Taufe Katholisch oder evangelisch?

Hallo Shannon,

ich hatte gehofft, dass jemand (vielleicht jemand anders) an dieser Stelle die Frage beantwortet, ob die Reformierten die katholische Mutter wirklich nicht zulassen. Ich nehme an, dass sie sie durchaus zulassen. Dann kann es (bezüglich des Sachverhaltes hier) ja so gewesen sein, dass eine Mutter den katholischen Priester fragt, ob das Kind nicht „evangelisch“ (gemeint: mit evangelischen Paten) getauft werden dürfe. Dann muss der katholische Priester das ablehnen, weil ihm das Recht vorschreibt, dass der eine der beiden katholisch sein muss. Dann hat die Mutter das Problem, dass sie zwei christliche Paten hat und selber auch christlich getauft ist, aber trotzdem die christliche Taufe nicht zugelassen wird.

zum gleichen Glauben wie meine Kinder

ist also etwas weit hergeholt, weil die Mutter sich vielleicht mit dem evangelischen Glauben nicht so sehr befasst hat, als dass sie ihn genau kennen könnte.

Gruss
Mike

Hallo,

habe ich diesbezüglich auch nicht gesagt.:

Für mich hat es sich halt so angehört, bzw. -gelesen. Wenn es denn nicht so ist, ist es ok.

Ich finde, dass beide Weigerungen irgendwo die gleiche Begründung haben (in meinem laienhaften Verständnis!):

  1. ein uneheliches Kind wird nicht getauft, weil es nicht in einer Ehe gezeugt wurde.
  2. ein zeugungsunfähiger Mann wird nicht getraut, weil er nicht „den Zweck der Ehe“ erfüllen kann.

Der Mann ist nicht impotent, sondern „nur“ zeugungsunfähig. Für beide Ehepartner stand fest, dass sie Kinder adoptieren möchten (was mit der Begründung, dass diese Eheschließung abgelehnt wurde, natürlich nichts zu tun hat).

Der Grund ist rechtlich ganz einfach: Stell Dir vor, der Mann wird nachträglich zeugungsfähig, hat aber nicht mit seiner Frau geschlafen, und geht nun und nimmt eine andere. Nun ist es ein Leichtes, zu sagen, dass die Segnung gar nicht als Eheschliessung gültig war, währenddem es kirchenrechtlich nicht möglich ist, die Ehe für ungültig zu erklären, wenn sie im Bewusstsein der Zeugungsunfähigkeit geschlossen worden ist. Sie gilt dann bis zum Tod.:

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstanden habe:
Wenn eine Ehe nicht vollzogen wurde, besteht die Möglichkeit, sie annullieren zu lassen. Wenn jedoch ein Pfarrer von vornherein wüsste, dass die Ehe, die er schließen soll, gar nicht vollzogen werden kann, kann er den Segen nicht geben… weil er ja praktisch damit dem Kirchenrecht, die sagt, dass so eine Ehe gar nicht gültig ist, widersprechen würde. Sehe ich das so richtig? Das kann ich nachvollziehen (wenn ich es denn richtig verstanden habe…)

Aber wie schon geschrieben: der Pfarrer begründete seine Entscheidung damit, dass dieses Ehepaar Sex haben wird/ könnte, ohne damit den kirchlichen Zweck des Geschlechtsverkehrs in einer Ehe erfüllen zu können.
Ich sauge mir das wirklich auch nicht aus den Fingern. Das war seine Begründung.

Wenn es darum geht, dass die Mutter nicht allein war, sondern einen festen Partner hatte, der mit ihr zusammen das Kind erziehen sollte, dann darf der Priester (auch heute) verlangen, dass die Beziehungen zuerst geklärt werden evtl. bis hin zur Forderung, dass die beiden heiraten. Ansonsten wird das Kind möglicherweise nicht adäquat christlich erzogen, also ist es ihm erlaubt, die Taufe zu verweigern - je nach Einzelfall, dessen Umstände man dann berücksichtigen müsste.:

Entschuldige, wenn das undeutlich war:
mit den Eltern meinte ich die Eltern der unehelichen Mutter (ich schrieb: die Mutter und deren Eltern). Die Mutter hatte zu dem Zeitpunkt keinen Partner. Der Vater des Kindes hatte mit dem Kind nichts zu tun und war weit weg. Das war aber auch bekannt…

Gruß
Shannon

Hallo,
wie in einem anderen Post schon geschrieben, habe ich eine Tante, die Nonne ist.
Mit der habe ich über die Ablehnung des Pfarrers, die beiden zu trauen, gesprochen.

