Schon wieder Amoklauf

ein weites Feld…
Hallo!
Ich denke, ein 17jähriger ist das Produkt der Gesellschaft, in der er aufwächst. In erster Linie sind natürlich die Eltern verantwortlich für ihn, aber auch das gesamte Umfeld nimmt Einfluß auf einen Heranwachsenden.

Mehrerer Faktoren sind meiner Meinung nach zu betrachten, wenn man die Gründe für so eine Katastrophe sucht:

  • Der Charakter des Täters. Teilweise „angeboren“, teilweise anerzogen.

  • Eine herabgesetzte Hemmschwelle: Wer mit Soft-Air Pistolen auf echte Menschen schiesst, reduziert die Hemmung, den Abzug im Fall des Falles durchzudrücken. Das gleiche gilt meiner Meinung nach für Computerspiele, z.B. Ego-Shooter. Kann man drüber diskutieren, sicher. (tut man ja auch ausgiebig).
    TV & Radio: täglich sieht man zu fast jeder Tageszeit Gewaltdarstellungen im Fernsehen, detailliert und auch von Seiten der „Guten“. Dazu jede Menge Sendungen, in denen Menschen gedemütigt, ausgelacht und vorgeführt werden. Das alles scheint völlig normal und gehört zum Alltag. Moralische Grenzen, Rücksichtnahme auf Gefühle anderer - Fehlanzeige. Damit werden unsere Kinder groß. Uups die Pannenshow - klar ist das lustig. Aber wenn man sich klarmacht, was da wirklich abgeht. Oder Stefan Raab mit seiner Maschenzaun-Frau, ja, ich hab auch drüber gelacht. Und wer freut sich nicht, wenn die Zicke bei Deutschlands Top-Model-Show endlich rausfliegt, möglichst noch mit einem blöden Kommentar. Wenn Herr und Frau Ülüglü Schulden über beide Ohren haben und sich von Herrn Zwegert vorrechnen lassen müssen, weil sie das selber nicht auf die Reihe kriegen. Wenn jemand heult wird mit der Kamera draufgehalten. Mitgefühl fehlt völlig.

  • Motiv und Auslöser: Der Täter scheint ein Mobbing-Opfer gewesen zu sein. Mobbing unter Schülern gehört zu den Themen, die systematisch heruntergespielt werden. Hier ein Artikel zum Thema, damit man sich vorstellen kann, wie das abläuft und was das für die Opfer bedeutet:
    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/28394
    Über weitere Motive und den Auslöser rätselt die Polizei ja noch.

  • Gelegenheit: Die Waffe war wohl für den Täter verfügbar. Ich halte blinden Aktionismus für unangebracht. Für angebracht halte ich aber die Frage, ob ein „normaler Bürger“ wirklich Waffen im Haus haben muss.

Warum passiert so etwas immer wieder? Ich hab mich heut durch
alle möglichen Nachrichtenseiten geklickt…Wie krank muss
jemand sein der so etwas fertig bringt? Und wie hilflos ist
unser System gegen solche Attentäter?

Das „System“ ist unsere Gesellschaft. Wir müssen Normen vorleben und auch einfordern von den anderen, vor allem von den Kindern. Wir müssen Verantwortung für unser Handeln übernehmen und dies auch einfordern. Es muss jemandem auffallen, wenn ein Jugendlicher derart unter Druck steht, bevor es zu spät ist.

Diese kranke Welt!

Du bist ein Teil derselben.

Wäre die Menschheit doch bloß auf den Bäumen geblieben…

Na dann, nix wie rauf. Wenn du glaubst, das wäre die Lösung.

So, das ist mein Senf zum (schwierigen) Thema. Man müsste noch wesentlich mehr dazu durchdenken, das ist mir klar.

Schöne Grüße
kernig

Argumente gegen Schläge
Hallo!
Das Thema „Gewalt in der Erziehung“ wird im Eltern-Kind-Brett regelmäßig diskutiert. Falls Du dort nicht mitliest, hier ein paar Fragen an Dich:

Schlägst Du auch Deine Frau, wenn sie etwas tut, was Du nicht möchtest?
Klappst Dich Dein Chef auf die Finger, wenn Du einen Fehler machst?
Nein? Deine Frau oder Du würden zur Polizei gehen? Und was macht ein Kind? Nichts, es ist den Eltern ausgeliefert, völlig machtlos.

