Hauptgrund für Veränderungen aufmerksam machen. In den (durchaus hilfreichen) Aufarbeitungen über Kontextfaktoren werden zwar einzelne Bedingungen sauber erarbeitet; nicht ermittel- oder gar darstellbar ist jedoch, wie Menschen in ihren spezifischen Lebensbedingungen reagieren oder meinen, reagieren zu müssen oder nicht Anders zu können.
Mir hier war völlig klar, dass die lokale Inzidenz etwa 2 Wochen nach Ende Ramadan/Zuckerfest wieder hochgehen wird - war dann so. Das Gleiche wird bei nächsten Anlässen zu Feierlichkeiten oder sachlich notwendigen Zusammenküften in größerer Runde geschehen.
Ich halte gar nix von übertriebener Panikmache. Finde es aber ziemlich problematisch, dass nun vor Allem medial und auch politisch " Entwarnungssignale" verbreitet werden.
Fakt ist m. E. einfach so, dass das „Ding“ uns mit Infektionsgefahr unausrottbar begleiten wird. Dass man sich davor mit ein paar kleinen Umstellungen im Alltag schützen kann. Tja, und dann kommt das Verhalten von uns Menschen ins Spiel.
Wie ändere ich das denn? Wie bezüglich Klimaschutz o Ä.?
Mit Wissensvermittlung kommt man da offensichtlich nicht weiter.
Ich bin also ziemlich entnervt. Und wirklich froh darüber, dass ich bald 70 Jahre alt werde und diesen Quatsch (ich meine nicht Eure Diskussion, die finde ich gut) nicht mehr 50 Jahre lang aushalten muss.
LG
Amokoma1

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Hallo,
das sehe ich (67) nicht so - Ich bin nicht entnervt, sondern einfach nur realistisch und wie die Welt im Jahre 2071 aussehen wird, das tangiert mich nur peripher. Das sehen jüngere Menschen, speziell meine Kinder und meine ( noch nicht vorhandenen Enkel/innen) sicher anders, aber das ist ja das Spezielle am Realismus.
Gruss
Czauderna

Ich darf daran erinnern, dass ich diesen Diskussionsstrang mit der Aufzählung von 5 Faktoren begonnen habe und von einem multifaktoriellen Bedingungsgefüge ausging. Weitere Faktoren wurden von anderen hinzugefügt, während die Diskussion dann 60 Beiträge lang sich nur noch mit dem saisonalen Faktor beschäftigte.
Die Vorstellung, dass es mehrere Ursachen gibt, die zusammenwirken, liegt uns Menschen leider gar nicht. Wir sind in der Regel bei: “Das liegt n x.“

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Ich darf darauf hinweisen, dass der saisonale Aspekt in sich multifaktoriell ist.
Da geht es ja nicht nur ums Wetter, sondern z.B. auch um das Verhalten der Bevölkerung, die im Sommer ihr Leben mehr outdoor verbringt usw.

Zum zweiten spielen selbstverständlich auch AHA, Impfung usw. eine Rolle, aber eben nur im „Residuum“, also in dem, was saisonbedingt möglich ist.

Aus meiner Sicht ist die Saisonalität nicht ein Faktor unter anderen, sondern sie ist die Rahmenbedingung für alle anderen Faktoren.
Wäre diese Einschätzung von vorn herein so kommuniziert worden, wäre uns Deutschen viel Schwachsinn erspart geblieben. Z.B. das ärgerliche Verkünden „noch ein paar Wochen durchhalten“ alle paar Wochen lang.

Heute lese ich u.a. folgendes:
„„Streeck hatte voll Recht“: Lauterbach gibt Fehler zu
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat mit Blick auf den Einfluss der Sommermonate auf das Coronavirus dem Virologen Hendrik Streeck recht gegeben. „Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht“, sagte er der „Bild“.
Streeck hatte dem Portal web.de im Januar gesagt: „Wie wir das im vergangenen Frühjahr gesehen haben – gehen im März, spätestens April die Infektionszahlen nach unten. Das ist das typische Verhalten von Coronaviren, die sich über die Sommermonate hinweg nur noch auf einem niedrigen Level verbreiten.“ Er gehe davon aus, dass es nur noch wenige Fälle geben werde.“
War die Aussage Lachets angesichts dessen jetzt immer noch so dumm, dass sie nach Rezos Aussage „körperlich weh tut“ oder würdest du jetzt Lauterbach und diejenigen, die diesbezüglich seiner Meinung waren , auch als dumm bezeichnen oder stimmt das, was ich gelesen und hier zitiert habe, inhaltlich nicht?