Sie fand das im Sinne des katholischen Glaubens völlig selbstverständlich, dass ein Paar dann nicht katholisch getraut werden kann.

Nur als Ergänzung, dass die Meinung vielleicht gar nicht mal so abwegig ist… (natürlich kann man von meiner Tante nicht aufs Kirchenrecht schließen, das ist mir schon klar :wink: )

Gruß
Shannon

Hallo nochmal,

ist also etwas weit hergeholt, weil die Mutter sich vielleicht mit dem evangelischen Glauben nicht so sehr befasst hat, als dass sie ihn genau kennen könnte.:

Aber genau das ist eigentlich das, was ich oft bemängele (bei Leuten, die ich näher kenne, als die Fragestellerin hier…):
Dass viele sich nicht richtig mit dem Glauben befassen, in dem ihre Kinder getauft werden sollen.
Ich meine: wenn ich mein Kind taufen lasse, ohne diesen Glauben wirklich zu kennen, dann ist es doch eine Art Heuchelei, wenn ich in der Kirche sage: ja, ich werde mein Kind nach den Grundsätzen dieser Kirche erziehen?

Ich meine jetzt auch mal aus der Sicht eines wirklich gläubigen Katholiken: Ärgert man sich nicht, wenn man sähe, dass jemand so eine Verpflichtung eingeht, ohne diese Verpflichtung wirklich zu kennen?

Und wenn Eltern ein Kind in einem anderen als ihrem eigenen Glauben (den sie eigentlich kennen sollten!) taufen lassen möchten, dann wäre doch diese Entscheidung eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, wenn nicht sogar eine Verpflichtung, sich mit diesem anderen Glauben wirklich zu befassen?

Gruß Shannon

Hallo Shannon,

  1. ein uneheliches Kind wird nicht getauft, weil es nicht
    in einer Ehe gezeugt wurde

Ist natürlich nicht gemeint. Es wird nicht getauft, wenn es nicht christlich erzogen werden kann/soll. Es gab vermutlich Fälle, in denen der Priester dies als zweifelhaft erachtete und darob die Taufe verweigerte, auch wenn er nichts weiter gehört hatte, als dass das Kind eben unehelich geboren sei. Dies war die Interpretationspraxis, die früher oftmals anders war als heute; d. h. man dachte, allein aufgrund des Umstandes, dass das Kind unehelich gezeugt sei, könne man vermuten, es werde auch nicht christlich erzogen. Wenn das Gegenteil zu erwarten war, dann war das Kind auch früher zu taufen; wenn einer es trotzdem nicht taufte (weil er z. B. das Kirchenrecht nicht genau kannte), machte er sich streng genommen schuldig.

  1. ein zeugungsunfähiger Mann wird nicht getraut, weil er
    nicht „den Zweck der Ehe“ erfüllen kann

Die Ehe hat aus katholischer Sicht zwei Zwecke, die als Hauptzwecke und damit als essentiell gelten: a) die Zeugung und Erziehung von Nachwuchs, b) die Pflege der Beziehung unter den Partnern.
Hier geht es um den Fall, in welchem der zweite Ehezweck gegeben ist, der erste hingegen ausfällt. Bei diesem Fall ist es notwendig, dass beide Ehepartner um die Zeugungsunfähigkeit wissen und trotzdem mit dem Eheschluss einverstanden sind. Ansonsten kommt der Eheschluss gar nicht gültig zustande.