Achso, ein Kind ist ja noch unvernünftig und für Argumente nicht zugänglich? Dann lass Dir gesagt sein: Auch geistig Verwirrte, nicht einmal mehrfache Mörder dürfen in Deutschland geschlagen werden (aus gutem Grund). Aber Kinder schon?

Es gibt andere und wesentlich bessere Erziehungsmethoden als Schläge (Oder willst Du mir jetzt erzählen, ein Klapps oder eine Watschn wären keine Schläge?). Viele kennen diese Methoden nicht und schlagen zu, aus purer Hilflosigkeit, die sie aber nie eingestehen würden.

Grüße
kernig

Hallo!

Ich denke, ein 17jähriger ist das Produkt der Gesellschaft, in
der er aufwächst. In erster Linie sind natürlich die Eltern
verantwortlich für ihn, aber auch das gesamte Umfeld nimmt
Einfluß auf einen Heranwachsenden.

Word!

  • Eine herabgesetzte Hemmschwelle: Wer mit Soft-Air Pistolen
    auf echte Menschen schiesst, reduziert die Hemmung, den Abzug
    im Fall des Falles durchzudrücken. Das gleiche gilt meiner
    Meinung nach für Computerspiele, z.B. Ego-Shooter. Kann man
    drüber diskutieren, sicher. (tut man ja auch ausgiebig).

Dazu möchte ich einen Psychologen zitieren, dessen Name mir leider entfallen ist:
„Computerspiele können der Tropfen sein, der das Fass zum überlaufen bringt… Aber warum diskutiert jeder über diesen Tropfen und niemand über den Inhalt des Fasses? Wäre das Fass nur halbvoll, wäre ein Tropfen völlig egal.“

Hallo Maxx

Hallo Helena,

Das ist ja schön! Danke!

wir reden aneinander vorbei.

Das Gefühl habe ich auch.

Ich wollte niemals hinreichende oder notwendige Bedingungen
zur Erkennung eines Amokläufers geben,

Das liest sich aber anders an. Ich ziteiere Dich selbst:
"Aussenseiter, Menschen, die es nicht schaffen sich in Gruppen zu integrieren, die all Ihren Frust und ihre Aggression auf andere projezieren, die alles was sie an negativen Erlebnissen durchleben als tiefe persönliche Verletzung fühlen und denen nicht geholfen wird.
"

sondern lediglich
ausdrücken, dass es in der Tat eine ganze Reihe von Merkmalen
gibt, die alle Schulamokläufer zeigen.

Eine ganze reihe ist gut. Drei nämlich:

  • Gefährdete Persönlichkeiten (was immer das faktisch bedeuten soll)
  • Verbot von Computerspielen
  • Videoüberwachung an Schulen.

Desweiteren habe ich zum Ausdruck gebracht, dass die Beachtung
der Häufung solcher Äußerungen oder Merkmale sicherlich
lohnenswert ist.

Ja, klar. Aber das ist alles andere als neu und somit keine neue Info.

Nicht, weil zwangsweise alle diese Leute
potentielle Amokläufer sind,

Soso. Und wie willst Du „alle diese Leute“ von den „Gefährdete Persönlichkeiten“ unterscheiden?

mit Sicherheit kann man aber
sagen, dass es Ihnen offensichtlich nicht sonderlich gut geht

Diese Erkenntnis haut mich wirklich nicht vom Stuhl. Ich kann Dir sogar verraten, daß ich es schon wußte, bevor ich es hier von Dir las. Echt.

und ihnen wenigstens Gespräche angeboten werden sollten.

Und sonst niemand? Nur denen von den Du behauptest sie sind „gefährdete Persönlichkeiten“?

Experimente durchführen, sagst Du, zum
schauen wer Amokläufer-anfällig ist???

Nein.

Na Gott sei Dank!

Heisst es also Du hättest seitdem 24-Std täglich beobachtet
werden sollen; eine Zwangstherapie unterzogen, Dein Rechner
beschlagnahmt und Deine Freunde, Klamotten, Hobbies, etc… auf
immer und ewig kontrolliert werden???

