Zu wenig Spenden für Überschwemmung

Hallo,
wenn Deine Begründung für das magere private Spendenaufkommen lediglich der Unwille, „was abzugeben“ ist, dann wäre ich doch einmal interessiert, wo Du dann den Grund siehst, dass das z.B. im Januar (Haiti) noch ganz anders war.

Es gibt Gründe für die Spendenunlust und die wurden hier alle schon genannt. Vor allem Korruption, veruntreute und „umgewidmete“ internationale Hilfsgelder - etwa 3/4 der von der Weltbank seit 1977 bereitgestellten Gelder für ein Hochwasserschutzprogramm oder die versickerten 367 Millionen € Hilfsgelder für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben 2005 in Kaschmir. Nicht zuletzt auch das aberwitzige Atomprogramm in einem Land mit einer Analpabetenquote von über 50%.

Ich möchte Dir diesen Artikel: http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/kein-her… zur Lektüre empfehlen. Insbesondere dessen letzten Satz.

Wer spendet, tut gut daran, sich darum zu kümmern, was aus seiner Spende wird. Elend und Tod gibt es weltweit mehr, als man durch Spenden beheben kann. Da sollte man sich zumindest genau anschauen, was genau mit der Spende geschieht - dass sie möglichst effektiv hilft, statt womöglich Strukturen, die für das Elend ganz erheblich mitverantwortlich sind, zu stützen und zu stabilisieren.

Ich für meinen Teil spende nicht für Pakistan, sondern für Ladakh. Auch dort braucht man Hilfe - und da weiss ich, was mit meiner Spende geschieht.

Freundliche Grüße,
Ralf

Hallo,

Es gibt Gründe für die Spendenunlust und die wurden hier alle
schon genannt. Vor allem Korruption, veruntreute und
„umgewidmete“ internationale Hilfsgelder - etwa 3/4 der von
der Weltbank seit 1977 bereitgestellten Gelder für ein
Hochwasserschutzprogramm oder die versickerten 367 Millionen €
Hilfsgelder für den Wiederaufbau nach dem Erdbeben 2005 in
Kaschmir. Nicht zuletzt auch das aberwitzige Atomprogramm in
einem Land mit einer Analpabetenquote von über 50%.

Okay.
Der einfache, abgesoffene Pakistani hat derzeit nichts zu essen und kein Dach überm Kopf.
Dem ist es vermutlich egal, woher er Lebensmittel und sein Dach überm Kopf herbekommt.

Ich möchte Dir diesen Artikel:
http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/kein-her…
zur Lektüre empfehlen.

Brauchst du nicht, ich habe es schon gelesen.

Wer spendet, tut gut daran, sich darum zu kümmern, was aus
seiner Spende wird. Elend und Tod gibt es weltweit mehr, als
man durch Spenden beheben kann. Da sollte man sich zumindest
genau anschauen, was genau mit der Spende geschieht - dass sie
möglichst effektiv hilft, statt womöglich Strukturen, die für
das Elend ganz erheblich mitverantwortlich sind, zu stützen
und zu stabilisieren.

Hört sich gut an, aber:
Wenn mein Nachbar wegen Überflutung absäuft, dann helfe ich ihm. Ich lade ihn mitsamt seiner Familie in meine Wohnung ein und gebe ihm was zu essen.
Dabei ist es mir vollkommen egal, was im Nachbarhaus vorher abgelaufen ist.

Gruß
Spatzi

*Seufz*
Hallo Spatzi,

nochmal ganz ganz langsam und deutlich:

Der abgesoffene obdachlose Pakistani kriegt dein Geld erst gar nicht. Nicht mal ansatzweise.

Es versickert in den Taschen der Militärs und der korrupten Herrscherklasse dort.

Wieso raffst du das denn nicht?

Hallo,

nochmal ganz ganz langsam und deutlich:
Der abgesoffene obdachlose Pakistani kriegt dein Geld erst
gar nicht. Nicht mal ansatzweise.

Es versickert in den Taschen der Militärs und der korrupten
Herrscherklasse dort.

Das wäre natürlich übel! Du kannst diese Behauptung belegen?

Wieso raffst du das denn nicht?

Wieso hat niemand versucht zu belegen, wie korrupt die Pakistanis in dieser Hinsicht sind?