„nur“ zeugungsunfähig

ist also kein Ehenichtigkeitsgrund, sofern die beiden davon wissen.
Bis 1977 war es allerdings zulässig, eine solche Eheschliessung ebenfalls nicht durchzuführen (womit Dein Fall verstanden werden könnte). Ein Priester konnte die Eheschliessung verweigern, wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten war, dass der Mann keine Kinder zeugen könne. Ganz auszuschliessen ist es ja ohnehin kaum.

kann er den Segen nicht geben

im Sinne des Ehesakramentes. Was er trotzdem kann, ist die Partnerschaft segnen. Würden nun die beiden eines Tages Geschlechtsverkehr haben, wäre das streng genommen eine Sünde, sie müssten zuerst heiraten, damit es rechtlich sauber wäre.

Das war seine Begründung

So etwas kam schon vor; mich würde allerdings interessieren, woher er sich so sicher war, dass nicht doch eines Tages ein Kind entsteht. Eine medizinische Diagnose allein wäre da nicht sicher genug. (Denkbar wäre allenfalls eine physische Hürde wie z. B. eine „Vasektomie“, also eine Unterbindung des Mannes, sodass sein Samenleiter durchtrennt war. Heutzutage kann das übrigens auch rückgängig gemacht werden, vor einigen Jahrzehnten wurde das aber als Grund zur Zeugungsunfähigkeit aufgefasst. In diesem Fall durfte zwar die Eheschliessung verweigert werden, das betraf aber nur die paar Jahrzehnte, in denen die Vasektomie einerseits durchführbar, andererseits nicht rückgängig zu machen war).

Die Mutter hatte zu dem Zeitpunkt keinen Partner

Dann war der Priester im Unrecht, wo Menschen sind, passieren auch Fehler, die Leute haben ja dann doch noch einen Täufer gefunden.

Gruss
Mike

Hallo Shannon,

Sie fand das im Sinne des katholischen Glaubens völlig
selbstverständlich, dass ein Paar dann nicht katholisch getraut
werden kann.

Weil sie vermutlich an die lange Tradition der Verweigerungen der Ehe dachte, die auf den Fall der Beischlafsunfähigkeit zielt. Ob sie dabei auch die Zeugungsunfähigkeit bei der Möglichkeit des Geschlechtsverkehrs im Auge hatte (die vom Kirchenrecht als relativ seltener Fall aufgefasst wird), muss offenbleiben.

Möglicherweise war ihr auch bekannt, dass eine Ehe im Fall der Zeugungs-, aber nicht Beischlafsunfähigkeit gewöhnlich verweigert wurde, bis 1977 das Recht Klarheit schuf (vorher war dieser Fall strenggenommen gar nicht geregelt!).

Sie befand sich dann im gleichen Boot mit sehr vielen Katholiken, und es ist ihr kein Vorwurf zu machen. Das Recht liess den konkreten Fall einfach offen, und die meisten Entscheidungsträger schlossen eben analog vom Fall der Beischlafsunfähigkeit auf den Fall der Zeugungsunfähigkeit.

Gruss
Mike

Hallo Shannon,

wenn

jemand so eine Verpflichtung eingeht, ohne diese Verpflichtung
wirklich zu kennen

dann ist das für den Priester ein Taufhindernis, das er berücksichtigen muss, d. h. er darf strenggenommen gar nicht taufen. Wenn ich als Mitchrist wahrnehme, dass ein anderer seine Verpflichtungen nicht beachtet, dann habe ich zuerst die Pflicht, ihn darauf aufmerksam zu machen und nicht einfach die, mich zu ärgern; allerdings sollte ich mich zuerst eben auch um meine eigenen Verpflichtungen kümmern, also den Balken im eigenen Auge statt des Splitters beim Nächsten (was z. B. der Grund ist, warum ich so selten Journalisten kritisiere…).

sich mit diesem anderen Glauben wirklich zu befassen

oder mal mit dem eigenen, den man schon hat

Gruss
Mike

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Hallo Susanne,

lass ihn doch selber entscheiden.
Ich finde Kindertaufe ganz schlimm weil da auch rechtliche
Sachen festgelegt werden.

Ja, kirchenrechtliche - wie etwa das Recht später Pate zu werden, was er / sie wahrnehmen oder bleiben lassen kann.
Finde ich also nicht so gravierend.