Das habe ich niemals auch nur ansatzweise vorgeschlagen.

Wenn man liest was du für Vorschläge hast, liegen diese aber nahe. Was schlägst du sonst vor, wenn nicht das?

Wenn man bisherige Schulamokläufe betrachtet, hat es vorher
immer Leute gegeben, denen etwas aufgefallen ist, sie haben es
nur nie ernst genommen.

Und was will uns das sagen?
Daß wenn ich jetzt zur Polizei gehe und sage: Ich habe mit einem „Madmaxx“ im web kommuniziert, die mal eine Todesliste aufgestellt hat, sie dich als Amokläufer-Anfällig zu betrachten haben und somit die von Dir vorgeschlagenen Maßnahemn mit dir durchführen müssen?

In den meisten Fällen passiert ja auch
nichts, außer dass diese Menschen mit einem Trauma von der
Schule gehen. Viele davon zeigen Resilenz, d.h. sie gehen
gestärkt daraus hervor, aber längst nicht alle.

Und was will uns das sagen?

Gegenfrage: warum schreibt man Todeslisten? Es geht hier nicht
darum dass man jemanden „doof“ findet, es geht um wirklich
tief empfundenen Hass.

Wenn du eine geschrieben hast, wirst du schon wissen warum, oder?

Ganz gewiß. Aber: Ist eine Tendenz ein Grund allein
weshalb man eine Therapie, eine Überwachung und weiß der Geier
noch was anzufangen -und zwar verpflichtend?

Habe ich nie! gefordert.

Ich glaube da widersprichst Du Dich selbst. Siehe:

„Hoffentlich endlich mit richtigen Konsequenzen: aufspüren gefährdeter Persönlichkeit und psychologische Hilfe, Maßnahmen zur Reduzierung des Gruppendrucks (Schuluniformen z.B.). Kein sinnloser Aktionismus wie Verbot von Computerspielen oder Videoüberwachung an Schulen.“

Deswegen verleumde ich auch niemanden!

Nein, das stimmt. Das machst du nicht. Aber so wie Du schreibst wäre für Dich einen vernünftigen Weg das zu tun.

Schulamokläufer sind keine Monster

In der Tt. Nur ihre Taten sind monströs.

sondern tragische Persönlichkeiten und es ist
eine Schande für die ganze Gesellschaft dass einige ihrer
Mitglieder keinen anderen Ausweg mehr wissen!

Das wirst Du nicht verhindern können. Solange es Menschheit gibt und gegeben hat wird es geben und hat es auch immer gegeben. Den Unterschied ist, daß sie jetzt viel mehr aufmerksamkeit bekommen als vor 100 Jahren z.B.

Wir reden hier nicht von Soziopathen, das sind Kinder.

Siehst du nicht den Widerspruch? Kinder könne durchaus Psychopaten sein. Psychopatie ist eine Erkrankung. Und als solche kann ein Kind benfalls krank sein. Ob einen Amokläufer unbedingt alle Psychopath
im medizinischen Sinne genannt werden kann, weiß ich nicht.

Du hast über bestimmte Klamotten gesprochen, die, so Deinen
Worten, bezeichnend sind für Amokläufer.

Das sind nicht meine Worte, sondern deine Interpretation.

Ich zitiere Dich selbst:

„Kinder werden ständig gehänselt weil sie nicht diese und jene Kleidung haben (sich nicht leisten können). Dies hört sich vielleicht lächerlich an, aber eine Äußerung die ich bisher von jedem Amokläufer gehört habe (ich beschäftige mich viel mit diesem Thema), war, dass sie keine Lust mehr haben sich Kleidungsmäßig anzupassen.“

Es ist ein Unterschied ob man sich ärgert oder jeden Tag
wirklich tiefe Demütigung empfindet (nicht erleiden muss,
subjektiv empfindet)!
Es ist ein Unterschied ob man ein bisschen herumgeschubst wird
und dann halt zurückschubst, oder alles in sich hineinfrisst.

Versteh ich das richtig? Also alle Kinder die das alles kennen, was Du hier beschreibst, sind künftige Amokläufer? Na dann kann man gleich Feierabend machen.

Das habe ich nicht gesagt! Es war eine oft gemacht Äußerung.

Auch wenn eine Äußerung oft gemacht wird, wird sie nicht
deshalb wahr.