Gruß
Spatzi

allein schon dieser satz
tach

erstmal: Wie bekannt bzw. belegbar ist, dass „überreichlich
Geld von der pakistanischen Regierung gehortet wird“?

wie sieht es denn bei dir mit dem gesunden menschenverstand aus? was willst du denn alles belegt haben?
glaubst du denn ernsthaft, dass es auf der welt einen regierungschef gibt, der nicht wo millionen von dollar oder euronen geheim gebunkert hat?
möchte gerne wissen, wie reich schröder, merkel und co in wirklichkeit sind.

bruno

weisste Annie,

nochmal ganz ganz langsam und deutlich:

man kann auch behaupten, dass sich der Weihnachtsmann und der Santa Claus jedes Jahr zoffen.

Wieso raffst du das denn nicht?

Gruß
Spatzi

‚Belege‘ gibt es zur Genüge. Man muss nur gewillt sein, sie auch zur Kenntnis zu nehmen. Für den Anfang: http://www.transparency.org.pk/report/ncps%202010/nc…

Ich möchte nicht generell von Spenden für Pakistan abraten. Problematisch sind vor allem die staatlichen Hilfsgelder - weil die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder in die falschen Hände gelangen werden. Frau Merkel hat ja gestern großzügig noch mal auf 25 Millionen aufgestockt. Dazu ein 20%-Anteil an der EU-Soforthilfe und 4%-Anteil am 700-Millionenkredit der Weltbank. Macht noch mal 36 Millionen. Nun ja, das Geld anderer Leute auszugeben fällt nicht schwer …

Bei privaten Spenden sind mE vor allem Großorganisationen, deren Tätigkeit sich hauptsächlich auf das Überweisen (unter Einbehaltung eines ‚Verwaltungsanteils‘ selbstredend) der Spendengelder beschränkt, mit Skepsis zu betrachten. Bei denen heisst es, man arbeite mit örtlichen Organisationen (und natürlich staatlichen Stellen) zusammen. Genau so ist es - interessanter ist dabei die Frage, ob man diese ‚örtlichen Organisationen‘, die man da füttert, überhaupt kontrollieren kann bzw. ob sie sich kontrollieren lassen.

Wenn spenden, dann bevorzugt für Organisationen, die selbst unmittelbar vor Ort tätig werden und sich unabhängiger Kontrolle unterwerfen (in diesem Fall der DIZ). Hier zwei Beispiele:
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/informieren/einsat…
http://www.cap-anamur.org/index.php4?seite_id=6

Freundliche Grüße,
Ralf

… wenn man die Hilfe aus Indien ablehnen kann
oder?
http://wissen.dradio.de/index.58.ivw.html?drn:news_i…

grüße
miamei

Guten morgen,

Allmählich bin ich es leid.

Du verstehst anscheinend mich nicht und ich verstehe
anscheinend dich nicht.
Ich will dich weder ärgern, noch bin ich scharf darauf dich
misszuverstehen.
Vielleicht liegt unser Kommunikationsproblem darin, dass wir
von total gegensätzlichen Ausgangspunkten ausgehen. Keine
Ahnung.

ein Problem ist, daß Du eine sehr starre Vorstellung von Gut und Böse (bzw. nicht-Gut) hast und daher kein Argument gegen das Gute zuläßt. Der Umstand, daß Du überhaupt einen Beleg dafür verlangst, daß Pakistan Milliarden für seine Armee und seine Militärprojekte ausgibt, läßt gar keine andere Erklärung zu, als diesen Aspekt der Realität angesichts des Elends in Pakistan vollkommen ausblendest bzw. leugnest.

Auch Dein vehementes Protestieren gegen die Korruptionsvorwürfe gegenüber die pakistanischer Herrschergilde ist bizarr. Dein Glaube an das Gute sei Dir aber gelassen, denn es ist uninteressant, was Du glaubst und es ist uninteressant, was ich glaube, was sich in Pakistan abspielt, was sich dort abgespielt hat oder was sich dort abspielen wird. Entscheidend ist, was die Mehrheit der Bevölkerung glaubt. Frisch von heute morgen:
http://www.hannover-zeitung.net/aktuell/vermischtes/…

Das Argument „habe kein Geld“ kann getrost als (im Regelfall) vorgeschoben betrachtet werden, denn im Frühjahr war das Geld für Haiti noch da - es sei denn, man will daran glauben, daß die Leute, die damals Geld hatten und heute keins, dieses für Haiti gespendet haben. Ich kann mir gut vorstellen, daß Du mir als nächstes genau mit diesem „Argument“ um die Ecke kommst.

C.