Falls dein Kind (dass sich ja zum Zeitpunkt der Taufe nicht
frei entscheiden kann) später aus der Kirche austritt hat es
bei fast allen kirchlichen Organisationen keine Chance auf
Einstellung.

Bei kirchlichen Arbeitgebern gilt - bis auf wenige Ausnahmen (Reinigungspersonal oder Leute mit sehr speziellen Qualifikationen beispielsweise) - die sogenannte „ACK-Regel“, d.h. der Bewerber / die Bewerberin muss Mitglied einer der Kirchen sein, die zur A rbeitsgemeinschaft c hristlicher K irchen gehören.

Dem kirchlichen Arbeitgeber ist es egal, ob die Nichtzugehörigkeit zu einer solchen Kirche daraus resultiert, daß jemand nicht getauft wurde, ausgetreten ist oder aktiv einer anderen Religionsgemeinschaft angehört.

Wenn er nicht getauft ist wäre es kein Problem weil er sich ja
nicht „gegen“ die Kirche entschieden hat.

Das ist Unsinn nicht zutreffend - siehe oben.

Nach der Wende gab es in den Neuen Bundesländern zeitweise andere - etwas „lässigere“ - Regelungen, die damit zu tun hatten, daß die Kirchen soziale Einrichtungen in ihre Trägerschaft übernommen haben und nun nicht-religiöses Personal hatten, das sie selbst bei gutem Willen nicht auf die Schnelle durch Kirchenmitglieder ersetzen hätten können, weil es davon nicht soviele „im Osten“ gab.

Ausserdem ist es inzwischen in Schule und Kindergarten
wirklich kein Problem mehr nicht getauft zu sein.

Da stimme ich Dir zu. Die „Konvention“ sollte kein Grund sein, ein Kind taufen zu lassen.

Bitte
überdenke nochmal das reflexhafte „das Kind muss getauft
sein“. Ich bin mir sicher dass er es dir hoch anrechnen wird

Hier finde ich eher Deine und manch andere Reaktion „reflexhaft“, denn das kann niemand heute wissen, was dieses Kind warum oder warum auch nicht später seinen Eltern hoch anrechnen wird oder nicht.

dass du ihm diese Entscheidung selber überlassen hast.

Ich denke, dass die diversen Diskussionen in diesem Brett gezeigt haben, dass es für christliche Eltern sowohl Gründe dafür als auch dagegen geben kann. Da bleibt dann letztlich nur das eigene Gewissen.

Eltern treffen auch in anderen Lebensbereichen Entscheidungen für ihr Kind, die sehr prägend sind - egal ob Kindergarten oder Schulwahl, ob man auf dem Land oder in der Stadt wohnt, ob die Familie sich vegan ernährt oder nicht. Für religiöse Menschen ist es nicht logisch, warum dann gerade dieser für sie so wichtige Bereich von Vorentscheidungen ausgenommen werden sollte.

Viele Grüße

Iris

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Hallo Sue,

  • Die Taufe bedeutet, dass eine christliche Erziehung des
    Kindes gewährleistet ist. Wenn die Ursprungsposterin bzw. die
    Umwelt des Kindes diese Erziehung nicht gewährleisten kann,
    dann wird der Priester das Kind auch nicht taufen.

Das ist aber nicht dein Ernst oder?

Eigentlich schon, denn er hat im Beitrag davor ausführlich geschildert, was von christlicher Seite das Grundverständnis der Taufe ist.

Ich kenne mindestens! 20 katholisch getaufte Kinder die nach
der Taufe nie mehr eine Kirche von innen gesehen haben und
deren Eltern auch keinerlei Interesse an einer religiösen
Unterweisung der Kinder haben.

Was doch nur heißt, dass viele Leute den Pfarrer / die Pfarrerin als Zeremonienmeister mißbrauchen sehen,weil es bequemer ist, auf dieses Namensgebungsritual zurückzugreifen als sich selber etwas zu überlegen und zu organisieren.

Von Seiten der durchführenden Pfarrer / Pfarrerinnen heißt es - konsequent weitergedacht - daß sie sich funktionalisieren lassen. Dass sich damit die Zahl der Kirchenmitglieder nicht halten oder gar steigern läßt, haben die letzten Jahre nur allzu deutlich gemacht.