Aber das subjektive Empfinden ist wahr!

Aber selbst beim solchen Empfinden scießt man nicht 16 Menschen tot. Es git eine gewaltige Schwelle dazwischen.

MfG

Auch dafür danke!

Schöne Grüße,
Helena

Das ich nicht laut lache mich würde interesieren woher du
diesen Schwachsinn hast.
Wahrscheinlich stammen diese Weisheiten von solchen
sogenannten Psychologen die ihre Arbeit darüber geschrieben
haben und aus Angst nicht in der Menge zu zeriessen zu werden
wie du es jetzt gerade mit mir versuchst.

Gut, dann zitiere ich mal jemanden, der kein Psychologe ist/war, nämlich Isaac Asimov:
„Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen“

In diesem Sinne.

WoDi

Hi,

Ich hab mal recherchiert und bin auf durchaus unterschiedliche
Erfahrungen mit Schuluniformen gestoßen.

In Hessen ging das wohl ziemlich in die Hose, auch weil die
Uniformen unpraktisch und häßlich waren. Andere Schulen haben
sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Man müsste eben nicht
über die Köpfe der Schüler hinweg entscheiden, sondern diese
mit einbeziehen in die Auswahl des Sortiments.

Das sehe ich genau so. Hier in NRW wurde das ebenfalls mancherorts so gemacht, dass die Schüler/innen mit entscheiden konnten und es hat sich offenbar bewährt.

Jeder denkt bei Schuluniformen an Faltenröcke, Blüschen und
Krawatten. Ich denke an Jeans, Polo-Shirt, Sweat-Shirts,
Fleece-Pulli, evtl. eine Jacke und sowas. Und da könnte sogar
der Fall eintreten, dass durch die Sammelbestellungen die
Klamotten günstiger sind als andere, neue Kleidungsstücke.

Genau so halte auch ich das für richtig und es wurde in den o.g. Fällen auch so gemacht mit den Sammelbestellungen. In einem Fall gab es wohl auch einen Sponsor, was die Sache zusätzlich erleichtert.

Und
jeder sucht sich aus, was er möchte und kann sich so auch dem
Klima und persönlichen Frostfaktor anpassen.

Genau.

Diesen Artikel zum Thema fand ich gut:
http://www.teachsam.de/deutsch/d_schreibf/schr_schul…

Gefällt mir auch. Danke für den Link.

Im Übrigen glaube ich nicht, dass Uniformen Amokläufe
verhindern können, da sind noch ganz andere Dinge nötig.

Natürlich, keine Frage. Aber ich halte sie für einen Baustein unter vielen anderen, der hilfreich sein könnte.

Aber ich halte sie für eine gute Sache.

Ich ebenso.

WoDi

viele Tropfen füllen das Fass
Hallo!

Dazu möchte ich einen Psychologen zitieren, dessen Name mir
leider entfallen ist:
„Computerspiele können der Tropfen sein, der das Fass zum
überlaufen bringt… Aber warum diskutiert jeder über diesen
Tropfen und niemand über den Inhalt des Fasses? Wäre das Fass
nur halbvoll, wäre ein Tropfen völlig egal.“

Nichts anderes sage ich ja. Es gibt einige Faktoren. Und welcher Tropfen das Fass nur füllt und welcher es füllt ist ja im Nachhinein nicht zu unterscheiden und in der Wirkung egal.

Deshalb sollte man über alle Faktoren nachdenken und möglichst viele entschärfen oder ausschalten.

Mir sagte mal ein Ego-Shooter-Spieler, bei diesen Spielen ginge es um Stragie und solche Dinge. Ich schlug daraufhin vor, dann könnten ja auch kleine rosa Plüschtierchen mit Wattebäuschchen aufeinander einpusten. Daraufhin gab er zu, das gäbe nicht so den „richtigen Kick“. Ich glaube aber, genau dieser „Kick“ (nämlich die Grenzüberschreitung - Blut, auf Menschen schießen, Brutalität, Todesschreie etc) wirkt auf Dauer abstumpfend auf denjenigen, der das ständig sieht und hört. Abhängig natürlich vom Charakter und der Spieldauer.

