unvermeidlicher Konflikt
Hallo Iris,
Ich denke, das ist auch eine Frage der Zahl der Juden, die in Europa bzw. in den USA leben.
das ist natürlich auch wieder wahr.
Bet-Debora-Konferenz II im Jahr 2001 in Berlin.
Danke für den Hinweis. War Golandski denn damals der erste, der dort den Ausdruck „Kindermißbrauch“ in diesem Zusammenhang benannte?
Immerhin lange bevor 2008 das Thema durch Holm Putzke in der Herzberg-Festschrift in die rechtstheoretische Diskussion eingebracht wurde. Hannes wies ja schon auf ihn hin im anderen Thread. Daß es einen Konflikt zwischen Berit Mila und StGB gab, war an sich in der Rechtstheorie immer schon bekannnt. Daß es jetzt öffentlich diskutiert wird, lag ja nur daran, daß es 2011 eine Klage gab und im Mai d.J. das diskutierte LG-Urteil gab - wobei wiederum Putzke der erste war, der es in die Öffentlichkeit brachte.
2007 gab es eine Nummer des europäisch-jüdischen Golem-Magazins zum Thema „Beschneidung“, in dem sehr unterschiedliche Positionen aus historischer, halachischer, soziologischer, psychoanalytischer etc. Perspektive thematisiert wurden:
http://www.golem-journal.de/index.php?page=golem-4
[Ganz offtopic:
Dort wurde offenbar auch das seltsaqme Zippora-Ritual diskutiert, zu dem ich seit langem eine Frage habe, die ich nirgendwo gelöst fand. Gibt es eine Möglichkeit, diese Golem Nummer zu sichten?]
Antje Deusel
Ja ich weiß, daß sie Mohelet ist. Das „zeitnah“ war auch nicht ironisch gemeint. Ich war nur erstaunt darüber, daß das Buch genau zwischen LG-Urteil und der Publizierung durch Putzke auf den Markt kam.
Ansonsten gehört Almut Bruckstein zu den führenden Stimmen in der Diskussion:
http://www.berliner-zeitung.de/politik/beschneidungs…
Das aktuelle Urteil ist ja nicht das Problem, sondern der schon lange bekannte rechtstheoretische Konflikt, der unvermeidlich ist. Daß da allerdings das letzte Wort gesprochen ist, glaube auch ich nicht, und es wäre blauäugig, wenn man übersähe, daß in der Dynamik der aktuellen Diskussion nicht-juristische Motive eine Rolle spielen. Daß der Konflikt besteht, ist unvermeidlich. Das ist eines. Aber daß (und wie) er ausgetragen und manifestiert wird, ist ein anderes. Das Brisante daran ist ja, daß dadurch Erinnerungen an historische Begebenheiten bzgl. der Mila wachgerufen werden, die die jüdische Geschichte immer wieder begleiten, angefangen bei 1./2. Makkabäer, also seit fast 2200 Jahren (you know).
Hinzukommt, daß Verständnis und Begründung des jüdischen Rituals immer wieder verhindert wird, weil absurde hygienische und sexualpraktische Argumente damit assoziiert werden. Historischer Nonsense also. Hier muß man allerdings Maimonides die Schuld anlasten, der damit wohl angefangen hat.
Gruß
Metapher