  • Die Taufe verhilft in einem katholischen Umfeld zu einer
    eigenen Sozialisierung. Wenn alle andern Kinder zur
    Erstkommunion dürfen, das eine aber nicht, ist das ein
    sozialer Nachteil ersten Ranges.

Ich denke, daß die katholischen Milieus, in denen das heute noch so ist, nicht sehr zahlreich sein dürften.

Viele Grüße

Iris

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Hallo Iris,

danke für Deine guten, gelassenen Beiträge hierzu!

Was doch nur heißt, dass viele Leute den Pfarrer / die
Pfarrerin als Zeremonienmeister mißbrauchen sehen,weil
es bequemer ist, auf dieses Namensgebungsritual
zurückzugreifen als sich selber etwas zu überlegen und zu
organisieren.

Ja, das gibt es, ist aber bei Hochzeiten viel stärker. Ich habe auch von Menschen, die selbst nicht (mehr) viel mit dem christlichen Glauben anfangen können, immer wieder gehört, dass es ihnen wichtig war, ihr Kind taufen zu lassen, weil sie ihm etwas mitgeben wollten, was sie selbst nicht recht benennen konnten und vielleicht auch kaum in der Erziehung umsetzen konnten.

Ich nehme das ernst. Auch wenn es natürlich ohne gelebten Glauben in der Familie sehr unvollständig ist. Aber wer weiß, wie das Kind seinen Glauben möglicherweise entdecken oder sich damit auseinandersetzen wird. Oft gehen diese Kinder dann in einen christlichen Kindergarten oder den Religionsunterricht, sie werden schon ihre Wege finden. (Oder, christlich gedacht: G’tt wird schon einen Weg finden.)

Und entscheidend finde ich dann, dass die Eltern bereit sind, sich den Fragen des Kindes ehrlich zu stellen. Manche entdecken auch wieder einen neuen Zugang, weil sie danach suchen, was sie ihrem Kind weitergeben wollen, und z.B. Abendgebete sprechen o.ä.

Von Seiten der durchführenden Pfarrer / Pfarrerinnen heißt es

  • konsequent weitergedacht - daß sie sich funktionalisieren
    lassen. Dass sich damit die Zahl der Kirchenmitglieder nicht
    halten oder gar steigern läßt, haben die letzten Jahre nur
    allzu deutlich gemacht.

Ja, das ist wahr. Andererseits - soll man eine Gewissensprüfung einführen? Bei Menschen, die aus Konvention in der Kirche sind und aus Konvention ihr Kind taufen lassen und vielleicht sagen, dass ihnen das ganz, ganz wichtig ist - wie soll man da unterscheiden?

Viele Grüße,

Jule

1 Like

Hallo Harald,

sie ist eben nicht

müssig

wegen der anderen Bibelstellen, die ich genannt habe, wenn es nämlich mehrmals heisst, XY
„liess sich taufen mit seinem ganzen Haus“.

Ich hoffte, Du hättest meine Beiträge gelesen.

Gruss
Mike

Hallo Mike,

sie ist eben nicht

müssig

wegen der anderen Bibelstellen, die ich genannt habe, wenn es
nämlich mehrmals heisst, XY
„liess sich taufen mit seinem ganzen Haus“.

doch müssig :wink:

Du kannst anhand der Bibelstellen nicht nachweisen, dass sich ein Säugling im Haus befand :wink:

Gruss Harald

Hallo Harald,

  1. sind es mehrere Stellen. Es ist daher statistisch gesehen wahrscheinlich, dass beim einen oder andern Haus ein Säugling dabei ist.

  2. Natürlich sind die Aussagen im Zusammenhang mit den Christusworten über die Kinder zu betrachten. Allein von der Aussage „mit seinem ganzen Haus“ ist ja die Lehre auch biblisch nicht abgeleitet.

  3. selbst wenn es nur eine Stelle im Sinne von 1. und keine von 2. gäbe, wäre es von der Bibel her theoretisch möglich, die Kinder- bzw. Säuglingstaufe als gegeben anzunehmen, schon weil das AT die Säuglinge beschneiden lässt und die Taufe des NT „die Beschneidung im Geist“ fordert und den Brauch der Beschneidung durch die Taufe ablöst.