Grüße
kernig

Hallo,

Das liest sich aber anders an. Ich ziteiere Dich selbst:
"Aussenseiter, Menschen, die es nicht schaffen sich in Gruppen
zu integrieren, die all Ihren Frust und ihre Aggression auf
andere projezieren, die alles was sie an negativen Erlebnissen
durchleben als tiefe persönliche Verletzung fühlen und denen
nicht geholfen wird.

waren Beispiele, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

sondern lediglich
ausdrücken, dass es in der Tat eine ganze Reihe von Merkmalen
gibt, die alle Schulamokläufer zeigen.

Eine ganze reihe ist gut. Drei nämlich:

  • Gefährdete Persönlichkeiten (was immer das faktisch bedeuten
    soll)
  • Verbot von Computerspielen
  • Videoüberwachung an Schulen.

Das verstehe ich nicht. „Verbot von Computerspielen“ und „Videoüberwachung“ sind keine Merkmale von Schulamokläufern. Ich kann mir maximal vorstellen, dass du denkst, das ich das fordere.
In dem Fall liegst du falsch.

Nicht, weil zwangsweise alle diese Leute
potentielle Amokläufer sind,

Soso. Und wie willst Du „alle diese Leute“ von den „Gefährdete
Persönlichkeiten“ unterscheiden?

Muss man garnicht, alle können Hilfe gebrauchen, in einem Fall rettet es halt Leben.

und ihnen wenigstens Gespräche angeboten werden sollten.

Und sonst niemand? Nur denen von den Du behauptest sie sind
„gefährdete Persönlichkeiten“?

Natürlich sollen jedem solche Gespräche angeboten werden, auf manche kann man aber zugehen.

Wenn man liest was du für Vorschläge hast, liegen diese aber
nahe. Was schlägst du sonst vor, wenn nicht das?

Z.B Aggressionstrainings / Konfliktbewältigungstrainings an Schulen.

Wenn man bisherige Schulamokläufe betrachtet, hat es vorher
immer Leute gegeben, denen etwas aufgefallen ist, sie haben es
nur nie ernst genommen.

Und was will uns das sagen?

Das deine Äußerung, es gibt nicht genügend Bewacher, nicht zutrifft.

Habe ich nie! gefordert.

Ich glaube da widersprichst Du Dich selbst. Siehe:

„Hoffentlich endlich mit richtigen Konsequenzen: aufspüren
gefährdeter Persönlichkeit und psychologische Hilfe, Maßnahmen
zur Reduzierung des Gruppendrucks (Schuluniformen z.B.). Kein
sinnloser Aktionismus wie Verbot von Computerspielen oder
Videoüberwachung an Schulen.“

Und wo habe ich da jetzt Überwachung gefordert?
Tipp: habe ich nirgens.

Wir reden hier nicht von Soziopathen, das sind Kinder.

Siehst du nicht den Widerspruch? Kinder könne durchaus
Psychopaten sein. Psychopatie ist eine Erkrankung. Und als
solche kann ein Kind benfalls krank sein. Ob einen Amokläufer
unbedingt alle Psychopath
im medizinischen Sinne genannt werden kann, weiß ich nicht.

Soziopath != Psychopath.

Du hast über bestimmte Klamotten gesprochen, die, so Deinen
Worten, bezeichnend sind für Amokläufer.

Das sind nicht meine Worte, sondern deine Interpretation.

Ich zitiere Dich selbst:

„Kinder werden ständig gehänselt weil sie nicht diese und jene
Kleidung haben (sich nicht leisten können). Dies hört sich
vielleicht lächerlich an, aber eine Äußerung die ich bisher
von jedem Amokläufer gehört habe (ich beschäftige mich viel
mit diesem Thema), war, dass sie keine Lust mehr haben sich
Kleidungsmäßig anzupassen.“

Und wo genau steht da, was du behauptest?
Tipp: Nirgens.

Es ist ein Unterschied ob man sich ärgert oder jeden Tag
wirklich tiefe Demütigung empfindet (nicht erleiden muss,
subjektiv empfindet)!
Es ist ein Unterschied ob man ein bisschen herumgeschubst wird
und dann halt zurückschubst, oder alles in sich hineinfrisst.

Versteh ich das richtig? Also alle Kinder die das alles
kennen, was Du hier beschreibst, sind künftige Amokläufer? Na
dann kann man gleich Feierabend machen.