Hi,

da sind zum einen die Fakten: Spendengelder versickern bei der Regierung oder in dubiosen Quellen talibannaher Kreise. Hilfe aus Indien wird abgelehnt. Man hat eine riesige Armee und die Atombombe. Da fragt man sich: wozu brauchen die unser Geld? Geld scheint da zu sein und wird nur an der falschen Stelle verplempert.

Und dann gibt es ein Imageproblem: Ein islamisches Land, eine Unruheregion. Meist hört man aus diesem Kulturkreis Nachrichten, die einem nicht so wirklich gefallen. Die Europäer sollen spenden, die Glaubensbrüder in den VAE oder Saudi-Arabien halten sich seltsam bedeckt - und das, obwohl sie weit mehr Kohle haben als wir. Warum kommt da nix?

Die Dummen sind wieder die Armen auf dem Land, die mit Politik nicht viel zu tun haben und verrecken wenn keiner hilft.

Insofern sollte man sich überwinden und an seriöse Organisationen (Rotes Kreuz, Malteser, etc.) spenden weil es die Humanität erfordert.

Gruß,

MecFleih

Hallo Rosenfreak,

weisst du,wann die ewig Gestrigen endlich ihren eigenen Staat gründen?

Grüße

Wader Hans

OT: Verwechselung möglicherweise?

weisst du,wann die ewig Gestrigen endlich ihren eigenen Staat
gründen?

Meinst du nicht die „Ewig-Vorgestrigen“? Die „Ewiggestrigen“ ist doch ein vergebener Begriff für die mit dem rechten Waschmittel: Arier Ultra, da bleibt der Arm für immer steif.

Gruß

Stefan

die Lage ist anscheinend so schlimm …

… wenn man die Hilfe aus Indien ablehnen kann

dass man die Hilfe aus Indien annimmt:
http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/29/0,3672,810207…
„Pakistan nimmt sogar Hilfe aus Indien an“

Gruß
Spatzi

‚Belege‘ gibt es zur Genüge. Man muss nur gewillt sein, sie
auch zur Kenntnis zu nehmen. Für den Anfang:
http://www.transparency.org.pk/report/ncps%202010/nc…

Ich bin nicht blind. Mir ist Das bekannt.

Ich möchte nicht generell von Spenden für Pakistan abraten.

Danke! Auf dieses Statement habe ich in diesem Forum gewartet!

Problematisch sind vor allem die staatlichen Hilfsgelder -
weil die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
wieder in die falschen Hände gelangen werden. Frau Merkel hat
ja gestern großzügig noch mal auf 25 Millionen aufgestockt.
Dazu ein 20%-Anteil an der EU-Soforthilfe und 4%-Anteil am
700-Millionenkredit der Weltbank. Macht noch mal 36 Millionen.
Nun ja, das Geld anderer Leute auszugeben fällt nicht schwer

Wobei man bedenken sollte, dass Zusagen nicht gleichzusetzen sind mit tatsächlicher Hilfe:
http://www.stern.de/panorama/sechs-monate-nach-dem-e…

Bei privaten Spenden sind mE vor allem Großorganisationen,
deren Tätigkeit sich hauptsächlich auf das Überweisen (unter
Einbehaltung eines ‚Verwaltungsanteils‘ selbstredend) der
Spendengelder beschränkt, mit Skepsis zu betrachten. Bei denen
heisst es, man arbeite mit örtlichen Organisationen (und
natürlich staatlichen Stellen) zusammen. Genau so ist es -
interessanter ist dabei die Frage, ob man diese ‚örtlichen
Organisationen‘, die man da füttert, überhaupt kontrollieren
kann bzw. ob sie sich kontrollieren lassen.

Wie soll ich als Spender kontrollieren, was vor Ort geleistet wird?
Selbst hinfliegen und gucken scheidet wohl aus.

Wenn spenden, dann bevorzugt für Organisationen, die selbst
unmittelbar vor Ort tätig werden und sich unabhängiger
Kontrolle unterwerfen (in diesem Fall der DIZ). Hier zwei
Beispiele:
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de/informieren/einsat…
http://www.cap-anamur.org/index.php4?seite_id=6

Ich habe an:
http://www.aktion-deutschland-hilft.de/adh_artikel_1…
gespendet.

Gruß
Spatzi

Hallo!

Wenn mein Nachbar wegen Überflutung absäuft, dann helfe ich ihm. Ich :lade ihn mitsamt seiner Familie in meine Wohnung ein und gebe ihm was zu :essen.