Meine Beiträge in diesem Thread hast Du wohl noch immer nicht gelesen.

Gruss
Mike

Hallo Mike,

ich wollte diese Debatte eigentlich nicht an dieser Stelle führen.
Aber wenn Du darauf beharrst,…

  1. sind es mehrere Stellen. Es ist daher statistisch gesehen
    wahrscheinlich, dass beim einen oder andern Haus ein Säugling
    dabei ist.

Glaube nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast :wink:

Selbst wenn es in diesen Häusern Säuglinge gab, ist nicht bewiesen, dass diese dann auch getauft wurden.
Wie Du sicher der Bibel entnommen hast, geschah die Taufe durch komplettes Untertauchen des Menschen. Ob man dieses Prozedere einem Säugling antat, weiss ich nicht.

  1. Natürlich sind die Aussagen im Zusammenhang mit den
    Christusworten über die Kinder zu betrachten. Allein von der
    Aussage „mit seinem ganzen Haus“ ist ja die Lehre auch
    biblisch nicht abgeleitet.

Die Aussage Jesu lautet: „Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich.“ (Matt.19,14)
Wenn den Kindern das Himmelreich gehört, ergibt sich nicht die Notwendigkeit der Taufe.

Hier gibt es Verständnisunterschiede über den „Inhalt“ der Taufe!

  1. selbst wenn es nur eine Stelle im Sinne von 1. und keine
    von 2. gäbe, wäre es von der Bibel her theoretisch möglich,
    die Kinder- bzw. Säuglingstaufe als gegeben anzunehmen, schon
    weil das AT die Säuglinge beschneiden lässt und die Taufe des
    NT „die Beschneidung im Geist“ fordert und den Brauch der
    Beschneidung durch die Taufe ablöst.

Dass die Taufe den „Brauch der Beschneidung“ ablöst, ist erst später in die Theologie gekommen.
Ursprünglich ersetzte die Taufe die jüdische Mikwe.

Die Taufe des Johannes war ja keine Neuerfindung, sondern eine Weiterentwicklung (wenn überhaupt) der traditionellen Reinigung, der Mikwe.

Meine Beiträge in diesem Thread hast Du wohl noch immer nicht
gelesen.

Ich habe alle Deine Beiträge gelesen.
(Dazu bin ich schon als MOD verpflichtet)

Und wenn Du es für nötig erachtest, werde ich Dir jedes einzelnes Argument widerlegen :wink:

Aber ich halte das weiterhin für müssig.

Gruss Harald

Hallo Jule,

Ja, das gibt es, ist aber bei Hochzeiten viel stärker.

Das mag sein. Ich kenne mich damit nicht aus, weil das Christentum nicht mein Terrain ist.

Ich
habe auch von Menschen, die selbst nicht (mehr) viel mit dem
christlichen Glauben anfangen können, immer wieder gehört,
dass es ihnen wichtig war, ihr Kind taufen zu lassen, weil sie
ihm etwas mitgeben wollten, was sie selbst nicht recht
benennen konnten und vielleicht auch kaum in der Erziehung
umsetzen konnten.

Das halte ich für nachvollziehbar. Das sind dann sicher auch Eltern, die ihren Kindern eine Teilnahme an Aktivitäten ermöglichen, sei es eine Kinderbibelwoche oder was auch immer.

Ich nehme das ernst. Auch wenn es natürlich ohne gelebten
Glauben in der Familie sehr unvollständig ist.

Klar, man kann nichts weitergeben, zu dem man selber keinen Bezug hat. Aber es ist ein Bemühen da und die Integrität das so zu benennen. Das finde ich grundsätzlich was anderes als diejenigen, die ihr Kind taufen lassen und aller Welt verkünden müssen, dass sie von Kirche, Glaube, Religion nichts halten. Das ist verlogen und respektlos.