Nein!
Es ist keine hinreichende Bedingung, aber eine notwendige!
Diesen Leuten sollten Gespräche angeboten werden.

Aber das subjektive Empfinden ist wahr!

Aber selbst beim solchen Empfinden scießt man nicht 16
Menschen tot. Es git eine gewaltige Schwelle dazwischen.

Sicher, aber alle Amokläufer schildern dass sie es so empfunden haben, das ist Fakt.
Dies ist der Antrieb ihres Hasses der schlussendlich in erweitertem Suizid endet. Würde es das nicht geben, weil sie lernen, dass es nicht so gemeint ist, oder weil es nichtmehr soviel Mobbing gäbe, so meine These, hätten sie auch nichtmehr soviel Hass, würde es auch keine Amokläufe geben.

viele Tropfen und einige Kannen füllen das Fass
Hallo,

ich denke, um bei der schönen Metapher zu bleiben, dass es nicht nur Tropfen gibt, die das Fass füllen, es sind auch einige Kannen dabei. Eine Kanne ist z.B. Mobbing. Eine sehr große Kanne ist soziale Isolation. Ich selbst war während meiner Schulzeit 4 Jahre komplett sozial isoliert, mit Ausnahme des Internets, um mal eine Größenordnung zu nennen. Das hat wohl einen erheblich größeren Einfluss als ein paar Spiele!
Exzessives spielen ist meist keine Ursache, sondern ein Symptom. Wenn sie in Ihrer Freizeit weggehen könnten, Freunde hätten, müssten sie auch nicht den ganzen Tag vorm Rechner hängen.
Ich selbst kann mich erinnern, dass ich die Spiele eigentlich ziemlich langweilig fand, viel lieber hätte ich etwas anderes gemacht, aber mir blieb halt nichts übrig.

Ich will aber bitte keine Diskussion über Spiele anfangen, davon gibt es ja wirklich genug.

MfG

Hallo !

Eine Kanne ist z.B. Mobbing. Eine sehr
große Kanne ist soziale Isolation. Ich selbst war während
meiner Schulzeit 4 Jahre komplett sozial isoliert,

Ja, da muss ich Dir Recht geben. Obwohl, eine Frage drängt sich mir auf: Bist Du Amok gelaufen? :wink: Das ist ja das Standardargument der Pro-Ego-Shooter-Fraktion, das ich hier mal umkehren möchte.

Exzessives spielen ist meist keine Ursache, sondern ein
Symptom. Wenn sie in Ihrer Freizeit weggehen könnten, Freunde
hätten, müssten sie auch nicht den ganzen Tag vorm Rechner
hängen.

Hm, oder andersrum? Ich frage mich, was macht jemand, der derart isoliert ist, wenn es keinen PC gäbe? Kein Internet, keine brutalen Spiele?

Ich sehe nur hier an meinem Sohn, der 9 Jahre ist und gänzlich unisoliert, welchen Reiz die Medien auf ihn ausüben. Wenn ich nicht gegenhalte, würde er wesentlich mehr Zeit mit PC-Spielen und Fernsehen verbringen und ziemlich sicher weniger Zeit mit seinen Freunden. Viel meiner Erziehungsenergie geht dafür drauf, ihm klar zu machen, dass Medien ein schönes Beiwerk im Alltag sind, ich aber nicht gewillt bin, z.B. meinen Tagesablauf auf das Fernsehprogramm abzustimmen. Und dass „Freunde treffen“ weit wichtiger ist als Computerspielen.

Ich selbst kann mich erinnern, dass ich die Spiele eigentlich
ziemlich langweilig fand, viel lieber hätte ich etwas anderes
gemacht, aber mir blieb halt nichts übrig.

Ich glaub Dir das, Du hast es ja so erfahren. Ich vermute nur weiterhin, dass es durchaus auch den umgekehrten Fall gibt. Wobei ich mich immer wieder frage, wo da die Eltern sind. Viele scheuen die Auseinandersetzung oder bringen die Energie dafür nicht auf, fürchte ich. Nicht vergessen in diesem Zusammenhang, dass es schon so etwas gibt wie „Spielsucht“ oder „Internetsucht“, man kann irgendwann auch nicht mehr raus, auch wenn man möchte.