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Zur Erinnerung: Die Aussage Laschets, die Rezo als so dumm bezeichnete, dass es körperlich weh tut und dem C_Punkt zustimmte, lautete:
"Und wir alle hatten die Hoffnung, aus der Erfahrung des letzten Jahres, dass wenn der Frühling kommt und es wärmer wird, die Virusansteckung zurückgeht und die Zahlen sinken. "

Welcher Schwachsinn wäre uns zu welchem Zeitpunkt erspart geblieben, wenn wir was gemacht hätten?

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Der politische Schwachsinn mit Lockdown light, Teil-Lockdown, Wellenbrecherlockdown, " es liegen schwere Wochen vor uns", „es liegen jetzt nochmal schwere Wochen“, „und jetzt doch nochmal schwere Wochen“, Achtung englische Mutation, Achtung südafrikanische Mutation, Achtung brasilianische Mutation, Achtung indische Mutation.

Wie wohltuend wäre es gewesen, wenn etwa ab Mai 2020, als klar war, wie das Virus funktioniert (zumindest denjenigen Experten klar, auf die Merkel nicht hören wollte), klar kommuniziert worden wäre:

Wir haben jetzt die ersten zwei Monate hinter uns. Wir haben das Virus soweit empirisch erforscht
Mit ein paar Grundregeln werden wir bis etwa Oktober keinerlei haben Probleme haben.
In der Coronasaison von Oktober bis April wirds aber wieder ein beträchtliches Infektionsgeschehen geben. Es wird deutlich mehr Coronatote geben als normalerweise Influenzatote, aber sicher kein Massensterben und ein starker Zusammenbruch des Gesundheitssystems ist nicht zu erwarten. Bei Überlastungsgefahr werden wir aber das Infektionsgeschehen mit Lockdownmaßnahmen bremsen müssen.
Ab Herbst 21 werden wir dann eine Impfung haben und/oder das Virus wird allmählich endemisch werden.

Das hätte man zu diesem Zeitpunkt Mai 20 bereits sagen können, wenn man auf andere Arten von Experten hören hätte wollen.

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Ja, ja, hätte, hätte.
Es gab (und gibt) nunmal Experten mit unterschiedlichen Meinungen. Auf welche man dann hätte hören sollen, weiß man dann aber auch erst hinterher. Da ists dann leicht reden. Es ist aber alles nicht so einfach, vor allem wenn es um Menschenleben geht. Wir müssen sowas ja nicht entscheiden, eine Frau Merkel schon.
Klar, am Ende hats dann ja jeder immer schon gewusst. Das Leben hätte ja so einfach sein können.

Am Sonntag weiß ich auch immer welche Lottozahlen ich besser mal angekreuzt hätte.

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Ach ja, in Portugal ist zur Zeit Winter oder was?
https://www.dw.com/de/lissabon-wegen-hoher-coronazahlen-abgeriegelt/a-57945773

Wenn der saisonale Einfluss wirklich einen so deutlichen Effekt hätte wie Du es in deinem Geschreibsel unterstellst, dürfte es dort und z.B. auch in Spanien nicht wieder so sehr nach oben gehen mit den Infektionszahlen.

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Wer auf die falschen Berater hört, hat das politisch zu verantworten.
Ganz einfach.

Zumal ich das Merkel nicht einmal für die schwierigen Monate März und April 2020 vorwerfe, sondern für die Zeit danach als klar war, dass Drosten und die Modellierer sich mit ihren Prognosen vollkommen verrannt hatten. Da hätte sie sich für andere Stimmen öffnen müssen.
Stattdessen hat sie sich zunehmend radikalisiert zu einer No-Covid-Extremistin mit einer Modellierer-Blase um sich herum, die glücklicherweise von einigen MinisterpräsidentInnen noch gebremst wurde.
Aber selbst das, den Föderalismus, wollte sie noch ausschalten.

Hallo,
wollte sie nicht - gerade, wenn man auch bei der Corona-Krise manches Mal an der Sinnhaftigkeit des Föderalismus zweifeln konnte, so gehört er doch zu Deutschland, weil Corona geht vorbei und die Vorteile des Föderalismus überwiegen.
Gruss
Czauderna