Aber wer weiß,
wie das Kind seinen Glauben möglicherweise entdecken oder sich
damit auseinandersetzen wird. Oft gehen diese Kinder dann in
einen christlichen Kindergarten oder den Religionsunterricht,
sie werden schon ihre Wege finden. (Oder, christlich gedacht:
G’tt wird schon einen Weg finden.)

Warum auch nicht?

Und entscheidend finde ich dann, dass die Eltern bereit sind,
sich den Fragen des Kindes ehrlich zu stellen. Manche
entdecken auch wieder einen neuen Zugang, weil sie danach
suchen, was sie ihrem Kind weitergeben wollen, und z.B.
Abendgebete sprechen o.ä.

Dem versuchen manche Gemeinden auch gerecht zu werden, indem sie Elternkurse anbieten. Es gibt ja auch reichlich Angebote der kirchlichen Familienbildung zu diesen Themen.

Von Seiten der durchführenden Pfarrer / Pfarrerinnen heißt es

  • konsequent weitergedacht - daß sie sich funktionalisieren
    lassen. Dass sich damit die Zahl der Kirchenmitglieder nicht
    halten oder gar steigern läßt, haben die letzten Jahre nur
    allzu deutlich gemacht.

Ja, das ist wahr. Andererseits - soll man eine
Gewissensprüfung einführen? Bei Menschen, die aus Konvention
in der Kirche sind und aus Konvention ihr Kind taufen lassen
und vielleicht sagen, dass ihnen das ganz, ganz wichtig ist -
wie soll man da unterscheiden?

Das kann man letztlich nicht. Und „Gewissensprüfungen“ haben immer einen merkwürdigen Beigeschmack.

Viele Grüße

Iris

wenn Du es für nötig erachtest

damit ich diejenigen, die die Kindstaufe kategorisch abzulehnen scheinen, wirklich ernst nehmen kann, müssen sie sich meinen Argumenten schon stellen; hier ging es um das Argument, dass die Kindstaufe als solche nicht biblisch belegt sei, was ich für mehr als zweifelhaft halte. Im weiteren scheint es mir zwar nicht nötig, die Debatte „Kindstaufe ja-nein“ bis in all ihre Facetten hinein hier zu führen, aber nur dann, wenn die „Gegenseite“ wenigstens eingesteht, dass es für beide Seiten gute Argumente gebe und man insbesondere meine Seite nicht als „unsinnig“ abzutun oder die Leute mit solch schönen Adjektiven gar bezüglich ihres Verhaltens unter Druck zu setzen habe.
Gruss,
Mike

wenn Du es für nötig erachtest

damit ich diejenigen, die die Kindstaufe kategorisch
abzulehnen scheinen, wirklich ernst nehmen kann, müssen sie
sich meinen Argumenten schon stellen;

mach ich!

Im weiteren
scheint es mir zwar nicht nötig, die Debatte „Kindstaufe
ja-nein“ bis in all ihre Facetten hinein hier zu führen, aber
nur dann, wenn die „Gegenseite“ wenigstens eingesteht, dass es
für beide Seiten gute Argumente gebe und man insbesondere
meine Seite nicht als „unsinnig“ abzutun oder die Leute mit
solch schönen Adjektiven gar bezüglich ihres Verhaltens unter
Druck zu setzen habe.

Ich will sicher keinen unter Druck setzen.
Und frei nach Paulus: Ein jeder sei in seiner Meinung gewiss.

Gruss Harald

die katholische Kirche nicht glücklich über eine evangelische Taufe

doch, sie kann gut damit leben … als Taufe (und somit vollwertiges
Christsein des Kindes) ist sie auch von der katholischen
Kirche anerkannt!!

Das sollte damit auch nicht in Zweifel gezogen werden. Aber da die kath. Kirch lehrt, daß nur sie die wahre Kirche ist, ist ein evangelischer Christ ja noch auf dem Irrweg. Und damit ist ein evangelisch getauftes Kind… In diesem Sinne ist das „nicht glücklich“ zu verstehen (und natürlich auch in dem, daß es dann kein künftiger Kirchensteuerzahler sein wird).

Martinus

Hallo Martinus,

mich interessiert

Gruss
Mike

mich interessiert

Geht das ein wenig genauer?

Martinus