Ich will aber bitte keine Diskussion über Spiele anfangen,
davon gibt es ja wirklich genug.

Da widerum gebe ich Dir nochmal recht. Mir geht der Aktionismus auf den Keks, wenn das Problem auf eine Ebene (z.B. „Killerspiele“) reduziert wird und plakativ irgendein Verbot gefordert wird und dann wird das Thema abgehakt.

Wie bist Du aus der Isolation wieder rausgekommen? Ist eine recht persönliche Frage, musst auch nicht antworten, wenn Du nicht möchtest.

Schöne Grüße
kernig

Ursachenforschung
Hi,

Es gab zu unserer Zeit den Begriff „Schlüsselkinder“. Das
waren die, die den Hausschlüssel um den Hals hängen hatten,
weil nach er Schule niemand zuhause war. Diese Kinder waren
damals die Ausnahme, heute erscheint es mir daß das die Regel
ist.

…weil es vermutlich die Regel ist, dass ein einzelnes Einkommen nicht mehr ausreicht?

VG
Guido

Ein sehr guter Artikel!
Sehr weise formuliert und frei von irgendwelchen Vor- oder sonstigen Urteilen.

Find’ ich zumindest.

Meine Meinung interessiert aber wahrscheinlich kein Schwein.

Viele Wochenendgrüße
Und jetzt endgültig Off!
HylTox

Hi,

…weil es vermutlich die Regel ist, dass ein einzelnes
Einkommen nicht mehr ausreicht?

Wahrscheinlich.

Ich könnte jetzt noch anfügen: weil wir ja konsumieren müssen. Das Auto darf ja nicht kleiner sein als das vom Nachbarn (aber da führt die Diskussion wohl zu weit in eine grundlegende Diskussion über die Konsumgesellschaft).

Viele Grüße
HylTox

Hi,

Ich könnte jetzt noch anfügen: weil wir ja konsumieren müssen.
Das Auto darf ja nicht kleiner sein als das vom Nachbarn (aber
da führt die Diskussion wohl zu weit in eine grundlegende
Diskussion über die Konsumgesellschaft).

Du, das weiß ich nicht.

Wenn ich heute mit einem Einkommen all das finanzieren müsste, waqs mein Vater finanziert hat, ginge das schlicht nicht.

Wir waren drei Kinder, hatten einen nicht niedrigen Standard, ein Auto in der Familie und sind JEDES Jahr in Urlaub gefahren.

Ich habe ein Kind, wir gehen zu zweit (meine Frau halbtags) arbeiten, mein Einkommen ist nicht soo gering, aber…

… jedes Jahr Urlaub haut nicht hin (ok, wir fliegen, fahren nicht nach Österreich - sind dafür aber auch nur zu dritt) - nur, um mal EIN Beispiel zu nennen.

VG
Guido

Hi!

Ich hake mich hier mal ein, weil es so normal abgeht :smile:

Ich zocke (ok, ich bin mehr oder weniger erwachsne) gelegentlicfh Shoote, allerdings haben die wenigesten den Reiz, adss ich mich da lange vor aufhalten kann (einige, muss ich gestehen, haben den Reiz allerdings doch in einem sehr hohen Maße).
Dabei kann ich Aggressionen übrigens abbauen.

Als Kind (mit 12 oder 13 ist man ja noch Kind) habe ich mir die heftigsten Horrorfilme angeschaut, Computerspiele waren damals vermutlich noch nicht relistisch genug, um denen ein „Gefahrenpotenzial“ zu unterstellen.

Und ja - ich bin in gewisser Weise abgestumpft.
Mir macht Blut nichts aus, und Leute, die ich leiden sehen WILL, KANN ich auch leiden sehen.
Das Problem an dieser Darstellung der Abstumüfung ist jedoch: Ich war nicht isoliert, meine Freunde von damals aind NICHT so abgestumpft…
…ich wurde regelmäßig geschlagen (bis ich mich dann irgendwann wehrte!) - das hat den vermutlich weit größeren Anteil meiner (ich nenne es mal so) Kaltblütigkeit.

