Hallo Susanne,
lass ihn doch selber entscheiden.
Ich finde Kindertaufe ganz schlimm weil da auch rechtliche
Sachen festgelegt werden.
Ja, kirchenrechtliche - wie etwa das Recht später Pate zu werden, was er / sie wahrnehmen oder bleiben lassen kann.
Finde ich also nicht so gravierend.
Falls dein Kind (dass sich ja zum Zeitpunkt der Taufe nicht
frei entscheiden kann) später aus der Kirche austritt hat es
bei fast allen kirchlichen Organisationen keine Chance auf
Einstellung.
Bei kirchlichen Arbeitgebern gilt - bis auf wenige Ausnahmen (Reinigungspersonal oder Leute mit sehr speziellen Qualifikationen beispielsweise) - die sogenannte „ACK-Regel“, d.h. der Bewerber / die Bewerberin muss Mitglied einer der Kirchen sein, die zur A rbeitsgemeinschaft c hristlicher K irchen gehören.
Dem kirchlichen Arbeitgeber ist es egal, ob die Nichtzugehörigkeit zu einer solchen Kirche daraus resultiert, daß jemand nicht getauft wurde, ausgetreten ist oder aktiv einer anderen Religionsgemeinschaft angehört.
Wenn er nicht getauft ist wäre es kein Problem weil er sich ja
nicht „gegen“ die Kirche entschieden hat.
Das ist Unsinn nicht zutreffend - siehe oben.
Nach der Wende gab es in den Neuen Bundesländern zeitweise andere - etwas „lässigere“ - Regelungen, die damit zu tun hatten, daß die Kirchen soziale Einrichtungen in ihre Trägerschaft übernommen haben und nun nicht-religiöses Personal hatten, das sie selbst bei gutem Willen nicht auf die Schnelle durch Kirchenmitglieder ersetzen hätten können, weil es davon nicht soviele „im Osten“ gab.
Ausserdem ist es inzwischen in Schule und Kindergarten
wirklich kein Problem mehr nicht getauft zu sein.
Da stimme ich Dir zu. Die „Konvention“ sollte kein Grund sein, ein Kind taufen zu lassen.
Bitte
überdenke nochmal das reflexhafte „das Kind muss getauft
sein“. Ich bin mir sicher dass er es dir hoch anrechnen wird
Hier finde ich eher Deine und manch andere Reaktion „reflexhaft“, denn das kann niemand heute wissen, was dieses Kind warum oder warum auch nicht später seinen Eltern hoch anrechnen wird oder nicht.
dass du ihm diese Entscheidung selber überlassen hast.
Ich denke, dass die diversen Diskussionen in diesem Brett gezeigt haben, dass es für christliche Eltern sowohl Gründe dafür als auch dagegen geben kann. Da bleibt dann letztlich nur das eigene Gewissen.
Eltern treffen auch in anderen Lebensbereichen Entscheidungen für ihr Kind, die sehr prägend sind - egal ob Kindergarten oder Schulwahl, ob man auf dem Land oder in der Stadt wohnt, ob die Familie sich vegan ernährt oder nicht. Für religiöse Menschen ist es nicht logisch, warum dann gerade dieser für sie so wichtige Bereich von Vorentscheidungen ausgenommen werden sollte.
Viele Grüße
Iris