Natürlich. Aber Du gibst der Familie kein Geld, wenn Du weißt, dass die Leute horrende Beträge für Aktivitäten zur Bedrohung ihrer Nachbarn ausgeben und darüber hinaus über viel Geld verfügen, um die Aktivitäten fortzusetzen. Du gibst den Leuten auch dann kein Geld, wenn Du weißt, dass die Kinder der Familie zu kurz kommen.

Gruß
Wolfgang

Hallo!

Wenn mein Nachbar wegen Überflutung absäuft, dann helfe ich ihm. Ich :lade ihn mitsamt seiner Familie in meine Wohnung ein und gebe ihm was zu :essen.

Natürlich. Aber Du gibst der Familie kein Geld, wenn Du weißt,
dass die Leute horrende Beträge für Aktivitäten zur Bedrohung
ihrer Nachbarn ausgeben und darüber hinaus über viel Geld
verfügen, um die Aktivitäten fortzusetzen.

von welchen Nachbarn reden wir jetzt eigentlich?

Gruß
Spatzi

Nun, Stefan Dewald,

an die ewig Gestrige/n war meine Frage gerichtet.
Mit Erstaunen lese ich jetzt von einer Vorart der ewig Gestrigen, der Vorgestrigen.
Jetzt wird mir auch klar, warum maßgebliche Politiker völlig überrascht einen zunehmenden Neoliberalismus bei der CDU registrieren.Sie zeigen sich sonderbar verblüfft über den zunehmenden Rassismus bei weiten Teilen der ewig Gestrigen und verwundert über den abnehmenden Pazifismus in weiten Teilen der Vorgestrigen. (Erstaunt zeigen sie sich allerdings auch über den sonderbar zyklischen Tag-und Nacht-Rhythmus auf der Erde, den rätselhaften Heliozentrismus des Sonnensystems (Kopernikus?) und den irritierend fauligen Geschmack, den eine vergammelte alte Pflaume manchmal so haben kann.)

So oder auch so ähnlich,werter Stefan Dewald,
ich wünsche jedenfalls ein gute Zeit!

Wader Hans

hätt ich…
tach

Ich habe an:
http://www.aktion-deutschland-hilft.de/adh_artikel_1…
gespendet.

… jetzt auch gesagt.

bruno

Abgesehen von den genannten Vorbehalten kann sich glaube ich hier keiner auch so richtig das Ausmaß dieser Katastrophe vorstellen. Das Elbhochwasser oder New Orleans ist Peanuts dagegen.

http://www.spiegel.de/flash/flash-24153.html

Da ist ein Fluss, der mal eben auf einer Länge von rund 400 km 20-30 km breit geworden ist! Insgesamt betroffen ist ein Gebiet von über 1000 km Länge und rund 300 km breite, wo es praktisch überall entweder schwere oder zumindest leichtere Überflutungsgebiete gibt. 80% der wichtigsten pakistanischen Städte sind betroffen.

Irgendwann hieß es mal, das sei vergleichbar mit der Situation, dass in Deutschland das Ruhrgebiet unter Wasser steht. Das ist deutlich untertrieben. Vergleichbar wäre es wohl eher damit, dass Rhein und Elbe derart über die Ufer treten, dass nicht nur die unmittelbaren Anrainer, darunter Großstädte wie Düsseldorf, Köln, usw. unter Wasser stehen, sondern nebenbei die Zuläufe und damit auch das Ruhrgebiet und die Rhein-Main-Region.

Das größte Problem ist daher auch derzeit ein logistisches.

Hallo GMarco,

ich glaube nicht dass wir „abgestumpft“ sind.
Vielmehr ist unsere Gesellschaft bedachter geworden.
Mit Kübeln voll Geld wird man das Wasser nicht aufsaugen können, was einige berufsmäßige Hilfsunternehmen uns glauben machen wollen.
Daher ist Hilfe bestimmt nötig, aber in anderer Art.Dem Staat muss geholfen werden, er muss stabilisiert werden, damit er seinen Bürgern hilft und helfen kann.Das kann man aber nicht mit Hilfsorgas machen, da müssen schon Politiker her und aktiv die Regierung in Pakistan zur Hand nehmen und zwingen die richtigen Schritte einzuleiten.
Einem Bauern zu helfen seine Coach zu retten ist ehrenvoll, aber vollkommen sinnlos, das es seine Zukunft nicht retten wird.(siehe Haiti)
Die Überschwemmungen sind im Übrigen Folge der Umweltverschmutzung unserer Vorgeneration.
Katastophen dieser Art werden in Zukunft gehäuft passieren.

Beste Grüße

Wader Hans