Allerdings habe ich genügend „normal“ funktionierende Hirnmasse, damit ich aus reinem Egoismus (ich müsste ja dafür geradestehen) eben nicht auf andere Leute, die mir gegen den Strich gehen, losgehe.

Und dieses Kopfdenken habe es vermutlich, weil mir Isolation, etc. erspart blieb - denn sonst hätte ich ja nix, was wichtig wäre.

VG
Guido

P.S. Ich bin natürlich nicht kaltblütig, ich liebe meine Familie, ich mag meine Freunde, ich finde es toll, neue nette Konrtakte zu knüofen - wenn mir oder meinen Lieben allerdings jemand ans Leder will, ertappe ich mich immer wieder, dass ich völlig emotionslos handel

Hallo,

Eine Kanne ist z.B. Mobbing. Eine sehr
große Kanne ist soziale Isolation. Ich selbst war während
meiner Schulzeit 4 Jahre komplett sozial isoliert,

Ja, da muss ich Dir Recht geben. Obwohl, eine Frage drängt
sich mir auf: Bist Du Amok gelaufen? :wink: Das ist ja das
Standardargument der Pro-Ego-Shooter-Fraktion, das ich hier
mal umkehren möchte.

ich möchte sagen fast, da habe ich und viele andere nochmal Glück gehabt.
Ich habe etwas längeres dazu geschrieben.
http://www.mattis-haase.de/2009/03/11/die-folgen-der…

MfG

Ja stimmt, der muss regelmäßig geübt haben, sont hätte er auf die Entfernung mit ner Pistole nie auf den Kopf getroffen, denkt ich mir zumindest mal…hab zwar kein plan wie das ist mit ner Pistole zu schießen und habs auch nich vor, aber schwierig isses mit Sicherheit

Nun dreht mal nicht die Worte so hin, wie es euch passt. Wenn meine Oma früher einen Kuchen gebacken hat und ich wollte davon naschen, hat sie einen kleinen Klaps auf die Hand gegeben. Ein Klaps ist ein harmloser Schlag mit der Hand, kein Faustschlag ins Gesicht oder ein Tritt in den Unterleib, auch kein sinnloses Dreinschlagen.

Hast du auch Anzeige gegen deine Frau wegen eines Gewaltverbrechens erstattet, als sie dir einen Klaps auf den Po gegeben hat? Das machen manche Frauen so.

Nochmal: Bringe mir EIN Argument dafür dass demütigende
Schläge als Erziehungsmethode geeignet sind - geeigneter als
andere Dinge

Mag sein, dass Schläge nicht geeignet sind.
Aber was sind „andere Dinge“?

Bite spezifizieren und belegen.

Gruß
Volker

Warum passiert so etwas immer wieder? Ich hab mich heut durch
alle möglichen Nachrichtenseiten geklickt…Wie krank muss
jemand sein der so etwas fertig bringt?

Krank? Ich sehe sowas nicht als krank an, es ist pure Verzweiflung? Genau das ist nämlich der Knackpunkt. Alle Leute wundern sich, warum sowas passiert! Ich könnte lachen, ich könnte wirklich lachen. Ich hab auch absolut kein Mitleid mit den Opfern, seien es nun Schuldige oder Unschludige. Schau dir mal unsere Gesellschaft an, dann weißt du warum soetwas passiert. Unsere Gesellschaft ist der letzte Dreck und da wundert man sich? Kann ich absolut nicht nachvollziehen.

Und wie hilflos ist unser System gegen solche Attentäter?

Du kannst das System noch so sehr stärken wie du willst, es gibt immer eine Lücke wodurch heftige Schläge gemacht werden können. Du kannst dich dagegen nicht schützen.

Habe auf irgendeiner Seite gelesen, dass Amokläufe in Schulen
erst seit den 90er Jahren passieren…Ist das so? Und wenn ja
warum?

Siehe oben, da nahm ja alles so den Lauf. Neid, Gier, keine Menschenwerte mehr, du musst so viel können sonst bist du nichts etc.

Ich habe selber Freunde, Bekannte und Verwandte, deren Kinder
bzw. die selbst noch in die Schule gehen.

Gefahr ist überall, kannst auch von nem LKW vor der Schule überfahren werden usw.

Diese kranke Welt!
Wäre die Menschheit doch bloß auf den Bäumen geblieben…

Ja da sagste was…